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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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nuß zu verneueren/ von beyden Orten auf gleiche zeit uͤberſchickt/ auch muͤſſendie Anzahl der Perſonen auf beyden ſeiten gleich ſeyn.

Von Wien auf Iavarin blieben wir drey Tag zu Waſſer/ weil die Donauvon dem Rechten Weg uͤber die maſſen abfuͤhret/ dann man zu Land nur 2. ſtundzu gehen hat. Von Iavarin iſt man in einem Tag zu Komoria/ von Comorꝛa aufOfen hat man nicht gar zwo Tag Reiß. Von Iavarin auf Ofen reißt man garſelten zu Land/ weilen wegen der Angraͤntzung/ und von beyden ſelten her auß-ſtreiffenden Raͤubern groſſe Gefahr außzuſtehen. Von Ofen auf Belgard oderoder Griegiſch⸗Weiſſenburg/ brachten wir acht Tag unter wegs zu/ aber die Kaͤlteund der Schnee hielten uns ſo lang auf/ ſonſten wann das Wetter huͤbſch/ kanman dieſe Reiß in küͤrtzerer zeit vollfuͤhren. In dieſem boͤſen Wetter reiſen wirnach Conſtantinopel/ alwo wir nicht eher als den 29. Tag nach unſerer Abreis5 Belgrad angelangen konten/ weilen die Tag gar kurtz/ und die Wege ſehr haͤß-lich waren.

In Vngarn hat man die lobliche Gewonheit/ ſonderlich an den muͤhſeligenund üngangbaren Oertern/ die Wanderende Perſonen Gaſtfrey zu halten/ ſoein Buͤrger des Orts beherberget/ und ihnen wohl auftragen laͤßt/ deme derBurgermeiſter zu end des Jahrs die dißfahls angewendete Vnkoͤſten/ auß denallgemeinen Gelteren widerum erſtattet. Aber es iſt alhier zubeobachten/ daßſie der Orten mit vielen Reiſenden Leuthen nicht uͤberlaͤſtiget/ und in Vngarn/ ſoeines von den Fruchtbarſten Laͤnderen in gantz Europa iſt/ da die Lebens⸗mittelüͤberauß wohlfeil ſeind/ geſtalten wir vor vierzehen Maͤuler den Tag uͤber nichtmehr als zween Reichs thaler verzehrten.

Ofen iſt auf der rechten ſeiten der Donau/ und nur eine halbe Stund vondieſem Fluß gelegen; So bald der Baſſa unſere Ankunfft vernommen/ ſchickte eruns ſeinen Bereuter mit koͤſtlich bedeckten Pferden/ ſo von Sclaven an der handgefuͤhret wurden entgegen/ uns in die Statt zu begletten. Vnter gedachten Sgla-ven befanden ſich zween Pariſer/ und nach dem ſich unſere Herꝛen jhres Ge-ſchlechts erkundiget/ botten ſie auf die achthundert Reichsthaler/ aber vergeblichum jhre Freyheit an. b

Wir hielten uns zwoͤlf Tag zu Ofen auf/ ehe wir von dem Balsa, ſo damah-len unpaͤßlich war/ audientz haben konten Vuderdeſſen ließ er uns alle Mor-gen zu unſerer underhaltung einen Hammel/ Huͤner/ Butter/ Reiß/ Brot/ undüber das zween Venetiſche Zeckin/ oder Goldpfenning vor unſere uͤbrige geringeVnkoͤſten/ uͤberſchicken. Auf den Tag als er die Her:en von Ohapes und SanctLiebau fuͤr ſich kom̃en ließ/ verehrten ſie jym ein kunſtliches Sack/ ůhrlein/ deſſenfutral mit lauter Demanten beſetzt war. Dieſer Balsa war von ſchoͤner und an-ſehen licher Leibes⸗groͤſſe/ empfieng unſere Herꝛen ſehr hoͤflich/ und bey jhrer Ab-reiß nach Belgrad/ ſo ſich den vier zehenden Tag nach jhrer Ankunfft zu Ofen zu-getragen/ ſchickte er ſynen ſechs Caleſchen ſamt zween Spahis jhnen das Gelaͤitzu geben/ mit befehl ſie aller Orten Koſtfrey zu halten/ deſſen ſie ſich doch gleichwolnicht bedienen wolten.*

Als wir zu Belgrad angelangt/ ſtiegen wir vor einer alten Reiß⸗herberg ab/ſo man Carvanſera nennet/ aber vier vornehme Kauffleuth von Raguſa/ ſo in ſel-biger Statt einen ſtarcken Gewerb treiben/ fuhrten uns auß dieſer ſchlimen Her-berg in eines ehrlichen Burgers Hauß. Die von Raguſa bringen Tuch nachBelgrad/ und vertauſchen es gegen Wachs und Oueckſuber/ ſo man in Ober-Vngaren und Siebenbuͤrgen uͤberkomt. c

Gleich wie wir aber die freundliche Empfahung des Baſsa von Ofen nichtgenugſam zu ruͤhmen wußten/ alſo kunten wir uns im gegentheil uber das uͤbeleverfahren des Sangiacs von Belgrad nicht genugſam beklagen: maſſen er zweyhundert Ducaten vor einen jeden unter uns angehends heiſchen ließ/ alſo daßwir uns vierzehen biß ſechszehen Tag in zur echt⸗ ſezung dieſes unbillichen 1

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