220
Errard.
welches die Taufe des Apostels Paulus vorstellt;man sieht noch einige Plafondgcmälde von seinerArbeit in den königl. Zimmern zu Fontainebleau .Errard gab die Zeichnung zu der Nonnenkirche, lesFilles de l'Affomption genannt. Er ward r 655 .Recwr der königl. Akademie zu Rom , wo er dieseStelle bis 1672. bekleidete. Aber 1677. mußte erin gleicher Verrichtung wieder dahin, wo ihm in-dessen seine Würde bey der Academie zu Paris auf-behalten wurde. Diese trug ihm auf, eine Vereini-gung der Academie von St. Luc mit der französischen zu veranstalten, wozu ihm i 683 . die königl. Patenteübcrsandt wurden; aber dieses Vorhaben kam nichtzu Stande, ungeachtet er verschiedene Male dieEhre hatte, dieser Academie als Director vorzuste-hen. Errard starb zu Rom 1689 83 . I. alt. Un-ter keiner Aufsicht ward zum Behufe seiner Unterge-benen eine Anatomie mit 56 Kupfertafeln und denErklärungen des berühmten pabstl. Leibarzts I. Ma-ria Lancisi gedruckt. Zu Rom copirte er viele Ge-mälde nach Litian für den König und den Marschallde Crequi, und brachte einige antike und moderneVasen in Kupfer, welche er der Königin Christin«zugeeignet. Dann verfertigte er viele Zeichnungennach Bildern von G. Reni und Hannibal Carraccio,die er durch F. Poilly, E. Rousselct, K. Audran,P Daret, R. Lochon, G. Tournier und M. Mou-zyn stechen ließ. Snerm x>. 14.
Errard (Gerard Leonhard), Bildhauer undMedailleur von Lütkich, arbeitete zu Paris unterJohann Darin. In 1670. ward er Mitglied derkönigl. Academie, und st. 1676. /e Oamte III. n 5 .— I. Errard, Kupferetzer, arbeitete nach AntonWaterloo u. s. f. Christ führt S. 267. sein Zeichenan. — Errard, ein deutscher Maler, lernte beyBartholomö Hopfer und dem jünger» MatthäusMerlan.
Errico (Theodor d'), Maler zu Neapel , wirdfür einen Schüler des Hieronymus Jmparato ange-geben und hatte ein vortreflichcs Talent, wie mansolches an einem Altarblatt in dem Oratorio St.Marcus wahrnimmt, welches die Darstellung derH. Maria im Tempel enthält. Man siehet wenigvon seiner Arbeit, weil er sich allzusehr in die Jagdverliebte, und in blühenden Jahren um i 63 u starb.Komeurcr II. 248.
Errebour. S. den Art. Abshoven.
Erre l (Sebastian), geschickter Bildhauer, vonwelchem man in der Domkirchc zu Magdeburg einige schöne Grabmäler findet. Uffenbach 1 .167.
* Ertlnger ( Franz), Kupferetzer von Wylin Schwaben oder in der Schweiz , gab neben vie-ler andrer Arbeit die Geschichte der alten Grafenvon Toulouse nach Zeichnungen von Nemond la Fageauf zehn Blattern samt dieses Künstlers Bildniß.Ferner zwölfkleine Stücke von Verwandlungen nachden vorwefiichen Miniaturgemälden Joseph Wer-ners, bey welchem auch desselben Bildniß auf demTitelblatt zu sehen ist. Diese etzte er zu Rom . Um1680 arbeitete er in Paris . Die beßten Blätterin la Fagc's Werke hat er in einer leichten nnd denOriginalen gleichkommenden Manier geliefert. Auchkennt man von ihm Blätter nach N. Pouffin, F.van der Meulen, das Cabinet der Klosterbibliothekvon St. Genevicve in 46. Tafeln u s. w. Erringerlebte noch 1702. Er wird von Papillon auch un-ter die Formschneider gezählt.
Ertvelr (Andreas van). S. Artvelt.
Errvlng v. Sternbach. S. Sreinbach.
E« (Jacob van), Maler von Antwerpen , er-warb sich einen großen Namen durch seine Gemäldevon Fischen, Vögeln und aller Gattung Früchten.
