5lö Rosselli.
tramarin, feinem Lac, Zinober und Vergoldungenzierte. Diese Manier gefiel den Oberaufsehern sowohl, daß er nicht allein den aufgesetzten Preiß er-hielt, sondern auch die übrigen Maler genöthigtwurden» ihre Werke nach diesem elenden Geschmackeinzurichten. Roselli starb zu Florenz 1484. 68. 1 .alt und ward in der Kirche zum H. Kreuze begra-ben. Baldinucci hingegen will aus einer authen-tischen Schrift behaupten: Dieser Maler habe 1^96.noch gelebt. Er zeichnete ziemlich gut und hatteeinige Erfahrung in der Perspectiv; aber seine Er-findung und Colorit sind nicht glücklich. Lotter
I. 407.
Rosselli (Matthäus), Maler von Florenz ,lernte bey Gregorius Pagani und gieng mit Domini-cus Passignano nach Rom , wo er nach Raphael undPolydor Caidara studirte. Nach seiner Heimkunftvollendete er verschiedene ausgearbeitete Gemäldeseines Lehrmeisters. Obgleich seine Figuren etwasgezwungen und allzuwenig lebhaft sind, bediente ersich dagegen einer zierlichen Manier, schöner Ge-sichtszüge , einer guten Erfindung, angenehmenHarmonie, richtigen Zeichnungund einer tref-lichen Lehrart gegen seine Schüler. Matthäusverfertigte große historische Tafeln und eine unzäh-Menge anderer Gemälde. Erstarb zu Florenz i6bo.72. I. alt und ward in der Kirche St. Marcus be-graben. Man hat von I. B. Probst ein Blatt nachihm, welches Pabst Alexander IV. vorstellt, wie erden Servitenorden in einem Consistorio bestätigt,und der Ritter Gaburri hat dieses Künstlers Ge-mälde in dem großherzogl. Pallaste zu Florenz inKupfer stechen lassen. I. Callot hat auch nach ihmgectzt. Sa/äürttccr L»ec. IV. p. Zog.
— — (Peter), genannt di Cosimo, Malerzu Florenz , lernte bey dem Meister, dessen Beyna-men er trug: Dieser unterwies ihn mit großer Liebe,besonders, da er an seinem Schüler eine »»gemeineAufmerksamkeit, auch ein ruhiges und stilles We-sen, welches allein auf die Erlernung seiner Kunstgerichtet war, verspürte. Die fleißige Arbeit desLeonhard da Vince gefiel ihm überaus wohl; aber erveränderte nachher seine Lebensart und feine Manier,und fand sein Vergnügen an Vorstellung von Bac-chanalien , auch schrecklicher und ungewöhnlicherGegenstände. Er belustigte sich in Betrachtung selt-samer Bildungen der Natur an Gewachsen und Thie-ren; beschaute auch mit großer Aufmerksamkeit altebefleckte Mauern, an welchen ihm seine fruchtbareEinbildungskraft Reuterschlachten, Städte, Land-schaften u. s. f. vorstellte. Er starb zu Florenz 1021.80. I. alt und ivard in der Kirche St. Maria mag-giore begraben. ^»«,1 III. 20.
Rossellino (Anton), Gamberelll genannt,geschickter florenlinischer Bildhauer, verfertigte dassehr fleißig ausgearbeitete Grabmal des Cardinalsvon Portugal in der Kirche St. Miniato.- Die Bilderder H. Maria und des Engels scheinen eher Fleischals Marmor zu seyn. Diese Arbeit erwarb demKünstler einen großen Ruhm; daher er nach Nea-pel berufen wurde, wo er das Grabmal der Gemah-lin des Herzogen Amalfi , eines Neffen Plus II.verfertigte. Er war seines Bruders BernhardsSchüler und starb zu Florenz um i-jgo. 46. I. alt.Man bemerkt in seinen Werken richtiges Ebenmaaß,Zierlichkeit, natürliche Gebehrden und lebhaftenAusdruck der Gemüthsbewegungen, in welch letz-tem er den Donatello selbst übertraf; daher seineArbeit von Michelangelo und den größten Künstlernhochgeschätzt wurde. S. den Art. A. Rosselli.
II. 7. u. 8i.
— — (Bernhard), Antons Bruder, Bild-hauer und Baumeister zu Florenz, lernte bey Do-natello. Er arbeitete zu Rom in Diensten Nic-laus V. der große Anschläge machte, die Kirche,vornehmlich aber den Pallast des Vakicans zu er-weitern , um denselben für die anwesenden Cardi-näle und für auswärtige Fürsten, welche je zu Zei-ten diese Stadt besuchen würden, wohnbar zu ma-chen, so daß er der größte und prächtigste Pallastin der Welk werden sollte. Allein diese Entwürfe,
Rossi.
von welchen Rossellino Modelle verfertigte, wa-ren allzu weitläuftig, und wurden durch das Ab-sterben dieses Pabstes zernichtet; nur ein sehr klei-ner Theil davon kam zu Stande. Dieser Künstlerbaute viele Zimmer in der Engelsburg , und ziertesie sowohl aus- als innwendig; dann baute er dieKirche St. Franziscus zu Assis wieder auf, die erauch befestigte und auszierte. II. 412.
