Band 
Erster Theil.
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606
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606 Scheysers.

Sche^sers. S. Rayfer.

Gchiafino (Franz), Bildhauer zu Genua ,studirte diese Kunst in seinem Vaterland und zu Rom bey Camillus Rusconi. Er kam mit großem Ruhmenach Haus, und ward bey den vornehmsten Wer-ken , die für Kirchen und Palläste verfertigt werdensollten, vielfältig gebraucht. Auch arbeitete er fürden König in Portugal . In 1742. verfertigte er ei-nige sehr fleißig ausgearbeitete Basreliefs für dasH. Grab zu Jerusalem . Der Raub der Proserpinain dem Pallaste Durazzo hat etwas Gutes, und dasNackte ist wohl ausgedrückt; aber die Figuren sindgemaniert, unrichtig gezeichnet und übertrieben inden Stellungen. Man siehet auch von seiner Arbeitin einem Saale des Rachhauses die sehr wohl ge-rathene Statüe des Herzogs von Richelieu , diekeinen andern Fehler hat, als daß der Kopf etwaszu klein ist. Schiafino st. 1 / 65 . Letten r« /aVI. 288.

Schiaminose. S. Sciaminose.

Schiaon. S. Schiavone.

Schiarano. S. Sciarano.

Schiaßl (Anton), Bildhauer, studirte um1727. in der Academia Clementina zu Bologna , woer zweymal den Preis erhielt, O/em. I. 83 .

und 91.

Schiavi (Bernhard). S. Sciavi.

Gchiavo (Paul), Maler von Florenz , wo erauf frischen Kalk arbeitete und des Masolino Pani-cale Manier nachahmte, vasari gedenkt seiner indes letztem Lebensbeschreibung.

Schiavone (Andreas), genannt Meldolla,geb. zu Sebenico in Dalmakien 1022., übte sich zuVenedig in Kopirung der Blatter von Parmesanund der Gemälde Titians und Giorgione . Hier-durch erlangte er ohne Lehrmeister ein zarte, ange-nehme und zierliche Manier, die er bis an sein Le-bensende, welches 1682. zu Venedig erfolgte, zuverbessern suchte. Obgleich die Zeichnung diesesMalers unrichtig ist, hindert solches nicht, daß erunter die berühmtesten Künstler gerechnet werde.Er war ein treflicher Colorist, malte die weiblichenFiguren sehr wohl, und arbeitete die alten Manns-köpfe zierlich aus; dann hatte er einen guten Ge-schmack in Gewändern, und einen leichten geistrei-chen und angenehmen Pinsel; seine Stellungen sindwohl ausgesucht und die Contraste schicklich ange-bracht. Schiavone ahmte in seinen Werken vor-nehmlich den Parmesan nach. Man sagt: Tintorethabe bey seiner Arbeit beständig ein Gemald vonSchiavone vor sich gehübt. Sein Ruhm und derPreis seiner Arbeit stiegen erst nach seinem Tode;welches er aber mit verschiedenen großen Malerngemein hat. Man hat von ihm einige radirte Blät-ter nach seinen eignen Erfindungen, nach Parmesanu. s. f. Verschiedene andere nach seinen Gemäldensind in der Gallerie des Erzherzog Leopolds und in derSammlung von Crozat anzutreffen. Kräo// 1 .227.

— — (Hieronymus oder Georg), lernte die

Malerey, mit Andreas Mantegna und andern be-rühmten Künstlern, bey Jacob Squarcione undblühete um 1H12. Eines von seinen Bildern siehtman in der Schule St. Marcus; es stellt den Hei-land in dem Garten Gethsemane, in Wasserfarbengemalt, vor. I. 68.

— — (Lucas), Maler zu Mailand , ist alsLehrmeister des Hieronymus Delfinone, eines vor-treflichen Seidenstickers, bekannt.

— — (Michel Angelus), Bildhauer, arbei-tete lange Zeit in Sclavonien, seinem Vaterlande.Er kam nach Rom, wo er das Grabmal Urban VI. in der Kirche St. Maria dell' Anima nach einerZeichnung von Balthasar Peruzzi ziemlich gut ver-fertigte. Dieser Künstler blühete um » 54 «. 2 a/-chnucci V. 141.

