I. Hauptstück. 157
mit der Natur betrachtend; andere ihn mit dem aus»gearteten Fetischdienst vergleichend, dem nachgebend,eine höhere Priesterkaste die reinere Ansichten gezwun-gen in Bilder verhüllte, und die Geschichte des Heili-gen, und die geheimen Begebnisse der Götter mit denBildern der Thierwelt verwebte; andere eine natür-liche Beziehung zwischen dem allgemeinen Walten derWeltseele und der Natur, deren schaffende Kraft dieThierbilder durchwandern, wie einst selbst die Men-schenseele nach dem Tod; und wie die Sonne die Bil-der des Thierkreises durchwandere. Vielleicht ist eshier auch erlaubt, mit Plutarch zu sprechen: einzelnhaben sie Unrecht, alle zusammen haben Recht.
Wir wenden uns zu den einzelnen Bildern selbst.Wir betrachten zuerst diejenigen Thiere, die gleich-sam als lebende Bilder der Götter, wie göttlichzum Theil, verehrt und betrachtet wurden. Den An-fang macht der Stier; denn in ihm vereinigt sich dieheilige und symbolische Natur auf die ausgezeichnetesteWeise; er sey also auch, wie der erste Buchstabe imAlphabet der Hebräer seinen Namen trägt, auch hierdas erste Bild, das wir betrachten. Das Alter sei,ner Verehrung sind einige geneigt selbst bis auf dieZeiten des Moses auszudehnen, indem sie das gül-dene Kalb in der Wüste als ein Abbild dieses Thiersbetrachten, und sich darauf berufen, daß die Israeli -