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en Drittes Buch
kleinen Srhlkich den ſie/ kus ſie können/ mit
Waſſer füllen/ in dieſen Schleich thun ſie 2.oder z. Stücke von dieſem harten Kaſe/ welche/durch die Bewegung des Pferdes zergehen/an deſſen Bauch dieſes Gefaſſe angebunden iſt.Auß dieſem Kaſe wird gleichſam eine ſaurtMilch die jhnen zu ihrem gemeinen Getranckedienet/ gemacht. Alles Ihr Kuchen⸗Geſchirꝛbeſtehet in Hoͤltzernen Schuſſel/ welche ein jeg-licher Reuter an dem Sattelbaum füͤhret/und die er ſo wol für ſich ſelbſten/ als auch für
ſein Pferd gebrauchet. Dieſelben welche mit
Ihlen dle,
ihnen Krieg fuhren/ haben keine beſſere Beutzu hoffen als jhre Pferdte/ es gehet aber garſchwar zu/ daß ſie dieſelben bekommen/ dannſo bald ein Pferd ſeinen Reuter verliehret/ be-gibt es ſich zu den jenigen/ welche fliehen/ alſodaß mans kaum mir groſſer Mühe erhaltz kan.Uber diß gehen dioſe P ſerdte auch leichtlich zuſchanden/ wann ſte in ein ander Land kommen/und tauren ſte kaumfünff oder ſechs Monat/und konnen zu der Arbeit dar zu ſie die Tarta-ren gebrauchen/ mmmer angewendet werden.Ihre Kleidung beſtehet in einem rauhen Ha-melfahl/ im Sommer drehen ſie es herauß/und im Winter hinein. Dieſelbe/ welchegleichſam Edelleuth ſeyn ſollen/ bedienen ſichder Wolfs⸗Hauten/ und haben eine ArtHembder und Hoſen auß grobem Baumwol-len Tuch gemgcht/ von underſchiedlichen Far-ben/ als roth/ blau/ bey welchen die Schneiderſchlechten Fleiß anwendenIhre Weiber ſeynd weiß und wolge-ſtalt/ und von hoher Statur/ ſie haben a-ber gar ein breites Geſichte/ und kleuue Augen/und wann ſie das dreyſſigſte Jahr überſchrit-
ten/ werden ſie gar Ungeſtalt. Es iſt kein
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Mann der nicht zwey oder drey Weiber hat/und ſie nehmen keine/ ſie ſeye dann auß jhremGeſchlecht. Bey jeglichem Stamm oder Ge-ſchlecht iſtein Haubt ein Edler des Landes/ wel-cher/ zum zeichen ein Pferds⸗Schwant auf derPiqen führet/ der mit der Farbe des Geſchlechtsangeſtrichen iſt. Wann ſie marſchieren ſokveiß/ ein jeder ſein Ordnung zu halten/ undwann ſie ſich lageren ihr Vieh zu weiden/ ſobegibt ſich ein Stamm nicht zum anderen.Die Kleydung der Weiber und Toͤchtern/
lelg
— 25 1 8 9 25 21 a..will/ ſo muß er feiner Braut Eltern oder demgantzenGeſchlechteeine gewiſſe quantitet Y feu-de/ Ochſen/ Ruhe/ oder ander Vieh geben/ und
dieſes geſchicht in Gegenpart dei gartenFreund ſchaft und der Zurnemſte guß dem Ge-ſchlechtedaben ſich auch ber aoullan finden laſ-ſet. Wann nun der Verglich gemacht/ welcheswir bey uns das Verloͤbnuß nennen/ ſo iſt demBautigam erlaubet mit ſeiner Liebſten ſpatzie-ren zu gehen/ dann zu vor hat er ſte noch mehtgeſehen/ und wann diß geſchehen/ ſo ſchreiten ſiezu dem davon ſie entweder von der Mutter/und Schweſter oder anderen Weiberenangewieſen worden. Auſſer dreyen Wei-bern de einem jeden erluuher ſeynd/ mogenſie ſich auch noch der Sclavinen gebrau-chen/ aber die Kinder/ die ſie von ihnen bekom-men/ bleiben Sclaven/ und erben nichts. DieſeTartarn ſind eines ſehr hitzige Temperaments/und die Weiber mehr als die Manner. Beydehaben ſchoͤne Haar/ an dem Leib aber ind ſiewenig Hagricht. Die Marmer haben faſt kei-nen Bart/ und wann derſelbe einem under jh-nen etwas ungemein groß iſt/ und er leſen undſchreiben kan/ ſo kan er ein Moullah werden.Dieſe Volcker haben keine Hauſer/ ſondernwolmen undergzelten ober in ben Wagen die ſiehin und wider ziehen konnen. Die Zeiten ſind
