Band 
Erster Theil.
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513
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P i c a r t.

haben auch nach ihm gestochen. Piazettaward 1750.erster Director der z« Venedig neuerrichteten Aka-demie und war Ehrenmitglied der Academia Clemen«kina zu Bologna . Obwohl er große Summen mitseiner Arbeit verdiente, bracht' er solche leichtsinnigdurch und st. 1754. 72. I. alt, in so armen Umstän-de» , daß Ioh. Baptist Aldrizzi, ein berühmter Buch-händler und sein Freund, ihn in seinem eigenen Be-gräbnisse und auf seine Unkosten in der Kirche Favabestatten ließ.

picart (Anna), französische Kupferstechers,wird von Marolles angeführt.

* (Bernhard), Stephans Sohn,

Zeichner und Kupferstecher von Paris . Seine erstenKupferstiche sind voll Geist, und verrathen den Ge-schmack des Sebastian le Clerc, dessen Schüler erfür einige Zeit war. Nachdem Picart bis 1710. inFrankreich gearbeitet hatte, begab er sich nach Hol-land und setzte sich zu Amsterdam , wo er einengroßen Ruhm erwarb und fast beständig für dieBuchhändler arbeitete. Seine Stiche werden aufmehr als 1200. Blätter geschätzt, wovon man eineausführliche Beschreibung in seinen: Imposturezinnocentt-8 findet; diese werden ihrer guten Zeich-nung und zierlichen Ausarbeitung wegen hochge-schätzt. Er starb zu Amsterdam 173z. 6o. I. alt.So oft sich picart von (einer verzärtelten Manierentfernte, waren seine Blätter ungezwungen und sehrreizend. Seine vielen Zusammensetzungen machenseinem Genie Ehre; die Gedanken sind schön undedel, vielleicht nur allzuausgesucht und mit allzuvielAllegorien überhäuft. Er brachte viele Zeit mit Ver-fertigung wohlausgeführtcr Zeichnungen zu. /.a-co»«be.

(Hugo) hat den Grundriß der StadtRheims nach einer Zeichnung von Hugo Cellier ge-stochen.

(Johann und Jacob), Kupferstecherzu Paris um i63o. Man sieht von ihnen einigeBildnisse. Johann arbeitete nach C. de Paas u. s. w.Von Ja ob hat man einige Blätter in einem Brevieru. s. f. Basan will: Stephan pi'earr habe denBeynamen Römer angenommen, um nicht mit die-sen sehr mittelmäßigen Künstlern vermengt zu wer-den. /e L'omte 111. 3n5

oder Pickart (I.), holländischerKupferstecher, lernte bey Roman de Hooghe. Erarbeitete nach Verkolie u. s- w. in Schwarzkunss

(Johann Michel), Blumen-und Land-schaftsmaler, arbeitete um 1640. zu Paris . /«OaurteIII. 123.

(Lorenz). S. den Art. Loren; Naldim.

* (Stephan), genannt der Römer,weil er sich lange Zeit in dieser Stadt aufhielt, ward1HZ3. zu Paris geboren. Er war einer der beßtenStecher feiner Zeit und verfertigte nach seinerHeim-kunft eine ziemliche Zahl von denjenigen Blättern,die auf Befehl Ludwig XI V. nach den königl. Ge-mälden von den geschicktesten Künstlern in sehr gros-sem Format gestochen wurden, prcarr ward 168-s.Mitglied der königl. Akademie, und war einer der äl-testen in dieser Gesellschaft, als er sich entschloß, mitseinem SohneBernhard nach Amsterdam zu ziehen,wo er 1721.9a. I. alt starb. Basan zeigt seine aus,erlesensten Blätter an.

* picaulr ( ) machte sich um 1700. zu

Paris durch seine Geschicklichkeit berühmt, womiter Gemälde, die auf schadhaften Mauern, hölzernenTafeln, Tüchern, Kupferplatten u. s. f. durch Alteroder andere Zufalle in Gefahr waren zugrundzuge,hen, sehr künstlich abzulösen und auf frische Tücheroder a. dgl. Gründe ohne Beschädigung der Farbenüberzutragen wußte. Er machte von dieser nützlichenKunst Proben an verschiedenen berühmten Gemäl-den, unter welchen der Erzengel Michael , der ineinem der königl. Zimmern zu Versailles aufbehaltenwird, sich befand. Dieses von Raphael auf Holzgemalte Bild ward durch die Länge der Zeit vonWürmern sehr beschädigt; picault brachte es zu

