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Mahlerische Reise in die italienische Schweiz / mit geäzten Blättern von J. H. Meyer
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gegend, die mit dem bisherigen Anblik im angenehmen Kontrast erscheint: Gebürge, bekleidetvorn Grün der Alpen und der Tannenwälder, die Gipfel der Felsen mit Schnee bcdekt. Im Stralder Sonne glänzen Sennhütten und zerstreute Dörfer. Das Thal durchschlängelt der Tizin, undvermehrt sein Gewässer durch Abflüssei*von Seen und Bächen, die hie und da über Felsen herab-rauschen. Bald strömt der Fluss durch Felsenschutt hin, oder er drängt steh zwischen hohenWänden durch, oder sein ruhiges Gewässer malt im Rükglanz die Pappelhaine, die feine Uferlieblich beschatten. Rechts öffnet sich der Eingang ins wildere Bedrettertbal , wo der BergFibio majestätisch sein Felsenhaupt in die Wolken emporhebt. Dort liegt auf der beschneitenFurka der grosse Eisgletscher, aus dem der Rbodan entspringt, zwar Von diesem Gesichtspunktdem Auge verborgen. In blauen Flor getauchte Berge begranzen gegen Mittag die Aussicht;durch dunkeln Tannenwald zieht sich die gut gepflasterte Strasse in Zikzak zum Thal hinunter.Langsamen Schrittes reiste ein Säumer mit seinen Pferden herab, mit dem ich mich unterhielt,indess. meine Gelehrten auf steilem aber kürzern Pfaden ins Thal hüpften. Weit angenehmerfind für den Reisenden, der die Ermüdung nicht scheuet, diese Bergstrassen, als die schnurgerech-ten Chausseen flacher Länder. Dort ermüdet der immergleiche Anblik weit eher, als hier selbstder rohe Pfad; denn dieser wechselt mit jedem Augenblik den Gesichtspunkt, und hält den Wan-drer , wenn er ein offenes Aug für die schöne Natur hat, durch neue entzükende Ueberraschun-gen reichlich für die Anstrengung des Körpers schadlos. Der Säumer selbst trug zu diesem