Radi.
zeigte aber mehrere Lust zur Malerey, in welcher ihnvan Gool unterwies. Er bekam Gelegenheit mitdem berühmten Bischof von St. Sebastian/ PeterCodde, nach Rom zu reisen, wo er fleißig studirte.Nach seiner Heimkunft heyrathere er die Nichtedieses Gönners, die er vor seiner Reise in der Zri,chenkunst unterrichtet hatte. Man sieht einige vonseinen Gemälden in dem Bürgersaale des Rathhau,ses zu Amsterdam . Rademaker war besonders inder Architektur - und Perspectivmalerey wohl erfahrren, wovon er eine Probe an der perspektivischenAbbildung der St. Peterskirche zu Rom , von In,nen, ablegte. Seine Compositionen sind groß, reichund geistreich; er wußte darin Basreliefs, Vasenund andere Zierathen sehr geschickt anzubringen. Erst. 1711. de Later hat ein Bildniß nach ihm gesto,chen. va» 600/ I. 378.
Radi (Bernhard««), Baumeister und Kupfer,siecher von Cortona , lebte um r 6 ro. Er machte denAnfang mit Erbauung der Augustiner -Baarfüßerkir,che zu Florenz , die hernach von Gcrard Silvani vol,lendct wurde. Radi ward in den Ritterstand erhoben.Man hat Waffen und Schilde auf 41. Blattern,dann eine Sammlung von Grabmälern von seinerArbeit, die 1618. zu Rom gedruckt ist. 6n»stellr»i.
Radico (Augustin), Bildhauer, arbeitete zuRom, unter des Ritters Bernini Aufsicht, für diedasige St. Peterskirche, p. 385 .
Radigues (Anton), französischer Kupfer,siecher, reiste nach Holland , England, und um1762. war er in Rußland . Man hat von ihm ver,schiedene Blätter; neben Andern, Angelika und Me,dor« die er für dieDrcsdnische Sammlung nach Ale,xander Tiarini gestochen. Lara».
Raefe oder Raefus (P.), Formschneidervon Paris, blühere unter den Regierungen Carl IX. und Heinrich IN. Man sieht von seiner Hand ver,schiedene Holzschnitte in Andreas Thevets Cosmosgraphie, die 1675. zu Paris gedruckt ist. Rrxnllo»I. 220.
Raenz (Joh. David und Joh. Lorenz Wilhelm),Söhne eines Bildhauers, geb. zu Bayreuth ; derältere 1729. der jüngere ,733. Da ihr Vater blosin Verzierungen arbeitete, lernten sie die Anfängeder ediern Theile dieser Kunst unter der AnführungI. Justin Preißlers zu Nürnberg . In 1753. kamensie nach Berlin , die vortreflichen Werke SchlnterSzu studiren. In 1724. giengen sie nach Kopenhagen und arbeiteten auf dasiger Akademie, wo der jün,gere Raenz den ersten Preis erhielt. So verfer,rigtcn sie z. B. dort Statüen für den Pallast desGrafen Lewezow und kehrten » 756 . in ihr Vaterlandzurück. Beyde kamen 1764. nach Potsdam , wo sieseither eine große Menge Gruppen, Statuen undBasreliefs für den Pallast von Sanssoucy und fürden neuen Pallast zu Potsdam lieferten. — IhrGroßvater war 54. und ihr Vater 49 3 - lang Hof,bildhauer zu Bayreuth , wo man noch viele Arbeitvon ihnen siehet. Beschreib, v. Berlin rc. S. 588 .
Raes (Theodor). S. den Art. ph. Tiede,man, seines Schülers.
Raerh (Jgnatius), ein Antwerper, lerntebey Daniel Segers. Derselbe kam nach Madrid ,wo er für die Jesuiterkirche das Leben des H. Janastius auf 36 . Tafeln malte. Raech gieng nach Ant,werpen zurück und durchreiste ganz Deutschland . Erst. 1666. in hohem Alter. ^eta§co X". 123 .
Raff. S. Raufst.
Raffaelli (Franz), Kupferstecher zu Rom ,arbeitete nach A. Sacchi, C. Maratti u. s. f. 6a»-
- - (Joseph), Bildhauer. S. den Art.A. Alignini.
Raffaellino; Beyname des Joh. MariaBorraUa.
Raibolinü 547
Raffanus (P.), Kupferstecher von Verona ,ist neben Anderm durch das Bildniß von RaymondForsts, einem berühmten Arzte in dem X VII. Jahrh,bekannt.
