4^6 Oesterreich.
zu Dresden , mo er mit Verfertigung historischerGemälde sowohl seinem Lehrmeister als sich selbstEhre machte. Oeser radirte auch mit malerischerund schöner Manier nach Rembrand , G- van Ek-hout u. s. f. Er ward 1764. Professor der neuein-gerichteten Künstleracadcmie zu Dresden und Direc-tor der Zeichnungs- Malerey und Architecturaca-dcmie zu Leipzig . Daselbst malte er an der Deckeder neuen Schaubühne Apollo mit den Musen. DieZeichnungen dieses Künstlers sind, was die Ausvr-beitung bctrifk, unvergleichlich. — Sein Sohn,* Ioh. Friedrich Ludwig , studirte um 1770. inder Academie zu Dresden . Er malte in Wasserfar-ben Landschaften nach Dietrich, und ahmte in dieserArt des verstorbenen Wagners Manier nach, radirteauch nach der von le Prince verbesserten Weise inNachahmung getuschter Handrisse. p.
ZZo. Xot. (6)
Oesterreich (Friedrich Rudolph>, Maler,von welchem man in dem Audienzsaale des Rath-hauses zu Lübek einige Arbeit siehet, die so vieleSinnbilder vorstellen, und, laut der Unterschrift,2685. verfertigt sind. Uffenbach 11 . 49 - >
* — — (Matthias), Enkel Gottfried Knel-lers, ward 1716 zu Hamburg geboren. Er giengfrühzeitig nach Dresden und lernte die Zeichenkunstbey I. Baptist Groni. Derselbe legte sich vornehm-lich auf die Kenntniß der Gemälde und besah indieser Absicht die vornehmsten Städte in Italien .Nach seiner Rückkunft in Dresden ward er zum Auf-seher der churfürstl. Galerie ernannt. König Au-gust III. sandte ihn zum zweyteumal in Italien , einegewisse Bildergalerie zu besehen. Er gieng 1767.mit Genehmigung dieses Fürsten in kömgl. preußi-sche Dienste und erhielt die Direclion über die kost-bare Galerie zu Sanssoucy. Man hat von ihm 2 j.Earricaturen aus dem churfürstl. Cabinette zu Dres-den nach P L. Ghezzi und /,». Blatter nach den Zeich-nungen der berühmtesten Meister aus dem Cabinettedes Grafen von Brühl . Er verfertigte auch Ver-zeichnisse von vier verschiedenen Kunstcabinetten von1761—67. zJachr. von Bünstl. 1 2>g.
Gerrgens (Franz Joseph), treflicher Blu-menmaler, stand als Secrctär in Diensten der ver-wittibten Herzogin von Guastalla, die sich um 1760.einige Zeit zu Augsburg aufhielt. Er unterwies auchdiese Fürstin in seiner Kunst. v. Sterken Dr. X.
Oever (Heinrich ren), geschickter Bildnißma«ler zu Zwoll um i6gn. Man sieht in dem Zimmer,wo sich das Coasistorium versammelt, eine Tafel vonibm, worauf fünf damals lebende Prediger nebstdem Küster sehr lebhaft abgebildet sind. UffenbachII. 264-
* Oexl (Christoph Daniel), geschickter Edcl-steinschneider,blühete um 172». zu Nürnberg . Reg-lers Br. XC 1 V.
Gffenbach. S. Uffenbach.
* Offebman, vermuthlich Hoffniann,und vielleicht ein deutscher Bildhauer, arbeitete umden Anfang des XV 1 I 1 . Jahrh, zu Paris , wo ermit Renar Ebarpenrier und Ludwig Monreandie Haupttreppe des Hotel von Toulouse zierte L, ice.
Offermans (Johann), geb. zu Dortrechti6',6. lernte bey Adrian Emont, studirte nach derNatur und ward ei» guter Landschaftsmaler. Erlegte sich aber hernach auf den Gcmäldehandel. ^ou-b,-ate» II. 2D,.
* Offin (Carl d')> Maler aus Lothringen ,lernte bey Simon Vouet . Er arbeitete um 1664.zu Turin in Diensten des Prinzen von Carignan.I. Jacob Thourueiser, der ihn Dauphin heißt, hatBildnisse und historische Blätter nach ihm gestochen.Bartoll nennt ihn Monsu Delfino. Man siehtvon ihm viele Gemälde in dem königl. Pallaste derVeneric und in den Kirchen zu Turin , Er ward i»den Ritterstand erhoben.
