dem zwweyten Feld iſt von gleicher Form undGroſſe ein Teich/ wie in dem Vierten; und indem Letſten/ ſo das End von dem Haupt⸗Wegund der Lange des Gartens iſt/ gehet ein ande-rer Canal über zwerchs durch alle Wege/ wel-che zuſamt dem Groſſen die gantze Lange desartens machen. Endlich ſiehet man etlicheSale/ welche um friſche und kühle Luft zuſchopffen/ an allen Orten offen ſind/ in gleichemlangs dem Canal etliche Waſſerſalle/ Blu-men⸗ Felder/ Garten⸗Beth/ Spatzier⸗Gaͤngevon Hambuchen und andere; dergleichen Gar-ten⸗Zierrath aber muß man weder in dem Gar-ten Kezardgerib, noch einigem andern in gantzPerſten ſuchen.
Wann man ohngefehr 100. Schritt jenſeitder Bruͤcken in die groſſe Gaſſen Teharbagkomt/ gehet auf de rechten Hand zwiſchen dengroſſen Garten⸗Mauren/ ſo dem Koͤnig zuge-hoͤren/ eine andere Gaſſe nach Zulpha; überzwey oder drey Muſqueren⸗Schuß nicht von
der Brücken iſt Zulpha.dete, Die Stadt iſt eigenklich eine Colonia vonder den Armeniern/ welche Cha- Abas der Groſſe/Ran zu. guß einer Stadt in Armenien Zulpha genant/davon bieſe Colonia noch jhren Namen hat/0 wie ich in dem erſten Buch angemercket/ weg-geführet; und hat von der Zeit an dergeſtaltzugenommen/ daß ſie nunmehr auf dem heuti-gen Tage/ indem ſie faſt eine halbe Meile lang/und halb ſo breit iſt/ vor eine ziemlich groſſeStadt kan gehalten werden. Sie hal zweyHaupt⸗Gaſſen/ welche bey nahe ſo lang als diegantze Stad i ſind. Die eine davon iſt auf bey-den Selten mit einer Reihe Tehinars beſetzet/welche an der Wurtzel von einem kleinen Waſ-ſer⸗Canal/ den die Armenier/ vermog daruͤberaufgerichteter Ordnung in jhre Garten/ die-lb ſelben zu roaſſern/ leiten/ befeuchtet werden: Dieue meiſten ubrige Gaſſen haben gleichfals eineReihe von Daumen/ und einen Canal. Wasdie Hauſer anlanget/ ſind dieſelben insgemeinzu Zulpha hubſcher gebauet/ und von beſſeremAnſehen/ als zu Iſpahan. Die Hiſtory/ wie diermenier anfalgs in dieſe Perſiſche Haupt-Stadt geſetzet worden/ wil ich als eine unterden groͤsten Proben von des Cha-Abas J. klu-gen Verſtand/ welcher durch ſeine Waffen und
uud wadaran ſon-erbareg zu
inden.
