Torelli.
Corel !»' (Cesar), von Sarzano, lernte beyJohann de Vecchi, mit welchem er für Sixt V. ar-beitete. Die Tafel des Hauptaltars der KircheSt. Adrian » zu Rom , worauf einige Heilige abge-bildet sind, ist eines von seinen Gemälden. Erhatte ein besonderes Belieben an der Musivarbeit,undverfertigte verschiedene schöne Werke nach den Zeich-nungen seines Lehrmeisters und Josephs Cesar».Torelli starb zu Rom in hohem Alter um i 6 i 5 . un-ter der Regierung Paul V. S. den Art. E. Ber-nasconi. LKF/rour p. 122.
— — (Felix), Maler zu Verona , lernte beySanto Prunati und bey Joh. Joseph dal Sole.Nebst vielen, meist kleinen historischen Bildern, dieer für Privatpersonen verfertigte, malte er auch sehrviele trcfliche Altarblätter; neben andern drey fürdie Nonnenkirche zum H. Geist zu Cesena, welchedaß erste christliche Pfingstfest, die Himmelfahrt desH. Philipp Neri , und denMartyrtod des H. Ja-nuarius vorstellen. Man siehet von ihm in der KircheSt. Anastasia zu Verona eine Tafel, worin dieseHeilige mit St. Petrus Martyr und vielen Engelnabgebildet sind; die Zeichnung in diesem Gemäldeist gut, aber das Colorit ziemlich schlecht. Torelliheyrathete die berühmte Malerin Lucia Easalini,und setzte sich zu Bologna , wo er Mitglied derAcademia Elementina wurde. Er st. 17-48. 8r. I.alt. A- Scarfelli nach hat nach ihin geetzt. —Sein älterer Bruder, Joseph Torelli, war eintresticher Tonkünstler; übte aber die Malere» zu sei-nem Zeitvertricbe. ^caük. O/cm. II. 74.
— — (Jacob), Ritter des St. Stephanor-
dens, von Fano gebürtig, hatte ganz sonderbareTalente für die Theaterbaukunst. Er erfand eineschöne Manier, mit Einem Zuge alle Scenen, ver-mittelst Winden und Krahncn abzuändern. Dieseglückliche Erfindung zog ihin den Neid eiuiger Bos-haften zu, die ihn bey Nachtszelt anfielen, undihm etliche Finger an der rechten Hand stümmelten;dessen ungeachtet wußte er dieselbe» sowohl mirdem Pinsel als mit der Feder ohne Hinderniß zugebrauchen. Er gieng darauf in Frankreich , woseine Maschinen und Feuerwerke bewundert wurden.Ludwig XIV. nahm ihn als Bau- und Maschinen-meister in seine Dienste. Zu Paris baute er dieSchaubühne im kleinen Bourbon, und setzte den Pö-bel durch die schnelle Veränderung der Maschinenin solches Entsetzen, daß man ihn den großen Zau-berer nannte. Er kain mit königlichen Geschenkenüberhäuft, 1662. in sein Vaterland zurück, undstarb daselbst 1678. 70. 1 . alt. N. Cochin hat fünfBlätter nach ihm geetzt. p. Z 5 o.
— — (Stephan), geb. zu Bologna 1712.,lernte bey seinem Vater Felix, und zu Neapel beyFranz Solimcna. August III. nahm ihn als Chur -priuz von Sachsen auf seiner Reise 1740. zu Rom in seine Dienste. Seine öffentlichen Gemälde (ei-nige Deckensti'icke und Altarblätter, die er mit einergroßen Manier zu Dresden verfertigte) sind Zeu-gen seiner Geschicklichkeit. Er ward 17hg. nachLübeck berufen, um das Rathhaus und andereöffentliche Gebäude mit seiner Arbeit zu zieren. To-relli gieng 1782. nach Petersburg , wo er als kai-serlicher Hofmaler angenommen wurde. — SeinSohn, der bereits Proben seiner Talente in derZeichnung und in Gemälden abgelegt hatte, starbin früher Jugend zu Dresden » 7 b 4 -
x. 35 .
Torellino; Dcynaine von I. de Giorgi.
Torenrius. S. Torrentius.
Torello (Jacob), ahmte in seinen Blätterndie Manieren von A. Tempesta, I. Callol und St.Vella Bella nach.
