Band 
Erster Theil.
Seite
609
JPEG-Download
 

Schober.

Schober (I. W-), Maler, nach welchemPhilipp Kilian das Bildniß Joh. Georg des zwey-ten, Churfürsten von Sachsen gestochen hat.

Schoch (Abraham), Kupferstecher, gab, ne,ben Anderm, das Bildniß von Stanislaus Augu-stus, König in Polen .

— — (Johann), geschickter Baumeister, ar-beitete um 17/0. an dem Curpfalzischen Hofe. Erwird von Jnchof angeführt.

— — ( ), berühmter Goldarbeiter, war

von Augspurg gebürtig, und arbeitete im XVIII.Jahrh, zu London , von Sterten Brief IX.

Schoeffer od. Schoiffer (Peter), Form-schneider und Bedienter von Johann Faust , einemder ersten Buchdrucker; erwarb sich durch seinenFleiß und Verstand die Ehre, daß er für den wah-ren Erfinder der Buchdruckerkunsi gehalten wird.Man schreibt insgemein die Erfindung der Holz-schnitte ins Helldunkel dem Hugo da Carvi zu; in-dessen zeigt Schoeffer« berühmter Psalter, der1457. mit verschiedenen Farben gedruckt ist, daßdiese Kunst lange vor Hugo in Uebung gewesen,aber von diesem wahrscheinlich verbessert worden.Johann Schoeffer, Peters Sohn, BuchdruckerzuMaynz, hat auch umi 5 i 5 . und 1620. Holzschnitteverfertigt. /chMmr I. uz. u. 146.

Schoek (Heinrich van), niederländischer Ku-pferstecher, arbeitete vermuthlich zu Rom . Manhat von ihm Blatter nach Vramantes Lazari, Mi-chelangelo , Jnnoc. Martini u. s. w. SamäeLr'm.

Schoen (Erhard), Maler und Kupferstecherzu Nürnberg , bemühete sich, nach dem BeyspieleAlbrecht Dürers und I. Sebald Boehms, denLiebhabern der Malerkunst die Regeln der Propor-tion beyzubringen. In dieser Absicht gab er i 5 Z 8 .eine kurze Anweisung in Druck, worin er lehrte,wie Schilde, Helme u. s. f. nach unterschiedlichenTheilungen und Zirkclrissen richtig zu zeichnen sind.Erhard folgte in Stichen und Holzschnitten DürersManier. Er st. nach 1660. Doppelmayr S. 197.

— — oderSchoenhaner (Martin), vonKalenbach, heut zu Tage Culmbach genannt, gebürtig. Man nennt ihn gewöhnlich den hübschenMaerrerr, und bey den Italienern Bonmarnnooder M. d'Anverfa. Sein von dem jüngern Jo-hann Leykmann iM. gemaltes Bildniß wird in demtreflichen Praunischen Kunstkabinette zu Nürnberg aufbehalten. Albert Dürer , dem dieses Bild ver-ehrt wurde, schrieb mit eigner Hand hinten darauf:M. Schongawer sey zu Colmar von Augspurg!-schen Eltern geboren. Er lernte be» Lupert Rüst,und war einer der ersten Maler in Deutschland , dersich durch seine Arbeit einigen Ruhm erworben halle.Martin setzte sich zu Colmar , und stiftete eine dauer-hafte Freundschaft mit Peter Perugino. Man sagt,Michelangelo habe in seiner Jugend den Traumdes H. Antonius, den Martin in Hol; geschnittenhakte, kopirt. Seine bekanntesten Blatter werdenauf i2i. Stücke geschätzt. Er ss 1486. Gherardo,W. Hollar u. s. w. haben nach ihm geetzt. Sand-ra« I. 220. — Barrholome Schoen wird fürMartins Bruder und einen der ersten Kupferstechergehalten. Christ führt sein Zeichen S. 120. an.

Schoen au. S Schenau.

Schoen seid (Joh. Heinrich), geb. zu Bibcrach1609 , lernte bey Johann Sichelbein, und warddurch Betrachtung der Gemälde, die man in denvornehmsten Städten Deutschlands von den beßtenKünstlern zu sehen bekömmt, ein berühmter Maler.Er kam nach Rom , wo ihm wegen seiner Kenntnißin der Zeichnung und in der Malerey in dem PallasteOrsini , und in der Kirche St. Lisabeta de Fornarieinige Werke zu verfertigen anvertraut wurden. Ermalte bis in sein hohes Alter mit einer starken undwohl ausgedrückten Manier in den Städten Mün-chen, Lyon, Salzburg und fast in ganz Deutschland .Schoenfeid setzte sich zu Augspurg, wo er zwi-

Schoon-Jans. 609

schen 1670. und 80. starb. Er hat 1626. einigeKöpfe in 12. geetzt. G. Ehinger, G. A. Wolfgang,M. Küssel, die Kiliane u. s. f. haben nach ihm ge-stochen. Sandra« I. 027.

