388 Lyonet.
*Lyonee (Peter), geb. zuMastrlchtiM., stu-dicke zu Leyden die Gottesgelehrtheit, und zeigte inwährender Zeit eine solche Neigung und Talente fürdie Zeichenkunst, daß er ohne Anleitung mit demFedermesser ein Basreliefin Palmenholz schnitt, unddarin Apollo mit den neun Musen vorstellte; diesesStück verdiente die Bewunderung des Ritters vanMoor , der ihm seine fernere Anleitung zur Zeichenskunst anbot, die Lyonet mit Dank annahm, undsich fleißig in derselben übte. Nach einiger Zeit, dieer mit vielem Eifer auf die Rechtslehre verwandte,bekam er Lust, die Beschaffenheit und vielfältigenVeränderungen der Insekten zu untersuchen, sie mitgrößtem Fleiß und Genauheit nachzuzeichnen, aucheinige davon selbst in Kupfer zu etzen, und mit An-merkungen zu erläutern; dieses bewog die königl.Gesellschaft der Wissenschaften zu London , 174s. ihnzu ihrem Mitqliede zu ernennen. Er war auch Sach-walter des Justizhofes von Holland , Dollmetscher,Pakentenmeister und Ausleger der an die General-staaten in Zirfern geschriebn«; Briefe, 600/H. 3 Zc>.
* Lys (Johann), genannt pan, geb. zu Olden-burg um 1670, lernte bey Heinrich Golzius, verließaber seine Manier zu Rom . Er malte auf kleine Ta-feln Tänze, Hochzeiten, bäurische Schlägeceyen,Schenken u. s. f., zuweilen auch geistliche Geschich-ten. Lys dachte seinen Compositionen lange Zeitnach; wenn er aber seine Gedanken einmal festgesetzthatte, arbeitete er Tag und Nacht ununterbrochen,bis er sein Werk zu Ende gebracht hatte. SeineZeichnung ist zuweilen sehr schön, die Färbung alle-zeit kräftig , sein Pinsel markigt, und seine Erfin-dungen geistreich. Ein H. Hieronymus, den er fürdie Kirche St. Nikolaus de Tolentino zu Venedig gemalt hatte, ist von einem röthlichten und gema-nierirlen Colorit; übrigens ist dieses Gemald ineiner zierlichen und großen Manier mit schönem Pin-sel und vielem Geschmack ausgearbeitet. P. Monacohat ein Blatt nach demselben, so wie Lys nach Ru-bens eine Alte am Nachttische gestochen. Er st. zuVenedig 1629. Oercamxn I. 26Z.
— — (Johann van der), geb. zu Breda umikoo. kam in seinen Gemälden der Manier seinesLehrmeisters Cornelius Poelemburg sehr nahe, aus-ser, daß die seinige mehr ins Harte fällt Man mußein guter Kenner seyn, um ihre Gemälde zu unter,scheiden. II. 61.
Lysias, antiker Bildhauer, verfertigte einenvierspännigen Wagen mit den Bildern des Apollound der Diana, die so hoch geschätzt wurden, daßder Kaiser August dieselben in einen Tempel, den erseinem Vater Octavius zu Ehren aufgerichtet, setzenließ. />/-»-«; 1 .. XXXVI. c. 5 .
* Lysippus, Bildhauer von Sycion und Zeit-genosse Alexander des Großen, blühte in der 114.Olympias. Er übte anfangs das Schlosserhand-werk; aber auf des Malers Eupompus Einrathenlenkte er sich zur Malerey, die er aber bald verließ,und sich dem Bildhauen wiedmete, worin es ihmvorlrcflich glückte. Ihm und dem Apelles war alleinerlaubt, diese» Helden in Gemälden und Statüen ab-zubilden. Lysippus verfertigte viele Bildnisse Ale-xanders nach seinen verschiedenen Altern; unter die-sen war eine Bildsäule von ganz besondrer Schönheit.Der Kaiser Nero schätzte dieselbe sehr hoch; weil sieaber nur von Er; war, ließ er sie vergolden, in derMeinung, daß dieses noch Vieles zu ihrer Schönheitbeytrage» sollte; allein durch diesen übel angebrach-ten Puz ward die Stalüe ganz verdorben, so daßman genöthigt wurde, das Gold davon wegzuneh-men. wodurch sie wegen der vielen Flecken undscharfen Feilenstriche, die dabey überblieben, über-mal Vieles von ihrer Vortreflichkeit verlieren mußte.Dieser Künstler arbeitete mit einer so erstaunenswür-digen Fertigkeit, daß man auf 600. Stücke von sei-ner Arbeit zählte. Er gab seinen Bildern mehrSchönheit und Anmuth, als man gewöhnlich in derNatur wahrnimmt, ohne sich gleichwohl von demWahrscheinlichen zu entfernen. Eine aus dem Bade
Maas.
