i88 Cuuio.
chitecturmalernDozzr undMarchias Fralrceschinivollendet. Var-wst I.
T u n i o (Alexander Alberic und Jsabella), Zwil-lingskinder eines Grafen vonTuniö , zeichneten undmalten von ihrem Dreyzebnten au sehr sauber, mitgutem Geschmack und Zärtlichkeit. Diese jungenKünstler malten die Geschichten Alexander des Gros-sen, welche sie hernach in Holz schnitten. DiesesWerkgen war dem Pabste Honorius IV. (der von1285. bis 1287. regierre) zugeeignet. /'axr'Äo» 1.8H.von Heineken halt diesen Art. für apokryphisch.Vielleicht kommt hierinn nur ein Irrthum in demNamen des Pabsis zu Schulden.
— — (Daniel), Maler zu Mailand , lerntebey Vernhardin Campi. Er arbeitete Vieles nach denCartons seines Lehrmeisters, besonders in der Kir-che St. Barbara. Dämel malte in Gesellschaft desHieronymus dal Leone, in dem Pallaste des FürstenTrivulzio, die vornehmsten Thaten Kaiser Carl V.Er war auch ein vortreflicher Landschaftsmaler, undblühete um i 58 o.
—' — (Rudolph), Mailänder , lernte bey I.Baptist Crcspi. Er malte in der Kirche St. Mar-cellinus die Tafel des H. Antonüis, und in der Kir-che St Thomas etliche Heilige. Tumo ist in Vor-stellung der Feuersbrunsten und Nachtstücke berühmt,mit welchen verschiedene Kunstcabinettc geziert sind.Er lebte um 1O20. Dorr e p. 2Ü9.
Tunzelmann (Joh. Matthäus), Maler ausder Schweiz , lernte bey Anton Calza. Feürma xstt-^ III. 18g.
Tuoberger (Wenzel). S- Toebergew
Tuoglio (Claudius). S. Toello.
Tu quer (Peter) von Darcellona, malte in demCarmeliterklostcr die Kirchenversammlung zu Ephe-sus / und in der Kirche St. Franciscus de Pauladie meisten Gemälde von de» Thaten dieses Heiligen.Er st. 1666. 70. I. alt. b.'o. l.
Turadi (Franz), des Taddeus Sohn, lerntebeyBaptistNaldini. Ermatte Heiligenbilder, welchehin und wieder in den .Kirche» von Kunstverständigenmit Vergnügen betrachtet werde»; unter diesen ver-dient ein trcflich schönes Stück, den H. FranciscusTaverius vorstellend, eine vorzügliche Aufmerksam-keit; dieses bcfindcr sich, nebst zwey ander», in derIesuikerkirche zu Florenz . Dieser Künstler ward inden Rirrcrstand aufgenommen, und st. rv6r. 91. 1 .alt. II. m.
— — (Octav), Maler von Bologna , lerntebey Jacob Cavcdone. Er arbeitete zwar nicht füröffentliche Gebäude, kopirke aber die Gemälde sei-nes Lehrmeisters mit vieler Geschicklichkeit. Er starbistfä. I. B. Pagancili hat nach seiner Zeichnungdie Stadt Bologna in Kupfer gebracht.
II. 220.
— — (Raphael), florentinischer Bildhauer,lernte bey Franz Ferrucci, welcher ihm das Geheim-niß, in Porphyr zu arbeiten, entdeckte. Nachdemer viele schöne Werke verfertigt hatte, trat er in denCapuzinerorden. Er blühete um r 58 v. SrEient/.
— — (Taddeus), genannt Barriloro, einFlorentiner, lernte viele Künste, und besonders dasBildhauen bey Baptist Naldini Er verfertigte soschöne Kruzifixe, daß Johann da Bologna ihn indieser Arbeit für unvergleichlich hielt, und Alle, dieihm zu machen aufgetragen wurden, an den Tad-deus verwies. Er lebte um r 58 o. — Seine dreySöhne, j)erer, Tosmus und /ranz, übten dieMalerey.
Curia (Franz), geb. zu Neapel um i 5 Z 8 , lerntebey I. Philipp CriSeuolo und bey Leonhard da Pi-stoja. Er studirte zu Rom nach den Werken Raphaels,aus welchen er eine schöne und liebliche Manier imColortt erlernte. Wit dieser verfertigte er treflicheGemälde für verschiedene Kirchen seines Vaterlan-des, unter welchen eine Beschncidung in einer Kapelle
C »rt i.
der Kirche della Carika sehr gerühmt wicd. Er st.lilio. Domenici 11. 20h.
