Band 
Erster Theil.
Seite
526
JPEG-Download
 

526 Polararii.

polarani (Paul), Maler von Mailand , ver-fertigte eine Verkündigung, die man in der KircheSt. Thomas auf dem Markte zu Bologna siehet.

* polazz, (Franz), Maler zu Venedig , lerntediese Kunst, ohne besondern Lehrmeister zuhaben.Er studirte die Zeichnung nach Piazetta und das Co«lorit nach Sebastian Ricci , wodurch er eine ange-nehme Manier erlangte. Man sieht von ihm in derKirche de i Servi eine Altartafel, worin die schöneOrdnung und die Harmonie der Farben bewundertwerden; dann findet man auch andere schöne Werkein öffentlichen und Privathäusern zu Venedig undzu Bergamo von seiner Hand. polazzi ward indem edeln Hanse Baglioni für sein Lebtag aufgenom-men, st. 70. I. alt 175z. und ward zu St. Mar-ruolo begraben. ^o»A/ri 20.

Polcke. S. Palcko.

Dole (Peter), spanischer Bildhauer, arbeiteteum 1770. zu Rom.

polemburg. S. poelemburg.

Polemon von Alexandria. S.denArt.Aristobulus.

— — genannt perkegeres. S. den Art.Anngonus.

polet. S. pollee.

*polernich( ), französischer Kupferste-cher, arbeitete um 1750. zu Paris nach Vandyck,Boucher, la Grenöe, I. Jordaens u. s. f. Faxa».

polichus, Bildhauer von Aegis, lernte beyseinem Vater S>noon. 1 .. VI.

polidamus. S- paludanus.

polidorino; Beyname von I. Eiciliano.

polidoro. S- Ealdara. Es ist auch derBentname von I. Glauber.

polignorus. S. polygnotus.

polimburg. S-poelemburg.

polis. S. den Art. Barron.

poliro (Polito di Elemente di), treflicher Ci-vil- und Knegsbaumeister von Recanati, blühekeum r 38 o. Er war von adelichem Geschlechte, undwegen seiner Geschicklichkeit und Treue bey seinenMitbürgern in solchem Ansehn, daß man ihm dieAnordnung wegen Ausbesserung der öffentlichen Ge-bäude und die Befestigung dieser Stadt ganz über-ließ. Fn/ch'-mec/ 8 ec. II. 'p. ro 5 .

* PoUajuolo (Anton), geb. zu Florenz 1,26.lernte die Goldschmiedskunst bey Bartoluccio. Erward in Fassung der Edelsteine, im Gießen kleinerBilder, in der Schmelzkunst und in sehr fleißig aus-gearbeiteten Basreliefs berühmt PoUajuolo ar-beitete unter des Loren; Ghiberti Aufsicht an denmetallenen Thüren der St. Johannskirche zu Flo-renz . Dann verfertigte er die Grabmäler Sixt l V.welches anfangs in der Kapelle dieses Namens,hernach aber auf Befehl Pabst Urban VIII. in derSt. Peterskirche aufgerichtet wurde, und Jnno-cenz VIII. in eben dieser Kirche; beyde sind ausErzt gegossen. Don seinem Bruder perer lernte erdie Malerey, und arbeitete in dieser Kunst bis anseinen 1498. erfolgten Tod, wo er in der Kirche St.Peter in Vinculis begraben wurde. Man findet inseinen Figuren schöne und starke Wendungen; erverstand die Anatomie besser als seine Vorfahren derneuern Zeit, und übte sich zu solchem Ende fleißigin Zergliederung menschlicher Körper. Hienächstverbesserte er die neulich erfundeneKupferstecherkunst,und schnitt einige sehr schöne Schaupfenninge inStahl Man schreibt ihm auch den Riß des päbstl.Ballastes aufdem Belvedere zu, obgleich gedachterPabst Jnnocenz denselben durch andere Baumeisteraufführen ließ. Anron unterwies ferner in derKunst, mir Schmelzfarben zu arbeiten, Mazzingo,einen Florentiner, und Julian del Facchino , zweygeschickte Meister, die aber von Johann Turini vonSiena und von Anton de Salvi hierin weit über-

Polo.

troffen wurden. Dieser letztere verfertigte «in gros-ses Kruzifix von Silber für die Abtey zu Florenz .Von PoUajuolo zeigt man ein Blatt, worin zehnnackte Männer mit Schwertern gegen einander fech-ten; im Hintergründe sieht man einen Wald.rarr II. 465 .

