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Keisbeſehreibung1 Drittes Buch.Bon der ſechſten und letſten Reiſe des Authors/ und der Weg
durch die Mitternaͤchtige Laͤnder/ Europa in Tuͤrckey und Perſien
zu kommen.
Samt einer ſonderbaren Beſchreibung vieler an dem Schwartzen und
Caſpiſchen Meer gelegenen Lander.
Das I. Capitel.Von det ſeehſten und letſten Reiſe desAuthorn von Paris bis nach Smyrne.Ch begab mich auf meine
„Der Her:
Von Lion reiſete ich nach Marſeille, all-da ich zehen Tag bliebe/ auf die Einſchiffungnach Ligourne zu warten/ und fuhre ab daſelb-ſten neben meinen Leuten/ den 10. Jaruarii1664. Unſers Schiffs Patron war Jean Flour,ſonſten Poſtillion genennt/ weil er für den be-
Tenne f. ſechſte Reiſe nach Orient ſten und feiſſigſten Schiffer des Lands gehal-begibt ch don Paris/ den 27. No⸗ ten wurde. Tie unſer Fahrt zimlich ſchleu-d i p* 4 vember 1663. ſamnt 8. Per⸗ nig und glücklich von ſtatten gienge/ erblicktenNeiſe nach N ſeonen undesſchiedlichen Be⸗ wir den anderen Tag fruͤh ein groſſes Schiff/e 0 0 kuffs die ich zu meinem bey den Inſuln St. Margarethen. Wannö SD. Dienſt bey mir hatte/ und dann das Meer niemands Freund/ und wir
reiſete über Lion. Ich fuhrte mit mir denWerth von 400000. Francken/ beſtehend inEdelgeſtein/ Goldſchmid⸗Arbeit/ und anderenſonderbaren Sachen/ die ich fůr den Konig inPerſien/ und Groß⸗Mogol beſtimmet. Wieich zu Lion war/ erkauffte ich einen runden undholgeſchliffenen metallenen Spiegel/ ohnge-fahr dritthalb Schuh im Diameter. DeſſenWuͤrckung war wunderſam/ dann wann ſol-cher an die Sonnen geſtellt/ und ein Thaler anden Wiederſchein der Strahlen gelegt wur-de/ war derſelbe in geſchwinde zerſchineltzt. Die-ſer Spiegel gabe auch einen ſolchen ſtarcken
Wiederſchein/ daß wann man einen Degenvorhielte/ natürlich ſchiene gleich als ob ein an-
derer herauß kame. Ein Liecht zu Nacht dar-für ſtellend/ konte man einen Brief/ denſelbengegen dem Wiederſchein haltend/ auf zweyhun-dert Schritt weit davon leſen. Dieſes Stuckwar dieſer Art eines der ſchoͤnſten/ ſo ſeith lan-ger Zeit geſehen worden. Alſo trachtete ich inmeinen Reiſen allezeit einige ungemeine Sa-chen zu bekommen/ welche den beeden groſſenMonarchen in Aſien/ bey denen ich angenehmwar/ gefallen mochten/ und jnſonderheit demHheim des Groß⸗Mogols/ der mich in allenSachen hoch beguͤnſtigte/ und welchem ich inmeinen vorigen Reiſen viel ſchone Stuck ver-kaufft habe.
vor uns ein Schiff ſahen ſo die Flucht nahme/thaten wir desgleichen/ und kamen hey einemkleinen Meerbuſen/ der Hafen Agaie genant/zwo Meil von Frejus, zu anckern/ allda nur eineſchlechte Schantz/ neben zwey oder drey Hau-ſern allein. Wir ſtiegen auß/ weil es ein wenigüber Mittag war/ und ſahen daſelbſteneinenſchoͤnen und ſehr wol underhaltenen Gartenmit Gaͤngen von Pomerantzen und Citronen-Bauten beſetzt/ welche den Ort alſo gruͤn unddem Gemuͤht lieblich und angenehm in mittendes Winters machen/ gleich ob es in vollkom-mener Sommerszet ware/ es werden danebenguch viel Zierrahten auf Italianiſche Manier/welchem Land dieſer Ort nahe ligt/ geſehen.Um vier Uhr Nachmittag begaben wir unswiederum zu Schiff/ und waren nicht ſo baldeingeſtiegen/ daß wir ein groſſes Schiff auf denHafen mit vollem Segel zufahrend ſahen. Alsich den Patron befragte/ was es ware/ antwor-tete mir derſelbe/ daß die Zollsbeſtaͤnder vonToulon, ſolches haͤttẽ gußꝛüſten laſſen/ und vonallen nach Italien gehenden Schiffen/ einen ge-wiſſen Zoll Foraine genant/ in Gute oder mitGewalt/ zu forderen pflegten/ ſo aber die Mar-ſellianer/ wann ſolcher denſelben anbegehrt
wurde/ nicht bezahlen wolten. Wie ich nun gol i
eine groſſe Ungelegenheit/ ſo entſtehen konte, fe fel
befbrchte leſſe ch mir o bald ich indem Schiff benwar/
eudied
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