Band 
Erster Theil.
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638
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6zg Spierings.

Gpieringss ), geschickter Landschaftsmalervon Antwerpen , blühete um 1660. Er wird fürPaul Drills Schüler gehalten und folgte des Sal-vator Rosa Geschmacke. Derselbe wählte die schön-sten Bäume, reizende Aussichten, und in seinenVorgründen brachte er schöne Pflanzen an, die ernach der Natur malte. Man findet in seinen Wer-ken eine große Wirkung. Spierings besaß einenungemeinen Talent, die Manieren der berühmtestenMeister nachzuahmen und hat mehrmal die Kennermit seinen Nachahmungen getäuscht. Er arbeitetezu Paris , zu Lyon und in Italien . Ludwig XIV. ließ durch ihn einige Gemälde verfertigen. Mansiehet von ihm ein paar schöne Landschaften in demChöre der Augustinerkirche zu Antwerpen . Derselbeist vielleicht der in dem Artikel Franz Buonamicoangeführte < 5 . Philipp Spinnmck. DneaWxi.II. 470.

Sp»' erre (Franz), geschickter Maler und Ku-pferstecher aus Lothringen , lernte zu Paris in denSchulen von Simon Vouet und Franz Poilly. Erbegab sich nach Rom , wo er viele Blätter nachE. Fern, P. F. Mola, I. M. Morandi, A. Ghe-rardini, I. L- Bernini und P. Berekino mit demGrabstichel fertigte. Da er aber merkte, daß seinallzustrenger Fleiß in dieser Kunst seine Brustschwächte, ward er zuweilen genöthigt, diese Ar-beit beyseits zu legen und die Malerey zu üben,worinn er den Peter Beretino nachahmte. Franzerfuhr zu Rom die traurige Zeitung, daß sein Bru-der Claudius, Schüler des Ritters Bernini , alser in der Kirche St. Nizier zu Lyon das letzte Ge-richt malen sollte, vom Gerüste zu todt gefallen,weßwegen er dahin berufen wurde, dieses Werkzu vollenden; aber auch er starb auf der Reise zuMarseille 1681. 38 . I. alt. Sein Grabstichel istzart, flicssend und angenehm, und seineWerke sindsehr gesucht; die vornehmsten werden von Basanangezeigt, worunter man vornehmlich die Bildnisseder Großherzoge von Toscana und eine Madonnanach Correggio zählt. Mariette besaß sein Werk in64. Bl. Vorgedachte Madonna in ersten Drücken,ward mit 5 oc>. Livres bezahlt. <?»e«ckevr//e III. 154.

SPiers (Albert van), genannt Pyramide,Maler von Amsterdam , lernte bey Wilhelm vanIngen. Derselbe that eine Reise nach Rom , woer nach Raphael, Julius Romanus, Dominiquinund andern treflichen Meistern studirte. Von dagieng er gen Venedig und betrachtete daselbst dieWerke des Paul Veronese und I. Carl Loth , wo-durch er sich geschickt machte (1697.) mit Ruhm infein Vaterland zurückzukehren. Dort zierte er dievornehmsten Häuser seiner Geburtsstadt mit histo-rischen Gemälden an Deckenstücken, Kaminen,Thüren, u. s. f. und st. 1718.62.3. alt. vauSooiI. 242. u. II. 602.

Spies ( ), von Herzogenbusch , malte guteBildnisse und Geschichte. Seltsam genug übrigens,zog er mit seinem ganzen Geräth in dem Gebiete sei-ner Vaterstadt von Ort zu Ort, und bot seine Ar-beit um den Taglohn von Haus zu Haus an.nrmr III. 40a.

Splkore (I.), Kupferstecher, arbeitete nachA. AUegri u. s. w.

Spil (M.), Kupferstecher, der von ChristS. 271. angeführt wird.

Spilberg (Johann), geb. zu Düsseldorf 1619.Sein Vater war ein geschickter Oel- und Glasmaler,und stand in Diensten Herzog Wolfgangs von Jülich .Dieser hatte einen Bruder, Gabriel, der königl.spanischer Maler war. Johann lernte zu Amster­ dam bey Govert Flinck . Daselbst malte er Bildnisseverschiedener Standespersonen. Der Churfürstvon der Pfalz berief ihn darauf an seinen Hof zu-rück, wo er 1690. starb. Spilberg malte auch Ge-schichte. Er hatte ein unvergleichliches Genie; manbewundert seine richtige Zeichnung, seinen festen undmeisterhaften Pinsel, und das Markigte und Gelinde,das er seinen Werken zu geben wußte. SeinSohn Adrian, geb. zu Amsterdam 1646. malte

Spinelli.

