464 Natale.
Marale (Flaminius), geschickter Siegelgra-ber in Edelsteine; starb zu Rom 1596. 55 . I. alt,und ward in der Kirche St. Pietro in Montoriobegraben. Man vermuthet, er sey von Lüttich ge-bürtig , und ein Anverwandter des folgenden Mstchel tJatalis gewesen, dessen Vater ein Zeitgenoßdieses Flaminius und Münzgeprägeschneider inDiensten des Churfürsten von Cölln und Bischofsvon Lüttich war. p. 5 i.
* rJatali (Carl), Maler von Cremona , lerntebey Andreas Mainardi. Man sieht von diesemgeschickten Künstler viele Frescogemälde in denStädten Cremona und Mailand . Er st. 268Z. 94.I. alt. — Sein Sohn, Johann Baptist , malte1667. eine Geschichte für die Kirche St. Domini-cus zu Cremona .
* — — (Franz oder Joseph), Frescomalervon Cremoma, arbeitete um den Anfang des XVII.Jahrhunderts zu Brescia in der alten Domkirche
* — — (Joh. Baptist) von Cremona , lernteSie Zeichenkunst bey den Caracci zu Bologna . Erschnitzte und schnitt schöne Arbeit in Holz, und lebteum ition. Ma/vana I. 582. — Ein andrer *Joh.Baptist rJatali, genannt piacenrino, machtesich durch Perspectiv - und Architecturmalerey be-rühmt. Er zeichnete die Alterthümer zu Pozzuolo,Baja, Cuma u. s. f. die zu Neapel auf 45 . großenPlatten gestochen, um iM. erschienen. Eine da-von ist von Alexander di Andrea geetzt. zJaralistarb einige Zeit vorher in hohem Alter. Er hatdie Kirche drlla Nunziata zu Savona auf frischenKalk gemalt. — Ein dritter I. B. Narali, Bau-meister zu Bologna um 264h. wird von Temanza in des Aalladio Leben S. 5 ?. angeführt. — Einvierter I. Baptist Narali, s. Carl Narali. —Der Abt Titi gedenkt i» seiner Beschreibung derKirche St Faustino zu Rom noch eines rJarali,Malers von Crema, der auf einer Tafel die An-betung der Weisen vorgestellt hat.
* — — (Joseph, Peter, Franz und Lorenz),vier Bruder, Architecmrmaler von Casal maggiore,arbeiteten in den Kirchen zu Novara, Codogno ,Cremona , Soncino u. s. f.
tJaraliiio. S. tJadalino.
»Naralis (Michel), geschickter Kupferstechervon Lüttich, lernte bey Joachim von Sandrart undbey Carl Mallery. Er gieng nach Rom , wo erseine Manier verbesserte, und arbeitete mit Corne-lius Bloemaert, Theodor Matham und RegnerPersyn an der 6alsria (liustlinsna, die aus r 5 o.Blattern besteht; er verfertigte auch daselbst mehrAnderes nach großen Meistern. Nach seiner Heim-kunft ward er nach Frankreich berufen, wo er sicheine geraume Zeit aufhielt. Seine Blatter, obsie gleich etwas frostig und mit allzugleichförmigenSchrafirungen mit dem Grabstichel gearbeitet sind,haben ihre Verdienste, und einige, die Basannamhaft macht, werden von den Liebhabern nochimmer gesucht. Naralis arbeitete nach Titian ,Rubens , Diepenbeck, B- Flamael, Poussn, Bour-don u.s.s. Erblüheteum 2H7U. Sandrarr I. 262.
Narr (Joh. Baptist), Priester von Pesaro ;lernte bey Simon Pignoni. Er malte Geschichte,und cvpirte seines Lehrmeisters Gemälde,
III. 91.
* Naroire (Carl), Maler zu Paris , geborenzu Nismes 2700. lernte bey Franz le Moine, undvollendete seine unvollkommen hinterlaßnen Ge-mälde. Er kam in die Akademie 2734. ward Pro-fessor Adjunct 1725. und wirklicher Professor 17Z7.Der König ernannte ihn um 1752. zum Directorder französischen Maleracadcmie zu Rom und zumRitter des St. Michaelordens. Man sieht vonseinen öffentlichen Gemälden zu Paris : Die Figu-ren in der Kapelle der Findelkinder; die Fabel derPsyche in dem Hotel von Soubise; den Märtyr-tod des H. Ferreol in der Pfarrkirche dieses Na-mens zn Marseille ; drey Gemälde in der Kapelle
Navarretto.