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für die alte Leute und Kinder/ wie auch für die
Sclaven die ihnen dienen. Die ungen Weiberhaben jhre Wagen von Bretern gemacht/ undwanu ſte Luft haben wollen/ ſo eröffnen ſie aufjeglicher Seite ein kleines Fenſterlein/ welcheseinem Gegiter gleichet. Es iſt nen erlaubt alleAbend ſich eine deit lang in den Zelten gufzuhal-ten. So bald die Töchtern das u. oder 12. Jahrerreichet/ gehen ſie nicht auß dem Wagen bis ſiein den Eheſtand tretten/ auch nicht ein mal wañ
ſie die Nothtwendigkeiten jhrer Natur verrich-
ten wollen In dem Boden des Wagens iſt einBret/ welches man aufheben kan/ und wann esan einem Ort iſt/ da man Campieret, ſo kometalsbald ein Selav und machet ſolches wiederſauber. Man kennet alsbald ein Wagen/ darin-nen ein Magdlein iſt/ wann er mit Blumen ge-mahlt/ ſie haben gemeiniglich ein Kameel ogbey
gebunden/ und mit allerhand Farben be ſuidlet/
und oben guf dem Kopf etliche eder ⸗VBujſche
iſt ein groſſes Membt/ welches jhnen bis auf ſtecken:.
die Fuͤſſe gehet/ der Kopf iſt mit einem weiſſen c ben aueauf welchen ein Schleich auß Pferds⸗Lederet-
Lumyẽ bedeckt/ und die Stirne mit eine ſchwar-tzen Schleyer z. oders. mal gebundẽ. Die Wei-ber nnd Tochter der Edlen/ tragẽ uberdieſe Tuchnoch eine art von Mutzen/ die hinden offen ſind/und ihnen die Stirn bedecken/ als wann ſie
jhnen den Kopf mit einem drey eckigten Naß-
tuch gebunden. Eine von dieſen Ecken hangt ü-
ber die Stirne/ und iſt entweder auß Sammet/ ihnen f 5ſie aber davon nehmen wollen/ o rühren ſie ſel-
Atlas/ Tuch/ oder Brocard gemacht/ und uberund uͤber mit Gold und Silber/ Flitterlein undfalſehen Perlen die ſie auch zu den Armbanderngebrauchen/ bedecket. Ihre Underhoſen ſindvon ſchlechtem gefärbtem Tuch/ und die Bein-Kleyder ſind Carduaniſche Stiffeln/ vonaller-hand Farben/ welche ſehr ſauber genehet ſind.3 85 100 ein junger Kerl verheurathen
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Die jungen Kerl haben auch ihre Wagen/was groſſer als ein halber Seheffel/ welchen ſie
gemeiniglich mit Pferds⸗Malch anfüllen/ die
ſehr ſaur iſt. Ein jeglicher hat eint andern Wa-
gen bey ſich/ auf welchen ſie etliche Schleuche
mit Küh⸗WMilch die ſie laſſen ſaur werden/ zu-ſetzen pflegen. Wann fe eſſen wollen/ ſo dienetjhnen diefe Milch an ſtatt des Getrancks/ wa
bige zuvor mit einem groſſen Prügel under ein-andern/ damit die gerunene nit der dunnen ſich
vermiſchen moͤge. Was aber die Pferds⸗Milch
anbelanget/ ſo wird dieſelbige nur von dem Her-ven und von der Frauen getruncken/ und ehe ſievon beyder Milch trinckẽ/ ſchuttẽ ſiezuvor Wal
ſer darumder. Wanne ſi ein Freund beſuchel-
Eheſtal
Ihre Woh-nungen.
Ihre Speiſe/und Geſraͤn-eke.