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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Nah-

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en Drittes Buch

kleinen Srhlkich den ſie/ kus ſie können/ mit

Waſſer füllen/ in dieſen Schleich thun ſie 2.oder z. Stücke von dieſem harten Kaſe/ welche/durch die Bewegung des Pferdes zergehen/an deſſen Bauch dieſes Gefaſſe angebunden iſt.Auß dieſem Kaſe wird gleichſam eine ſaurtMilch die jhnen zu ihrem gemeinen Getranckedienet/ gemacht. Alles Ihr Kuchen⸗Geſchirꝛbeſtehet in Hoͤltzernen Schuſſel/ welche ein jeg-licher Reuter an dem Sattelbaum füͤhret/und die er ſo wol für ſich ſelbſten/ als auch für

ſein Pferd gebrauchet. Dieſelben welche mit

Ihlen dle,

ihnen Krieg fuhren/ haben keine beſſere Beutzu hoffen als jhre Pferdte/ es gehet aber garſchwar zu/ daß ſie dieſelben bekommen/ dannſo bald ein Pferd ſeinen Reuter verliehret/ be-gibt es ſich zu den jenigen/ welche fliehen/ alſodaß mans kaum mir groſſer Mühe erhaltz kan.Uber diß gehen dioſe P ſerdte auch leichtlich zuſchanden/ wann ſte in ein ander Land kommen/und tauren ſte kaumfünff oder ſechs Monat/und konnen zu der Arbeit dar zu ſie die Tarta-ren gebrauchen/ mmmer angewendet werden.Ihre Kleidung beſtehet in einem rauhen Ha-melfahl/ im Sommer drehen ſie es herauß/und im Winter hinein. Dieſelbe/ welchegleichſam Edelleuth ſeyn ſollen/ bedienen ſichder Wolfs⸗Hauten/ und haben eine ArtHembder und Hoſen auß grobem Baumwol-len Tuch gemgcht/ von underſchiedlichen Far-ben/ als roth/ blau/ bey welchen die Schneiderſchlechten Fleiß anwendenIhre Weiber ſeynd weiß und wolge-ſtalt/ und von hoher Statur/ ſie haben a-ber gar ein breites Geſichte/ und kleuue Augen/und wann ſie das dreyſſigſte Jahr überſchrit-

ten/ werden ſie gar Ungeſtalt. Es iſt kein

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Mann der nicht zwey oder drey Weiber hat/und ſie nehmen keine/ ſie ſeye dann auß jhremGeſchlecht. Bey jeglichem Stamm oder Ge-ſchlecht iſtein Haubt ein Edler des Landes/ wel-cher/ zum zeichen ein Pferds⸗Schwant auf derPiqen führet/ der mit der Farbe des Geſchlechtsangeſtrichen iſt. Wann ſie marſchieren ſokveiß/ ein jeder ſein Ordnung zu halten/ undwann ſie ſich lageren ihr Vieh zu weiden/ ſobegibt ſich ein Stamm nicht zum anderen.Die Kleydung der Weiber und Toͤchtern/

lelg

25 1 8 9 25 21 a..will/ ſo muß er feiner Braut Eltern oder demgantzenGeſchlechteeine gewiſſe quantitet Y feu-de/ Ochſen/ Ruhe/ oder ander Vieh geben/ und

dieſes geſchicht in Gegenpart dei gartenFreund ſchaft und der Zurnemſte guß dem Ge-ſchlechtedaben ſich auch ber aoullan finden laſ-ſet. Wann nun der Verglich gemacht/ welcheswir bey uns das Verloͤbnuß nennen/ ſo iſt demBautigam erlaubet mit ſeiner Liebſten ſpatzie-ren zu gehen/ dann zu vor hat er ſte noch mehtgeſehen/ und wann diß geſchehen/ ſo ſchreiten ſiezu dem davon ſie entweder von der Mutter/und Schweſter oder anderen Weiberenangewieſen worden. Auſſer dreyen Wei-bern de einem jeden erluuher ſeynd/ mogenſie ſich auch noch der Sclavinen gebrau-chen/ aber die Kinder/ die ſie von ihnen bekom-men/ bleiben Sclaven/ und erben nichts. DieſeTartarn ſind eines ſehr hitzige Temperaments/und die Weiber mehr als die Manner. Beydehaben ſchoͤne Haar/ an dem Leib aber ind ſiewenig Hagricht. Die Marmer haben faſt kei-nen Bart/ und wann derſelbe einem under jh-nen etwas ungemein groß iſt/ und er leſen undſchreiben kan/ ſo kan er ein Moullah werden.Dieſe Volcker haben keine Hauſer/ ſondernwolmen undergzelten ober in ben Wagen die ſiehin und wider ziehen konnen. Die Zeiten ſind