Turiger (JosephAnton u. Joseph Benedict),Söhne von Augustm Matthias, einem Gold-schmied zn Maria Einstedeln in der Schweiz . Derältere, geb. 1720, machte sich die väterliche Unter-weisung und seinen eigenen Fleiß im Zeichnen undModelliren so wohl zu Nutze, daß der Ritter Hedlin-ger ihn in seinem Siebenzehnten für geschickt hielt,eine Reise nach Paris zu unternehmen, wo er ihnseinem Freunde RoctierS, königl. Goldschmied, em-pfahl, bey welchem J.A- vier Jahre blieb und 1772.in der Zeichnung, im Treiben und Modelliren wohlgeübt in sein Vaterland zurückkehrte. Er setzte da-selbst seine Studien fleißig fort, und erwartete dieGelegenheit, sich durch Werke bekannt zu machen,die seinen seltenen Talenten angcmeffen waten.Sein Bruder Joseph Benedi r, geb. 172',, zeigtegleiche Neigung für die schönen Künste. Er übtesich von Kindheit an im Zeichnen mit sy glücklichemErfolg, daß er in seinem Vierzehnten seinem Bru-der nach Paris folgte, wo er bey Goi, Bildhauer undProfessor der königl. Academic , Unterweisung genoß.Dieses Meisters Anleitung und der Fleiß des Schü-lers in Besuchung der Akademie gaben begründeteHoffnung, baß er einst ei» geschickter Künstler werdenwürde; um so mehr, da er schon einige Proben sei-ner Talente an Brustbildern von Marmor, die er nachder Natur verfertigt, gezeigt hatte. MßlilV. 211.
Turs. S. Tärs.
TurslItet ( ), Schwertfeger zu Paris,war
um 1660. iu damasciuirter Arbeit berühmt. DieseKunst tragt ihren Namen von der Stadt Damascusin Syrien , wo sie von den Antike» starkgcübt wurde.Sie besteht aus Gold- und Silberdrath, der iu diemit dem Grabstichel verfertigten Risse i» Stahl undEisen eingelassen wird; sie stellen allerhand arabische,morische oder groteskeZierarhen vor, und sind theilsflach, theils halb erhoben. Die, welche Tursürerverfertigte, waren, sowohl in der Zeichnung als inder schönen Manier das Gold anzubringen und dasErhabene auszuarbeiten, vvrtrestich. FV/rür'eir
* Eursr (Benedict und Bcrnhardin), Kupfer-stecher von Reggio di Modena , arbeiteten um 16 jo.mit dem Grabstichel nach Correggio, Guercino , S.Badaiochio u. s w.
— (Franz), Maler und Kupferstechervon Bologna , etzle eine Sammlung von Zeichnun-gen nach den Carrachen, F. Parmesan, G. Reni u. s. w. Man hat auch von ihm ein Zeichenbuch in20. Qnartblättcrn nach Guercino , und nach I. M.Tamburins alle Künste und Handwerke in kleine»Figuren historisch vorgestellt; eine Sammlung von1 (-.Bildnissen u.s.w. Er blühete um Id so. (ücmÄe/Lss.
" — — (Hieronymus ), genannt Deiiroue,wegen zweyer weit hcrvorragenoer Zahne. DieserKünstler führte zu Bologna eine sehr schöne und na-türliche Manier, Architekturen und VerzierungenGrau in Grau zn male», ein, womit er alle Zeitge-nossen weit übertraf. Deirrone bekam erst im Fünfund Zwanzigsten Lust, die Malerey zu lernen; ermachte deswegen mit Leoncl Spada einen Vertrag,sich Wechselsweise zn entkleiden, um so nach dem Le-ben zu zeichnen. C.sar Baglioni unterwies ihn inder Perspectiv und in Verzierungen, welche ihm soleicht vorkamen, daß er die Figuren aufgab und sicheinzig auf diese Gattungen der Kunst legte, in wel-chen er in kurzer Zeit einen solchen Ruhm erlangte,daß alle Gcschichrsmaler sich bemühten, unter ihmzn arbeiten. Seine Erfindung, in dieser Arbeit Ver-guldungcn anzubringen, gefiel dem Prinz Ludovisi so wohl, daß er ihn nach Rom berief; er arbeiteteauch zu Modena und Parma . An diesem letzter» Ortmußte er von einer geringgeachteten Geschwulst aneinem Knie, die er sich durch cinenFall erholte, sie, den.Dieser Künstler hinterließ seine Zeichnungen dem An-gelus Michel Colonna, seinem Schüler, und seinHaus den Armen seines Kirchspiels. Er blühete umistoc». II. 157.