Band 
Erster Theil.
Seite
493
JPEG-Download
 

Parrhasius.

der Minerva, welchen Mys in Elfenbein schnitzte.

parrhasius S. p Michele. Es ist auchder Beyname von Anton Schoon-Jan.

* parrocel (Carl), lernte bey seinem *Va-ter; da aber dieser frühzeitig starb, noch weiterbey Carl de la Fosse, und studirte etliche Jahrezu Rom und zu Venedig . Er malte anfänglichGeschichte; aber nach seiner Zurückkunft in Frank-reich legte er fich auf das Feldschlachtenmalen;und damit er desto bequemern Anlaß hätte, die viel-fältigen Wendungen und Auszüge der Reuterey zubeobachten, diente er in dreyen Feldzügen selbstals Reuter, in welcher Zeit er Alles, was zu sei-ner Kunst dienlich seyn konnte, fleißig bemerkte,auch zu solchem Ende aus der Zergliederung derPferde ein eigenes Studium machte, parrocelerhielt 1744. und 1745. Befehl, der königlichenArmee in Flandern zu folgen , um in diesen Feld-zügen , welchen der König selbst beywohnte, allesMerkwürdige nach der Natur zu zeichnen; von die-sen setzte er 1746. zehn mit Farben verfertigte Ent-würfe öffentlich in dem Louvre aus, in denen manstarken Ausdruck, Feuer und Natur wahrnehmenkonnte; aber nur eines, nehmlich die Schlacht beyFontenay, führte er im Großen aus: Viele vonseinen Gemälden wurden in Tapeten verarbeitet.Preißler, l'Armessin. Thomassin, Cochin, Crespy,Scotin, le Bas, Marcenay u. s. f. haben nachihm gestochen. Er selbst radirte mit vielem Ver-stand und bloßen Umrissen eine Sammlung vonReutern und Soldaten nach seiner eignen Zeich-nung. Dieser Künstler ward 1721. Mitglied derköniglichen Academie, Professor - Adjunct 1744.,wirklicher Professor 1745. und st. 17^2. 64. 1 . alt.

* — — (Jgnatius) von Avignon gebürtig,

lernte bey seinem Oheim Joseph parrocel undkam unter allen seinen Mitschülern dessen Manierim Feldschlachtenmalen am nähesten Er arbeiteteviel in Italien, zu Wien für den Kaiser und denPrinzen Eugen, und endlich zu Monö für den Prin,zen von Areinberg, wo ihn der Tod 1722. über-raschte. — * Ein andrer Jgnarius

parrocel ist in dem Art. seines Vaters pererzu suchen.

* — — (Joseph), geb. zu Brignoles in Pro-vence 1648. lernte bey einem seiner "Brüder, undzu Rom bey Jacob Courtois, genannt Bourguig-non. Von da gieng er nach Venedig wo er dasColorit nach den beßten Gemälden studirte. Nachseiner Zurückkunft in Frankreich ward er 1676. mitBeyfall in die Academie aufgenommen, parrocelmalte Bildnisse und Geschichte; was ihn aber ammeisten berühmt machte, waren seine Feldschlach-ten, die er aus eignem Genie verfertigte, weil erniemals weder Feldlager noch Armeen gesehen hatte.Gleichwohl siehet man in seinen Bildern erstaun-liche Bewegungen und Getümmel. Er Hellte dieWuth der Soldaten mit der größten Natürlichkeitvor: Kein Maler wußte, nach seinem eignen Aus-drucke, seinen Mann besser umzubringen als er.Sein Pinsel ist leicht, und seine Färbung frisch.Er malte mit großer Fertigkeit, und versäumte nie-mals , die Natur zu Rath zu ziehen. Eine mitweiß und schwarzer Kreide gezeichnete Reuterschlachtdieses Malers ward um 4 » 4 - Livres verkauft.Die Lebensgeschichten unsers Heilandes auf 48.Blättern und einige andere Stücke, die er in Ku-pfer brachte, zeigen einen großen Verstand; seineManier im Radiren ist rauh, dreist und meister-haft; man bemerkt darin eine gründliche Kenntnißdes Helldunkels. Hinwieder hat E. Roullet nachihm gestochen, parrocels Gemälde sind in vielenPallasten zu Paris anzutreffen. Er starb daselbst1704

