Z7<r Leyde.
Künstler bedeut«/ kann nicht eigentlich bestimmtwerden.
* Leyde (Lucas van), ward in dieser Stadt
iHgi-geboren. Er lernte bey seinem Vater HugoJacobs, einem geschickten Maler, und bey Corne-lius Engelbrecht. Alle Gattungen der Malerey wa-ren ihm bekannt. Er malte auf Glas, auch in Was-ser- und Oelfarbe. Schon in seinem Zwölften malteer Bildnisse und Landschaften mit vieler Geschick-lichkeit. In seinem Fünfzehnten fieng er bereits an,in Kupfer zu stechen, und gab sehr schöne Stücke indieser Art. Seine Gemälde sind mit einem leichtenPinsel, zugleich aber mit großem Fleiß ausgearbei-tet. Seine historischen Tafeln sind von guter Zu-sammensetzung, bey welcher er alle Verwirrunggeschickt zu vermeiden wußte, und die Regeln dieserKunst gründlich verstand; ein Gleiches kann manauch von seinem Colorik sagen. In seinem Drey-unddreyßigsten that er eine Reise durch Flandern und Holland , auf welcher er alle berühmte Künstlerbesuchte, nndaufseine Unkosten prächtig bewirthete:Allein diese Reise schlug so unglücklich für ihn aus,daß er von dieser Zeit an in eine lang anhaltendeund auszehrende Krankheit (die man einer Vergif-tung zuschrieb) verfiel, woran er sein Leben i 533 .endigte. Seine eigne Arbeit als Stecher besteht in160. mit dem Grabstichel verfertigten und sechs ge-etzten Kupferplatten, auch ungefähr in 28. Holz-schnitten, worunter einige in Helldunkel gearbeitetsind, welche sowohl als seine Gemälde und Hand-risse von verschiedenen Künstlern nachgestochen wur-den, und sämtlich auf (,70 Stücke geschätzt werden.Die Blatter dieses Künstlers wurden schon Anfangssehr theuer verkauft, und ihr Preis stieg nachherstets höher. Ein schwedischer Gesandter bezahlte dasBlatt, welches unter dem Namen Spiegel bekanntist, mit 20U. Thalern. Xembrand kaufte oj Stückevon Lucas um 700. Thaler. Diese Stiche, die vontoo8. bis i 53 o. datirt sind, werden heut zu Tagenoch mehr gesucht als seine Gemälde. Marierrebesaß sie in 2Z0. Stücken, die für 2141. Livres ver-kauft wurden. Christ führt sein Monogramm S.280. an. I. -ch.
* Lepgebeu (Gottfried), geb. zu Freystadt inSchlesien tk> 3 <>. lernte bey Erasmus Lutcr. Er be-saß das Geheimniß, das Eisen so geschmeidig zuzu-richten, daß er daraus Etatücn Brustbilder, Thiereu s- f. so sauber und reinlich verfertigen konnte, alswaren sie aus Wachs formkrt; daher seine Arbeit inEngland, Deutschland , und wo man ihrer habhaftwerden konnte, sehr bewundert wurde. Er hielt sichmeist zu Nürnberg und zu Berlin auf, und starb indieser letzter» Stadt i 683 . — Seine vier Söhne,die theils ihres Vaters, theils andere Künste übten,waren * Lalrhasar Gottfried, und * JohannChristoph, die ib8c>. jung starben; * Ferdinand,ein Baumeister; und * Paul Carl, geb. zu Nürn-berg 166-j. Dieser erhielt den Ruhm eines geschick-ten Pferde-, Feldschlachten- und Iagdenmalcrs.Man sieht von seiner Arbeit in den Schlössern Pots-dam und Dessau . Er fertigte viele Bildnisse, Jag-den u. s. f., in welchen die Figuren von Anton Pes-»e gemalt sind. Leygeben lebte noch 17Z0. undstarb als Professor der Künstleracademie zu Berlin .— Er hat einen * Sohn hinterlassen, der auch Pro-fessor der Academie war, sich aber mehr aufs Zeich-nen und auf den Unterricht der Jugend als aussMalen legte. Dieser st. 1706. Nachrichten vonKünstlern l. 62. und Doppelmayc.
Leykmann (Johann), S. rN. Gchoen.
Leyiner (L.), geschickter niederländischer Ta-pezierer, von welchem man in dem Saale der Stän-de auf dem Rathhaufe zu Brüssel drey gewirkte Ta-veten nach V. H. Jansscns Gemälden verfertigtfindet. Sie stellen die Huldigung Kaiser Carl V.seine Abdankung, und den Einzug Philipp deö Gü-tigen vor. cie
Leyseberen. S. Lisiberreu.
