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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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282
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*282Taback trincken/ und Hiſtorien erzehlen zu.

Reis beſchreibung in perſien-

das Confect aufgetragen/ und alsdann gehe! wonAnder der Hand bringt man jhnen bisweilen es erſt an das ſtarcke trincken: und meinet der 855Thee Gate, Caffe, Zucker werck/ Eonfituren/ und nach der⸗ Wirth er habe erſt bey der Gaſterey ſeinen waneben. ſelben Jahrszeit Früchte. Auf den Abend Zweck erreichet/ wann die Gaſte die Thur nicht W

wird ein Sotra, auf ſolche Weiſe/ wie ich an ei-nem andern Ort gemeldet/ aufgedeckt/ und ge-

ſottene und gebratene Speiſen aufgetragen/

davon ich gleichfals an underſchiedlichen Or-

ten in meiner Reisbeſchreibung gedacht habe.

Iſt der jenige ſo die Gaſterey halt/ ein vorneh-mer Mann/ ſo hat er einen Hofmeiſter/ ſo miteinem groſſen Loffel in der Hand auf der Erden

und wie der kniet. Alsdann machet der Wirth dem vor-

mehr finden konnen/ wie es dann oft ſo hergien-ge wann ſie jhre Diener nicht fuhrten/ und ha-ben ſie doch bisweilen nicht Starcke genug ſiezu halten/ daß ſie nicht noch in dem Gemachoder auf dem Weg fallen/ ſo des Wirths grö-

ſte Freude iſt: dann wann einer oder der ander

noch ſo bey Verſtand iſt/ daß er ſelbſt gehenkan/ ober ſchon wancket/ beklagt ſich der jenige

N llsdann macht ſo ihn gebaͤtten/ als ob er die Unkoſten vergeb-Güte zu em nehmſten under den Gaſten ein Compliment, lich angewendet..8 mit Ver ſicherung die Mahlßeit ſeye allein vor Zum Beſchluß dieſes Capitels/ muß ich

jhn zugerichtet/ und wann er befehlen werde/ſo wolle man die Ubrigen auch davon genieſſenlaſſen. Wann die Complimenten/ ſo wol

von einer als der andern Seiten verrichtet/

fangt der Hofmeister an mit dem groſſen Lof-

fel den Reiß und die Speiſen in kleine Schüſ-

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ſeln/ die jhm die Diener darreichen/ und zwar

in eine ſo viel als in die andere/ abzutheilen/ undwerden dieſe Schuſſeln nach der Ordnung voreinen jeden Gaſt geſetzt. Dann haben die Eom-

pliment ein End/ weil ſich jederman zum Eſſen

ſchicket/ und nehmen den Reiß mit voliger

Hand/ das Fleiſch aber nur mit den Fingern.

Underweilen mengen ſie geronnene Milch da-runder/ und machen Klumpen darauß ſo groß loben; aber under den Armeniern ſiehet man ner.l Eheleute von 5. oder 6. Jahren/ ſo beyſamenin einem Beth ſchlaffen. Der MahometanerGeſetze verlauben jhnen nicht mehr als vier

als ein Ball im Ballhauß/ ſchluckens hernach

auf einmal hinunder/ das macht daß ſie nicht

nnng uber dem Eſſen bleiben/ und einer dem an-dern Platz machet; dann wann einer hat auf-gehoret zu eſſen/ ſetzet ſich der andere ohne eini-ge Ceremonien an denſelben Platz. Es wer-den auch/ wie ich in meiner Beſchreibung desSerrails erinnert/ allerhand annehmlicheSaffte in Porcellanen Gefajſſen aufgetragen/

und ſolche Gefaſſe ſtehen in gemahlten undkunſtlich außgearbeiteten hölzernen Becken.Sie nehmen zu Zeiten zwey oder drey Löffeldavon/ daumit der Pilau beſſer ritſche/ und ſiedem Durſt vorkommen/ dann es iſt ihr Ge-pbraguch nicht under dem Fleiſch eſſen zu trin-Gießkanne mit warmem Waſſer/ das Geſicht

und die Hande zu waſchen/ und endlich nach

dem der cee die Gaͤſte tractieret/ an dieſel-

ben ein Compliment gemacht/ gehet ein jederwieder nach Hauß. Die Diener im Hauß

ſind beſchafftiget einem jeden ſeine Schuhe 0

vor dem Gemach ſtehen/ zu langen/ davor ſie

von jedem ein geringes Tranckgeld bekommen.

