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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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174kauffet/ banauerotieren/ muß der Verwalter/ſo wol eines als das andere gut machen. Her-gegen muß der Kauffmann auch von allem/was er verkaufft/ 2. vom hundert geben/ undwann ein Kauff geſchloſſen/ gehet man nachdem Verwalter welcher ſo wol die Waaren-als den Namen des Kauffers und Verkauf-fers aufſchreibet/ und in ſein Buch einträgt.Weil nun der Verwalter vor dem Kaäͤufferſtehen 9 5 erkundiget er ſich/ wann er ihnnicht wol kennet/ ob er auch zu bezahlen habe/wo ſich ſolches nicht befindet/ nimt der Kauf-mann ſeine Wgaxen wieder. Biß weilen ver-ſtehet ſich der Verkaluffer/ dann er die zweyvom hundert erſpare/ mit dem Kauffer/ undſiehet wie er die Güter ohne Vorwiſſen desVerwalters auß dem Hauß bringt/ davor erdem Aufſeher etwas verehrt/ daß er ein Augzu thue. Geſchicht es aber/ daß der KaufferBanquerot machet/ darff der Kauffmann deß-wegen nicht klagen/ weil der Kauff nicht indes Königs Buch eingeſchrieben/ und er dem-ſelben die Gebühr hinderhalten. Ich rededavon auß eigener Erfahrung/ dann nachdemich underſchiedliche mal mit einem gehandeltſo mich allezeit gar wol zahlte/ und der von je-

derman ſehr reich gehalten wurde/ thate ich

den letſten Handel mit hm um 67. Tomans

werth/ ſo ich dem Verwalter nicht anzeigte/

Fernere Be-

ſchreibung

des Meydanoder Marckt

Mlatzes.

und darüber um mein Gelt kam/ dann meinSchuldner laͤugnete mirs/ weil es ſich nichtin des Koͤnigs Buch fande/ welches an ſtatteiner Verſicherung der Bezahlung iſt. Wannder Termin verfſoſſen/ und der Schuldner dasGelt nicht liefert/ muß der Verwalter ſolcheseintreiben/ bezahlt er nicht was er ſchuldig iſt/laßt man jhm alle Tag mit einem Stock etli-che Streich auf die Hußſdſen geben/ biß erWait e e

Was die Sicherheit der Bazars anlan-get/ iſt auch nichts zu beforchten/ und ver-ſchlieſſen die Kauſſeute des Abends ihreKram ⸗Laden nicht ſonderlich/ weil ſie diegantze Nacht durch in⸗ und außwendig ſehrwol verwachet werden. Die kleine Ladenguf dem Ney dan betreffend/ verſchlieſſet einjeder des Abends ſeine Waaren in eine Kuͤ-ſten/ mit einem Malſchloß welche hernachalle an einem Ort auf dem Platz geſetzet wer-den. Über die groſſen Kauffmanns⸗Waa-ren aber/ als Zelte/ Seiler/ und andere der-gleichen/ die groſſen Platz einnehmen/ wirdKür ein groſſes Tuch geſpannet/ und anStecken in die Erden geſtecket/ angehefftet.Dann es iſt auch die gantze Nacht uber eineWacht auf dem Meidan. Ind weil ichwieder auf dieſen Platz komme/ muß ichgen. Bech eibüng darvon gar zu Ende brin-

Swwiſchen des Jul Pforten und dem Thor/baduuch nian in den Bazar, iwo die Armne-ſiſchen Lader ⸗Bieiter/ ſo kleine Schlauche/die man under des Pferds Bach hanget/Waſſer⸗Simerlein und andeſe 11 0Weng gehe Sachen mghen. Die

Reisbeſchreibung in Perſien/

gehet/ ſitzen die Preu-6 9 Mey dans, auf welcher man under denbedeckten Gängen underſchiedliche Kamme-ken gemacht/ ſo auf den Plat dra Geund dahin man gehet Taback und Caffe

Schwerdfeger/ und Bogen⸗ und Pfeil⸗Ma-cher/ haben auch da jhren Stand. Vondieſer letſtern Pforten an/ biß an das Endder Gallerie, ſeynd die Materialiſten und Spe-

In dem Eck/ wo die Weſt⸗ und Nord-Seiten zuſamen ſtoſſen/ iſt ein Thor/ derEingang zu einem groſſen Bazar, darinnendie Kaufleute Nocke/ Helnbder/ Schlaff Ho-ſen/ Strümpfe/ und ſolcher Gattung Waa-ren mehr feil haben. Es werden auch Wei-ber- und Manner⸗Schuhe vom Chagrin daverkauffet/ ſolche Art von Schuhen aber tra-gen nur die jenigen/ die etwas mehr als ge-Weiße Leute fed zz

Von dieſem Bazar gehet man in einenanderen/ der noch groͤſſer/ und davon der

vierte Theil voll Kupferſchmiede iſt/ die To-

pfe/ Schüſſeln/ Teller/ und andern Haußrathmachen. Deßgleichen ſeynd auch Feilen-Hauer und Saͤgen⸗Klingen⸗Schmiede da-rinnen. Das übrige von dieſem groſſen Ba-zar iſt mit Tuch⸗ Far bern beſetzet. An demEnde hat es eine ſehr ſchoͤne Car vanſera, wo-rinnen die Kaufteute ſeynd/ ſo Biſem/ Preu-ſiſch Lader/ und allerley Futter von Beltz-werck verkguffen.„

Ich habe bereits an einem anderen Orterwehnet/ daß der Koͤnig von den Bazarsund Carvanſeren, ſo er bauen laſſen/ eingroſſes Einkommen habe/ und daß ſolchesvornehmlich zu des Koͤnigs Tafel/ und ge-wohnlichen Underhalt ſeines Hauſes gewid-

met ſeye. Dann weil die Geſatze des Ma-

homets den Königen verbieten/ das Volckmit Zoͤllen/ Schatzungen/ und andern Auf-lagen zu beladen/ glauben ſie nicht/ daß dasGelt ſo davon erhoben wird/ rechtmaſsigerWeiſe zu des Lebens Erhaltung konne an-

gewendet werden/ und machten ſie ſich ein

Gewiſſen etwas davon für ihren Mund zugebrauchen/ in der Meinung/ ihre Speiſenwurden ihnen nicht gedeyen. Auß dieſem

Verbott des Mahomets/ nehmen ſich dieKaufleute ſelbſt die Freyheit/ die Zoͤll ſo oft

du berfahrenals ſe kopen und g gaben nicht

daß ſie dadurch den Konig beleidigen/ weilſie nicht wider das Geſatz ſundigen/ und dasum ſo viel deſto mehr/ dieweil die Wagren/

twalin man schuldig ware alle Zölle zu entrich-

ten/ ſo hoch au Preiß ſteigen würden/ daßalle Handlungen dadurch ins ſtecken kamen.Das Einkommen von den Carvanleren, Ba-zars und Garten ware vielleicht auch nichtgenug vor des Königs Küchen/ es iſt aberdieſes dabey zu mercken/ daß von den Kanen,

oder Stadthaltern über die Provintzen/ einer

ſe nichts auß dein Königlichen Schatz darzu

angewendet wird.

„Ich komme nun auf die Mord⸗Seſten

trincken.

nach dem andern ſeine Wochen über die Kucheunderhaͤlt und verſorger/ daß auf ſolche Wei-

zu ſer.

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