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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Allhier wil ich etwas wenigs von dem Kanal des Schwartzen Meer mele

den. Es iſt keine Neers⸗Enge/ an welcher ſich nicht ein Strohm befindet; an dieſen

aber ſeynd zwey gantz wider wertige Der gegen Europa traͤgt die Schiffe ins

Schwartze⸗Yeer/ aber der gegen Aſia fuͤhrt ſie wieder ins Sittellandiſche Neer,

ſolcher Geſtalt traͤgt ſich zu/ daß man in der Spatzier⸗Reiß von Konſtantinopelbiß zum Außgang des Kanals im hin und her Reiſen eine ſehr bequeme Fahrt hat/maſſen man nur von einem Bfer biß zum andern zu ſchiffen 195Nachdem nun der rauhe Winter vorbey/ ſetzen der Herꝛ von hapes Und derHer: von Sanct Liebau in Geſellſchafft zweyer Spahis jhre Reiſen auf zweyen Jagt-Schiffen nach Alexandretta fort; Ich habe nachgehends vernommen/ daß ſie dasDenckwuͤrdigſte im Egeriſchen Meer/ und auf der Seite Natolien geſehen/ daß ſixvon Alexandretta nach Aley/ von Alep zum Euphrat/ von dar wieder zuruͤck aufAlep/ und von dannen auf Damaſco N e Behne ßeIchaber/ der ich eine andere Reiſe im Sinn/ und Perſien zu beſchauen Luſt hat-te/ hielte mich noch allezeit zu Konſtantinopel in erwartung einiger Caravanen oderReis /Geſell ſchafft auf/ worauf man mich von Monat zu Monat vertroͤſtete. Da-zumalen war ich der Sachen noch wenig erfahren/ nicht wiſſend/ daß alle Jahr fünfoder ſechs Hauffen Kaufleute/ zu welchen ich mich haͤtte ſchlagen koͤnnen/ von Burſaauß verreiſeten/ und daß ohne diß acht biß zehen Kaufleute gar offt zuſammen ſtehen/um deſto ſicherer nach Iſpahan zu reiſen. Meine ſothane Vn wiſſenheit verurſachte-daß ich mich zu Conſtantinopel wider meinen Vorſatz laͤnger aufhalten muſte/ ge-ſtalten ich eilff gantzer Monat allda verharꝛete; Waͤhrender Zeit habe ich den Einzugdes Herꝛn von Marcheville, ſo den Herꝛn von Oely Frantzoſiſchen Abgeſandten abzu-loͤſen ankam/ geſehen; Der Groß ⸗Tuͤrck gab jhm als einẽ Abgeſandten Verhor/ aberder Herꝛ von Oely, ſo ſich ſeines Amts zu begeben nicht Luſt hatte/ brachte durch ſeinekluge Rathſchlaͤge mit dem roß⸗Vtzir ſo viel zu wegen/ daß er allda an ſeiner Stellverblieb/ der Herꝛ von Marcheville aber ſich wieder zurück in Franckreich begebenmuſte. Auf den Tag/ als jhm der Tuͤrck Audientz gab/ befand ich mich unter ſeinemGefolg/ wie ich deſſen in meiner Beſchreibnng des Tuͤrckiſchen Pallaſts Meldunggethan. Endlich/ als ich eilff Monat lang gewartet/ verreiſte eine anſehnlicheCaravane von Conſtantinopel nach Iſpahan/ zu welchen ich mich ſchlug/ meine er-ſte Reiſe in Aſien antrettend. Fuͤnf andere/ ſo darauf gefolget/ haben mir genugſamZeit und Gelegenheit an die Hand gegeben/ die Beſchaffenheit der Laͤnder und Sit-len der Voͤlcker zu erfahren. Die drey Letſten/ ſo ich gethan/ hab ich biß jenſeit desGanges und in die Inſel Java fortgeſetzt/ alſo daß ich innerhalb vierzig Jahr mehrals ſechtzig tauſend Meil Wegs zu Land gethan/ dann ich nur ein einig mal aufdem Ocean auf Aſia wieder in Europa zuruͤck kommen bin. Auf dieſe Weiſe hab ichdie gantze Turckey/ gantz Perſien/ gantz Indien/ inſonderheit aber die beruͤhmte Dia-mantgruben/ all wo vor mir niemand auß Europa geweſen/ auf meinen durch ver-ſchiedene Weg gethanen ſechs Reiſen/ mit Zeit und Weil genugſam beſichtiget. De-rowegen hab ich mir vorgenommen/ alles das jenige/ ſo ich in dieſen drey maͤchtigenReichen geſehen/ umſtaͤndlich und mit hoͤchſtem Fleiß zuerzehlen/ ſolcher Geſtaſtydaß ich von den underſchiedlichen Wegen/ durch welche man von Paris ine Perſien gelangen kan/ meine Erzehlung anfan⸗ i8 gen werde. ö 8

Len