Leyssens. S. Ls'ssens.
Liberi,
*Lianns (Philipp de), genannt LJapolitano,von Madrid gebürtig, lernte bey Alonso Sanche;Eoello, und ward für einen der beßken Bildnißmalerin Miniatur gehalten. Der gute Geschmack, den erin allen seinen Werken zeigte, hat ihm den Beyna-men des kleinen Titians erworben. Er st. 1625. ineinem Alter von ungefähr 5 o. Jahren. Man hatvon ihm sechs kleine sehr schön gcetzte Kupferstichevon Soldaten in verschiedenen Stellungen, mit derInschrift: Deocior Ktch/10 cks Linons, bkap. inv.et kec. Einige halten ihn für den Philipp d'An-geli. Le/arco 5 g.
* Lianori (Peter Johann), genannt pauli,
Maler von Bologna , lernte bey Lippo Dalniasto.Er malte in dem Saale des Salzzollhauses dasBildniß der Hi Maria mit vier andern Heiligen; inder Halle des Theaters Guastavillani sieht man einfast gleiches Bild von seiner Hand. Er blühcte umi^io. 3 i.
* Liart (Matthäus), ein junger Kupferstecher,arbeitete zu London um 1706. Man hat von ihm dieAufopferung Jsaacs nach Andreas Sacchi; Cephä.lus und Procris nach B. West u. s. f. L«5a,r 8uxpl.
Liberal (Georg), und M- LvolfgangMeyerpeck aus Meisten, Maler und Formschnei-der, zeichneten und schnitten die Thiere und Pflan-zen zu den Auslegungen des Matthiolus über denDioscoridcs, in Holz. Sie machten davon drey ver-schiedene Grüßen, die sich nach den deutschen , höh-mischen und lateinischen Ausgaben n'chteteten. Dieschönste Ausgabe dieses Buchs ist die lateinische,welche r 565 . zu Venedig in Folio erschien. Laxi//»,,I. 227.
* Liberale, geb. zu Verona i 45 i., lernte beyDincenz da Stesano und bey Jacob Bellini, dessenManier er jederzeit folgte. Wen» er im Kleinen ar-beitete, wandte er solchen Fleiß an, als ob es Mi-niatur wäre; dieses gefiel den Pabsten und Bischö-fen so wohl, daß er viele Chorbücher und geistlicheHistorien für sie malen mußte, die ihm sehr gut be-zahlt wurden. Er st. i 536 . Liberale verdient beson-deres Lob, weil er der erste war, der die Malerey inseinem Vaterlande in Flor gebracht. LoLLo biv.iv.
* — — (Genesius), lernte bey Pellegrin daSt. Daniela. Er malte aller Gattungen Fische sehrwohl, und arbeitete mit großem Ruhm um i 56 o. andem Hofe des Erzherzogs Ferdinands zu Jnspcugg.
I. 5 .
Liberechts (Marcel). S. Albrechts.
* Libergier (Jacob', geschickterBaumeisterin Frankreich ; fieng um >229. an, die Kirche Et.Nicasius zu Rheims wieder neu aufzubauen. Er st.1263., und ward bey dem Eingang in dieser Kirchebegraben, wo man sein Bildniß samt der Grabschristfindet. Le/rüie» IIl. 227.
* Liberi (Peter), Maler von Padua , studictezu Rom nach den Werken Raphaels, zu Parmanach Correggio und Mazzoli, und zu Venedig nachTitian und Tintoret. Er ward, durch eine geschickteZusammenschmelzung der Manieren dieser großenKünstler, ein wohlgegründeter und geistreicher Ma-ler. Seine schönsten Werke sind zu Venedig und invielen umliegenden Städten zu sehen. In den Rit-tersiand erhoben, starb er 1677. 77.1. alt. Liberimalte fast keine Geschichte, sondern meist Fabeln undsehr viele Hieroglyphen, die aber niemand als crallein verstand. Sein Coiorit ist öfters röthlich, unddie Carnation der Frauensbilder grau, aber sehrwahr und natürlich. Man sieht i» der Kirche Ct.Maria maggiore, Moses , der den Felsen schlägt;ein schönes Stück, woran aber die Zeichnung un-richtig ist. Die Tradition sagt, daß Liberi ein heim-licher Jude gewesen, und seinen Glauben auf demSterbebett eröffnet habe. Zanerti giebt übrigensdiesem Künstler ein sehr großes Lob Die Kupfer-stecher I. Barone, M. Boschini, D- Rossetti, I.Meint u. s f. haben nach ihm gearbeitet. — SeinSohn * Marcus malte ziemlich gute große histo