Band 
Erster Theil.
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415
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Mazza.

wie man aus dem Ganymedes in dem Hause Eo-sanza und aus verschiedenen andern Werken diesesKünstlers, die in den Kirchen zu Venedig gesehenwerden, schließen kann. Er starb aber in der Blütheseiner Jahre. S. den Art. Lonifacius Bembi.Kr'äoH? I. 203.

* Mazza (Joseph), des Tamillus Sohn;siudirte die Werke der Carracci in der Schule desDom. Mar. Canuki, und die Malerey bey Loren;Pasinelli. Indessen legte er sich doch auf die Bild-hauerkunst, und arbeitete in Holz, gebackner Erdeund Marmor, worin er eine fast unzählige Mengetreflicher Werke verfertigte, in welchen man eineungemeine Anmuth und Zärtlichkeit, zierliche Mie-nen und verständige Erfindungen bemerkt. Er ar-beitete in seinem Vaterland, und in vielen andernStädten in Italien . Mazza lebte noch t? 5 g.87 I. alt. Gegen das Ende seines Lebens warder genöthigt, seinen Unterhalt zu betteln. DerFürst von Lichtenstein besitzt verschiedene Stückevon dieses Meisters Arbeit. Man hat eine Samm-lung von Lobgedichten zusammengedruckt bey An-laß einer Geburt Christi, die nach seinem Modellein der Giesserey zu Venedig 170h. in Erzt gegos-sen wurde. L. Matioli hat nach ihm geetzt.

L 7 em. II. 2.

(Michel), malte 1716. die Schaubühnezu Bologna , la Porchetta genannt. ilft/Lüra pit-trice ill. LÜ5.

* Mazza nti (Ritter Ludwig), Maler vonOrvieto , lebte im XVHI. Jahrhundert. Er ver-fertigte historische Bilder für die Kirchen zu Rom ,zu Cortona , u. s. f. T'rtr.

* Mazzaroppr (Marc), ein arbeitsamerMaler von St. Germano, studiite zu Rom , invielen Städten Italiens, und in Flandern . Erverdient unter die größten neapolitanischen Künst-ler gezählt zu werden. Eines seiner Bilder, wel-ches in der Kapuzinerkirche seiner Eftburlsstadtgesehen wird, ward von Franz Solimena sehr hochgehalten. Er st. itzso. DvE-rirr il. 166.

Mazzettl (Carpoforo), genannt Tenchala,geb. zu Bissone in der italienisch - 'chweizerischenLandvogkey Lauis; erlangte zu Venedig einen sehrberühmten Namen durch seine westlichen Werke inStucco . Er wird für des Abbondio Etazio Schü-ler gehalten, und arbeitete beständig in dessen Ge-sellschaft, übertraf ihn auch in der Kunst, da seineFiguren, besonders seine Genie», des Algardi undFlamingo Arbeit gleich geachtet werden Mansteht von diesen Künstlern sehr viele Arbeit i» derKirche der Jesuiten in den Pallästen Pisani, Sa«gredo, Altricci, u. s. f. auch in den Hauptkirchenzu lldine und Bassano . Mazzerri führte gemeldten Beynanien von Tarpoforo Tenchala, derseine Familie zu Erben einsetzte. Er starb um 17b».und hinterließ einen Nefen und Schüler gleichenNamens und Geschlechts, der 1770- »och in sei-nem Vaterland lebte. Füßli IV. 108.

(Peter), geb. zu Rovio in der Land-vogtey Lauis 166Z. ward ein geschickter Bildhauer,dessen meiste Werke zu Turin, Genua und Ber-gamo zu sehen sind. Man hat von ihm einen ge-schundenen St. Bartholomaus, von welchem Ken-ner sagen: Es sey eines der beßten Stücke in derBildhauerkunst. Mazzerrist. 1744 Füßli III. 8 Z.

Mazzi (Joh. Baptist), Maler von Perugia ,verfertigte in den Kirchen seiner Geburtsstadt vieleal Fresco's. Er starb daselbst 1691. 7 t I- alt.^arco/r p. 213.

Mazzierl (Anton di Donino), Maler zuFlorenz, lernte bey Francia Bigio , und war eingroßer Zeichner, auch geschickter Pferde - und Land-schaftsmaler. In dem Kloster St. Augustin ausdem Berge Sansovino malte Mazzieri einige Ge-schichten des allen Testaments, welche sehr gelobtwurden. Er arbeitete auch in einer Capelle derbischöflichen Kirche zu Arezzo ; aber diese Bilder

Mazzoli. 4 rZ

find fast gänzlich zu Grunde gegangen. Er lebte

UM lÜZo» II. ZiZ.

