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Honigs in Perſien Mahometaner werden/
dannt ſie die Guter jhres Hauſes allein erben:
n und entſtehet darauß noch ein ander Ubel;8 daß nemlich die anderen Kinder/ damit ſie
verlaugnen/ und den Mahometiſchen anneh-
Katzem. Der VIII. Ali el Bezza, deſſenGrab zu Meched in dem Coraſan von denPerſianern faſt ſo hoch verehret wird/ als desMahotmet ſeines. Der IX. iſt Mabammer-el Ioüad. Der X. Ali el Hadi. Der XI.Hocen el Aſkeri. Der XII. Mouhemmetel Mohadi Saheb-Zaman. Von dieſem let-ſten Iman haben die Per ſianer eben dieſe Mei-nung/ welche wir von Enoch und Elia haben;dahero jhrer viel/ jhm wol aufgebutzte Hauſer/Stalle voll koſtbarer Pferdte/ und andere zu
ſeiner Bedienung/ wann er wieder kommen
wird/ nothwendige Sachen/ in jhren Teſta-menten vermachen. Dieſes alles aber iſt zunichts Nutz/ weil man von dem ſo ihm ver-machet worden/ nichts gebrauchen kan; undwerden die Pferde von den ihm vermachtenRenten und Einkunften underhalten“ DieHauſer aber verſperret. Sie geben dieſemIman den Zunamen Zaheb- Zaman, welches
ſo viel iſt/ als ein Herꝛ der Zeit.Dieſen zweyten Seeten der Sunnen und
. Schiais hangen die drey vornemſten Köͤnigrei-
che in Indien an/ als da ſrynd/ das Keyſerthumdes Groſſen Mogols, und das KönigreichGolconda, und Viſapour, wie ich weitlaufti-ger in meiner Beſchreibung von dieſen Lan-dern ſagen werde. Das erſte und letſtevor dieſen dreyen Königreichen/ ſeynd vonder Sunnen Secte/ nemlich die Koͤnigen und1 groſſen bey Hof/ dann was das gemeineVolck anbelanget/ ſeynd ſie faſt alle Gotzen-Diener. Es iſt zwar nicht ohn/ daß an die-
ſer beyden Koͤnigen Hofen auch etliche Schiais
ſeynd/ dann weil es under den Indianern
gar wenig Kriegs⸗Officierer gibt/ ſeynd die
fmeiſten darunder Perſianer/ und dahero vonder Schiais Secte/ welche jhr Gluck in In-dien machen wollen/ aber den Koͤnigen zu ge-fallen denen ſie dienen/ leben ſie zum wenigſtenAuſſerlich zum Schein/ nach ihres HerrenReligion. Anlangend das Königreich Gol-conda, darinnen auch viel Perſtaner ſeynd/thut man daſelbſt offentliche Bekandtnuß/von der Schiais Geſatze/ und halt der heuti-ge König Kouroub. cha mit groſſem Eyferö daruber. 1Werne Wir wollen nun auch von dem prächti-1. daes, gen Feſt/ ſo die Perſtaner des All Sohnend Hocen und Huſſein, feyren/ etwas ſagen.Acht oder 5ſchwafrtzen ſieh die ſo die eyferigſten über demGeſatz ſeyn wollen/ über den gantzen Leib/und in dem Geſicht/ und gehen gantz nackend/nur allein die Scham mit einem kleinen Tüch-
damen ſchlagen/ und mit tauſenderley wun-Theil. a
nicht enterbet werden/ jhren Glauben auch
men. Der VII. Nachfolger iſt Mouſſa-
Weiber/ daß ſie zu ihren Liebhabern kommen
zehen Tag uͤber vor dem Feſt/
90 bedecket/ auf den Gaſſen. In beydenHanden baben ſie Kiſſelſteine/ welche ſie zu f
185derlichen und krummen Vorſtellungen desLeibs/ und Geſichts unaufhörlich und mitſolcher Gewalt ruffen: Huſſein, HocenzHocen, Huſſein; daß ihnen davon derSchaum vor dem Mund ſtehet/ des Abendsaber werden ſie von etlichen andachtigen Leu-ten in jhre Haͤuſer aufgenommen/ und wol ge-ſpeiſet. Dieſe Tage über/ ſo bald die Son-nen undergangen/ ſiehet man auf den Eckenan den groſſen Plätzen/ und etlichen Kreutz-Gaſſen/ Kantzeln vor die Prediger aufgerich-tet/ welchen man zuhoͤret/ und die das Volckzur Andacht auf das bevorſtehende Feſt vor-
ereiten. Dieweil nun Männer und Wei-ber/ alte und junge/ dahin gehen/ iſt im gan-tzen Jahr keine beſſere Gelegenheit vor die
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koͤnnen/ als dieſe. 5 1Dieſes Heſt will ich beſchreiben/ wie iches im Jahr 1667. den 3. Julij/ durch Hilfdes Nazars, oder Königlichen Groß⸗Hofmei-ſters/ welcher den Hollandern und mir einenguten Platz auf dem Meydan gegen den Delaüber/ wo der Konig war/ einraumete/ ſelbſtgeſehen. Dieſer Dela iſt ein groſſer Saal/auf der Seiten des Thors zu dem KoͤniglichenPalaſt/ als ein Ercker herauß gebauet/ unddes underſten Stockwercks hoch. Der Grunddavon ſtehet auf vielen Seulen/ und iſt mitGold⸗ und Himmelblauem Laubwerck gezie-ret. In der Mitten aber hat es eine Artvon einem runden Teich/ darein das Waſſerdurch eine Waſſer⸗Kunſt geleitet wird. Die-ſer Saal iſt auf drey Seiten offen/ die lang
1 11 darſte davon gehet auf den Pat hinauß/ und auf ren 11 8
remonien
der anderen gegen uͤber ſo zu iſt/ ſiehet man fürgeben.in der Wand/ und den Loͤchern ſo darein ge-macht/ underſchiedliche Engliſche und Hol-landiſche Bilder von Manns ⸗ und Weibs-perſonen/ mit Glaͤſer und Flaͤſchen in denHanden/ und in ſolcher Poſtur als wanneines dem anderen zu krincken wolte. Die-ſes lieſſe cha-Abas II. durch einen Hollanderauf ſolche Art mahlen. 5
Des Morgens um 7. Uhren kame Cha-Sephi II. welcher ſeithero ſeinen Namen ver-andert/ und ſich heutiges Tags Cha- Soli-man nennen laßt/ in Begleitung der Vor-
nemiſten vom Hof/ und ſetzte ſich in der Mit-
ten von dem Dele auf ſeinem Thron/ die ub-
rigen Herren aber blieben alle ſtehen. So
bald er ſich geſetzet ließ ſich am ende desPferd der Groß⸗Bogt auf einem ſchoͤnenPferd/ deme etliche junge Herren folgten/ſehen; und lieſſen das Volck/ welches beydieſem Fürſt erſchienen/ heran rucken/ da-mit ein jeder in ſeiner Ordnung vorbey gien-e. Dann damit man die Unordnung/ wel-che vor dieſem dabey mit underlieffe/ in denein Quartier der Stadt oder Kirch⸗Spieldem anderen vorgehen wolte/ vermeidenmochte/ befahl der Konig/ der Groß⸗Vogtſolte Ceremonien⸗Meiſter ſeyn/ und einemjeden ſeine Stelle anweiſen. Als er nundie Anſtalt machte/ daß die Quartier oderMen ie Com-