Torenvliet (Jacob), genannt Jason, Ma-ler zu Leyden, war in Bildnissen berühmt. Ergieng nach Rom , wo er nach Raphael, Paul De-ronese und Tintoret studirte; dieses that er mit sol-chem Fleiß und Glücke, daß sein Ruhm in Italien selbst sich ausbreitete. Zu Venedig legte er sich
vornehmlich auf das Colorit, und brachte etlicheJahre daselbst zu. Ungeachtet er nun mit viel ver-mehrter Kunst in fein Vaterland zurückkam, konnteer doch seine Werke nicht höher anbringen als zuvor,wovon man den eigentlichen Grund nicht anzuge-ben weiß. Er st. 1719. 78. I alt. Torenvlierzeichnete mit leichter Manier; seine Bildnisse sindüber das Mittelmäßige, und seine historischen Bil-der ziemlich gut. Alle seine Werke sind im italieni-schen Geschmacke. Gute Färbung, richtige Zeich-nung und schöne Composition machen gewöhnlichden Character seiner Gemälde aus. A. Blooteling,F. Bleyswyk u. s. w. haben nach ihm gearbeitet./-ercaMpL III. 12.1. — Sein Sohn, Abraham,war schon in der Jugend ein geschickter Zeichner.Derselbe malte ähnliche Bildnisse, an »wichen manaber eine allzubuute Färbung tadelt. Er starb inseiner Geburtsstadt Leyden 1706. 60. I. alt. rm»600/ II. 57.
Toresanr (Andreas), Maler von Drescia,lernte bey Anton Aureggio, den er aber bald inLandschaften sehr weit übertraf. Er studirte zuVenedig , und zeichnete Marinen, Gestade mit allerGattung Schiffen und Figuren, in einer vortreflichcnManier nach der Natur. Seine Arbeit ward so be-rühmt, daß ein jeder voriiehmer Fremder etwas vonihm verlangte. Auch zeichnete er sehr schöne Land-schaften mit der Feder, worin er den DominicusCampagnola und Titian nachahmte, und davonganze Bücher verfertigte. Auf gleiche Manierzeichnete er auch ein ganzes Buch von Bildnissender berühmtesten Tonkünstler seiner Zeit, die er mitWasserfarben sehr fein ausarbeitete Toresanihielt sich um 1720. bey vier Jahren zu Mailand auf,und starb zu Drescia um 1760. F. M. Francia hatnach ihm das Bildlich des Prinzen Eugens von Sa-voyen gestochen.
T 0 rei» mus Br»a nceus; ist der anagram -matische Naive, dessen sich Theodor de Bry inseinen Blattern zuweilen bediente.
Toriani (Franz), geb. zu Mendrisio um 1600.,lernte zu Bologna bey Guido Ren», den er so ge-nau nachahmte, daß viele seiner Gemälde für sei-nes Meisters Arbeit verkauft werden, und in denKabinetten großer Herrn des Guido Namen tragen.Er arbeitete Vieles zu Rom , welches begierigst auf-gekauft und durch ganz Europa zerstreut wurde.Man siehet in der St. Antonskapelle der KircheSt. Franciscus zu Lugano zwey Seitenstücke vonseiner Arbeit, welches auch das einzige ist, wasman in seinem Vatcrlande von ihm ausweise» kann,Toriani starb zu Rom uin 1670. Füßli IV. 37.
— — (Franz Jnnocentius l, geschickter Malervon Mendrys, arbeitete meist für England. Mansiehet in einigen Kirchen seines Geburtorts unddessen Gegenden Altarstücke, »voraus man seinenKunstcharacter bestimmen kann. Er st. 1712. 66.I. alt. Fiißlr IV. 64.
— — (Horaz ), Baumeister zu Rom , erneuertedie dasige St. Marcuskirche, eine Arbeit die sehrschön gerieth. V. Regnartius hat nach ihin gesto-chen. Dtr. S. H. Toriani.
Toricelli (Joh. und Joseph , Gebrüder, Ar-chitecturmaler von Como , arbeiteten zu Turin inder Kirche St Franciscus de Paula . Sarto/r I.
Tornioli (Franz), Maler von Siena , arbei-tete zu Rom , wo man in einem Zimmer bey derKirche St. Maria della Vallicella ein Deckenstückvon ihm findet, welches den H. Philipp Neri inEntzückung vorstellt. Er arbeitete auch für die Kir-chen seiner Geburksstadt. 7 )tr.
Tornioli (Niclaus), von Siena , malte imChor der Kirche St. Pauls zu Bologna den Kampfdes Patriarchen Jacobs mir dem Engel, und denTodschlag Cains an Abel, die man in des Abtsvon S. Non Werke Nr. 29 und Zo. auf Tuschartgeetzt findet. Tornioli arbeitete auch zu Turin undum 1640. zu Rom bey dem Cardinal Cerva. Er