Band 
Erster Theil.
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478
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478 Oosterwyk.

trug ihm große Werke auf, indem er wichtige Theileder Kunst besaß. In seiner Jugend copirte er mitsolcher Geschicklichkeit nach Rubens und Vandyk,daß seine Gemälde noch jetzt für Originale ange-sehen werden. Hieraus lernte er die Grundsätzeseiner schönen, wohl in einander geschmelzten Fär-bung und zierlichen Behandlung des Pinsels. Ermalte nur große Geschichten; seine Zusammensetzun-gen sind ungekünstelt und wohl überlegt; erbracht'in dieselben nicht mehr Figuren als nöthig war,seine Gemälde zu beleben; jede hatte ihre erforder-Verrichtung. Ihre Auszierungen sind sinnreich,von edler Einfalt, und die Gewänder sehr gut.Er zierte seine Gründe mit Architektur, die er nebstder Perspectiv wohl verstand. Seine Zeichnungist von gutem Geschmack/ und weniger stark aus-gedruckt als dcs Carraccio; das Colorit seines Nack-ten ist frisch und natürlich, welches man aber nichtvon seinen Gewändern sagen kann. Anfangs schraf-fiere er das Licht seiner Bildnisse (die er übrigensvortreflich malte), wie solches in Zeichnungen mitder Kreide üblich ist, welches er aber nachher un-terließ. Erst. rü/r. — Sein Bruder, ein geschick-ter Maler, trat in den Jacobinerorden. Er maltein seinem Kloster die Geschichte eines Heiligen,wozu AchtfcheUing die Landschaft verfertigte. —— * Jacob van Dost, des ältern Sohn, stu-dirle zu Paris und zu Rom . Nach seiner Heim-kunft gedachte er nach Paris zurückzugehen; alser aber nach Lille kam, malte er dort einige Bild-nisse, die ihm so viele Arbeit verschaften, daß ersich entschloß, daselbst zu bleiben, und brachte gr.Jahre in dieser Stadt zu; endlich begab er sichwieder nach Brügge , wo er i/i3. 7V Jahr altstarb. Man sieht von seinen großen historischenGemälden in den Kirchen und Pallästen, vornehm-lich zu Lilie. Seine Zeichnung ist von großem Ge-schmacke , das Coloritgut und macht einevortrcflicbeWirkung. Seine Compofinonen sind zwar nichtweitläufig, aber wohl überlegt u. s. f. Unter G.Edelinks Blattern findet man ein Bildniß nachdiesem.Künstler. 1k. 5i. u. III. 5b.

* Oosterwyk (Maria vaM, geb. zu Noot-dorp nahe bey Delft um ivZc». lernte bey JohannDavids de Heem. Sie ward in kurzer Zeit imBlumenmalen so berühmt, daß Kaiser Leopold I.Ludwig XlV. und Wilhelm III. von ihren Biloernverlangten, und selbige mit königlicher Milde be-lohnten. Sie starb unverheirathet zu Eutdam r6gZ.Diese Künstlerin malte die Blumen mit großer Net-tigkeit und Fleiß. Sie wußte ihre Bilder durcheine geschmackvolle Anordnung und lebhafte Fär-bung angenehm zu machen. Wegen der vielenZeit. die sie auf ihre Arbeit verwandte, sind ihreWerke sehr selten geworden. OeLcnMpL II. 427.

Dostfries (Calharina), Glasmalcrin vonNieukoop, arbeitete zu Alkmaer und malte Ge-schichte. Sie heyrathete den Glasmaler Niclausvan der M-ulen, und st 1/08. 72. I. alt. — IhrBruder Joseph Oostfries, lernte bey JohannMaarz, einem sehr geschickten englischen Glasma-ler, von welchem man in den Kirchen und Häu-sern der Stadt Hoorn und ihren Gegenden vielschöne Fenstergemälde sieht. Oostfries malte auchin dieser seiner Geburtsstadt historische Stucke aufGlas Er starb aber auch schon r6vt. ZZ. I. alt./z'or-ürake» II. 2o5.

Dovens. S. Ovens.

Opera (bell), Beyname von H. Bandini.

Operti ( ), Geschichtsmaler von Bra . Mansieht ein Paar von seinen Altartafelu in der Domi-nicanerkirche zu Trino im Herzogrhum Montferrat.Äarto/r 1. 122.

Opgang, d. i. Aufgang; Benlname vonNiclaus piemonk.

