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nuß zu verneueren/ von beyden Orten auf gleiche zeit uͤberſchickt/ auch muͤſſendie Anzahl der Perſonen auf beyden ſeiten gleich ſeyn.
Von Wien auf Iavarin blieben wir drey Tag zu Waſſer/ weil die Donauvon dem Rechten Weg uͤber die maſſen abfuͤhret/ dann man zu Land nur 2. ſtundzu gehen hat. Von Iavarin iſt man in einem Tag zu Komoria/ von Comorꝛa aufOfen hat man nicht gar zwo Tag Reiß. Von Iavarin auf Ofen reißt man garſelten zu Land/ weilen wegen der Angraͤntzung/ und von beyden ſelten her auß-ſtreiffenden Raͤubern groſſe Gefahr außzuſtehen. Von Ofen auf Belgard oderoder Griegiſch⸗Weiſſenburg/ brachten wir acht Tag unter wegs zu/ aber die Kaͤlteund der Schnee hielten uns ſo lang auf/ ſonſten wann das Wetter huͤbſch/ kanman dieſe Reiß in küͤrtzerer zeit vollfuͤhren. In dieſem boͤſen Wetter reiſen wirnach Conſtantinopel/ alwo wir nicht eher als den 29. Tag nach unſerer Abreis5 Belgrad angelangen konten/ weilen die Tag gar kurtz/ und die Wege ſehr haͤß-lich waren.
In Vngarn hat man die lobliche Gewonheit/ ſonderlich an den muͤhſeligenund üngangbaren Oertern/ die Wanderende Perſonen Gaſtfrey zu halten/ ſoein Buͤrger des Orts beherberget/ und ihnen wohl auftragen laͤßt/ deme derBurgermeiſter zu end des Jahrs die dißfahls angewendete Vnkoͤſten/ auß denallgemeinen Gelteren widerum erſtattet. Aber es iſt alhier zubeobachten/ daßſie der Orten mit vielen Reiſenden Leuthen nicht uͤberlaͤſtiget/ und in Vngarn/ ſoeines von den Fruchtbarſten Laͤnderen in gantz Europa iſt/ da die Lebens⸗mittelüͤberauß wohlfeil ſeind/ geſtalten wir vor vierzehen Maͤuler den Tag uͤber nichtmehr als zween Reichs thaler verzehrten.
Ofen iſt auf der rechten ſeiten der Donau/ und nur eine halbe Stund vondieſem Fluß gelegen; So bald der Baſſa unſere Ankunfft vernommen/ ſchickte eruns ſeinen Bereuter mit koͤſtlich bedeckten Pferden/ ſo von Sclaven an der handgefuͤhret wurden entgegen/ uns in die Statt zu begletten. Vnter gedachten Sgla-ven befanden ſich zween Pariſer/ und nach dem ſich unſere Herꝛen jhres Ge-ſchlechts erkundiget/ botten ſie auf die achthundert Reichsthaler/ aber vergeblichum jhre Freyheit an. b
Wir hielten uns zwoͤlf Tag zu Ofen auf/ ehe wir von dem Balsa, ſo damah-len unpaͤßlich war/ audientz haben konten Vuderdeſſen ließ er uns alle Mor-gen zu unſerer underhaltung einen Hammel/ Huͤner/ Butter/ Reiß/ Brot/ undüber das zween Venetiſche Zeckin/ oder Goldpfenning vor unſere uͤbrige geringeVnkoͤſten/ uͤberſchicken. Auf den Tag als er die Her:en von Ohapes und SanctLiebau fuͤr ſich kom̃en ließ/ verehrten ſie jym ein kunſtliches Sack/ ůhrlein/ deſſenfutral mit lauter Demanten beſetzt war. Dieſer Balsa war von ſchoͤner und an-ſehen licher Leibes⸗groͤſſe/ empfieng unſere Herꝛen ſehr hoͤflich/ und bey jhrer Ab-reiß nach Belgrad/ ſo ſich den vier zehenden Tag nach jhrer Ankunfft zu Ofen zu-getragen/ ſchickte er ſynen ſechs Caleſchen ſamt zween Spahis jhnen das Gelaͤitzu geben/ mit befehl ſie aller Orten Koſtfrey zu halten/ deſſen ſie ſich doch gleichwolnicht bedienen wolten.*
Als wir zu Belgrad angelangt/ ſtiegen wir vor einer alten Reiß⸗herberg ab/ſo man Carvanſera nennet/ aber vier vornehme Kauffleuth von Raguſa/ ſo in ſel-biger Statt einen ſtarcken Gewerb treiben/ fuhrten uns auß dieſer ſchlimen Her-berg in eines ehrlichen Burgers Hauß. Die von Raguſa bringen Tuch nachBelgrad/ und vertauſchen es gegen Wachs und Oueckſuber/ ſo man in Ober-Vngaren und Siebenbuͤrgen uͤberkomt. c
Gleich wie wir aber die freundliche Empfahung des Baſsa von Ofen nichtgenugſam zu ruͤhmen wußten/ alſo kunten wir uns im gegentheil uber das uͤbeleverfahren des Sangiacs von Belgrad nicht genugſam beklagen: maſſen er zweyhundert Ducaten vor einen jeden unter uns angehends heiſchen ließ/ alſo daßwir uns vierzehen biß ſechszehen Tag in zur echt⸗ ſezung dieſes unbillichen 1
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