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UNORGANISCHE FORTWACHSENDE MORPHOLITH-
S. Monatsberichte der Berliner Akademie der Wissenschaften 1840 S. 137. 1849 S. 345. 1851 S. 319,
Diese formen sollen eine Reihe von gesetzmässigen, bisher für zufällige Nalurspiele (Aggregate), oder für, den Basaltsäulen gleich, amorphe zufällige Ab-sonderungsformen heim Erhärten weicher Erden erklärte Bildungen erläutern, welche auch wohl, noch irrthitmlicher, für organische Körper, schalcnlose Mollusken(s. 1840 S. 140), gehalten worden sind. Neuerlich sind dergleichen auch als mikroskopische Gegenstände bereits unter den Namen von Polythalamien aufgezähltworden (s. 1851 S. 319). Es ist nöthig, sowohl die grossen als die kleinen Morpholilh-Formen zu kennen und scharf zu unterscheiden, um der Grenze ihres Vorkommensund Einflusses, dem Organischen gegenüber, allmälig bewusst zu werden. Der Kreide-Mulm, der Menilith, die Hornstein-Kugeln, das californische Gold, vielleicht aller Gold-sand, vieles Eisen, manche Meteorsteine (s. 1849 S. 345) und manche sogenannte sphärische Absonderungen kleiner, auch gewiss sehr grosser Gebirgsmassen, gehören indiese keineswegs unbedeutende Reihe. Die roher geballten Massen pflegte man bisher bergmännisch „Niercnbildungen“ zu nennen.
Die Morpholithe sind unorganische, den Cryslallen völlig unähnliche, aber, eben so wie diese, gcseLzmässige Bildungen mit Bibhmgs-Axen und krummenFlächen und daher mit den organischen sich nähernden Formen, denen von mir 1839 der Name Morpholith zuerst ausschliesslich beigelegt wurde, während man früherdiesen Namen für alle Versteinerungen und alles Abgeriebene und, den Wolken gleich, zufällig Geformte mit brauchte. Sollen sie den Crystallen verglichen werden, sosind es sich seihst bildende unorganische Formen ohne Faserung, ohne Blätlerdurchgänge, ohne sich in scharfen Winkeln, Ecken und Kanten berührende Flächen, wasden Begriff des Cryslalls aufhebt. Die Morpholithe wachsen und vervielfältigen sich aber doch (sprossen) durch äusseren Stoll'-Ansalz nach einem inneren Gesetz,ähnlich den dendritischen Crystallformcn und den concenlrischcn Faserbildungen der Erbsensteine.
I.
EINIGE- IN NATÜRLICHER GRÖSSE DARGESTELLTE
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HAUPTFORMEN FORTWACHSENDER
Die von mir entworfenen genauen Skizzen sind vom Kupferstecher Herrn Troschel nach der Natur sorgfältig ausgefiihrt. Die Formen sind, aus vielen Hunderten ausgewählt, .jeglicher
Vergleichung zugänglich, in meinem Besitz.
A.l.
FEINE THON-MORPHOUTHE AUS SCHWEDEN , MALREKOR UND NiKERRÖD VON TUNAEERG.
S. Monatsberichte der Berliner Akademie der Wissenschaften 1840 S. 141.
Fig. 1. Aus zwei Kugelsegmenten gebildeter, daher zweipoliger, einaxiger Morpholith. Auge ns lein.
, 2. Halbscheibenartiger, concentrisch nierenförmiger, flacher, daher einpoliger und einaxiger Morpholith. Nierenstein.
= 3. Einaxiger stumpf walzenartiger, etwas comprimirter Morpholith. Einaxiger Walzen stein.
3. a. Bildungsformel.
= 4. Einaxiger, spindelartiger, absatzweise periodisch in der Axe verlängerter und in der Mitte verdickter Morpholith. Spindelsletn.
4. a. Bildungsformel.
Diese Form wird durch Kreuzung am Ende der Axe heim Forthilden (Knospung) zum Ilamm er sie in (Fig. 13).s 5. Zweipoliger Augenstein (Fig. 1) mit einseitig zungenartig aus der Mitte vortretender zweiter Bildungsaxe. Zungenstein.
= 6. Zweiaxiger, vorherrschend concentrischer, augensteinartiger Morpholith mit entgegengesetzt zweiseitig vortretender zweiter Bildungs-
axe. Doppclzungenstein.
6. a. Bildungsformel.
= 7. Zweiaxiger, unterhalb im rechten Winkel die Längsaxe kreuzender (knospender) Morpholith. Schnabelzungenstein.
a. Gewölbte schwach entwickelte obere Polseite.
b. Flache nierenartig entwickelte untere Polseite.
7. a. Bildungsformel.
Denkt man sieh in Fig. 7 b. die Entwicklung der Längsaxe weg, deckt man sie zu, so sieht man einen Nierenstein(Fig. 2). So können denn Nierensteine hei Fortentwicklung der innen schlummernden Längsaxe zu Schnabclzungen-steinen werden.