Band 
Erster Theil.
Seite
144
JPEG-Download
 

i44 Cavallini.

zierte die Schränke der Sakristei) ihrer Kirche mitBildschnitzlerarbeit von halben Figuren und kleinenGenien. /Wm-e etc. cü Freecrs.

Caoallini (Franz), Bildhauer vonCarrara,war der vornehmste Schüler des Cosinus Fancelli,Er verfertigte verschiedene Statuen, die man i» derKirche Et. Carl» al Corso und an der Vorderseiteder Kirche St. Marcelluö zu Rom aufgerichtet findet.Dieser Künstler blühete um it)8o. k^co/i II. /j/ 5 .

* — — (Peter), ein Römer, lernte bey Giot-to. Er arbeitete in den Maler- Musiv- und Bild-hauerkünsten. Die Bilder der Heiligen verfertigteer mit sehr anständigen Gebehrden, wie z. B. daswunderthatigc Kruzifix in der letzten Kapelle bey derH. Pforte der St. Peterskirche im Vakican, undein anderes von Bildhauerarbeit in der St. Pauls-kirche außer den Stadtmauern, welches mit der H.Brigitta sollgercdethabcn, solches zeigen. Er ahmteseinen Lehrmeister sehr fleißig nach, und wandte alleseine Kunst daran, seinen Figuren Erhebung undnatürliche Mienen zu geben; diese zeichnete er infreyer» und angenehmern Stellungen als Givtto,woraus man mit Recht schließen kann, er habe sei-nen Lehrmeister in diesen Stücken übertreffen. Ca-valltiii war ein frommer, Gott und die Armen lie-bender Mann. Er lebte um iZtzj. und st. 8). I. alt;er liegt in obbemeidter St. Paulökirche begraben.

I. 1O7.

* Cavallino (Bernhard), Maler von Nea-pel , lernte bey Maxinius Skanzioui, und, nach eini-ger Meinung, bey Andreas Vaccaro, der ihn aberblos wahrend seiner Lehrzeit etliche von seinen Ge-mälden kopire» ließ. Cavallino malte in der Klo-sterkirche St. Aiitonius die singende H. Cacilia miteinem Engel, welches für ein schönes und bctrach-tungswm digeS Bild gehalten wird. Auch hinterließer viele Werke, die mit sehr zartem Styl, lebhaf-ten Farben und Natürlichkeit verfertigt sind. Ca-vallino bediente sich weniger Lichter und Wieder-scheine, die er aber mit solcher Lieblichkeir anzubrin-gen wußte, daß sie das Aug auf eine angenehineWeise einnehmen. Er st. r/h,. 02. I. alt. k)omc-ir/ci 111 . Z2. u. ihs.

Cavalio (Bagna); Beyname derRanienghl.

Cavanna (Peter), Architccturmalcr, zierte17-17. die ganze Kirche St. Maria de sctts Dolorizu Mailand mit seiner Arbeit, ^atuaäa.

*Cavarözzl (Bartholomc) , genannt delCrescenzi, Maler von Vitcrbo, arbeitete mit gros-ser Geschicklichkeit nach des Christoph Roucalli Ma-nier , wie man solches in einigen öffentlichen und Pri-vatgcbaudcn seiner Geburtsstadr siehet. In einerKapelle der Kirche St. Andreas de la Valle zu Rom sieht man von ihm einen betenden Et. Carolus mitEngeln und kleinen Genien umgeben; ein Gemald,welches mit zierlichem Eolorit und wohlgcübter Handverfertigt ist. Er starb in seiner Jugend 1622. k-a§-ü'o»i p. 176.

Cavarub las oder Csvarr libias (Alonsode), Baumeister bey Kaiser Carl V. und bey derCathedralkirche zu Toledo , gehört unter die ersten,welche den guten Geschmack in der Baukunst in Spa-nien eingeführt haben. Er war Obcrbaumeistcr be-meldtcr Cathedralkirche, an welcher auch Ludwig devergara, Caspar de Vega, Franz de villal-panda, Johann de Herrera u. s. w. gearbeitethaben. p. A- de la Puenre 1. 87.

* Cavazza (Joh.Baptist>, Maler;» Bologna ,lernte bey Jacob Cavedone und bey Guido Nein DieKirchen Madonna della Liberta und dell' Annoncia-la seiner Gcburtssiadt besitze» von seinen Gemälden.^Lcoro.