des H. Schweißtuches zu Besannen; die Erhe-bung in den Heiligenorden Ludwig IX. von Frank-reich in der französischen Nationalkirche zu Rom ,ein Werk, das von den Italienern für mittelmäßiggehalten wird; die Geschichte des Marc Antonund der Cleopatra für die Tapetenmanufactur auxGobelins. Man findet auch von seinen Gemäldenin den königl. Pallästen zu Versailles und Marly.Seine kleinen Bilder und Zeichnungen sind berühmt.iJaroire hat auch eine Anbetung der Weisen undodbemeldten H. Ferreol radirt. Desplaces, Festsard, Pelletier, Flipart u. s. f. haben nach ihmgearbeitet, und I. I. Pasquier gab nach seinenZeichnungen zwölf akademische Figuren. />a»rce/rtte^s. — Ein Frauenzimmer, vermuthlich CarlsTochter, malte in Pastel.
* Aarrer (Joh. Lorenz), berühmter Gold-schmied und Edelsteinschneider von Biberach , lerntebey Rudolf Oxe, einem Siegelgraber zu Bern . Erstand von 2722. bis 2735. in Diensten des letztenGroßherzogcn von Toöcana aus dem Hause Mediscis. Die von ihm verfertigten Bildnisse dieses Für-sten , des Cardinals Alexander Albani, u. «.wer-den für sehr schön gehalten. Er arbeitete für di»meisten Fürsten in Europa mit dem größten Ruhme;besonders war er von dem Prinzen Wilhelm IV. von Oranien sehr geliebt, und von König ChristianVI. in Dännemark fürstlich belohnt. tJatrer ginghierauf nach England, wo ihm der König seineScempel zu schneiden auftrug, und er von derAntiquariengesellschaft zu London zum Mitgliedaufgenommen wurde. Er gab 2/55. eine Abhand-lung von der antiken Manier in Edelsteine zu ar-beiten, die mit der heutigen verglichen wird, inenglisch - und französischer Sprache mit 37. Kupfer-stichen in Folio. Endlich kam er 1762. nach Pe-tersburg , wo er im Jahre hernach 58 . I. alt starb.Er war ein gelehrter, auch in der Geschichte undFabellehre erfahrner Mann. In der Erklärung deralten Steine befliß er sich der Kürze, ohne unnö-thige Gelehrsamkeit ausuikramen. Er soll verschie-dene Schriften hinterlassen haben, die des Druckeswürdig waren. X/onti /itterana Vol. I.?. 2. p. 228.
* Plattier (Johann Marc), Bildnissemalerzn Paris , kam ilHd. in die königl. Akademie undst. 1705. t> 3 . I. alt. Er zeichnete mit seinem Sohne* Johann Baptist die Gemälde Rubens in derGalerie des luxemburgischen Pallastes, welche dieGeschichten der Königin Maria von Medicis vor-stellen, und von den berühmtesten Künstlern in Ku-pfer gestochen wurden. Der Sohn malte Geschich-ten und Bildnisse. Er ward 2712. Mitglied derkönigl. Akademie- — Johann Marc, vermuthlichdes ältern JohannMarcs zweyter Sohn, kam 2718.in die Akademie und ward 2746. Professor Adjunct.Er ward von Peter dem Großen nach Rußland be-rufen , und gieng zu diesem Fürsten nach Amster-dam , wo er der Czaarin Bildniß malte; dagegenweigerte er sich nach Rußland zu gehen, und kamwieder nach Paris zurück. Hier arbeitete er fürden Großprior, der ihm in seinem Pallaste eineWohnung einräumen ließ. Man sieht von ihm indem königl. Schlafzimmer des Schlosses Choisydie Bildnisse der Prinzessinnen Ludwig X V. welchedie Elemente vorstellen. Balechou, Gaillard undTardieu haben sie gestochen. Man bewundert inseinen Gemälden eine leichte Ausarbeitung, glän-zendes Colorit, eine zierliche und geistreiche Eom-position. Er st. 27HH. 82. I. alt.
— Ein Frauenzimmer dieses Na-mens, vielleicht dieses letzkern Tochter, malte Bild-nisse in Pastel.
Plavarra (Peter), Früchte - und Blumenma-ler zu Rom , wirb von pascoli unter die Schü-ler des Franz Wernher Lamms gezahlt. — Einandrer perer P)avarra oder Plavarro, neapoli-tanischer Kriegs - und Civilbaumeister, arbeiteteum 252 ». zu Rom . /)(Emcr II. 79. »
* Plavarrerro (Joh. Franz Ximcnez), gc-