Schidone (Dartholomö), Maler von Mo-den«, lernte bey Hannibal Carracci , hielt sich abervornehmlich an des Correggio Manier, die niemand

Schinardo.

so glücklich nachahmte als er; malte aber auch zu,weilen in Lanfrancs Geschmacke. Der Herzog Ra-nutius von Parma machte ihn zu seinem erstenMaler, beschenkte ihn mit einem Lehen, und gabihm eine schöne Behausung. Aber das Glück, wel-ches er durch seine Kunst verdiente, war durch eineverdammliche Spielsucht zernichtet, und starb er1616. 56 . 1 . alt aus Unmuth, als er in einer Nachtso viel verlor, daß er außer Stande war, seineGläubiger zu bezahlen. Seine Gemälde sind sehrselten, und wegen ihrer guten Ausarbeitung, An-nehmlichkeit, zarter Behandlung, verständiger Aus-wahl, schönen Gestchtszügen, gelinder Färbung,und meisterhaften Pinsel sehr geschätzt. Seine Zeich-nungen sind voll Feuer, und von großem Geschmacke.Seine meisten Werke findet man zu Piacenza undzu Modena : An diesem letztern Orte z. B. in demherzoglichen Pallaste sehr schöne Familienportraitevon seiner Hand. Er hat eine kleine H. Familieselbst radirt, welche Sixt Badalocchio und JohnSmith ebenfalls in Kupfer gestochen haben.

Schiebling (Christian). S. den Art. D.preißler.

Gchiera (Ruffino di); Maler, von welchemman in dem Pallaste Corstni zu Florenz eine H. Fa-milie siehet, die ihre Verdienste hat und mit einerzarten Manier gemalt ist; besonders ist der H. Jo-seph sehr gut. Coc/rr'-r II. 72.

Schifardini (Don Damian), Carthauservon Siena , verfertigte die Zeichnung und den Planzu der dastgen Kirche St. Maria in Provenzano,die gegen das Ende des XVI. Jahrhunderts erbautwurde- 2ercr.

Schlffelrs (Michel). S. den Artik. D-Heichler.

S ch i ffn e r ( ), Maler zu Dresden , lernte

bey I. Eleazar Schoenau. Er malte Landschaftenmit Figuren und Viehe in Dietrichs Geschmacke.

Schild ( ), Bildnißmaler , arbeitete um

den Anfang des X V III. Jahrhunderts zu Hamburg .P. Drevet hat nach ihm gestochen. — Man findetauch unter diesem Namen gemalte Jagdstücke.

— — Bentname des Feldschlachtenmalers G-ph. Rugendas.

Schildpad d. i. Schildkror; Bentnamevon Fr Danks.

Schiler oder Schilles (Peter Anton undMichelangelus), Gebrüder, lernten bey Franz So-limena. P. A. malte schon frühzeitig sehr schöneErfindungen, die man öfters für seines Lehrmeistershielt. Aber wegen seines frühzeitigen Absterbcns,welches 1717. in seinem Achkundzwanzigsten er-folgte, findet man wenig öffentliche Gemälde vonihm. Michelangelus nahm in der Kunst so wohlzu, daß er währender Lehrjahre seinem Meister guteDienste leisten konnte, auch von diesem bey verschie-denen Anläßen sehr gerühmt und vornehmen Stan-despersonen empfohlen wurde. Er malte nicht alleinGeschichte in Oels Wasserfarbe und Fresco, sondernauch Früchte, Blumen, Vögel, Thiere, Fische undMeergewächse. Ferner radirte er verschiedene Blät-ter nach seinem Lehrmeister; neben Anderm die Ent-führung von Cephalus durch Aurora Er lebte nochUM 1740. OoMeurcr III. 668. u. 683 .

Schiller od. Schilling (Lorenz), Stahl-schneider, fertigte 1611. eine Schaumünze, woraufdie Stadt Frankfurt am Mayn, seine Geburtsstadt,mit den Wappen der dastgen Rarhsglieder abgebil-det ist. Löhler VI. 280.

Gchilperoor (Conrad). S. I. van Goren,seinen Lehrmeister.

Schildknechr (Joh. Reinhard), Kupferste-cher zu Leipzig um r 65 c>. Man hat von ihm Bild-nisse u. s. w.

Schinardo (Johann), Maler zu Bologna ,lernte bey Gabriel Ferrantini. Er arbeitete zwar