Die Armenier kractieren hre gute Freun-

noch ſagen/ daß die Perſianer ſehr beſcheidenſind/ und jederman der urn Eſſen Zeit zu jhnen

komt/ gern mit ſich eſſen laſſen/ ver wundern ſichauch uͤber der Francken Gewonheit/ welche/

wann ſie eſſen/ die Thur zuſchlieſen.

ͤ

Das XVIII. Kapitel.Von der Perſianer Heurahten.E Er perſtaner Gewonheit iſt/ ihre eS Kinder bey gar guter Zeit/ ja im ac

0 geimten und zehenden Jahr zu ver-

5 Past

Eheweiber zu nehmen welche ſie Nekka nen,nenzſie haben aber noch andere Tmoutha odergemiedete Weiber genant/ deren ſie ſo viel neh⸗ 6

men dorffen/ als ſie ernehren konnen/ und auf

ſo lange Seit als ſhnen gefallet/ jedoch muß ſol-

ches nach des Richters Gutachten geſc ehen.

So koͤnnen ſie auch jhren leibeigenen Magden

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ſo ſie kauffen/ bey ohnen/ und werden ſo woleiner als der andern Kinder/ vor ehrlich gehal-ten/ erben auch in gleiche Theile/ der Erſtgebor-

ne ſo wol als die andern; zwey Tochter aberb a 13 bekommen nur eines Sohnes Theil. Wanncken. Nach der Mahlzeit bringet man eine der Termin der jenigen Weiber darauf ſte ge⸗ zudungen worden verfoſſen/ ſchicket ſie der Mann veswiederum zuruck/ wann er ſie nicht langer ha a

ben wil/ ſie ſind aber alsdann vermoͤg des Ge-

ſetzes verbunden/ ſich 40. Tage innen zu halten/

damit man ſehen moͤge/ ob ſie ſchwanger ſeyen.

Der Mann gibt einem Weib die er heura-auf ſeine Güter/ und ſchicket jhr Gelt und Zeuge ſich zu kleiden. Die Jungfrau ſchicket/ hm

19 11b bilden

.

ber u mne de auf gleiche Weiſe/ außgenommen/ daß ſie zwar auch etwas auf ihrer Seiten/ aber gar

nier. Ihre Gaſteren mit einem Trunck Brantenwein wenig/ und geſchiehet alles durch Underhand-und Zuckerwerck anfangen/ und darauf einem lung der Weiber; dann die beyde Partheyen

Jeden Gaſt zwey hart geſottene Eyer geben. haben ſich vorher niemals geſehen. WannDer Uinderſchied under der Pahometaner und der Tag der Hochzeit herbey gekommen/ ſchi-cket man mit Trompeten und Trommeln erli-

Armenier Gaſtereyen beſtehet darinnen/ daß ckdie erſten bald fertig werden/ die andern aber che Pferde oder Menſchen mit der Braut Ge-

eſſen geſchwind/ und lange Zeit ehe ſie trincken/ rath und Mobilien beladen/ nach des Brauti-Ja ſictrincken nichteher als bis die Mahlzeſtzu gams Behauſung/ es geſchiehet aber ſehr oftEnde gehet. Wann das Gebat nach dem nur um der bloſen Ehre willen/ wie in unferen

Tiſch geſchehen/ werden die Speiſen ab/ und Heurahts⸗Verſchreibungen in Europa/ 775

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