Piccini. §iZ

jedermanns Erstaunen unversehrt auf ein frischesTuch und erhielt dadurch ein wohlverdientes undallgemeines Lob. Inzwischen weißt man aus an-derwärtigen Nachrichten, daß schon vor 1780. Do-nnntcus MicheilNl zu Rom und Alexander diSimone zu Neapel diese Kunst geübt haben. Einengleichen Anspruch auf den Ruhm dieser Erfindungmachte Rorin, Hofmaler des Königs Stanislauszu Nancy . Die Wittwe Godefroy trieb diese Kunstnoch Höher l Man sah 1702. bey Aussetzung derKunststücke in der Akademie von St Luc zu Paris ,nebst verschiedenen seltenen Proben von dieser Art,ein mit Wasser- oder Leimfarben auf Holz gemaltesStück, von welchem sie, allen Verdacht des Be-truges auszuweichen, nur einen Theil aufdas Tuchübertrug. Die Manier, wie in dieser nützlichenEntdeckung ju Erhaltung guter alter Gemälde zuWerk gegangen wird, findet man in dem Hamburg .Magaz. XIV. 3o5. dann in den Voz^k«« 6'unt'rsn^ois en Italie lv s3i. und bey NIonramztam Ende (einer Abhandlung über die Schmelzma-lerey, hinlängliche Nachrichten.

* prcault (Peter), französischer Kupferste-cher, starb um den Anfang des XVIII. Jahrh, inder Zeit da er anfieng sich bekannt zu machen. Manhat von seinem Grabstichel die Feldschlachken Ale-xander des Großen nach C- le Brun; die Heim-suchung Maria nach C- Maratti, nebst einigen Bild-nissen. ö-umr.

* piccaglia (Alvise), Geschichtsmaler zuPadua , arbeitete für drey verschiedene Kirchendieser Stadt, /kanettr.

* piccarr (Heinr. Christoph), eines Blu-menmalers Sohn von Salza, den er weit übertraf.Seine Bilder sind zwar nicht alle von gleicher Stärke,weil er öfters geringschätzige Sachen ums Brodtmalen mußte. Inzwischen hat er dergleichen ver-fertigt die ihm Ehre mache», und der RachelRuyschnahekommen. Er setzte sich zu Wolfenbüttel , woer 1768.68.1. alt starb. Sein Sohn übte gleicheKunst. Vlachr von Rünstt. 11. 25.

piccherri (Franz). S. picchiat».

(Paul). S. piche»»

* pl 'chi (Georg) von Casteldurante, Schülerdes Friedrich Darozio, malre einige historische Ta-feln für die Kirchen zu Rimino, wovon eine mitder Jahrzahl 129h. bezeichnet ist. -k/a»-c/re-e//»,

* picchianti (Ioh. Domim'cus), Kupfer-stecher zu Florenz , wo er um das Ende des XVII.Jahrh, geboren ist, lernte bey I. Baptist Fogajni,einem Bildhauer. Er lieferte mit Lorenzini, Ver-cruys und Mogalli, Blätter nach den Gemälden derdasigen Galerie. Sara«.

* piccd iarri od picchiani (Franz Anton),

genannt piccherri, von Ferrara gebürtig, lerntebey seinem Vater * Barrbolomö, und machte sichdurch seine Kenntniß in der Antiquität und Bau-kunst berühmt, arbeitete auch in dieser letzter» zuNeapel . Er starb daselbst 1690. lll. 392.

picciafuoco. S F. Darraro.

piccirrardi (Carl). S. Oicenardi.

* piccini (Cajetan). Don ihm gestochen kenntman die antiken Medaillen von Gold. Silber undBronze, weiche ehemals der Cardinal Alexander Al-bani besaß und die nunmehr in der vatikanischen Bib-liothek aufbewahrt werden. Der Abt Rldolfinovemiti schrieb die diesem Werke bcygedrucklen An-merkungen. (?a»äe//mi.

* oder pl'kl'ttl (Jacob, Jsabclla,seine Tochter, und Wilhelm, sein Bruder-, Ku-pferstecher zu Venedig , bluketen um 1640 Ja oharbeitete nach Titian , P Liberi u. s. w. Er radirteauch die meisten KünstlerbUdnisse in das Werk desss. Ridolfi, und den größten Theil in die: l.e6lorie lleßll InooAnin. Auf einigen Blätternnannte er sich königlich-französischer Kupferstecher.Isabella, eineFranzisccmernonne, hatdie Bildnisse