PoUajuolo (Matthäus del), Simons Bru-der, Bildhauer zu Florenz , lernte bey Anton Rosrselino. Obwohl er ein trefliches Genie, gute Zeich-nung und Uebung in dieser Kunst besaß, hinterließer doch keine völlig ausgearbeitete Werke, da ererst 19. I. alt starb, /^a» III. 102.

— (Peter del), AnronsBruder, lernt«bey Andreas del Castagno und ward durch seinen er-habenen Verstand ein treflicher Maler. Er vcrferrtigtigte auch mit seinem Bruder an verschiedenen Or-ten sehr schöne Werke; und wenn diese Maler nichtweiter gekommen sind, so ist nicht Mangel an Ge-nie, noch der Stolz, es besser zu machen, daranSchuld, sonder weil niemand ihnen vorgegangenist. In dem Pallaste Borghese ist ein Gemald vonihnen zu sehen; es ist trocken und colorirt wie ge-färbtes Wachs; die Säume der Kleider sind ver-grübet; der Charakter ist nicht unedel. Diese Bru-der arbeiteten zu Rom , starben in gleichem Jahre,und wurden beysamen beerdigt, perer lebte 65 .Jahre. /Ha» II. 465 .

*— — (Simon del), genannt Lronaca,Baumeister zu Florenz, studirte zu Rom «ach den an-tiken Gebäuden. Er beobachtete die Regeln des Di-truvius und die Werke des Philipp Bruneleschi.Man zählt unter seine eigene Arbeit: Die Sacrisieyder y. Geistskirche; die Kirche St. Franzisc deMonte und einen Theil des Strozzischen Pallastes zuFlorenz , den Bencdict da Majano angefangen hatte.Hierin zeigte er sowohl als in andern seinen Werkeneinen treflichen Verstand und große Talente. Ero-naca untersuchte die Werke großer Meister sehrsorg-fältig, brachte die von ihnen festgesetzten Regelnglücklich in Hebung, ahmte sie mit vieler Ueberlegungnach, und wußte dieselben sich eigen zu machen, in-dem er sie an verschiedenen Gebäuden mit Anstand,Proportion, richtigem Maaße und Ordnung an-brachte. Er st. i 5 og. 55 . I. alt. ^ara» III. c, 5 .

Poliers ), Bildhauer zu Paris um r/öo.zierre die Kirche der P. P. des Orakorii mit verschie-denen Statuen, welche die Begräbniß und die Auf-erstehung Christi vorstellen. st» üear-.v

pollini (Celar), genannt dek Francia, geb.zu Perugia um i 56 o. lernte bey Friedrich Barozio.Er verfertigte sehr schöne Miniaturarbeil auf Per-gament und zeichnete nach des Michelangelo Manier .Polinn arbeitete für verschiedene Pabste; man siehtauch einige von seinen Werken in seiner Geburts-siadt, wo er um r6Z». starb. /Äxccsti x. 167.

— — (Dincenz), florentinischerMaler,lerntebey Vincenz Dandini und blüheke um 1670. La/-sti-mcer.

pollio; Beyname von M. virruvlus.

pollis. S. den Art. Demophllus»

polloni. S. palloni.

polly. S. PoMp.

Polo (Angelus di), Bildformer, lernte beyAndreas Verrocchio. Derselbe verfertigte mir großerGeschicklichkeit Bilder von gebackenrr Erde, womiter die ganze Stadt Florenz erfüllte; wenn er seineTalente gehörig halte gebrauchen wollen, so würdeman sehr schöne Werke von ihm gesehen haben. S.den Art. Angelus Sole.

* — — (Diego di), geschickter spanischerMaler, von welchem man verichiebene Werke imEscurial und in dem königl. Pallaste zu Madrid sie-het. Derselbe malte daselbst viele Bildnisse der altenKönige in Spanien . Man rühmt an seiner Arbeitsowohl die meisterhafte Zeichnung als das lebhafteColorik. Er st. 40. I alt um 1600. 09.