Schoepf (Joh Adam), geb.zuStraubinaen1702., ein künstlicher, erfahrner und glücklicherGeschichtsmaler, dem wenige Künstler seiner Zeitzu vergleichen sind. Er war um 1750. Churfürstli-cher Kammerdiener und Hofmaler zu Cölln. S.sein Bildniß.

Schoevaerrs (M.), etzte viele Bamboche-stücke von seiner Erfindung in des Cornelius duSart Geschmacke. SaEr. Er scheint mit M.Sue«s einige Ähnlichkeit zu haben.

Scholl, vielleichtSchollenberg (H. I.),Kupferstecher, ist durch Bildnisse bekannt.

— — (Johann). S. M des Marees, sei-nen Lehrmeister.

Schom (Martin). S. Schoen.

Schomburg (Christoph), von Ratzcburg ge-bürtig, lernte und übte anfangs, wie man sagt,das Schneiderhandwerk; weil er aber eine besondereNeigung zur Malerey bey sich spürte, verließ er seinVaterland und kam 1702. nach Rom , wo er beyzehn Jahren fleißig studirte, und indessen eineMenge Bildnisse malte, womit er sich seinen Unter-halt verschaffte. Der Graf von Harrach, Gouver-neur von Niederlanden, ließ ihn nach Brüßel kom-men, wo Schomburg auf eine Leinwand von 22^lang und iV breit, diesen Grafen mit seiner Ge-mahlin und zehn Kindern in einem Garten vorstellte.Dieses schöne Gemald ist in dem Gräflich - Harrar chischen Schlosse Prück an der Leykha vier Meilenvon Wien zu sehen. Er kam hernach nach Wien ,und endlich nach Kopenhagen , wo ihm der Königdie General-Jnspection über seine Kunstgalerie an-vertraute. Hier starb dieser Künstler 17Hz. Bunst-zeirung 772. St. 26 . u. 42.

Schoof (Rudolf). S. A. de Bie, seinenSchüler.

Schook (Heinrich), geschickter niederländischerBlumenmaler, lernte bey Johann Davids de Heem,und blühete um 1680.

Schoonebeck (Adrian), Buchdrucker undKupferetzer zu Amsterdam , lernte bey Romain deHooghe, dessen Manier er zwar ziemlich nachahmte,aber einen noch schlechter» Geschmack in der Zeich-nung hatte, a s dieser. Man kann solches ausSmids: Vicrurs logueus. die 1695. in 8 . ge-druckt ist, sehen. Er arbeitete i» Moscau , wo erum 1714. starb. Sein letztes Werk ist die Geschichteder Ritterorden, die daselbst in sc>avouischcr Svracheersch ien. Ma»' iette I. Zug.

Schoon-Jans (Anton), Maler von Antwer-pen , lernte bey Erasmuü Quellm. Er gieng sehrjung nach Rom , wo ihm die niederländische Schil-derbent den Beynamen parrhasius beylegte; einName, den ihm seine Verdienste erwarben. Er ar-beitete einige Zeit an dem kaiserl Hofe, wohin ihnLeopold I. berufen ließ, da er die Ehre halte, diehohe Herrschaft und andere Standespersonen zuschildern. Dieser Maler kam darauf in sein Vater-land zurück; aber das Glück wollte ihn daselbstnicht begünstigen, daher gieng er an den yof zuDüsseldorf , wo er sehr wohl aufgenommen ward.Nach Churfürst Joh. Wilhelms Absterben besuchteer auch andere Hofe, neben ander» ben zu Berlin ,und kam endlich nach Wien zurück, wo er 1726.71.1. alt starb, und in der Darnabiterkirche begra-ben wurde. Man beschuldigt diesen Künstler einesunerträglichen Hochmuths, indem er sich sehr Vielesauf den Titel eines kayserl. Hofmalers einbildete.Im übrigen war er ein guter Geschichts- und Bild-nißmaler, und zeichnete eine trefliche akademischeFigur. I. I. Thourneiser hat nach ihm die Bild-nisse Joseph l. und König Augusts in Polen gesto-chen. /-ro«»tmo IV- 96.