Band 
Erster Theil.
Seite
151
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Champagne.

Maler von Brüssel, lernte zu Paris bey Philipp deChampagne, seinem Oheim Er that eine Reisenach Italien , konnte aber weder seinen niederländi-schen Gescbmack, noch seine erlernte Manier ändern.Er arbeitete zu Paris , wo er 1688. Professor derkönigl Academie wurde, Champagne starb daselbstrbgZ. 5 o. I. alt. L> Coffin, Edelink u. s. f. habennach ihm Einiges gestochen. Er selbst hat gcetzt.

* Champagne (Philipp de), geb. zu Brüs-

sel 1602, lernte bey Michel Bouillon, de Bourdeanxund Jacob Fouquieres. Er kam 162c. nach Paris und machtesich durch einige Bildnisse bekannt. Nachdem Tode des du Chesne, dessen Tochter er heyra-rhete, verfertigte er die meiste Arbeit bey Hofe, er-hielt ein Iahrgeld von 1200. Pfunden, und maltefür viele Kirchen und Palläste dieser Hauptstadt. Er-st 1674. als Rcctor der Academie. Obgleich Cham-pagne seine Werke mitgroßer Hurtigkeit verfertigte,so waren sie doch wenig lebhaft, indem er ohne ge-nügsame Auswahl sich allzugenau an sein Modellhielt, welches er zwar sehr richtig zeichnete, dabeyaber das Fehlerhafte desselben nicht nach den Regelnder Kunst zu verbessern wußte. Seine Gemälde, son-derbar die Bildnisse, sind übrigens von gutem, ob-schon nicht glänzendem Cvlvrit, und wohl ausgear-beitet. Landschaften und Architekturen malte er sehrgut. Viele französische Kupferstecher haben ungefehrwo. Blätter nach ihm gestochen. Er selbst hat Eini-ges gcetzt. II. 62.

Champignon. S. Cherpignon.

* Chamus ( ), geschickter Glasmaler zu

Paris um 1620. S. den Art Johann von Bronck«horst.

* Cbange (Caspar du), einer der bcßten franzö-

sischen Kupferstecher in historischen Stücken, arbeiteteviel nach A. Coypel, I. Jouvenet u. s. f., auch nachden vornehmsten Gemälden des Palais rvyal. DieK»p ersticht der Io, Leda,Da»ae, die er nach Cor-reggio gemacht hatte, verursachten ihm, wegen ih-rer unzüchtigen Stellungen, Gewissensangst; da-her er die Platten mit starken Grabstjchelzügcn zer-siümmelte- Man zählt unter seine vornehmsten Blat-ter die Gemälde der Kirche Sr. Martin des Champs,besonders die Mahlzeit bey dem Pharisäer, und dieVertreibung der Verkäufer aus dem Tempel. In die-sen findet man die schöne Kühnheit der Schraffie-rungen, die Gegensätze der verschiedenen Arbeiten,die Herzhaftigkeit des Grabstichels und die feine Aus-arbeitung, mit welchen er das Markigte, den Cha-rakter, die Starke und den Geist des Ionvenets aufdie Kupferplatten übertragen- Du Change wardr/o/,. Mitglied der königl. Academie, und 172a.Rath. Er st. 17h-). gj. I. alt. Lurcicm

II. 22 j.

Chantelou. S. Frearr.

*Cbanrreau ( ), Jagden- und Feld-

schlachtenmaler zu Paris um 1700. war Professor -Adjuiiclus der Academie von St. L»c. Godinor, leDas u. s. f. haben nach seinen Erfindungen gesto-chen. /a /rttcr-ürr.

* Chapelle (Georg dela), französischer Ma-ler, gicng mit einem Gesandten seines Königs nachConstantinopel, wo er die vornehmsten Damen deskaiserl. Serails, seiner Sage nach, nach dem Le-ben gemalt. Chapelle gab 16H8. eine Sammlungvon diesen Bildnissen gestochen, in Folio.

(la), Baumeister zu Paris um 1760.war besonders in Anlegung der Gärten berühmt.Lm-ü-onL lle /Äri 5 .

* Chaperon oder Chapron (Niclaus),Maler und Kupferetzer von Chateaudun , lernte beySimon Vouet. Er hielt sich lange Zeit zu Rom auf,wo er 16Z8. die Gemälde Raphaels in den Loge» desvatikanischen Pallastes, welche unter dem Namenvon Raphaels Bibel bekannt sind, auf 52 .Blättern«tzte. Es ist dieses die vornehmste Sammlung, dieman nach diesen Gemälden hat, und sie wird allem

Charmois. 151

Ansehen nach die Gemälde dieses Künstlers weitüberleben. Man hat auch von ihm Bacchanalennach Ponssin , Dortgny u. s w /eüH» I V. <jc>6.