Mazzingo. E. den Art. A Pollajuolo.

Mazzocchi; Familiename von p. Uccello.

Mazzoli (Augustin, Bartholome und Dio-nyfius). S. Joseph Mazzoli.

* (Franz), genannt parmeggianooder Parmesan, lernte bey seinen Oheimen, zweygemeinen Malern; aber die Natur überwand dieKunst. In seinem Sechzehnten malte Parmesandie Taufe Christi für die Kirche S Nunziata, undvor seinem Zwanzigsten hatte er schon die Gemäldezu Viadana und einige andre in seinem Vaterlandverfertigt, die mehr einen erfahrnen Künstler, alseinen Jüngling anzeigen. Zu Rom wa<d er vonPabst Clemens Vll. sehr gnädig empfangen, undbey verschiedenen Werken mit gutem Erfolge ge-braucht; aber diese Arbeit wurde durch die Plünde-rung von Rom unterbrochen. Er kam darauf nachBologna und harte daselbst das Unglück, daß An-ton da Trcnto mit seinen Zeichnungen und Kupfer-stichen durchging. Endlich ging er nach Parma ,wo man ihm das Gewölb der Kirche St Mariadella Steccata zu malen auftrug; er verließ aberdiese Arbeit, und ward von den Borst Hern dieserKirche wegen vorausbezahlten Geldern gerichtlichangefochten, daher er sich nach Casal maggioreflüchten mußte, wo er 4 o. 36 alt vor Unmuthstarb, und in der Kirche la Fo.ttana begrabenwurde. Man schreibt sein Unglück und seinen früh-zeitigen Tod gewöhnlich einer unordentlichen Nei-gung zur Alchymie zu, welches aber von Dolcefür eine Derläumduog gehalten wird. Ow Ma-nier dieses Künstlers ist anmuthig; seine Figurenfind leicht und reihend, die Stellungen ftkr ver-schieden; nichts ist angenehmer als die Gestaltenseiner Köpft. Die Gewänder sind von wunder-barer Leichtigkeit, und sein Pinsel ist zart und ein-nehmend. In Marienbildern und Kindern bestandseine meiste Kunst; auch hat er die Landschaft vor-treflich gemalt, wogegen man eine genügsameKraft in seinen Bildern überhaupt starke Aus-drücke der Leidenschaften, und eine getreue Nach-ahmung der Natur vermißt. In seinen vornehm-sten Werken hat er des Corrcgio Manier nach-geahmt, neben dem er aber in der Starke des Co-lorits weit zurückbleibt. Parmesan etzte einigevon seinen Zeichnungen, und die w.nigen Blätter,die man in dieser Art von ihm hat, erwecken beyden Liebhabern den Wunsch, daß er Mehren ) da-rin gearbeitet hätte; denn man kennt nichts soGeistreiches und Reihendes. Man hat auch vieleStücke von seiner Erfindung mit Licht und Schat-ten in Holz geschnitten; er hatte aber bloß dieAufsicht über diese von andern verfertigte Arbeit.Diese Gattung Abdrücke sind nicht weniger kostbar,als seine selbst radirten Blätter. Sein ganzes Werkwird auf mehr als 5 oo Stücke gerechnet. Tbristführt sein Monogramm S. 182. und ^02. an.Ein andrer Franz Mazzoli, des vor beschriebe-nen Sohnssohn, war ein geschickter Bildhauer.Er verfertigte 1684. den Haupkalrar der Cathe-dralkirche zu Cvrtona S. auch den Art. JosephMazzoli.

* (Hannibal). S. den Art. JosephMazzoli.

* (Hieronymus), Franz ParmesansVetter und Schüler; brach;' es unrer seiner An-führung so weit, daß er seines Lehrmeisters hin-terlassene Gemälde in der Kirche della Steccatazu Parma vollends ausarbeiten und andere auseigner Erfindung verfertigen konnte Er st. rüjs.M Auberr har nach einem seiner Gemälde in derchurfürstl. Galten« zu Tresden einen knienden H.Georgius gestochen. S den An. HieronymusScagliola. /^»ari lll. 2Z7.

(Jvh. Anton). S. den Art. JosephMazzoli.