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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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179
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dem zwweyten Feld iſt von gleicher Form undGroſſe ein Teich/ wie in dem Vierten; und indem Letſten/ ſo das End von dem Haupt⸗Wegund der Lange des Gartens iſt/ gehet ein ande-rer Canal über zwerchs durch alle Wege/ wel-che zuſamt dem Groſſen die gantze Lange desartens machen. Endlich ſiehet man etlicheSale/ welche um friſche und kühle Luft zuſchopffen/ an allen Orten offen ſind/ in gleichemlangs dem Canal etliche Waſſerſalle/ Blu-men⸗ Felder/ Garten⸗Beth/ Spatzier⸗Gaͤngevon Hambuchen und andere; dergleichen Gar-ten⸗Zierrath aber muß man weder in dem Gar-ten Kezardgerib, noch einigem andern in gantzPerſten ſuchen.

Wann man ohngefehr 100. Schritt jenſeitder Bruͤcken in die groſſe Gaſſen Teharbagkomt/ gehet auf de rechten Hand zwiſchen dengroſſen Garten⸗Mauren/ ſo dem Koͤnig zuge-hoͤren/ eine andere Gaſſe nach Zulpha; überzwey oder drey Muſqueren⸗Schuß nicht von

der Brücken iſt Zulpha.dete, Die Stadt iſt eigenklich eine Colonia vonder den Armeniern/ welche Cha- Abas der Groſſe/Ran zu. guß einer Stadt in Armenien Zulpha genant/davon bieſe Colonia noch jhren Namen hat/0 wie ich in dem erſten Buch angemercket/ weg-geführet; und hat von der Zeit an dergeſtaltzugenommen/ daß ſie nunmehr auf dem heuti-gen Tage/ indem ſie faſt eine halbe Meile lang/und halb ſo breit iſt/ vor eine ziemlich groſſeStadt kan gehalten werden. Sie hal zweyHaupt⸗Gaſſen/ welche bey nahe ſo lang als diegantze Stad i ſind. Die eine davon iſt auf bey-den Selten mit einer Reihe Tehinars beſetzet/welche an der Wurtzel von einem kleinen Waſ-ſer⸗Canal/ den die Armenier/ vermog daruͤberaufgerichteter Ordnung in jhre Garten/ die-lb ſelben zu roaſſern/ leiten/ befeuchtet werden: Dieue meiſten ubrige Gaſſen haben gleichfals eineReihe von Daumen/ und einen Canal. Wasdie Hauſer anlanget/ ſind dieſelben insgemeinzu Zulpha hubſcher gebauet/ und von beſſeremAnſehen/ als zu Iſpahan. Die Hiſtory/ wie diermenier anfalgs in dieſe Perſiſche Haupt-Stadt geſetzet worden/ wil ich als eine unterden groͤsten Proben von des Cha-Abas J. klu-gen Verſtand/ welcher durch ſeine Waffen und

uud wadaran ſon-erbareg zu

inden.

die Handlung das Königreich wiederum in

vorigen Flor geſetzet/ mit wenig Worten hie-bey anführen. 5Nachdem Oba Abas ſeine ſieghafte Waffen

eiſe dz

Jelte u weik in Armenien fortgeſetzet hat er dieſelbe

Aa and gantze Provintz damit ihn die Turcken hinfürofn we auf derſelbigen Seiten nicht mehr beunruhigen

mochten/ gleichſam wuſt und od gemacht/ in-

dem er alle Armenier/ ſo wol auß Zu pha alsNacſivan, und in der Gegend von Kkars undErivan biß nach Erzerom qliß dem Land/ und2 Perſten ziehen laſſen; unter welchen die außAlpha nach Iſpahan und den umligendenten geſchickt wurden/ den meiſten Theil aberdran in Ubrigen führte man nach Mazan-unge end and zu bauen/ wiewol ſie wegen derdein Loden Luft daſelbſt/ wie ich an einem an-n Ort ermnnert/ faſt ale geſtorben/ ſo daß

