Band 
Erster Theil.
Seite
558
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§58 Reynosa.

machte Reynolds zum Ritter, und ernannte ihn1769. zum ersten Director der kurz vorher in Lon-don aufgerichteten Künstleracademie. Man hat sei-ne Einweihungs- und einige andere Reden, die erbey der jährlichen Austheilung der Preise gehalten,durch den Druck bekannt gemacht, und 1768. wardihm eine pindarische Ode zugeeignet. A. Biblisch,schön. Wissenschaft. XIV. 64.

Reynosa (D. Anton Garcia), geb.zuCabrain Spanien i6sZ. lernte bey Sebastian Martine;.Obgleich seine Manier etwas übertrieben und unna-türlich ist, arbeitete er hingegen mit vieler Leichtig-keit, Feuer und Meisterhaftigkeit. Er verfertigteviele historische Zeichnungen mit schwarzer Kreideund der Feder, die man bey den Liebhabern findet.Man sieht eines von seinen mit vielen Figuren an-gefüllten Gemälden in der Kapuzinerkirche der StadtAndujar , welches sehr schön und von allen Kennerngeschätzt ist. Er st. 1677. 160.

Reyßhooe (F. van) ist der Name eines Ste-chers, der nach dem jüngern D. Tenier arbeitete.

Reyvieil ( ), Seemaler, arbeitete um

1760. zu Marseille .

Rezi (Martin), Bildhauer von Lauis, ließsich zu Genua haushablich nieder und verfertigteschöne Statüen, die man mit vielem Vergnügen inöffentlichen Gebäuden dieser Stadt siehet. — SeinSohn Simon arbeitete nicht minder gut in dieserKunst, starb aber in seinen Jünglingsjahren, undder Vater nicht lange hernach in männlichem Alter.Sie lebten vermuthlich im XVII. Jahrh.x. Z21.

Rezo (Lncas da), Maler zu Venedig um iLbv.von welchem man in der Galerie des Hauses Bon-fadino einige historische Bilder zeigt, wird von Bo-schini (S. bbö. u. 56 Z.) angeführt.

Rezzuoli (Hercules), geschickter Maler. Un-ter denMalerbriefen findet man (V. roh.) einen, dervon perer Lauro von Modena an ihn gerichtet ist.

Rbecus oder Rhicus. S. Rboecus.

Rbenr (Guido). S. Reni.

— — (Remigius van), Maler von Brüssel ,war ein großer Nachahmer der Narur. Er arbeitetean dem Hofe Graf Heinrichs von Wolfsegg in demschwäbischen Kreise, und verfertigte um ibon. Ge-mälde, die von den Kennern hochgeschätzt wurden.Als aber das Schloß, welches sein Herr bewohnte,von den Schweizern zerstört und verbrannt wurde,gicng Remigius in sein Vaterland zurück und starbdaselbst. 1. 2Z6.

Rbo (Dionysius), ein Abt, und Miniatur-maler zu Rom um 1680. ist durch seinen Schüler,den berühmten Felix Namelli, bekannt.

Rboecus, von Samos gebürtig, wird fürden Erfinder der Bildhauer- Gieß- und Baukünstegehalten. Er biühete in der 20. Olympiade. /R--E I.. XXX V. c. 12.

Rbolus, Baumeister von LemnoS , baute mitTbeodorus und Zmilus den berühmten Labyrinthdieser Insel. I,. XXXVI. 0 . iZ.

Rborenamer. S. Rorrenbammer.

Rbyngraef; Bentname von A. Breughel.

Rbyparographus, d. i. ein Maler vongemeinen Gegenständen; Beyname von pyreicus.

Rkalta ( ) etzte eine Hochzeit von Caua

nech Paul Caliari u. s. w.

Riario ( ), ein Italiener, verstand die

Kunst, alte Gemälde von ihrem Grunde abzulösenund a«f frische Tücher überzutragen. Er arbeitetezu Partt, wo er in dem Hotel von Bouillon vorseiner Wndererbauung eine Decke, die von dem be-rühmten le Sueur in vierzehn Abtheilungen inOel-farben auf trockenen Kalk gemalt war, auf vbbc-schriebene Weise behandelte. Diese Bilder stellten

Ribera.

die Geschichten von Medea uud Jason war.etc. IV. ir 5 .

