Band 
Erster Theil.
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560
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5K0 Ricci.

lichen, der vorzüglich gezeichnet und gemalt ist. Die-ser Künstler st. 1602. 65 . 1 . alt. Lr-ioA II. ng.

Ricci od. Rizzo (Franz). S. St. ssroce.

— — (Joh. Baptist)/genannt da Novara ,kam unter der Regierung Sixt V. sehr jung nachRom . Als er an der H. Treppe, in dem vatikani-schen Büchersaale, und in dem päbstl. Pallaste beyEt. Johann Lateran seine Talente genugsam gezeigthatte, ward er von diesem Pabste zum Oberaufseherder Malerarbeit, die bey seinen Lebzeiten verfertigtwurde, verordnet. Seine Bilder in Oel und Frescoin Kirchen, Klöstern und Pallästen zu Rom sindsehr zahlreich und mit großer Kühnheit gemalt.Ricci zierte 1622. die Loge der Musicanten in derSt. Peterskirche mit Stuccaturarbeit, und verfer-tigte die Bildnisse von 36 . Päbsten, die in dieserKirche zwischen den Fenstern und dem Gewölbe ange-brachtsind. Er st. 27. 1 -alt. Ph. Thomaffin hat einenSturz Lucifers nach ihm gestochen. öa§üo»i x. 40.

— — (Julian). S. den Art. Marc Ricci.

— — (Marc), Maler von Belluno , lerntebey seinem Oheime, Sebastian Ricci . Er wardein sehr geschickter Meister in Landschaften und Ar-chitekturen. Marc arbeitete für Venedig, Deutsch-land , vornehmlich aber für England, wo seine Ge-mälde sehr gesucht waren. Um 1710. gieng er nachLondon , wo er vielen Ruhm erlangte und die Gros-sen dieses Königreichs bediente. Auch half er seinemOheime, der ebenfalls dahin kam, verschiedeneWerke in Oel und Fresco zu malen, die der Köni-gin Anna und dem ganzen Hofe wohl gefielen. Siekehrten darauf in ihr Vaterland zurück, wo Marcviele Landschaften in der Größe von zween Fußenmit Wasserfarben fertigte, welche häufig aufgekauftwurden. Er st. 172g. 5 o- I alt. Julian Ricci,sein Neffe, I. Giampiccoli und einige andere habennach seinen Landschaften geetzt, so wie er selbst nachseinen eigenen Erfindungen. Sein Werk ist zahl-reich , aber nichts Besonderes. Er staffirte dieLandschaften mit artigen Figuren und brauchte einenguten Baumschlag; aber es fehlt den Blättern ander Würkung; die Manier fällt unangenehm insAuge; die Thiere sind schlecht gezeichnet und diePerspectiv nicht gur beobachtet.

— — (Marc Lucian), berühmter Musivar-beiter zu Venedig , lebte um i 55 o. Man sieht vonseinen Werken in der dasigen Kirche und SacristeySt. Marcus. LanaA/m.

— — (Peter), Maler von Mailand , wirdvon Lomazzo unter des Leonhard da Vince Schü-ler gezählt. Er lebte um r 52 c>. (?uarre»tr. — Emanderer pererRicci ist in dem Art. Ricchi zu suchen.

— — (Philipp Marci), Maler zu Florenz ,lernte bey Balthasar Franceschini. Er gab von sei-ner srühend Jugend an deutliche Proben seiner Ge-schicklichkeit im Zeichnen und Malen, so daß er,durch seinen Fleiß in der Arbeit, einer der beßtcnSchüler seines Lehrmeisters wurde. Er blühete um1680. Aa/chmiccr 8sc. V- p. 41).

— — (Sebastian), Malervon Belluno, lerntebey Friedrich Crrvelli. Die vornehmsten Bilder dergrößten Künstler, mit welchen die berühmtestenStädte Italiens geziert sind, halfen zur Vervoll-kommnung seiner Kunst, und die meisten Fürsten inEuropa übten seinen treflichen Pinsel. Von derKönigin Anna ward er nach London berufen; aufdieser Reise kam er nach Paris , wo er sich einigeZeit aufhielt und in die dastge Malerakademie auf-genommen wurde. Als er zu London seine Geschäftevollbracht hatte gieng er nach Venedig zurück, woer sich niederließ, und starb daselbst 1724. 75. 1. alt.Dieser Maler hatte edle und erhabene Ideen, seineEinbildungskraft war lebhaft und fruchtbar, dasCol«rit kräftig, zuweilen aber schwarz. Seine Com-positionen sind rührend und die Ausarbeitung leicht.Er unternahm viele Arbeiten auf einmal; und da ersein Glück dem Ruhme vorzog, so verabsäumte ervielmal die Natur zu Rathe zu ziehen. Einige vonseinen Gemälden sind bisweilen für Pauls Deronese

Ricciarelli.

