Band 
Erster Theil.
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181
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Coxie.

* Lox, e ( ) geschickter, vermuthlich nieder-

ländischer Gefchichtsmaler, ward gegen das Endedes XV! I. Jahrhunderts nach Berlin berufen. Manfindet von seiner Arbeit an der Decke der königlichenBildergalerie des Schlosses zu Berlin und in andernköniglichen Gebäuden , besonders in der schönenKapelle des Schlosses Charlottcnburg. Er malte inVandyks Geschmacke, und zeichnete richtig. Nach-richten von Bünftlern i. Zi.

* ssoypel (Anton), des Naralis Sohn undSchüler; studierte in Rom nach den Werken Rn-phaels, M A- Duonaroti, und Hannibals Carrac-cio: Zu Venedig »ach Litian, Paul Caliari undAnton Allegri Er verfertigte zu Paris eine großeMenge Gemälde für Kirchen und Palläste, unterwelchen man das Deckenstück der königl. Kapelle inVersailles , die himmlische Herrlichkeik vorstellend,und in der Galerie des Palais Royal die Gesebichtedes Encas in ich Abtheilungen , züm Beweise seinerungcmcincn Talente anführt. Schöne poetische Vor-stellungen, große Zusammensetzungen, angenehmeWendungen der Köpfe, starke Ausdrücke der Lei-denschaften, und eine zierliche Färbung, machendenmalerischen Charakter dieses Künstlers aus. ssoppelwar ein vertrauter Freund des berühmten Baron,der für den größten Meister gehalten wurde, alleGattungen von Leidenschaften auf der Bühne vorzu-stellen; es ist daher ziemlich wahrscheinlich, daß erzuweilen dem Maler zum Modelle gedient habe;denn man muß gestehen, daß viele Ausdrücke inssoppels Köpfen mehr stark als natürlich sind, unddaß sie den gewöhnlichen Ausdrücken des Theatersziemlich gleichen, worinn sie aber von Raphaels-Dominiquins, Poußius u. s. f. Ausdrucke sehr ver-schieden sind. Dieses seltene Genie schrieb ein Buchvon der Malerey in'Gesprachen, und übte sich zuwei-len in der Dichtkunst, ssoppel hatte ein kostbares Ka-bine! von verschiedenen Seltenheiten, und keine Pri-vatperson besaß, z. B- so viel schöne Ueberreste vonLorreggio als er. Er war 1716. erster KöniglicherMaler, und st. 1722. (ii. I. alt. Dieser Künstlerbat zwölf selbst radierte Blätter hinterlassen, die erden Kupferstechern gab, um solchen mit dem Grab-stichel nachzuhelfen; es wäre vielleicht besser gewe-sen, wenn er es blos bey seiner Nadel hatte bewen-den lassen. Sie würden zwar nicht so kräftig seyn,aber dabey das erste Feuer und den Geist des Mei-sters behalten habe». Die beßte Kupferstecher seinerZeit haben mehr als rou. Platten nach ihm verfer-tigt. S. den Art. Carl Loppola.

* — — (Carl Anton), Antons Sohn undSchüler, machte sich, nicht weniger als sein Vaterund Großvater, mir seinen vorkreflichen Werken be-rühmt. Unter vielen andern findet man in der Pfarr-kirche St. Germain de l'Auxerrois, auf dem hohenAltar die Kreuzigung Christi, und in gleicher Kirchedie Heilung der Kranken: Bey den P. P. des Ora-torii ein Leos btomo, welches hoch und 02^breit ist. Er ward Director der Königlichen Acadc«mie, und seit 17 )7. erster Maler des Königs- Dop-pel st. 172Z. 5 g. I. alt. Er Hütte in den schönenWissenschaften mehr Erfahrung als die Künstler ge-wöhnlich besitzen, und führte die Feder mit eben sogutem Erfolg, als den Pinsel. Die Diseourse,welche er in den Versammlungen der Academie hielt,wurden sowohl wegen des zierlichen Ausdruckes, alswegen des Feinen seiner Beobachtungen und derWichtigkeit seines Unterrichts gelobt. Dieser sinn-reiche Künstler verfertigte auch einige Aufsätze fürdie Schaubühne, die er aber nur seinen Freundenmittheilte. Seine malerischen Werke sind meist voneiner schönen Zusammensetzung, leichtem Pinsel undglänzendem Colorit. Auch radierte er einige Blat-ter nach seiner eignen Erfindung. Hinwieder kenntman von verschiedenen Kupferstechern den Don-Quichoite u. a. nach seinen Zeichnungen und Ge-mälden. /.acoMÜe.

