iz6 Carre.
Gegenständen bestehen. Er arbeitete als erster Hof-maler bey Prinz Wilhelm Friedrich , Statthaltervon Frießland. Nach dessen Absterben richtete erein prächtiges Leichengerüst zu, welches er selbst inKupfer etzte, und das seine Geschicklichkeit genuganzeigt. Nachher setzte er sich zu Leeuwaerden, woer 1669. 33 . I. alt starb, (rooi 1 .64. u. II. hol.
* Carre (Heinrich), Franzen Sohn, lernte beyJuriaen Jacobs und bey Jacob Jordaens . Er malteGesellschaftsstücke, die man des Gerard Douw's Arbeit an die Seite setzen darf, und schöne Land-schaften Seine Manier ist sehr angenehm, und erbesaß ein gutes Colorit. Dieser Maler arbeitete zuAmsterdam und in Haag, wo er 1721. 63 . oder 65 .I. alt starb. — Er hatte vier Söhne, welche mei-stens seiner Manier folgten. -Lem-, p. 43. — SeinSohn * Heinrich, geb. in Haag 1696. zeichneteeinige Jahre für einen Baluneisier zu Amsterdam ,und malte Verschiedenes für die französische Schau-bühne in Haag. Dann sieht man einige Decken-stücke von seiner Hand, die er mit Bildern, Archi-tektur und Basreliefs treflich zu zieren wußte. Carremalte auch Bildnisse in Pastel und Miniatur, undarbeitete zu Leyden . — Johann, sein Bruder, geb.1698. malteBildnisse, Geschichte, Caminstücke u. s. f.Er war Helfer der reformirten Gemeine in Haag,und zog auch einen seiner Söhne zur Kunst,
6ocst II. 217.
* — — (Jacob), Maler von Tournay , lerntezu Paris bey Peter Mignard, und wurde in Bild-nissen berühmt; auch ward er 1682. zum Mitgliedder königl. Acadcmie zu Paris aufgenommen. Carreerhielt durch den Vorspruch seines Lehrmeisters einkönigl. Gehalt von i5oo. Pfunden; als aber Mig-nard i 6 g 5 . starb, gab er seine Pension auf und kehrtein lein Vaterland zurück, wo er auch gestorben; folg-lich ist das Sterbejahr von 169^. /,Z I. alt, welchesGuerür S. 198. angiebt, falsch. )l 7 o»ville p. i 55 .S. den Art. Jacob Carrey.
* — — (Michel), lernte bey seinem BruderHeinrich und bey Niklaus Berahem Er malte nachGabriels van LeeuwManier. Michel arbeitete lange5 ?eit in England, aber nach Abraham Begyns Ab-sterben ward er nach Berlin berufen, wo er bis 1710blieb; darauf gieng er nach Amsterdam und starbendlich zu Alkmaer 1728. In seinen Landschaftensteht man Uugewitter, zerschmetternde Strahlstreicheund Windstürme; auch malte er meistens im Großen.Seine Landschaften, Figuren und Thiere sind, un-geachtet der besondern Manier und oft unnatürlichenColorits, der Achtung guter Künstler allerdingswürdig. Descamy^ III. 363 .
— — (Peter) hat nach P. Mignard das Bild-niß Ludwig XIV. in römischer Kleidung gestochen.
Carrenno (Johann), Maler von Abiles inWunen, lernte bey Peter dettas Cuevas und Bar-tholome Roman. Von ihm sah man in der Kirchedellas Recogidas zu Madrid die büßende MariaMagdalena , und die Decke des königl. Spiegelge-machs, bey welchem Anlaß er zum königlichen Ma-ler ernannt wurde. Carrenno malte auch das Ge-wölb der portugiesischen Kirche St. Anton auf nas-sen Kalk. König Carl II. machte ihn zum Rittervon St. Jago und gab ihm ein kostbares Ordens-kreuz, welches er überaus Bescheidenheit niemalstragen wollte. Endlich kennt man von ihm sehrwohl gleichende Bildnisse. Dieser Künstler st. i 685 .70. I. alt. bjo. 172.
Carre rio (Matthäus), Baumeister von Ve-nedig , arbeitete um 1647. zu Padua , wo er in einerKapelle der Cathedralkirche den großen Altar baute.Aonetti x. i 3 o.
Carretti (Dominicus) von Bologna , wohntelange Zeit zu Brescia , und malte kleine Geschichten.Für die Kirche St. Pietro in Olivetto verfertigteer eine Tafel, in welcher die H. Maria, wie sie St.Theresia mit einem Kleinod beschenkt, vorgestellt ist.Er arbeitete auch in seinem Vaterlande für öffentliche
Carrucci.
und Privakgebäude. — Sein Bruder malte schöneBlumen und Früchte nach der Natur, 2/rvro/sta.