Riatti (Carl Anton), Maler zu Bologna ,lernte bey Flaminius Lvrre. Er malte einige Wun-derwerke der H. Jungfrau, genannt von St. Lucas,unter dem Portico, der auf den Berg della Guar-dia in den Gegenden von Bologna führt.yittrice III. 14b-

Ribaldi ( ) verfertigte in dem Oratorium

St.SimplicianuszuMailandfünfGemäldeinFres-co, den jungen Tobias, St. Johannes in der Wüste,St. Anna, die Heimsuchung Mariä und den H.Joseph mit dem Kindlein Jesus vorstellend. Erlebte um 1720. /.atrmsta.

Ribalra (Franz und Johann), Vater undSohn, von Valence gebürtig, malten nach des Vin-cenz Carducho Manier. Der Vater that eine Reisein Italien, wo er, der Sage nach, des HannibalCarracci Schule besuchte. Ein großer Künstler saheines von seinen Gemälden für Raphaels Arbeit an,so sehr studirte er diesen großen Meister. Seltentrift man zween Künstler an, die einander in ihrerArbeit so ähnlich waren, als die beyden Ribalra.Einerley Genie, einerley Geschmack u. s. f. Dereinige Unterschied ist, daß des Vaters Maniermännlicher und kühner, des Sohns aber fleißigerwar. Beyde starben in hohem Alter in ihrem Va-terlande. Franz um 1600. und Johann um i6Zo.Ihre meisten Gemälde werden in den Kirchen undKlösternderStadrValencegezeigt, ^e/arco H6.

Ribaudengo ( ), ein Turiner, malte

die Architektur an dem Gewölbe der Kirche der Ci-tadelle dieser Stadt. Farto/r I.

Ribera (Joseph), genannt Spagnoler, geb.zu Gallipoli in der neapolitanischen Provinz Lecce 129z. Hier hatte sein Vater, ein Spanier, vonLativa in dem Königreiche Valence gebürtig, eineKriegsbedienung; daher Joseph seinen Beynamentrug. Er hatte den M. A. Merigi, der damals zuNeapel arbeitete, zum Lehrmeister. Zu Rom stu-dirte er nach Raphael und zu Parma nach Correggio ,dessen Manier er so wohl nachahmte, daß viele vonseinen Gemälden für dieses Künstlers Arbeit gehalten werden. Ribera war von Geburt an sehr arm,und mußte lange Zeit mit diesem Ungemache käm-pfen ; als er zu Rom studirte, traf ihn einst einCardinal bey seiner Arbeit an, bewunderte seine Ge-schicklichkeit und erbarmte sich über seine Armuth;daher er ihn in seinen Pallas! aufnahm und mit allemNothwendigen versorgte. Da aber Ribera ver-spürte, daß diese Veränderung ihn trage machte,verließ er den Cardinal plötzlich; und damit er seinerArbeit mit mehreren, Fleiß obliegen könnte, begaber sich freywillig in seinen vorigen Stand. NachseinerZurückkunftnach Neapel fand er anfangs, we-gen der Menge berühmter Künstler, wenig Arbeit;da er aber, auf Eiuralhen guter Freunde, die schöneaber mühsame Manier des Correggio verließ, undseines Lehrmeisters wieder annahm, auch dieselbemit einer edeln Zeichnung und Cvlvrit verbesserte,setzte er an einem Festtage den Martyrtod des Apo-stels Bartholomäus öffentlich aus. Dieses Gemaldmachte ihm sein Glück, denn es gefiel allen Kunst-kennern ; der damalige Vicekönig, Herzog von Os-suna, bewunderte es, und erklärte diesen Künstlerzu seinem Hofmaler; der Pabst gab ihm den Christus-Ritterorden, und die Academie St. Lucas zu Rom nahm ihn zu ihrem Mitgliede an. Spagnolerroverfertigte sehr viele sowohl öffentliche als Privatge-malde und erwarb sich einen großen Reichthum.Die Carthause zu Neapel allein besitzt mehr als hun-dert Bilder von seiner Arbeit. Nach Domenici ver-liebte sich Don Juan d'Austria, der -648. als Vicc-könig »ach Neapel kam, in eine seiner Tochter, undentführte sie; diese Beschimpfung schmerzte denRibera so sehr, daß er Neapel heimlich verließ,ohne daß man seither etwas Zuverlaßiges von sei-nem Aufenthalt und Absterben hatte in Erfahrungbringen können. Andere Schriftsteller setzen jemSterbejahr auf r6äü. Dieser Meister suchte sich