Raggi (Anton), genannt Lombards, Bild,Hauer von Vicomorco, lernte bey Alexander Algardiund I. Lorenz Bernini. Er verfertigte die riesen,mäßige Statue des Donaustroms an dem prächtigenSpringbrunnen des Platzes Navona ; das Baörc,lief auf dein Altar der H. Cäcilia in der Kirche St.Agnes; den Engel, der die Säule trägt, auf derEngelburgsbrücke; Alles zu Rom . In der Kircheder Carmes Dechausses zu Paris sieht man von ihmeine sehr schöne Statüe der H. Maria von Alabaster,die er nach einem Modelle des Ritters Bernini ver,fertigt. Er starb zu Rom 1686. 62. I. alt und wardin seiner Pfarrkirche St. Franziscus de Paula be,graben. — Sein Sohn Andreas, der vor demVater schon im Achtzehnten starb, war bereits indieser Kunst weit gekommen. — Bernhard Raggi,Antons Bruder, arbeitete auch als Bildhauer zuRom. /kLcy/iI. 258 .—- Ein anderer Anton Raggi,Bildhauer von Vicomorco, arbeitete zu Rom , wo erProfessor der Akademie St. Lucas war. Er starbdaselbst 1718. 60. I. alt. .füßli IV. 6g.
— — (Peter Paul), Landschaftsmaler vonGenua , ahmte den Junius Carpioni nach. Ersetztesich zu Bergamo , wo er gestorben ist. Man siehtvon ihm ein schönes Gemäld mit der Jahrzahl 1696.in der St. Martinskirche zu Alzano. — Sein SöhnLudwig war ein ziemlich mittelmäßiger Maler. —Johann, dieses letzter» Sohn, lernte bey I. Bap-tist Tiepolo, »welchem er mit seiner GeschicklichkeitEhre machte. Er hat in dein Speisesaal der Ca,maldulesermönchen zu Ravenna die Hochzeit zu Canagemalt, 5» /a /Ätr»-a V. 121.
Ragst (Franz), französischer Kupferstecher,arbeitete nach der Mitte des X VlI. Jahrh, nach S.Vouet, A. Vandyck u. a. Malern. Man hat auchvon ihm etwa 40. schöne Copien nach den Blättern,die verschiedene Meister nach P. P. Rubens verfer,tigt hatten. La§a».
Ragueners ), Perspectivmaler zu Paris ,war um 1720. Mitglied der dastgen Akademie St.Lucas.
Raguil (Carl). S. den Art. Laron.
Ragusa oder Raccusa (Franz), Maler zuRom , verfertigte historische Tafeln für die KirchenSt. Bartholome de Vackinari und St Maria delPopolo. Er arbeitete auch für öffentliche Gebäudezu Brescia . Dtr.
Raguslnus oder von Ragusa (Felix),Miniaturmaler aus Dalmakien, arbeitete im X VI.Jahrh, zu Buda. Le/ir ^Votitia //«»ZM'ar.
Ragusio (Paul de) wird mit Victor pisa,nello, Andreas da Eremona u. a. unter die altenMedailleurs gezählt, die ihre Arbeit aus gegosse-nem Metall verfertigten. Röhler XVlll. rv 3 .
RalbollNl (Franz), genannt Francia, geb.zu Bologna um i 4 öo. war ein treflicher Goldschmied,Gold- und Silberstecher, Edelstein, und Stahl,schneider. Er lernte nach Einiger Meinung die Ma«lerey aus sich selbst; andere geben MarcAoppo undAndreas Mantegna für seine Lehrmeister an. Fran,cia ward in dieser Kunst so berühmt, daß ihm Ra,phael r 5 i 8 . sein Gemäld von der H. Cacilia wel,ches in der Kirche St. Giovanni in Monce aufge,stellt werden sollte, zusandte, mit'Bitte, solcheszu durchsehen, und, wo es etwas schadhaft winde,auszubessern. Nach vasari's Erzählung war Frau,cia bey Ansicht dieses Gemalds so erstaunt und nie,dergeschlagen, daß er nicht lange hernach starb. Die,sem widerspricht Malvasia und beruft sich auf Ge,mälde, die mit Francia's Namen und der Jahrzahli 55 o. bezeichnet sind. Dieser Künstler war sehrgenau in der Proportion, richtig in der Zeichnung,erhaben im Colorit und zierlich in Stellungen. Pr:,maticcio, Libaldi, die Procaccini und CarracciAaaa