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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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nſich haltende eine Hiſtoriſche und Politiſche Beſchreibung des Koͤ-3 e eee, nebenſt dem Wege von Iſpahan nach 5

Ormus.

Das J. Capitel.

Geſehlecht⸗Regiſter der Könige in Per-

ſien von dem letſten Stamm.

Achdem der Groſſe Tamer-lan ſeine Waffen auch ge-gen einem Theil Aſiens ge-i richtet hatte/ und des Baja./ ets Armee/ den er nebenſt

ſeinem Weibe gefangen hat-

te/ zu nicht gemacht/ kam era wieder in Per ſien/ allwo ſichdazumal ein Cheik, Namens Aidargweleherwegen ſeiner Heiligkeit in groſſem Anſehenwar/ aufhielte. Dieſer Mann war ſehl ver-ſtändig/ und under den Geiſtlichen der Für-nehmſte/ dadurch er nicht allein ſehr hoch ge-

halten wurde/ ſondern auch bey allem Volck

ein perſ einen guten Namen erlangte. Er that nichtSelen, allein den Tamerlan groſſe Ehre an/ ſondernmeist dem erwieſe quch den Fuͤrnehinſten ſeiner ArmeeGroſſen Ta.merlan ſon-

derhahre lan, der ein Großmutiger und Tapferer Furſt

Bufichkeit. war/ zur Vergeltung eine Anzahl der Gefan-

genen/ die er mit ſich auß Turckey gebracht/verehrete. Der Cheilc ſandte etliche von die-

ſen Sclaven nach Ardeüiil, und an die umli-

gende Oerter/ die ubrigen aber behielt er bey

ſich. Sonſten trug dieſer Cheik einen gantzSone den andern Hut/ als die gemeinen Perſianer weilſürdehmen er vorgab/ daß er vom Mahomet in einer gra-gata. den Linien herſtamme/ dieſer Hut iſt einerMutzen gleich/ welche oben breit zuſamen ge-

het und in a. Ecken gefalten iſt/ zu Ehren der

12. Propheten. In der Mitten iſt eine Spitze

eines Fingers lang/ welche ſcheinet/ als bb ſie

in die Mutze gienge/ ſie iſt aber nur ſauber an-geheftet; derohalben wolte er/ daß alle die je-

nigen/ die m der Tamerlan als Sclavengegeben/ einen ſolchen Hut tragen ſolten/ unddadurch werden heut zu Tage jhre Nachkom-

menen/ die man dor ais nennet/ von andern

Keisbeſchreibung

Perſianern underſcheiden. Daher iſt auch derumligenden Doͤrfern ſeynd/ dieſelbenalle Fren-hen/ daß ſie einer ſolchen groſſen Menge Scla-

ven Meiſter waren/ und daß der meiſte Theildes Voleks/ die jhrem Vatter ſehr 905

ſie mehr und mehr zu gewinnen/ ſehr freygebig/

ſonderliche Höflichkeit/ alſo daß jhme Tamer-

Gebrauch entſtanden/ daß in allen Stadten/in welchen die Kans oder Stadthalter reſidie-

ren/ dafern Sophi daſelbſt/ oder auch in den

tag auf dem Platz zuſamen kommen/ und Goltfür die Geſundheit des Koͤnigs/ des Kans, unddes gemeinen Weſens anzuruffen pflegen/ noch-mals ſendet jhnen der Kan die Koſt/ und erzei-get jhnen noch andere Freygebigkeiten. 8Dieſes Oheik Aidars Kinder/ als ſie as

ſchienen weil ſie ihn für einen Heiligen hielten/auf ihrer Seite war/ erzeigten ſich gegen jhnen/

und als ſie ſich ſtarck genug befunden/ erweck-ten ſie eine Aufruhr wieder Alamout, den Kö-nig in Perſien/ der dazumal jhr recht maſsigerHerz war. Nach vielen Scharmutzeln liefer-ten ſie jhm eine Schlacht/ in welcher er ver-lohre/ und vom UHmael Sophi, des Cheik drit⸗ Ntem Sohne welcher eigentlich der erſte Konigauß dieſem Stam̃e iſt/ mit eigener Hand umge-

bracht wordẽ. Und alſocnemlich Sophi) werden

dieſelben genennet/ welche den Alcoran nicht/

als nur nach der Außlegung des Al anneh-

men/ welcher des Mahomets Eidam/ und ein

Urheber einer neuen Secte in dem Mahometi-

ſchen Glauben geweſen. 5 eDieſem Iſcnahel Sophi folgte in der Re⸗ Lueg

* 7 7 7 Ch,gierung Oha Thats ſein Sohn/ und dieſem Kaare

Cha- Iſmahel II. welcher aber nur kurtze Zeit che ne.

den Thron beſeſſen. Seine Grauſamkeit ver⸗ me Caturſachte/ daß die Furnehmſten im Lande ſeinen vecce gl,Bruder/ denanomed Coda-bende un ſeine erſtaheel

Statt erhoben/ ob er wol weder im Regiment ae

noch Kriegs⸗Weſen erfahren. Ihrer viel ha- Sinnben geglaubet/ er ſeye blind geweſen/ aber erhatte nur ein blodes Geſichke/ welches ſhme

durch ein glüendes Eiſen/ daß jhm ſein grim-

miger Bruder/ in den erſten Tagen ſeiner Re-5 ö gierung/

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