* — — (Natalis), geb. in der Normandie 1628. (andre sagen zu Paris 1629.) lernte bey Poncet,einem Maler von Orkans Nachdem er einige Zeitfür die Künstler zu Paris gearbeitet hatte, malte er

Cozzette. iZr

auch für den König, für Kirchen und Partikularendieser Stadt. Man bemerkt in seinen Bildern einegenaue und richtige Zeichnung, wie man solche inden Werken der Amikcn bewundert. Er bekam eineWohnung in den Galerien des Louvre, und wardzum Director der Französischen Academie zu Rom ernannt, dahin er seinen Sohn Anron mitnahm.Bey seinem dasigen Aufenthalte schloß er eine genaueFreundschaft mit dem Ritter Beruhst und mir CarlMaratti. Loppel arbeitete nach seiner Zurückkunftfür die königliche Manufakturen aux Gobelins, undward nach Peter Mignards Absterben Director derAcademie. Er st. 2707. Man hat von ihm dreygectzte Blätter; und die von andern Kupferstechernnach ihm verfertigten werden auf 20. geschätzt.

— — (Natalis Niclaus), sslaralis jüngererSohn, verlor seinen Vater allzufrüh; dessen unge-achtet fuhr er fort, seine Kunst fleissig zu üben, undward ohne weitere Unterweisung, auch ohne daß erzu Rom gewesen sey, ein berühmter Künstler. Manfindet in seiner Arbeit eine angenehme Behandlungdes Pinsels, und ein schönes Colorit im Nackenden,worinn er den G. Reist nachahmte. Eines seinervornehmsten Gemälde findet man an dem Gewölk»der Kapelle der H. Maria in der Kirche St- Sauveurzu Paris . Er st. i7öü. g 3 . I. alt. Dieser Malerhat vier Blätter sclbstgeetzt; dann kcnntman ungefähriä. nach ihm von Ander». Sämmtliche Blatter vonund nach den Loppels, welche Lorangere in fei-ner Sammlung besaß, belaufen sich auf28o. Stücke.

* Coyzevop (Anton), Bildhauer von Lyon ,lernte bey Ludwig Lerambert. Er gieng in Deutsch-land , und arbeitete daselbst für den Kardinal vonFürstenberg. Zu Paris verfertigte er viele Arbeitfür die königl Palläste und Gärten zu Versailles ,Marly und Trianon. Er goß zwo Statüen LudwigXIV. eine zu Pferd für die Stadt Lyon , und einezu Fuß, welche in dem Hofe des Stadthauses zuParis steht. Dieser Künstler ward Rector und Kanz-ler der königl. Academie, und st. 1720. 80. I. alt.Der ArztFermeihups hielt ihm eine Lobrede, diein Druck erschien, ssoyzevox zeichnete mit großerRichtigkeit, und verband in seinen Zusammensetzun-gen Kunst und Genie mit einander; er wußte auchmit gleicher Geschicklichkeit das Natürliche und Edle,das Starke und Angenehme, je nach Erfordernis;des Charakters, welchen er seinen Figuren gebensollte, vorzustellen. Viele Brustbilder gekrönterHäupter, Fürsten und berühmter Männer, Früchteder Geschicklichkeit dieses Künstlers, haben ihm dengrößten Ruhm erworben. I- und P. Audran, St.Thomassin, C. und N.Dupuls., u. s f. haben nachseinen Welken gearbeitet.

* Lozza (Franz), sehr guter Maler von Jstiloin Sicilicn, war einer der beßken Schüler Domini-qnins, den er in seinen Werken, die er für die Kir-chen zu Rom in Del und Fresco gemalt, sehr wohlnachahmte. Der Abt Tiri führt zehn öffentliche Ge-mälde dieses Künstlers an. Lozza st. 1682. 77. I.alt. Er selbst hat zwey Blätter in Kupfer gcetzk.DomLtticiUI. ibü.

— — (Peter di), Baumeister von Limcna; sollum (172. den Pallast, genannt della Ragione , zuPadua erbaut haben. Sonette.

* — -- ^ Peter Anton), Knpferctzcr. Manhat von ihm neben Andern; einige Genien, welcheBlumengefäffe tragen, nach G. Reni, u. s. w.

tmäel/üü.

ssozzarelli (Guidoccio di Giovanni), Bild-hauer ; arbeitete für die Kirchen zu Siena um 148«.S. den Art. Aüron Federighi. /Vcci.

— — oder Lozzerells (Jacob), Bild-

hauer und Baumeister von Siena ; arbeitete daselbstin Gesellschaft mir Franz dl Giorgio, und hinter-ließ in beyden Künsten rühmliche Denkmale seinerGeschicklichkeit. Er st. ihij. 6io.

* ssozzetre oder Lauser (Carl), ein Pari-serkünstler, lernte bey Carl Parrocel und malte, wie