750vonden 24000. ſo dahin kamen/ kaum. oder6ooο mehr übrig ſind. Etliche Jahr hernachgabe Cha-Abas den Armeniern/ die er nach

Iſpahan geſetzet/ jenſeit des Fluſſes einen an-

dern Platz ein/ da ſie hinfiüro wohnen mochten/und als dieſe erſten Armenier jhre neue Coloniam wol angerichtet/ zogen die andern/ nachderen Exempel/ auch auß Tauris, Erivan undandern Orten/ und ſetzten ſich nach Zulpha.Die Zahl der Einwohner in dieſer neuen Stadthat von ohngefehr 10. oder 12. Jahren herdurch andere Chriſten von unterſchiedlichenSecten/ als Jacobiten/ Cophten und Neſto-rianern/ noch zugenommen/ welche zuvor inden Vorſtadten bey Iſpahan wohneten. Weilnun der Konig haben wolte/ daß ſie auch jhreWohnungen bey den Armenianern auf derandern Seiten des Fluſſes haben ſolten/ vorſie aber keine Haͤuſer leer waren/ verlaubte erihnen/ daß ſie oberhalbzulpha gegẽ Abend lan-ges dem Waſſer ſo viel Platzes einzunehmen/als jhnen zu jhren Wohnungen und Gartennoͤthig ware. Dieſer Cha-Abas iſt gegen dieArmenier/ weil er ſie auß jhrem Lande wegge-füͤhret/ darum nicht ſo unbarmhertzig geweſen/wie ſich der gemeine Mann wol einbilden doͤrf-te/ dann ſie waren nichts als lauter armeBauersleute/ welche damals noch nichts vonder Kaufmannſchaft und Handlung wuſten/und wohnten dazu in einer Provintz auf denGrentzen/ da jhnen oftmals ſo wol von denTurcken als Perſianern ſehr uͤbel mitgefahrenwurde. Von dieſer Zeit an haben die meiſtenvon ihnen groſſes Gut erworben/ wie ich weiterdrunten ſagen wil/ und haben die Armenier zuZulpha heutiges Tags nicht Urſach/ ſich nachdem Land jhrer Vor⸗Eltern ſehr zu ſehnen.Damit man aber wiſſen moͤge/ wie ſie an dieHandlung gekommen/ und folgends darinnenzugenommen/ muſſen wir die Sachen etwasweiter herholen. N 8

Cha- Abas, der ein Herꝛ war von einem groſ⸗ Des groſenſen Verſtand/ und ſich hertzhaftig alles unter⸗ 2 1ſtunde/ überlegte bey ſich/ daß Perſten ein un⸗Furnehmenfruchtbares Land/ worinnen keine Handlung 8und dahero auch ſehr wenig Gelt ſeye/ beſchloſ⸗ in perſienſe demnach durch die Einwohner des Landes/rohe ungefaͤrbte Seiden auß Perſien in Euro-pa zu ſchicken/ um zu ſehen/ wie hoch ſie daſelbſtanzubringen/ und auf ſolche Weiß Gelt in dasKönigreich zu bringen. Zu dieſem Ende wolteer alle Seiden in ſeinem gantzen Land an ſichbringen/ und wann er ſolche von ſeinen Unter-thauen um einen billichen Preiß/ ſo er ſetzenwolte gekauft/ den vol igen Gewinn davon vonſeinen Factolen vor ſich ziehen. Kame ihm auchzugleich in Sinn/ Freundſchaft und gute Beſ-ſtandnuß bey den vornehmſten Königen in Eu-ropa zu ſuchen/ und damit er dieſelbige uf feineSeiten wider die Turcken bringe/ Abgeſand?ten an ſie zu chicken. Den Anfang machte erbey dem Konig in Franckreich/ und war der er⸗ Sendet ozſte Abgeſandte/ den erin Europam an Heinrich Sieden 115den Groſſen ſchjckte/ Pater Jultus, en Capuct⸗ buchner. Zu allem Unglücke aber langte er erſt ekli⸗ Frauckreich.che Monat nach des Koͤnigs Tod an/ 25 19

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