Cbaradossus oder Caradosso ; Dcy-name von Ambrosiuis Foppa.

Chardin (Carl du). S. Jardin.

^ (Ioh. Baptist Simeon), Maler zu

Daus, lernte bey Peter Jacob Cazes. Er maltehalbe Figuren, Früchte, Thiere u s. f. Seine be-liebten Werke werden in den beßten Kunstcabinettcnaufgehoben, und von verschiedenen Kunsirichierncmmüthig wegen ihrer getreuen nnd reizendenNach-ahmung der Natur, der feine« Pinselzüge und dersanften und zarten Ausarbeitung sehr gelobt. Vielevon seinen angenehmen Zusammensetzungen sind vonFilloeul, Cars, Flipart, Epicie, Faber u s f. inStichen bekannt. Er war Rarh und Schatzmeisterder königl. Academie um 1760. .^lmsnsoll llosbosux Hu-?. Remp S. 107. gedenkt auch einesSebastian Cbardin, der um 17Ü0. zu Paris Gerseüschastsstücke malte.

Chares oder Lackes, ein lindischer Bild-hauer, lernte bey Lystppns. Er machte sich vor-nehmlich durch die achtzig Fuß hohe Statüe der Son-ne von Bronze (welche den Mccrport der StadtRho«dus zierte, wo die Schiffe zwischen seinen Beinenmit vollen Segeln durchführen mußten) so berühmt,daß sie unter die sieben Wunderwerke der Welt ge-zählt wurde. Chares arbeitete zwölf Jahre an die-sem Rlesenbiide; aber 56 . Jahre hernach stürzte es inder iZ8. Olympiade durch ein Erdbeben ein. ^r-C. XXX l V. 6. 7.

Char/das. S. den Art. zIymphodorus.

* Charles (Claudius), herzogl. Wappenhe-

rold und erster Hofmaler zu Nancy; ward Directocder dasige» Academie . Er hielt sich lange Zeit zuRomans, und malte Geschichte Ili. 154.

Ein Miniaturmalcr dieses Namens arbeitete um177» zu Paris .

Charmant (Joseph). S. Lhamant.

Charmas wird von plinius ft.XXXV. 0 . 8.unter den ältesten Malern angezogen. Seine Arbeitbestand aus einfärbigten Gemälden.

* Charmeeon (Georg) von Lyon , lernte beyFranz Stella- Er malte Geschichte, vornehmlichaber Architectur und Perspective, auf Tafeln und inPlafonds. Man stehet von denselben in der Kapelleces Schlosses Choisy. Charmeron ward 166Z.Mitglied der königl. Academie, und starb zu Paris 167 ). 55 . 1 . alt. G. Andran und N. Robert habenverschiedene Blätter von Verzierungen nach seinenZeichnungen gestochen- Leübicrr IV. 828.

* Charmois (Martin de), Herr von Laure,ein würdiger Gönner und Beförderer der Maler- undBildhauerkünste zu Paris . Die Neigung, welcheer für dieselben nährte, bewog ihn, nicht nur ihreGrundregeln zu lernen, sondern auch wirklich zuüben, um sich hierdurch bey den Liebhabern in An-sehen zu bringen: Dieses brachte ihn auf den Ein-fall, d-e Künstler wider die Bedrückungen der Vor-steher von den Handwerkern zu beschützen, und sie ineine freye Uebung ihrer Künste zu setzen. Er wandtedaher all' sein Ansetzn und die erfoderkichen Mittelan, dieses zu bewerkstelligen, und bracht' es endlichdahin, daß selbige wirklich in den Rang andererfreyer Künste gesetzt wurden. Zu dem End' ver-sammelte er die berühmtesten Maler, und wähltezwölfe aus ihnen, welche den übrigen unter seinerAufsicht vorstehen sollten. Charmois war es auch,der die ersten Fundamente zu der berühmten Maler-akademie legte, welche i 652 . durch königl. Verord-nung zu Paris errichtet, und mit behörigen Vorste-hern , Zimmern und Gesetzen versehen wurde. Beywelchem Anlaste wir erwähnen: Daß von Zeit zu Zeitdergleichen Akademien bald in allen den vornehmsteuStädten in Europa angeordnet wurden, als: ZuFlorenz i 56 s; zu Rom 1092; in gleichem Jahre