* — — (Peter) des Ignan'us Bruder, lerntebey seinem Oheime Joseph und zu Rom bey CarlMaratti. Nach seiner Heimkunft ward er in diekönigliche Akademie aufgenommen. Man sieht von

Pasinelli. 49Z

feiner Hand in der Galerie des Hotel von Noail-tes zu St. Germain en Laye die Geschichte desTobias in 16. Gemälden vorgestellt. Er st. 1709.76. I. alt, und hinterließ etliche Kinder, vonwelchen * Jgnarius als königlicher Pensionär nachRom gieng. Dieser war vornehmlich in Verzie-rungen und großen Maschinen berühmt; er maltedie Kuppel der Abteykirche du Mont zu St. Quen-tin in der Picardie, und starb um 17 9. — * Ste-phan, Peters zweyter Sohn, arbeitete um 1760.zu Paris . Man sieht in verschiedenen Kirchen zuRom von seinen historischen Gemälden in Oel undFresco. Er radirte auch nach I. F. be Troy,Subleyras u. s. f.

* pars oder parce (Wilhelm), englischerLandschaftsmaler, zeichnete mit Wasserfarben einigebergigte Gegenden in der Schweiz und in demHerzogthum Savoyen , die Wilhelm Woollet um1770. vortreflich gestochen hat.

* parsyn. S. persyn.

parrhenius, antiker Bildhauer, wird vonJuvenal (§«(«,»-. 1 .. XII. v. 4 i ) angeführt.

parti (Ludwig), Architecturmaler zu Bologna ,malte 1704« die Verzierungen der dasigen Jahr-markts Schaubühne C Bufagnotti hat sie gesto-chen. Fe/nna ^rtt»-rce III. sö 4 -

partl'gl'ani (Pagno di Lapo), Bildhauervon Fiesole, lernte bey Donatello . Er arbeiteteunter Michel Michelozzo, und zierte nach dessenAnordnung die Verkündigungskapeüe in der Eer-vitenkirche zu Florenz mit sehr vieler Marmor -und gegoßner Arbeit, die vasari in dem Lebendes M Michelozzt umständlich beschreibt. Erblühete um 1460.

Paruzzi. S. peruzzi.

Pas. S. paas.

Pascaltni. S. pasqualim.

Pascasio (Monsu). S. den Art. M Anarstasio.

* pasch ( ), geschickter Zierathen - und

Thiermaler zu Stockholm , von welchem das könig-liche Schloß unter den Dächern, über den Thürenund an den Wänden bemalt wurde. Er lebteum 2700. Tessin.

paschen (Heinrich), kreflicher Baumeister zuAntwerpen , gab die Zeichnungen zu dem dasigenPallast und zu dem Vorrathshause der deutschen Hanseestädre. Dieses war das erste in Europa ,und nacy seinem Muster sind die Börsen zu London und Amsterdam erbaut. Eben dieser paschen wardzu solchem Ende nach London berufen. üst«ccra»--arni I. 191. Büsching ill. 434 -

* pasero (C-), Landschaftsmaler, von wel-chem man in der Schleisheimer < Gallerte unterNo. 46V. und 457. zwey kleine auf Holz gemalteStücke beschrieben findet.

pasias, antiker Maler, des Aeginera Bru-der, lernte bey Erigonus. /Ammr l^. XXXV.e. n.

* pasinelli (Lorenz), geb. zu Bologna 29.lernte bey Andreas Baron« und bcy Simon Can-tarini, und behauptete unter seinen Mitschülernden ersten Rang in der Zeichnung. Nach seinesLehrmeisters Absterben folgte er der Schule desFlaminius Torre, den er aber bald verließ, undfür sich selbst arbeitete. Er ward mit AndreasEeghizzi nach Turin berufen; von da gieng er nachMantua , und malte einige Zimmer in dem herzog,liehen Landpallaste zu Mirmirolo. Zu Venedig ge-fiel ihm die Arbeit des Paul Caliari sowohl, daßer seine bisherige Manier veränderte, und die Stel-lungen seiner Figuren, die Gewänder u. s. f. nachdiesem einrichtete. pasmeUi hielt in seinem Va-terland eine Schule, aus welcher viel große Künst-ler entstanden. Er malte kleine, geist - undweltliche Geschichten für einige deutsche Fürsten

Rrr s