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Erster Theil.
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456
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456 Muzio.

gehalten. Pabst Gregor XIII . setzte ihn zum Obersaufseher der Arbeiten in der Gregorianischen Kapelle,und trug ihm auf, die Cartons zu der dasigen Mussivarbeit zu verfertigen, woran er selbst einige Köpfeausarbeitete. Er malt« für die St. Peterskirchedas Altarblatt des H. Hieronymus, der mit einigenEinsiedlern in einer sehr schönen Landschaft daraufabgebildet ist; arbeitete auch in dem vaticanischenPallast und in vielen Kirchen dieser Hauptstadt. DieAkademie St. Lucas zu Rom hat ihm ihre Einrich-tung, die er bey dem Pabst ausgewirkt hatte, nebsteinem reichen Vermächtnisse von seinem eigenen Ver-mögen , zu danken; er ward derselben Vorsteher,st. 1690. und erhielt in der Kirche St. Maria mag-giore sein Begräbnkß. Muzian hatte einen großenGeschmack in der Zeichnung; ergab seinen Köpfenguten Ausdruck und arbeitete seine Gemälde mitvielem Fleiß aus. Man erkennt aus seinem Colosrit, daß er nach Titian studirt habe. Er malte Allesnach der Natur und verfertigte die Landschaftennach der niederländischen Manier, die hierin deritalienischen vorzuziehen ist; in denselben gewahrtman, daß er den Kastanienbaum allen andern vorszog, weil, nach seiner Meinung, dieser in seinenAesten vorzüglich etwas Malerisches hat. Man hatetwa dreyßig Stiche nach ihm, worunter sieben Land-schaften von Cornelius Cork sehr geschätzt sind.

Muzio (Anton), venetianischer Maler, folgtedes Jacob Palma und Pauls Franceschi Manieren,wie man dieses aus dem Altarblatt St. Petrus vonAlcantara in der Kirche St. Josephus zu Brescia sehen kann.

* My (Hieronymus van der), geb. zu Leyden1687. lernte bey Wilhelm Mieris. Man sieht indem neuen Saale des akademischen Raths bey 20.Bildnisse der dasigen Professoren, und in einemSaale des Waysenhauses diejenigen der Vorsteherauf einer Tafel von seiner Hand. Er malte auchsowohl antike als moderne Cabinetstücke. DieserKünstler arbeitete beständig in seiner Geburtsstadtund besaß eine schöne Sammlung von Kupferstichen,die ihm bey müßigen Stunden zu einem angenehmenZeitvertrieb dienten. E. den Art. Philipp van derMap- van 600/ II. 129. I. Houbracken hateinigeBildnisse nach einemp.van derMy gestochen.

Myagrus, ein Phoceer. S. den Art. Arisstomenes.

* Mycon, Maler zu Athen , führte mit Pos

lygnotus die gelbe Farbe ein; beyde blüheten vordes Apelles Zeiten. Mycon arbeitete in vielen Tem-peln u. a. öffentlichen Gebäuden seiner Geburts-stadr, ließ sich aber für seine Arbeit bezahlen, dahingegen polygnorue ohne Lohn arbeitete und des-wegen höher gehalten wurde als jener. Unter seinenWerken wird vornehmlich einer Amazonenschlachtgedacht, in welcher er vielen Fleiß auf die Pferdeverwendete. S. den Art. Arimna. 1 ^.

XXXIII. 0 . iZ. Ein anderer Mycon, der,zum Unterschied des vorigen, der jüngere genanntwird, war ebenfalls Maler, und unterwies in die-ser Kunst seine Tochter Timarere. * Einer vonobigen beyden übte auch die Bildhauerkunst undverfertigte die Statüe des Callias. h.

XXXV. c. g.

Bildhauer zu Syracusa , blühete in der87. Olympiade. Er verfertigte zwo Statüen desKönigs Hteron, eine zu Fuß, die andere zu Pferde,welche von Hierons Söhnen der Stadt Olympiasgeschenkt wurden. Mycon war auch in Vorstel-lung der Kämpfer berühmt. /'/iH I. XXXI V. L. 8.

* antiker Edelsteinschneider, der von

Scosch N°. 42. angeführt wird. Diese Gemmestellt den Kopf eines alten Mannes vor, den er inProfil auf einen Jaspis schnitt.

Mydon. S. den Art. Aristobuius.

Myldorfer (Joseph). S. den Art. A'gen.