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für die alte Leute und Kinder/ wie auch für die

Sclaven die ihnen dienen. Die ungen Weiberhaben jhre Wagen von Bretern gemacht/ undwanu ſte Luft haben wollen/ ſo eröffnen ſie aufjeglicher Seite ein kleines Fenſterlein/ welcheseinem Gegiter gleichet. Es iſt nen erlaubt alleAbend ſich eine deit lang in den Zelten gufzuhal-ten. So bald die Töchtern das u. oder 12. Jahrerreichet/ gehen ſie nicht auß dem Wagen bis ſiein den Eheſtand tretten/ auch nicht ein mal wañ

ſie die Nothtwendigkeiten jhrer Natur verrich-

ten wollen In dem Boden des Wagens iſt einBret/ welches man aufheben kan/ und wann esan einem Ort iſt/ da man Campieret, ſo kometalsbald ein Selav und machet ſolches wiederſauber. Man kennet alsbald ein Wagen/ darin-nen ein Magdlein iſt/ wann er mit Blumen ge-mahlt/ ſie haben gemeiniglich ein Kameel ogbey

gebunden/ und mit allerhand Farben be ſuidlet/

und oben guf dem Kopf etliche eder ⸗VBujſche

iſt ein groſſes Membt/ welches jhnen bis auf ſtecken:.

die Fuͤſſe gehet/ der Kopf iſt mit einem weiſſen c ben aueauf welchen ein Schleich auß Pferds⸗Lederet-

Lumyẽ bedeckt/ und die Stirne mit eine ſchwar-tzen Schleyer z. oders. mal gebundẽ. Die Wei-ber nnd Tochter der Edlen/ tragẽ uberdieſe Tuchnoch eine art von Mutzen/ die hinden offen ſind/und ihnen die Stirn bedecken/ als wann ſie

jhnen den Kopf mit einem drey eckigten Naß-

tuch gebunden. Eine von dieſen Ecken hangt ü-

ber die Stirne/ und iſt entweder auß Sammet/ ihnen f 5ſie aber davon nehmen wollen/ o rühren ſie ſel-

Atlas/ Tuch/ oder Brocard gemacht/ und uberund uͤber mit Gold und Silber/ Flitterlein undfalſehen Perlen die ſie auch zu den Armbanderngebrauchen/ bedecket. Ihre Underhoſen ſindvon ſchlechtem gefärbtem Tuch/ und die Bein-Kleyder ſind Carduaniſche Stiffeln/ vonaller-hand Farben/ welche ſehr ſauber genehet ſind.3 85 100 ein junger Kerl verheurathen

*

Die jungen Kerl haben auch ihre Wagen/was groſſer als ein halber Seheffel/ welchen ſie

gemeiniglich mit Pferds⸗Malch anfüllen/ die

ſehr ſaur iſt. Ein jeglicher hat eint andern Wa-

gen bey ſich/ auf welchen ſie etliche Schleuche

mit Küh⸗WMilch die ſie laſſen ſaur werden/ zu-ſetzen pflegen. Wann fe eſſen wollen/ ſo dienetjhnen diefe Milch an ſtatt des Getrancks/ wa

bige zuvor mit einem groſſen Prügel under ein-andern/ damit die gerunene nit der dunnen ſich

vermiſchen moͤge. Was aber die Pferds⸗Milch

anbelanget/ ſo wird dieſelbige nur von dem Her-ven und von der Frauen getruncken/ und ehe ſievon beyder Milch trinckẽ/ ſchuttẽ ſiezuvor Wal

ſer darumder. Wanne ſi ein Freund beſuchel-

Eheſtal

Ihre Woh-nungen.

Ihre Speiſe/und Geſraͤn-eke.