Ogerolles (Johann d'). S. den Art. rl.Laren,.
Olivier.
Oggi 0 nn 0 (Marc da). S. Ugloni.
* Oje (Sebastian van), geschickter Civil- undKriegsbaumeister von Utrecht , stand bey Kaiser CarlV. und seinem Sohne, König Philipp II. in Dien-sten. Er zeichnete den Grundriß und die Durch-schnitte der Diocletianischen Bäder sehr richtig ab,und der Cardinal von Granvelle ließ sie , 558 . mitgroßen Unkosten durch Hieronymus Cock zu Ant-werpen stechen: Blatter, welche heut zu Tage sehrselten sind. Sebastian st 1667. 34 - I- alt zu Lan-drcssi und ward zu Brüssel in der Kirche St. Gu-dula begraben. III. 464-
Ojevaar, d. i. Stock; Bcntname von D.Godyn.
Olanda oder Olandese (di); Deynamevon F. Floris, (6. Honchorst und L. van Leyde.
Olandese (Carl), ein unter diesem Namenunbekannter Maler, von welchem man in der Gale-rie Settala zu Mailand eine sehr lebhaft abgebildeteFeldschlacht beschrieben findet. S. S> 26Z.
Glben oder Olbino. S. Holbein.
* Oldelon (Heinrich), französischer Kupfer-stecher um den Ausgang des XVI. Jahrh. arbeitetenach I. Bunel u. s. w-
Ölen (Johann van). S- Älen.
Glgiati (Joh. Maria). S. den Art. G- daUrsinigo.
Olis (I.), niederländischer Blumenmaler,von welchem man Arbeit in Kunstcabinellcn der Lieb-haber zu sehen bekömmt.
Gliva (Jgnatins), ein Neapolitaner, malteLandschaften und Seestücke mit wohlangebrachtenFiguren nach der Manier seines Lehrmeisters Domi-nicus Gargiuli, die er aber nachher abänderte undsich der cöllnischen Erde und eines gelblichtcn Colo<rits in Pflanzen und Vorboden allzustark bediente.Er lebte um ,68u. Domenici 111. 2lt.
Glivar. S- Dolivar.
Olivers ), französischer Geschichtsmaler,lebte um den Anfang des XVIII. Jahrh. Mansieht von ihm in dem Spcisesaal des Angustinerklc-sters der sogenannten Petils Pcres die Predigt unddie Einweihung des H. Augustinus.
Olivier (Anton), Maler zu Brüssel um 1672.wird in der niederländischen Geschichte selbiger Zei-ten angeführt.
* — — (Aubin), Stahlschneider zu Paris ,erfand die Mühle, so zum Münzpragcn gebrauchtwird, und führte sie i 55 o. ein. Man bedient sichdieser Maschine erst seit 1755. zu Venedig . DieicsKünstlers Bildniß ist in ( 6 . Michels: Homnrsillnstros 1^4. zu finden.
vi//c II. 72.
* — — oder Oliver (Jsaac), berühmterMiniatur- und Wasserfarbenmaler in England,lernte bey Niclaus Hilliard und bey Friedrich Zuc-chcro. Er verfertigte viele Arbeit für die KöniginElisabeth und für Jacob I. Jsaac zeichnete sehrgut und malte zuweilen historische Stücke nach Ar-beiten großer Meister. Unter seinen Werken bewun-dert man das Brustbild der Konigin Maria vonSchottland und eine Grablegung Christi. Er starb1617.6i. I. alt. G- Vertue hat nach ihm radirt. —Sein Sohn * Perer brachte diese Kunst noch höherals der Vater und alle seine Zeitgenossen, weitersie nicht auf bloße Kopfe einschränkte. Er malleig. große historische Bilder, die ehemals eine ganzeGalerie eines der königl. Schlösser zierte, wovonman aber nur noch sieben Stücke in der KöniginCabinet zu Kensmgton siehet. Oerer wird auchunter die Glasmaler gezählt. Er st. 166». 5 g. I. alt.Georg Vertue hat auch nach ihm gestochen,
— — (Renat), vermuthlich einer von AubinsNachkommen, war des berühmten Varins Vorfahr