* Er stellte selbige so natürlich vor, daß sie öfters dasAuge täuschen. Niemand konnte Muscheln, Krebseund Fische besser malen als er. Seine Früchte sindvortreflich, seine Blumen leicht, durchsichtig undvon schöner Färbung In seinenen Trauben siehtman die Kernen durchscheinen. Dieses Alles macht
Espinosa.
seine Arbeit höchst schätzbar. Dieser Künstler lebteum 1620. I. 267.
Escalanee (Joh. Anton), Maler von Cor-dua, lernte bey Franz Ricci. Er näherte sich in sei-ner Arbeit den Manieren Tintorets, Paul Veronese's und Titians. Seine Bilder sind wegen der schönenComposition, der guten Auswahl seiner Gegen-stände, der vielfältigen Veränderungen und des an-genehmen Colorits berühmt. Man sieht viele der-selben in den Kirchen zu Madrid . Escalanre starbum 1670. ungefähr -jo. I. alt. r/ch.
Esclav 0 n (Frater Sebastian). S. den Art.Bernhardin Ferando.
Escot (Peter de l'). S- Lescot.
Escricheus, Eskricheus od. Eskri-chius (Peter), Formschneider, von welchem maneine i 566 . und 1668. zu Lyon gedruckte Bibel findet,l. 522 .
Esedins (I. C.), Landschaftsmaler, dessenArven in einigen berühmten Cabinetten gesehen wird.
Esengrenio (Philipp), einVenetianer, derum iboo. lebte. Er ward aus einem GoldschmiedMaler, und aus diesem Kunsthändler. Man kenntvon ihm: Erste Elemente der Symerrie, oderAbmessung der menschlichen und andrer Bör-per u. s. f. Rldolfi gedenkt seiner hin und wiederin seinem Malerduche.
* Espadron; Bentname von C. Srera.
Espagnoler; Beyname von I. Ribera.
Espajaree (Rodrigo). S. M- Rodrigo.
* Espanandel (Matthäus), Bildhauer zuParis , verfertigte viele Arbeit für die dasigen Kir-chen, ungeachtet er sich zu der calvinischcn Religionbekannte. Er schnitzte die Verzierungen des große»Saals in dem sogenannten Palais; auch sieht maneinige Statuen von seiner Hand in den königl. Gär-ten zu Versailles und Fontainebleau . Er st. 1689.72. I. alt. /e (o,rrte 111. 116.
* Esperling Joseph), geb. 1707.zuJngol-dingen, zwo Stunden von Biberach , lernte zu Rued-lingcn bey I. Georg Weegscheider. Er begab sich173-. nach Rom , wo er in des Franz TrevisaniSchul studirte und sich dessen Unterweisung so wohlzu Nutze machte, daß er, gleich ihm, in allen Thei-len der Kunst geübt wurde. Esperling war einrichtiger Zeichner; er malte Geschichte, Bildnisse,Architektur, Thiere u. s. w. inOelundFresco. Erarbeitete lange Zeit zu Basel , und von ihm sieht manein Paar Alkarblatter in der Hauptkirche zu Solo-thurn. Sein Cviorit ist zwar gemeiniglich sehr gutund angenehm; aber in der Carnation feiner männ-lichen Figuren verfiel er öfters ins Braunrothe, wel-ches ihm noch vom Frescomalen ankleben mochte.Dieser Künstler starb um 1776. ^c.
* Espine (de >'), Baumeister zu Paris , war1699. Mitglied der königl. Academie von der zweytenOrdnung.
* Esprngola (Franz), Bildhauer von Join-ville, arbeitete zu Paris , wo man in der Minoriter-kirche an dem Grabmale Eduards von Colbert, Mar-quis von Villacerf, das Wappen samt zwey Ein-hörnern als Schildhalkern, in der Nonnenkirchedes H. Sacraments einige Engel welche den Taber-nakel unterstützen, und in der Jnvalidenkirche einBasrelief, worin der Pabst dem H. Ludwig undseinen Kindern den Segen ertheilt, alles von derHand dieses Künstlers verfertigt findet. Er arbei-tete auch für die königl. Gärten zu Versailles undzu Marly, und st. i7«5. Aice.
Espinosa (Hiacynth Hieronymus d'), Malervon Valentin, lernte bey Franz Ribalka. Er warein berühmter Coloriste, und stark in Licht und Schat-ten. Espmosa arbeitete Vieles für öffentliche undPrivatgebaude seines Vaterlands, vornehmlich inder Pfarrkirche St. StephanuS und in dem KlosterMerced, und starb in hohem Alter um 16L0.
/arco 169.