Ophelion, antiker Künstler, ist durch grie-chische Sinngedichte über zwey von seinen Gemäl-den bekannt. H. VI. 6. 4-

Orbetto.

* Gppenorr (Egidius Maria), Baumeisterzu Paris , war Oberaufsehcr der Gebäude undGärten des Herzogs von Orkans, Regenten desKönigreichs. Er hatte den Ruhm eines der ge-schicktesten Künstler seiner Zeit, und st. 1742. 70.I. alt. Man sieht in den Kirchen der großen Au-gustiner, zn St- Sulpice, St. Germain des Pros,des Noviciats der Jacobiner, wie auch in der Ga-lerie des Palais Royal , und in dem Lustschloffezu Montmorency, Werke von Bau - und Bildhauer-arbeil, die nach seiner Zeichnung verfertigt wurden.Figuren zeichnete er so gut als ein Maler, und Ver-zierungen in der größten Vollkommenheit Hu-qruer, der mehr als 2cwo. Zeichnungen von ihmbesaß, hat viele davon etzen lassen, die von An-fängern ln der Baukunst alS trefiiche Modell« ge-braucht werden können, /'^ävocat.

Oppersdorf( . . Gräfin von), malte zuWien artige und natürliche Landschaften in Oelund Wasserfarben, ohne Staffiruug u. s. f. /ftr-§eüor» 1. Z92. dlot. 2.

Gpstal (Anton van), Maler zu Brüssel , istdurch seinen Schüler Johann Meyssens bekannt.Man findet auch sein Bildniß in der bekanntenSammlung von 100. Bildnissen, die nach A. Dan-dyk gestochen worden.

— — (Caspar Jacob van), von Antwerpen gebürtig, wird für GerardsBrudersfohn gehalten,und war ein gurer Geschichtsmaler. Er copirte1704. die berühmte Abnehmung vom Kreuze nachRubens , und malte aus eigner Erfindung einigeAltarblättcr für die Kirchen seines Vaterlandes,verfertigte auch einige Bildnisse, und arbeitete fürdie Binmenmaler. van Opftal componirte mitGenie; seine Zeichnung ist ziemlich richttg , und seinColorit gut. Er malte mit großer Leichtigkeitund einer schimmernden Ausarbeitung.

IV. 14.

» — — (Gerard van), von Brüssel , machtesich mit Basreliefs und Figuren von Elfenbeinberühmt Er arbeiiete zu Paris und verfertigteviele Werke zu Auszieruug des königl. Cabincts.Er fertigte auch das Brustbild Ludwig XIV. wei-ches auf der Kuppcl der Pforte St. Antoiue steht,alles Schnitzwerk in der Galerie des Votel vonLambcrl, und starb als Reckor der königlichenAceüeiilie 1668. 7z, I alt. L Ferdinand hatmich ihm neun Blätter von unschuldigen Tugenden,und einige andere von Liebesgöttern gestochen. —Gerard hinterließ einen Sohn, der zwar sein«Kunst, aber nicht seine gute Lebensart nachahmte,k 60-ntr lll. 112.

— — (Johann van). S den Art. I. deRoor, seines Schülers.

Oracolo delle Bataglie; Bcyname vonA- Falcone.

Vrarii oder Orazi (Alexander), geschickterMaler zu Bologna blühere um 1440. Man sahchnials auf dein Altare Macchiavell, der KircheSt. Franciscus ein sehr schönes Gemälb in Oel von ihm, welches die Vermählung der H. Mariavorstellte. MailMÜr I. Z2.

*Grazi (Andreas, Anton und Joseph), mal-ten das ganze Gewölb der Kirche St. Maria delOrto zu Rbm. 'Andreas Anton, ein gebornerRviner, lernte bey Ludwig Garzi und Cyrus Ferri.Nachdem er die beßlen Werke der Maler - undBaukünste studier hatte, erwarb er sich durch seineeignen Werke in diesen beyden Künsten einen gros-sen Ruhm. Man findet ein Blatt nach ihm inCrozat's Sammlung. 7'ttr.

* — — oder d'G razio (Carl und Niclaus),Kupferstecher zu Neapel , arbeiteten au den Hercu-lanischc» Alterthümern. Carl starb um 1762. S-den Art I. Ailoja. n»äc//r',ri.

Orbay. S. Dorbay.

Orbereo; Beyname von A. Turchi.