* Mplius (C-H.), Sohn eines Predigers

Myrmecides.

von Kloeden in dem Churfürstenthum Sachsen,lernte bey Paul Christian Zinck, für den er eine sozärtliche und tugendhafte Zuneigung trug, daß Ha-gedorn davon eine sehr rührende Beschreibungmacht. Er hatte übrigens gute Anlagen zur Kunst,starb aber allzujung in der Belagerung von Leipzig .N. Bibl. schöner wissensch. XI. 349.

Mylius (Joh. Sebastian), künstlicher Goldarsbester, war in Verfertigung des Schmuckes vonEdelsteinen berühmt. Er arbeitete zu Augspurg undstarb daselbst 1727.70. 1 . alt. von Sterten Br. IX.

* Mplne (Robert), ein Engländer, bautezu London in dem Kirchspiele St. Anna eine Brückeüber die Themse , die auf die Vorstadt Southwarkzugeht, worzu in 1760. der erste Grundstein gelegtwurde. Sie wird für ein Meisterstück der Baukunstund die prächtigste und dauerhafteste in allen vierTheilen der Welt gehalten. Deutsch . Mus. 1776.S. 634 -

* Myn (Hermann van der), geb. zu Amster-dam 1684. lernte bey Ernst Stuven und malte an-fänglich Früchte und Blumen, von denen man einigtin der churfürstl. Galerie zu Düsseldorf findet; her-nach begab er sich auf das Bildnisse s und Geschich-temalen und arbeitete einige Zeit an dem churpfälszischen Hofe. Er war schon in seinem Zwanzigstenin den schwersten Theilen der Kunst erfahren undzeichnete damals bereits das Nackte und Bildnisseim Großen und Kleinen richtig und fest. Alles, waser in seiner Kunst unternahm,^ hatte einen glück-lichen Fortgang, weil er sich äußerst befliß, seineWerke mit reifer Ueberlegung zu behandeln; dahersie auch in allen Theilen so treflich sind, daß mandie Geschicklichkeit dieses Künstlers höchstens be-wundern muß. Die Landschaften und andere Bey-werke seiner historischen Bilder sind mit großem Fleißausgearbeitet, van der Myn wohnte einige Zeitzu Antwerpen, gieng aber von da nach London , woer viele Arbeit in Bildnissen verfertigte. Einige da-von malte er in Lebensgröße und von ganzer Sta-tur ; für ein solches zahlte ihm der Herzog von Chan-dos hon. Pf. Sterling. Er gewann mit seiner lref-lichen Arbeit große Summen, die er auch mit ver-schwenderischer Hand wieder durchbrach«, unddurch seinen Tod, der 1741. erfolgte, feine Kinderin betrübten Umstanden hinterließ. Diese waren:I. * Gerard, geb. 1706. ein geschickter Hisiorien-und Bildniffemaler, der in England arbeitete. Ar-dell, Houston, Wilson, Purcell u. s. w. haben nachihm gearbeitet. * 2. Lornelia, geb. 1710. einekunstreiche Bildnisses und Blumenmaler!» zu Lon-don , wo sie viele Arbeit zu verfertigen hatte.3 . Andreas, geb. 1714. malte zu London Bildnisse,und arbeitete sehr wohl in Schwarzkunsi. 4.

* Franz, geb. 1719. übertraf nich t allein seine Bru-der, sondern auch in einigen Theilen der Kunst denVater selbst, besonders in der Zärtlichkeit und Lieb-lichkeit der Fleischfarben; die Stoffe seiner Gewän-der sind natürlich und in schöne Falten gelegt. SeineWerke sind durchgehends verständig und meisterhaftbehandelt. Er arbeitete zu Amsterdam , wo er sehrviele Bildnisse für die vornehmsten Familien dieserStadt malte. Man steht auch einige Cabinet- be-sonders Madonnenbilder von seiner Hand. 5 .

* Robert, geb 1724. malte zu London Landschaf-ten und Blumen. 6. Georg, geb. 172h. maltezu London Bildnisse und Cabinetstücke in Wateau'sManier, va» 600/ II. 34. u. 3 sr.

Mynde ( ), englischer Kupferstecher, ver-

fertigte 5 o Platten nach des Camillus Paderni Zeich-nung für G Turnbulls Abhandlung von der antikenMalerey, die 1740. in Folio zu London erschien.

Mynsheeren; Deyname von Lucas undJohann Heere.

* Myricinus (Peter), Kupferstecher, ar-beitete nach Lambert Suterman u. s. f. Lhrist führtsein Monogramm S- 299. u 302. an.

* Myrmecides von Mileto , ein Bild-schnitzler, verfertigte so kleine Figuren, daß man

K.