Bildnisse. Seine Tochter Adrians, geb. ebenda-selbst i 65 o. kam 1681. gen Düsseldorf und maltewestlich in Oel, besonders aber in Pastel. Sie hey-rathete daselbst Wilhelm Breekvelr, einen gutenMaler, der 1681. starb; in der zweyten Ehe den ge-schickten churpfälz. Hofmaler Estlon van derAeer.Lh. Matham, die Danckerts, Match. Küssel, ». s. f.haben nach Johanns Werken gearbeitet. Sand-ra« gedenkt I. 358 . eines Johann Spilbergs,der, 1628. in Ungarn geb. um 1670. an dem kaiserl.Hofe zu Wien als ein berühmter Bildniffemalergearbeitet habe. Es ist schwer zu entscheiden, obhier von zween oder nur von einem Maler die Redesey. Von dem letztem meldet von Srerren (BriefVI I I.): Er habe eine Zeitlang zu Augspurg gearbei-tet , wo man in den Kirchen zum H. Kreuz und zuSt. Anna schätzbare historische Gemälde von ihmfinde. Dieser Künstler wollte 1679 bey eingebroch-ner Pest sich von Wien weg in Bayern flüchten,starb aber mit seiner ganzen Familie in einem Pest-hause in Ober-Oesterreich. II. 271.

Spllimbergo (Irene di), ein ayelichesFrauenzimmer zu Venedig , machte sich durch westliche^Eigenschaften und durch ihre Neigung zu der Male-rey berühmt. Ihr frühzeitiges Absterben, welchesin ihrem Siebenzehnten erfolgte, ward deswegenvon den vornehmsten Dichtern in lateinischen unditalienischen Versen beklagt: Diese sammelte GeorgGradenigo, einer ihrer größten Bewunderer, undließ sie durch den Druck bekannt machen. Irenelernte die Malerey bey Titian, der nebst andernberühmten Männern ihres Vaters HauS besuchteund zugleich ihr Bildniß malte, II. 71.

Spiller (Gottfried), künstlicher Glasschnei-der aus Böhmen ; setzte sich zu Berlin . Er wußteauf Christallgläser die zierlichsten Landschaften,Feldschlachten, Geschichten, Blumen, u. s. f. flachund erhoben zu schneiden, welche hoch gehaltenwerden. S. den Art. Johann Schlurch. Nach-richt. v. Rünstl. I. 84.

Spills! ), ein Maler von Florenz und Zeit-genosse des Joh Franz Rusticchio ; wird von va-sari in des letzter» Lebensbeschreibung angeführt.

Spilman (Heinrich), holländischer Landschaft-und Seemaler, arbeitete zu Hartem u. s. w. Erwird in den Catalogen von Neyman und Mars-bag angeführt.

(I.), zeichnete und radirte zwölf Aus-sichten des Kennemerlandes.

Spilsbury cJonathan), englischer Kupfer-stecher, lebte um 1760. Man hat von ihm einigeSchwarzkunstblätter nach Rubens , Reynolds, A.Kauffmann u. s. f. Er arbeitete auch nach Kreiden-Zeichnungen und mit der Radirnadel; von diesensind neben andern vier Landschaften nach M. Riccibekannt. SaEr.

Spina (Narcissus), wird von Funetti (L.6.)unter den Musivarbeitern des X VII. Jahrhundertsangeführt.

Gpinazzl (Jnnocentius), verfertigte die Sta-tüe des sel. Joseph de Calasanzio für die St. Pe-terskirche zu Rom . Dieses ist eines von den rie-senförmigen Bildern, welche die Stifter der geistli-chen Orden vorstellen. -rutr'ca e »rockerna.

Spindler ( ), Kunsttischler von Bayreuth ;arbeitete um 1760. in königl. Preußisch. Diensten.Man siehet von ihm in den Zimmern zu Sanssoucysehr schöne mit Schildkrötte, Perlenmutter, Sil-ber, u. s. w. ausgelegte Mobilien. M. Oester-reich.

Spineda (Ascanius), wevisanischer Edel-mann, übte sich um i(> 4 o- in der Malerey, woriner schöne Arbeiten verfertigte. Er besaß auch einewestliche Sammlung von Kunstsachen, ll.

86. und 192.

Spinell, (Joh. Baptist), edler Neapolitaner,lernte bey Maximus Granzioni, und untermaltemehrere Werke seines Lehrmeisters. Er arbeitete