— — (Peter Franz), geb. zu Bologna 1677.lernte bey Johann Viani. Er malte geistliche Ge-schichten , mit welchen er viele Orawria und Kirchenzu Bologna und anderswo bereicherte. Seine Bil-der sind von starkem Colorit, in welchem er den Guer-

Cavedone.

cino nachahmte. Seine Zusammensetzung gleichetin Anordnung der Figuren des Paul Veronele, sobaß er eher dem venetianischen als dem boloanefischenStyl folgte. Cavazza sammelte eine große MengeKupferstiche der beßten Meister, welche bey demJahre i/,6o anfiengen, und von da an in der Zeit-ordnung auf einander folgten; mit diesen füllte erüber Ion. Bände an, unter welchen sich ho. in Re-galfolio befanden; die ganze Summe belief sich auf20,000. Stücke. Diese zahlreiche Sammlung, diebeynahe sein ganzes Vermögen betrug, warb nachseinem Tode an den Grafen Hieronymns Dolognettrverkauft. Er st. 1700. 06. I. alt. Lü'e-

E»tüia 111. Z80.

* Cavazzoni (Angelus Michel), geb.zu Bo-logna 1672, lernte bey I Joseph Sanki, wo er umso viel mehr Gelegenheit harte, sich in der Zeichen-kunst zu üben, als sein Lehrmeister mit einer Samm-lung der schönsten Handrisse berühmter Künstler ver-sehen war. Hierauf kopirte Cavazzoni einige derbeßten Gemälde, unter welchen die AuferstehungChristi nach Hannibal Carracci vorkrcflich geriet!).Dieser Maler erlangte eine gute Kenntniß in derBaukunst; er zeichnete die schönsten Gebäude seinerGeburtsstadt, und ctzte davon einige in Kupfer. Erst. i/äZ. ^caä. LVcm. II. 124.

— — (Franz), Maler zu Bologna , geb. ,hhc>.

lernte bey Bartholomc Passerotti und den Carracci .Er war ein beherzter und fleißiger Zeichner, guterColorist und in der Perspecriv vvrtreflich. Man sie-bet von ihm einige schöne Gemälde in den Kirchenseines Vaterlandes. Dieser andächtige Maler ver-fertigte einige öffentliche Tafeln, und schrieb einBuch, worin er von allen antike» und wundcrtha-tigen Bildern der H. Jungfrau Maria handelt, diein der Stadt Bologna gefunden werden. Manhat auch von ihm eine Schrift in Folio, betitelt:Abhandlung von der Reise nach Jerusalemund allen Lfllerkrvürdlgkeiren dieser Ger-rer, die er ibili. mit der Feder gezeichnet und be-schrieben. Augustin Carraccio hat nach seinen Zeich-nungen die Wappen aller Pabste und Cardiuaic vonBologna in Kupfer gestochen. Der Canonicus ü.Crespi will aber diese Blätter nicht für des Carrac-cio Arbeit erkennen. züttr/cs III. ist.

— — — (Joh. Peter). S. Zanorri.

* Cavazzuola (Paul), Maler zu Verona ,

lernte bey Stephan da Zevio oder Liberale, oderbey Franz Moroni. Die Begierde, in seiner Kunstberühmt zu werden, bewog ihn, mit ganz außeror-dentlichem Fleiße sowohl in Del als in Frcsco zu ar-beiten , wodurch er sich aber das Leben verkürzte,indem er bloß 01. I. alt starb. Man siehet von ihmvortrefliche Gemälde in der Kirche St. Bernhardi-nus, in welchem er seinen Lehrmeister Moroni über-traf. Er blühete um cöZo. III. 266.

Cauderas (Dartholome). S. Cardenas.

" Cavedone (Jacob), geb. zu Sassuolo imHerzogthum Modcna ro8o, lernte bey seinem Vaterpellegrin. Er besuchte zu Bologna die Schulendes Hannibal Carracco, der Passerotti und desBernhard Baldi. In seinen ersten Werken begriff erdes Hannibals Manier so wohl, daß auch Kennersich hierin bekriegen. Er arbeitete mit einer so be-wundernswürdigen Leichtigkeit, daß Guido Reni und andere berühmte Meister solches mit anzusehenverlangten. In Zeichnung des Nackten hatte er kei-nen Seinesgleichen. So glückliche Anfänge ver-sprachen ihm ein glänzendes Glück; aber der guteMann hatte in seiner Haushaltung so viele Unfälleauszustehen, daß sein Verstand darüber ganz ver-wirrt wurde, und seine Kunst dergestalt abnahm,daß er genöthigt war, Gclübdstafeln und andereschlechte Arbeit zu malen. Unter seine empfindlich-sten Unglücke rechnet man den frühzeitigen Tod einesSohns, der im Begriff war, den höchsten Graddcr Vollkommenheit in seiner Kunst zu erlangen.Endlich geriech Cavedone in so große Armuth, daßer seinen Unterhalt öffentlich erbettln mußte. In