steigende männliche Statüe von seiner Hand war eineder größten Zierden der öffentlichen Bäder des Agriprpa. Der Kaiser Tiberius ließ dies schöne Stückwegnehmen; aber das Volk regte sich dawider, undward dieser Fürst zu Verhütung eines Aufruhrs ge-nöthigt, dieselbe wieder an ihren vorigen Ort setzenzu lassen. Einer alten Inschrift an dem Fußgestelleines Herculs in dem Pallaste Pitti in Florenz zu-folge, schreibt man diese Statüe dem Lyfippus zu;allein Winkelmann in seinen: Illcmumenti etc.'I'rattsto praeliminsre p. 76. schließt aus dem Mit-telmäßigen der Kunst, die gar nicht mit dem Ruhmedieses Bildhauers übereinkömmt, diese Inschriftsey erdichtet. I-acombe. — Ein andrer Lyfippus,Schmelzmaler aus der Insel Aegina , wird von Oli-nius (l^. XXXV. 0 . n.) angeführt.
* Lyslstrarus, des Lyfippus Bruder, Bild,Hauer, war der erste, der die Gesichter nach dem Le-ben abformte, und hernach in diese Formen Wachszu gießen pflegte. Unter den neuern Künstlern brachteAndreas del verocchio diese Arbeit wieder inSchwang. /Nun» I.. XXXIV. L. 8.
Lyson. S. den Art Barron.
Lyssens (Niclans), genannt lJußbrecher,weil er eine sehr große Nase hatte; ein guter Ge-schichksmaler von Antwerpen, studirte zu Rom . Diemeisten Gemälde, die Lyssens in seinem Vaterlandeverfertigte, bestanden in Bildern der Flora und Po-mona, die er durch Früchte- und Blumenmaler ge-hörig staffiren ließ. Er st 1710. 49 - I alt, und hin-terließ den Ruhm eines guten Künstlers und einestugendhaften Mannes III. 347.
Lysus, Bildhauer aus Macedonien, verfertigtedie Statüe des Crianius, eines Eleers. /'EmriarI.. VI.
M-
Maartz, vielleicht Maas (Johann). S. denArt. Joseph Doftfries, (eines Schülers.
Maas (Arnold van), geb. zu Gouda um 1620.lernte bey David Teniers , und war, wie dieser, eingetreuer Nachahmer der Natur. Bauerngesellschafrten, Dorfhochzeiten u. s. f. sind die öftersten Gegen-stände seiner Gemälde. Kaum war er von seinenReisen in Frankreich und Italien zurückgekommen,und wollte die Früchte seiner Studien genießen, sostarb er. Er etzte auch in Kupfer, eine Kunst, die ervon Regner Persyn erlernt hatte. DncamxL II. 281.
*— — (Conrad van der). S. den Art. Georgvan Schooren, seines Schülers.
— — oder Maes (Gottfried), geb. zu Ant-werpen um i66c>., lernte bey seinem Vater, der aberunbekannt ist. Der Sohn studirte nach den beßtenGemälden, die er in Kirchen und Kabinetten fand;vornehmlich aber nach der Natur. Er malte vieleModelle, die zu Brüssel in Tapeten nachgemachtwurden, unter denen besonders die vier Theile derWelt, wegen ihren volkreichen Compositionen, schö-ner Zeichnung und Färbung, auch natürlichen Aus-drücken, gerühmt und des Rubens Arbeit gleich ge-achtet wurden. Ueberdas arbeitete er auch für vieleKirchen, Palläste und fremde Liebhaber. Man be-merkt in seinen Gemälden die Manieren deS Petersvon Cortonna und Niclans Poußin. Seine Köpftsind wohl geziert, und das Costum gut darin beob-achtet ; die Gründe sind mit Architektur, oder Land-schaften und Ruinen versehen. Seine Zeichnung istohne Manier; die Gewänder sind wohl gefaltet undganz ungekünstelt; seine Färbung ist vortreflich, undalles in seinen Werken voll Bewegung; er führteeinen festen und leichten Pinsel. Maas ist ein guterKünstler der Antwerpischen Schule, von welcher er1682. Director wurde, wepermann führt ihnC?. III. p. 280.) ohne Taufnamen an.
IV. 17.
— — (Johann), Maler von Brügge , von wel-chem man verschiedene ziemlich gute Gemälde in