Carrey (Jacob), geb. zuTroye i» Champagne1646, legre den Grund zu der Malerey zu Hausebey verschiedenen unbekannten Meistern; her-nach kam er nach Paris , wo er von Carl le Brunvollends in der Kunst unterwiesen wurde. HerrNointel, königl. Gesandter nach Constantinopel,nahm ihn auf Empfehlung seines Lehrmeisters mitdahin, da dann Carrey auf verschiedenen Reisen inEgypten nnd Griechenland die Alterthümer nach-zeichnete, inzwischenauch einige Gemälde verfertigte,welche die Ceremonien, die bey dem Einzug undVerhör eines Gesandten vorgehen, abbilden. Erbegleitete seinen Herrn wieder in Frankreich , arbei-tete von neuem unter Carl le Brun, und bekam,nebst einem jährlichen Gehalt,eine Wohnung zuVer,sailles, und eine andre aux Gobelins. Carrey gabauch viele Zeichnungen zu Auszicrung des königl.Cabinets, welche in Schreiner - Bildhauer- undGoldschmiedsarbeiten gebraucht wurden. Nach leVruns Tod gieng er in sein Vaterland zurück, woer neben Anderm das Leben des H. Pantaleon aufsechs große Tafeln malte. Er starb zu Troye 1726.
III. 220 Es herrscht viele Aehnlichkeitzwischen diesem Maler und Jacob Carre.
* Carriera (Rosalba), geb. zu Venedig 1672.lernte bey dem Ritter Joh. Anton Lazari, bey demRitter Diamantino, und endlich bei) Anton Bale»stra, und malte Anfangs in Oeifarben. Sie erreichtein der Zeichnung und in der Miniatur einen solchenGrad der Vollkommenheit, daß ihr hierin wenigebeykamen. Die Akademien zu Rom, Bologna undParis nahmen sie als Mitglied auf. Sie malteauch yortrefkich in Vastelfarben, und wurde deswe-gen an die Höfe zu Wien und Versailles berufen.Auch ward sie ein paar Jahre vor ihrem Endestock-blind, und starb zu Venedig 1707. Ihre Bildnissehaben, neben einer vollkommenen Aehnlichkeit, einefeine Ausarbeitung, ungeineine Leichtigkeit, beson-dere Anmuth und ein bewundernswürdiges Colorit.Man sieht nirgends eine größere Menge von ihrerArbeit als zu Dresden , wo ein ganzes Nebenzim-mer der Galerie damit angefüllt ist. Cl- du Flos, N.de l'Armessin, Epicie, Faldoni, Orsolini u. s. f.haben nach ihr gestochen. — Ihre Schwester Jo-hanna malte auch in Mininiatur und Pastel; siest. 1737. st'^r'§e»willc.
Carrt 0 ni (Joh. Stephan). S. den Art. M»Castrucci.
Carrosio (Baptist). S. den Art. Sim'baldScorza, seines Schülers.
* Carrucci (Jacob), genannt dapomormo,geb. 1^93. Da sei» Vater Barrholome, ein Schü-ler des Dominicus Ghirlandajo, it99.starb, lernteJacob bey Lconhard da Vince, Mariotto Alberti-nelli, Peter di Costmo und Andreas del Sarko;dieser jagte ihn aus Eifersucht von sich, weit erhörte, daß Naphael und Michelangelo seine Arbeitgerühmt hatten Beyde urtheilten nämlich, er würdedie Malerey auf einen hohen Grad der Vollkommen-heit bringen; aber Pontormo erfüllte diese großeHoffnung nicht Man kann zwar nicht laugnen,daß er sich Anfangs eines kräftigen Pinsels, schö-nen Colorits und guter Erfindung in seinen Werkenbedient habe. Seine Manier war groß, aber etwashart; allein er verließ diese, ob er gleich einengros»sen Ruhm damit erlangt hatte, und gewöhnte sichan den deutschen Geschmack Diesem seltsamen Ein-falle kann man den großen Unterschied zwischen fei-ner ersten berühmten Arbeit und der letzten, welchekeine Achtung verdient, zuschreiben. Er suchtezwaenachher, aber vergeblich, seine erste Manier wiederzu erlangen. Dieser Maler hatte eine seltsame Le-bensart ; er stieg in seinem Hause auf einer hölzernenTreppe in sein Mahlzimmer, und zog sie durch einGewind in die Höhe; erhielt keinen Bedienten, undkleidete sich sehr schlecht. Seine Handwerker zahlteer mit — Gemälden, und weigerte sieb hingegen,für den Großherzogen von Toscana zu malen. Bey