Rosse ttl (Cesar), Maler, Bildhauer undBaumeister von Perugia , lernte bey Peter Vannucci,und übte anfangs die Malerey, in welcher er vieleGeschicklickkeit zeigte. Auf Einrathen falscherFreunde verließ er diese und legte sich auf dieBildhauer- und Baukünste, in denen er einige Zeitzu Rom unter der Aufsicht Raphaels, seines Mit-schülers, arbeitete; nach dessen Tode kam er in seinVaterland zurück, und da er wenig Arbeit fand,schrieb er einige Abhandlungen über die bürgerlicheund Kriegsbaukünste, die er einem Kriegsoberstenverkaufte, und welche hernach in türkische HändeMiethen. Cesar starb um r 55 o. 60. I. alt, mitdem Ruhm eines geschickten aber unglücklichenKünstlers. /ħco/r p. 6g. — Ein anderer CesarRosserri, Maler zu Rom , arbeitete unter der Auf-sicht Josephs Cesari im Lateranischen Pallaste undim Eapitvl. Er starb in hohem Alter unter der Re-gierung Urban VlII. um i 6 a 5 . x. 18Z.
— — (Dominicus), Künstler von Venedig ,kam mit dem Bischöfe I. Franz Barbarigo, derihn zum Ritter machte, nach Verona . Er war in vie-len Theilen der Kunst, als in der Architektur, Per-spectiv , Kupferstechen , Formschneiden u. s. f. wohlerfahren. Der Churfürst von der Pfalz beriefihn nachDüsseldorf , wo er, neben Anderm, den Triumph Ale-xander des Großen aufzwölf Regalbogen in Kupferbrachte. Man findet auch von seiner Arbeit in desLouisa Sammlung, die er nach Tintoret, P. Liberi,C. Fiore u. s. f. etzte. Dieser Künstler lebte um1718. zu Verona 70. I. alt. /ÄL-rw Hüäit. p. ZZ.— Ein anderer Dominicus, genannt Rosserri,wird in dem Art. Burnchini angeführt.
— — (Joh. Paul) von Volterra lernte beyDaniel Ricciarelli, mit dem er zu Rom und a. O.arbeitete. Er war ein fleißiger Künstler und hatteein trefliches Genie. In seiner Geburtsstadt, woer sich lange Zeit aufhielt, verfertigte er viele Werke,die alles Ruhms würdig sind. Er lebte um i 56 o.
III. 685 .
— — (Paul), Maler von Cento, machte
seinem Lehrmeister, Hieronymus Muziano, vielEhre. Gemälde kennt man zwar nicht viele von ihm;aber seine Musivarbeiten, die er nach den Zeichnun-des Christoph Noncalli in den Gregorianischen undClementinischen Kapellen, wie auch an der Kuppelder St. Pelerskirche verfertigte, sind in desto größe-rer Menge vorhanden, und werden billig bewundert.Er starb in hohem Alter zu Rom 1621. und ward inder Kirche St. Laurentius de Lucina, dessen Klosterer zu seinem Erben einsetzte, begraben. S. den Art.Cinrius Bernascom. p. 160.
Rossi (Andreas), Kupferstecher zu Rom , ar-beitete um 1730. nach H. Carracci , P. Berretino,P. Battoni u. s. w. Man hat von ihm eine per-spektivische Vorstellung der innwendigen Kirche ÄraCoeli, die auf die Canonisation der H. Margarethavon Cortonna ausgeziect wurde. Snnäe///«/.
— — (Angelus de), Bildhauer von Genua ,lernte bey Philipp Parodi. Er kam in seinem Acht-zehnten nach Rom , wo er die Akademie besuchte undnach den Antiken studirte. Dieser Künstler verfer-tigte ein historisches Basrelief in lebensgroßen Fi-guren auf dem prächtigen Hauptaltare der Iesuiter-kirche Jesus. Roßt war des Cardinals Ottobonibestellter Bildhauer und verfertigte auf dessen Be-fehl das vortrefliche Grabmal Alexander VIll. wel-ches aus Figuren und Basreliefs besteht. Er starb zuRom 1715. 4 ä- 3 alt. /'ascoü 1.274. — Ein ande-rer Angelus oder Aniello Roßt, Maler zu Neapel ,lernte bey LucasGiordano und copirte dessenGematde