Arbeit angesehen und bezahlt worden. Kein Künst-ler der venetianischen Schule war vielleicht so rüh-rend , wie er; aber man erstaunt öfters über seineWerke, weil die äußeren Sinne nicht gerade zuvon der Wahrheit sich rühren lassen; bey reifererBetrachtung siehet man, daß uns der Künstler,besonders im Colorit, betrogen hat. Seine Schat-ten sind nicht selten ein pures Roth u. s. f. DieBundeslade in St. Cosmo della Guidecca,ein Werk von einer Menge Figuren, worin er dieverschiedenen Schulen der Maler nachzuahmensuchte, und Moses , der den Felsen schlägt, voneiner prächtigen Erfindung und meisterhaftemColorit, werden unter seine schönsten Werke zuVenedig gezählt. Seine vornehmsten Bilder siehtman zu Wien, Rom, Venedig, Mailand , Pa-via, Parma, Bologna, Florenz, London u. s. f.I. M. Liotard, F. Fontebasso, Faldoni, Monaco ,Bartolozzi rc. haben nach ihm gestochen,

Riccia (Bernhardjn), genannt Ricci), Ma-ler, folgte des Galearius Campi Manier, welchedie alte unter den neuern genannt, und von PeterPerugino, Johann Bellini u.s.f. gebraucht wurde,aber ziemlich trocken ist. Ricci« arbeitete um i 54 c>.in seiner Vaterstadt Cremona . La/aimr-ccr 8ec. t V.?. 2. Dio. 1Z1.

Ricciardelli od. Ricciarelli (Gabriel),Maler zu Neapel , lernte bey seinem Vater Joseph,einem geschickten Formschneidcr und Landschafts-maler; ferner bey Niclaus Bvnito, I. Franz vanBloemen und Peter Capelli, studirte auch nach Ca-spar Dughet und Claudius Gelee . Aus allen die-sen Unterweisungen bildete sich Gabriel eine eigeneManier und brachte in seinen LandschSften schöneAussichten, verfallene, mit Gtatüen und Gesässengezierte Palläste, angenehme Lagen, verschiedeneGattungen Bäume und Gebüsche, zierliche Vorbo-den, seltsame Lüfte und sehr natürliche Waffcrfällean, und malte dieses Alles mit einem lebhaften Co-lorit und ziemlich guten Figuren. Dieser Künstlerwählte sich meist Gegenstände aus den schönen Ge-genden des glücklichen Campaniens; wie die Alter-thümer von Pesto, Pozzuolo, Portici , Capo daMiseno, des Crakers u s.f. sind. Er hat sich vieleJahre in England aufgehalten, und ward dadurchso bekannt, daß er nach seiner Zurückkunft fast fürniemand anders als für Engländer arbeitete. Mansieht auch Vieles von seinen Werken in den Pallästenseines Königs und in Frankreich . Er blüheie um17/,0. — Um gleiche Zeit lebte auch AlexanderRic-ciardelli, Baumeister zu Neapel . Dc-MEr 111 . 568 .

Ricciarelli (Daniel'», genannt da volterra .Caspar Cello gab ihm den Beynamen Bragherone,welches große und weite Schweizerhosen bedeutet;diesen bekam Ricciarelli, da er auf päbstlichen Be-fehl die Blöße der Bilder in dem letzten Gerichte desMichelangelo , in der Siptinischen Kapelle, mitGewändern bedecken mußte. Daniel lernte beyI. Anton Verzelli, Balthasar Peruzzi, und zu Rom bey Perino del Vaga . Nach dieses letztem Abster-ben vollendete er auf Befehl Paul III. dessen hinter-lassene Arbeit in dem sogenannten königl. Saale .Neben dem verfertigte er in dieser Stadt sehr vieleWerke, worunter die Abnehmung Christi vomKreuze in der Kirche St. St. Trinita del Monttfür eines der schönsten in ganz Rom gehalten wird;auch die Kapelle der Prinzessin Ursini ist in großerAchtung. Ricciarelli arbeitete auch in Slucco undanderer Bildhauerarbeit. Das Pferd, welches dieStatue Ludwig XIII . trägt, auf dem königl. Platzezu Paris , und anfangs für diejenige Heinrich 11 -bestimmt, ist von Dämel in einem einzigenGusse verfertigt; aber der Künstler st. i 566 . 5 /- Ä-alt, ehe bemeldie Statue zu Stande kam. I. B.de Cavalleriis, A. Westerhont, R. Audenaerd undNiclaus Dorigny haben alle obbemeldte Kreuzab-nehmung in Kupfer gestochen; aber dieses letzter»übertrift die andern sehr weit. — Leonhard Ric-ciarelli, Daniels Neffe und Schüler, war ein ge-schickter Stuccoarbciter. 111. 6,6.