die Handlung das Königreich wiederum in
vorigen Flor geſetzet/ mit wenig Worten hie-bey anführen. 5Nachdem Oba Abas ſeine ſieghafte Waffen
eiſe dz
Jelte u weik in Armenien fortgeſetzet hat er dieſelbe
Aa and gantze Provintz damit ihn die Turcken hinfürofn we auf derſelbigen Seiten nicht mehr beunruhigen
mochten/ gleichſam wuſt und od gemacht/ in-
dem er alle Armenier/ ſo wol auß Zu pha alsNacſivan, und in der Gegend von Kkars undErivan biß nach Erzerom qliß dem Land/ und2 Perſten ziehen laſſen; unter welchen die außAlpha nach Iſpahan und den umligendenten geſchickt wurden/ den meiſten Theil aberdran in Ubrigen führte man nach Mazan-unge end and zu bauen/ wiewol ſie wegen derdein Loden Luft daſelbſt/ wie ich an einem an-n Ort ermnnert/ faſt ale geſtorben/ ſo daß
750vonden 24000. ſo dahin kamen/ kaum. oder6ooο mehr übrig ſind. Etliche Jahr hernachgabe Cha-Abas den Armeniern/ die er nach
Iſpahan geſetzet/ jenſeit des Fluſſes einen an-
dern Platz ein/ da ſie hinfiüro wohnen mochten/und als dieſe erſten Armenier jhre neue Coloniam wol angerichtet/ zogen die andern/ nachderen Exempel/ auch auß Tauris, Erivan undandern Orten/ und ſetzten ſich nach Zulpha.Die Zahl der Einwohner in dieſer neuen Stadthat von ohngefehr 10. oder 12. Jahren herdurch andere Chriſten von unterſchiedlichenSecten/ als Jacobiten/ Cophten und Neſto-rianern/ noch zugenommen/ welche zuvor inden Vorſtadten bey Iſpahan wohneten. Weilnun der Konig haben wolte/ daß ſie auch jhreWohnungen bey den Armenianern auf derandern Seiten des Fluſſes haben ſolten/ vorſie aber keine Haͤuſer leer waren/ verlaubte erihnen/ daß ſie oberhalbzulpha gegẽ Abend lan-ges dem Waſſer ſo viel Platzes einzunehmen/als jhnen zu jhren Wohnungen und Gartennoͤthig ware. Dieſer Cha-Abas iſt gegen dieArmenier/ weil er ſie auß jhrem Lande wegge-füͤhret/ darum nicht ſo unbarmhertzig geweſen/wie ſich der gemeine Mann wol einbilden doͤrf-te/ dann ſie waren nichts als lauter armeBauersleute/ welche damals noch nichts vonder Kaufmannſchaft und Handlung wuſten/und wohnten dazu in einer Provintz auf denGrentzen/ da jhnen oftmals ſo wol von denTurcken als Perſianern ſehr uͤbel mitgefahrenwurde. Von dieſer Zeit an haben die meiſtenvon ihnen groſſes Gut erworben/ wie ich weiterdrunten ſagen wil/ und haben die Armenier zuZulpha heutiges Tags nicht Urſach/ ſich nachdem Land jhrer Vor⸗Eltern ſehr zu ſehnen.Damit man aber wiſſen moͤge/ wie ſie an dieHandlung gekommen/ und folgends darinnenzugenommen/ muſſen wir die Sachen etwasweiter herholen. N 8
Cha- Abas, der ein Herꝛ war von einem groſ⸗ Des groſenſen Verſtand/ und ſich hertzhaftig alles unter⸗ 2 1ſtunde/ überlegte bey ſich/ daß Perſten ein un⸗Furnehmenfruchtbares Land/ worinnen keine Handlung 8und dahero auch ſehr wenig Gelt ſeye/ beſchloſ⸗ in perſienſe demnach durch die Einwohner des Landes/rohe ungefaͤrbte Seiden auß Perſien in Euro-pa zu ſchicken/ um zu ſehen/ wie hoch ſie daſelbſtanzubringen/ und auf ſolche Weiß Gelt in dasKönigreich zu bringen. Zu dieſem Ende wolteer alle Seiden in ſeinem gantzen Land an ſichbringen/ und wann er ſolche von ſeinen Unter-thauen um einen billichen Preiß/ ſo er ſetzenwolte gekauft/ den vol igen Gewinn davon vonſeinen Factolen vor ſich ziehen. Kame ihm auchzugleich in Sinn/ Freundſchaft und gute Beſ-ſtandnuß bey den vornehmſten Königen in Eu-ropa zu ſuchen/ und damit er dieſelbige uf feineSeiten wider die Turcken bringe/ Abgeſand?ten an ſie zu chicken. Den Anfang machte erbey dem Konig in Franckreich/ und war der er⸗ Sendet ozſte Abgeſandte/ den erin Europam an Heinrich Sieden 115den Groſſen ſchjckte/ Pater Jultus, en Capuct⸗ buchner. Zu allem Unglücke aber langte er erſt ekli⸗ Frauckreich.che Monat nach des Koͤnigs Tod an/ 25 19
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