174kauffet/ banauerotieren/ muß der Verwalter/ſo wol eines als das andere gut machen. Her-gegen muß der Kauffmann auch von allem/was er verkaufft/ 2. vom hundert geben/ undwann ein Kauff geſchloſſen/ gehet man nachdem Verwalter welcher ſo wol die Waaren-als den Namen des Kauffers und Verkauf-fers aufſchreibet/ und in ſein Buch einträgt.Weil nun der Verwalter vor dem Kaäͤufferſtehen 9 5 erkundiget er ſich/ wann er ihnnicht wol kennet/ ob er auch zu bezahlen habe/wo ſich ſolches nicht befindet/ nimt der Kauf-mann ſeine Wgaxen wieder. Biß weilen ver-ſtehet ſich der Verkaluffer/ dann er die zweyvom hundert erſpare/ mit dem Kauffer/ undſiehet wie er die Güter ohne Vorwiſſen desVerwalters auß dem Hauß bringt/ davor erdem Aufſeher etwas verehrt/ daß er ein Augzu thue. Geſchicht es aber/ daß der KaufferBanquerot machet/ darff der Kauffmann deß-wegen nicht klagen/ weil der Kauff nicht indes Königs Buch eingeſchrieben/ und er dem-ſelben die Gebühr hinderhalten. Ich rededavon auß eigener Erfahrung/ dann nachdemich underſchiedliche mal mit einem gehandeltſo mich allezeit gar wol zahlte/ und der von je-
derman ſehr reich gehalten wurde/ thate ich
den letſten Handel mit hm um 67. Tomans
werth/ ſo ich dem Verwalter nicht anzeigte/
Fernere Be-
ſchreibung
des Meydanoder Marckt
Mlatzes.
und darüber um mein Gelt kam/ dann meinSchuldner laͤugnete mirs/ weil es ſich nichtin des Koͤnigs Buch fande/ welches an ſtatteiner Verſicherung der Bezahlung iſt. Wannder Termin verfſoſſen/ und der Schuldner dasGelt nicht liefert/ muß der Verwalter ſolcheseintreiben/ bezahlt er nicht was er ſchuldig iſt/laßt man jhm alle Tag mit einem Stock etli-che Streich auf die Hußſdſen geben/ biß erWait e e
Was die Sicherheit der Bazars anlan-get/ iſt auch nichts zu beforchten/ und ver-ſchlieſſen die Kauſſeute des Abends ihreKram ⸗Laden nicht ſonderlich/ weil ſie diegantze Nacht durch in⸗ und außwendig ſehrwol verwachet werden. Die kleine Ladenguf dem Ney dan betreffend/ verſchlieſſet einjeder des Abends ſeine Waaren in eine Kuͤ-ſten/ mit einem Malſchloß welche hernachalle an einem Ort auf dem Platz geſetzet wer-den. Über die groſſen Kauffmanns⸗Waa-ren aber/ als Zelte/ Seiler/ und andere der-gleichen/ die groſſen Platz einnehmen/ wirdKür ein groſſes Tuch geſpannet/ und anStecken in die Erden geſtecket/ angehefftet.Dann es iſt auch die gantze Nacht uber eineWacht auf dem Meidan. Ind weil ichwieder auf dieſen Platz komme/ muß ichgen. Bech eibüng darvon gar zu Ende brin-
Swwiſchen des Jul Pforten und dem Thor/baduuch nian in den Bazar, iwo die Armne-ſiſchen Lader ⸗Bieiter/ ſo kleine Schlauche/die man under des Pferds Bach hanget/Waſſer⸗Simerlein und andeſe 11 0Weng gehe Sachen mghen. Die
Reisbeſchreibung in Perſien/
gehet/ ſitzen die Preu-6 9 Mey dans, auf welcher man under denbedeckten Gängen underſchiedliche Kamme-ken gemacht/ ſo auf den Plat dra Geund dahin man gehet Taback und Caffe
Schwerdfeger/ und Bogen⸗ und Pfeil⸗Ma-cher/ haben auch da jhren Stand. Vondieſer letſtern Pforten an/ biß an das Endder Gallerie, ſeynd die Materialiſten und Spe-
In dem Eck/ wo die Weſt⸗ und Nord-Seiten zuſamen ſtoſſen/ iſt ein Thor/ derEingang zu einem groſſen Bazar, darinnendie Kaufleute Nocke/ Helnbder/ Schlaff Ho-ſen/ Strümpfe/ und ſolcher Gattung Waa-ren mehr feil haben. Es werden auch Wei-ber- und Manner⸗Schuhe vom Chagrin daverkauffet/ ſolche Art von Schuhen aber tra-gen nur die jenigen/ die etwas mehr als ge-Weiße Leute fed zz
Von dieſem Bazar gehet man in einenanderen/ der noch groͤſſer/ und davon der
vierte Theil voll Kupferſchmiede iſt/ die To-
pfe/ Schüſſeln/ Teller/ und andern Haußrathmachen. Deßgleichen ſeynd auch Feilen-Hauer und Saͤgen⸗Klingen⸗Schmiede da-rinnen. Das übrige von dieſem groſſen Ba-zar iſt mit Tuch⸗ Far bern beſetzet. An demEnde hat es eine ſehr ſchoͤne Car vanſera, wo-rinnen die Kaufteute ſeynd/ ſo Biſem/ Preu-ſiſch Lader/ und allerley Futter von Beltz-werck verkguffen.„
Ich habe bereits an einem anderen Orterwehnet/ daß der Koͤnig von den Bazarsund Carvanſeren, ſo er bauen laſſen/ eingroſſes Einkommen habe/ und daß ſolchesvornehmlich zu des Koͤnigs Tafel/ und ge-wohnlichen Underhalt ſeines Hauſes gewid-
met ſeye. Dann weil die Geſatze des Ma-
homets den Königen verbieten/ das Volckmit Zoͤllen/ Schatzungen/ und andern Auf-lagen zu beladen/ glauben ſie nicht/ daß dasGelt ſo davon erhoben wird/ rechtmaſsigerWeiſe zu des Lebens Erhaltung konne an-
gewendet werden/ und machten ſie ſich ein
Gewiſſen etwas davon für ihren Mund zugebrauchen/ in der Meinung/ ihre Speiſenwurden ihnen nicht gedeyen. Auß dieſem
Verbott des Mahomets/ nehmen ſich dieKaufleute ſelbſt die Freyheit/ die Zoͤll ſo oft
du berfahrenals ſe kopen und g gaben nicht
daß ſie dadurch den Konig beleidigen/ weilſie nicht wider das Geſatz ſundigen/ und dasum ſo viel deſto mehr/ dieweil die Wagren/
twalin man schuldig ware alle Zölle zu entrich-
ten/ ſo hoch au Preiß ſteigen würden/ daßalle Handlungen dadurch ins ſtecken kamen.Das Einkommen von den Carvanleren, Ba-zars und Garten ware vielleicht auch nichtgenug vor des Königs Küchen/ es iſt aberdieſes dabey zu mercken/ daß von den Kanen,
oder Stadthaltern über die Provintzen/ einer
ſe nichts auß dein Königlichen Schatz darzu
angewendet wird.
„Ich komme nun auf die Mord⸗Seſten
trincken.
nach dem andern ſeine Wochen über die Kucheunderhaͤlt und verſorger/ daß auf ſolche Wei-
zu ſer.
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