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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Honigs in Perſien Mahometaner werden/

dannt ſie die Guter jhres Hauſes allein erben:

n und entſtehet darauß noch ein ander Ubel;8 daß nemlich die anderen Kinder/ damit ſie

verlaugnen/ und den Mahometiſchen anneh-

Katzem. Der VIII. Ali el Bezza, deſſenGrab zu Meched in dem Coraſan von denPerſianern faſt ſo hoch verehret wird/ als desMahotmet ſeines. Der IX. iſt Mabammer-el Ioüad. Der X. Ali el Hadi. Der XI.Hocen el Aſkeri. Der XII. Mouhemmetel Mohadi Saheb-Zaman. Von dieſem let-ſten Iman haben die Per ſianer eben dieſe Mei-nung/ welche wir von Enoch und Elia haben;dahero jhrer viel/ jhm wol aufgebutzte Hauſer/Stalle voll koſtbarer Pferdte/ und andere zu

ſeiner Bedienung/ wann er wieder kommen

wird/ nothwendige Sachen/ in jhren Teſta-menten vermachen. Dieſes alles aber iſt zunichts Nutz/ weil man von dem ſo ihm ver-machet worden/ nichts gebrauchen kan; undwerden die Pferde von den ihm vermachtenRenten und Einkunften underhalten DieHauſer aber verſperret. Sie geben dieſemIman den Zunamen Zaheb- Zaman, welches

ſo viel iſt/ als ein Herꝛ der Zeit.Dieſen zweyten Seeten der Sunnen und

. Schiais hangen die drey vornemſten Köͤnigrei-

che in Indien an/ als da ſrynd/ das Keyſerthumdes Groſſen Mogols, und das KönigreichGolconda, und Viſapour, wie ich weitlaufti-ger in meiner Beſchreibung von dieſen Lan-dern ſagen werde. Das erſte und letſtevor dieſen dreyen Königreichen/ ſeynd vonder Sunnen Secte/ nemlich die Koͤnigen und1 groſſen bey Hof/ dann was das gemeineVolck anbelanget/ ſeynd ſie faſt alle Gotzen-Diener. Es iſt zwar nicht ohn/ daß an die-

ſer beyden Koͤnigen Hofen auch etliche Schiais

ſeynd/ dann weil es under den Indianern

gar wenig Kriegs⸗Officierer gibt/ ſeynd die

fmeiſten darunder Perſianer/ und dahero vonder Schiais Secte/ welche jhr Gluck in In-dien machen wollen/ aber den Koͤnigen zu ge-fallen denen ſie dienen/ leben ſie zum wenigſtenAuſſerlich zum Schein/ nach ihres HerrenReligion. Anlangend das Königreich Gol-conda, darinnen auch viel Perſtaner ſeynd/thut man daſelbſt offentliche Bekandtnuß/von der Schiais Geſatze/ und halt der heuti-ge König Kouroub. cha mit groſſem Eyferö daruber. 1Werne Wir wollen nun auch von dem prächti-1. daes, gen Feſt/ ſo die Perſtaner des All Sohnend Hocen und Huſſein, feyren/ etwas ſagen.Acht oder 5ſchwafrtzen ſieh die ſo die eyferigſten über demGeſatz ſeyn wollen/ über den gantzen Leib/und in dem Geſicht/ und gehen gantz nackend/nur allein die Scham mit einem kleinen Tüch-

damen ſchlagen/ und mit tauſenderley wun-Theil. a

nicht enterbet werden/ jhren Glauben auch

men. Der VII. Nachfolger iſt Mouſſa-

Weiber/ daß ſie zu ihren Liebhabern kommen

zehen Tag uͤber vor dem Feſt/

90 bedecket/ auf den Gaſſen. In beydenHanden baben ſie Kiſſelſteine/ welche ſie zu f

185derlichen und krummen Vorſtellungen desLeibs/ und Geſichts unaufhörlich und mitſolcher Gewalt ruffen: Huſſein, HocenzHocen, Huſſein; daß ihnen davon derSchaum vor dem Mund ſtehet/ des Abendsaber werden ſie von etlichen andachtigen Leu-ten in jhre Haͤuſer aufgenommen/ und wol ge-ſpeiſet. Dieſe Tage über/ ſo bald die Son-nen undergangen/ ſiehet man auf den Eckenan den groſſen Plätzen/ und etlichen Kreutz-Gaſſen/ Kantzeln vor die Prediger aufgerich-tet/ welchen man zuhoͤret/ und die das Volckzur Andacht auf das bevorſtehende Feſt vor-

ereiten. Dieweil nun Männer und Wei-ber/ alte und junge/ dahin gehen/ iſt im gan-tzen Jahr keine beſſere Gelegenheit vor die

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koͤnnen/ als dieſe. 5 1Dieſes Heſt will ich beſchreiben/ wie iches im Jahr 1667. den 3. Julij/ durch Hilfdes Nazars, oder Königlichen Groß⸗Hofmei-ſters/ welcher den Hollandern und mir einenguten Platz auf dem Meydan gegen den Delaüber/ wo der Konig war/ einraumete/ ſelbſtgeſehen. Dieſer Dela iſt ein groſſer Saal/auf der Seiten des Thors zu dem KoͤniglichenPalaſt/ als ein Ercker herauß gebauet/ unddes underſten Stockwercks hoch. Der Grunddavon ſtehet auf vielen Seulen/ und iſt mitGold⸗ und Himmelblauem Laubwerck gezie-ret. In der Mitten aber hat es eine Artvon einem runden Teich/ darein das Waſſerdurch eine Waſſer⸗Kunſt geleitet wird. Die-ſer Saal iſt auf drey Seiten offen/ die lang

1 11 darſte davon gehet auf den Pat hinauß/ und auf ren 11 8

remonien

der anderen gegen uͤber ſo zu iſt/ ſiehet man fürgeben.in der Wand/ und den Loͤchern ſo darein ge-macht/ underſchiedliche Engliſche und Hol-landiſche Bilder von Manns und Weibs-perſonen/ mit Glaͤſer und Flaͤſchen in denHanden/ und in ſolcher Poſtur als wanneines dem anderen zu krincken wolte. Die-ſes lieſſe cha-Abas II. durch einen Hollanderauf ſolche Art mahlen. 5

Des Morgens um 7. Uhren kame Cha-Sephi II. welcher ſeithero ſeinen Namen ver-andert/ und ſich heutiges Tags Cha- Soli-man nennen laßt/ in Begleitung der Vor-

nemiſten vom Hof/ und ſetzte ſich in der Mit-

ten von dem Dele auf ſeinem Thron/ die ub-

rigen Herren aber blieben alle ſtehen. So

bald er ſich geſetzet ließ ſich am ende desPferd der Groß⸗Bogt auf einem ſchoͤnenPferd/ deme etliche junge Herren folgten/ſehen; und lieſſen das Volck/ welches beydieſem Fürſt erſchienen/ heran rucken/ da-mit ein jeder in ſeiner Ordnung vorbey gien-e. Dann damit man die Unordnung/ wel-che vor dieſem dabey mit underlieffe/ in denein Quartier der Stadt oder Kirch⸗Spieldem anderen vorgehen wolte/ vermeidenmochte/ befahl der Konig/ der Groß⸗Vogtſolte Ceremonien⸗Meiſter ſeyn/ und einemjeden ſeine Stelle anweiſen. Als er nundie Anſtalt machte/ daß die Quartier oderMen ie Com-