*282Taback trincken/ und Hiſtorien erzehlen zu.
Reis beſchreibung in perſien-
das Confect aufgetragen/ und alsdann gehe! wonAnder der Hand bringt man jhnen bisweilen es erſt an das ſtarcke trincken: und meinet der 855Thee Gate, Caffe, Zucker werck/ Eonfituren/ und nach der⸗ Wirth er habe erſt bey der Gaſterey ſeinen waneben. ſelben Jahrszeit Früchte. Auf den Abend Zweck erreichet/ wann die Gaſte die Thur nicht W
wird ein Sotra, auf ſolche Weiſe/ wie ich an ei-nem andern Ort gemeldet/ aufgedeckt/ und ge-
ſottene und gebratene Speiſen aufgetragen/
davon ich gleichfals an underſchiedlichen Or-
ten in meiner Reisbeſchreibung gedacht habe.
Iſt der jenige ſo die Gaſterey halt/ ein vorneh-mer Mann/ ſo hat er einen Hofmeiſter/ ſo miteinem groſſen Loffel in der Hand auf der Erden
und wie der kniet. Alsdann machet der Wirth dem vor-
mehr finden konnen/ wie es dann oft ſo hergien-ge wann ſie jhre Diener nicht fuhrten/ und ha-ben ſie doch bisweilen nicht Starcke genug ſiezu halten/ daß ſie nicht noch in dem Gemachoder auf dem Weg fallen/ ſo des Wirths grö-
ſte Freude iſt: dann wann einer oder der ander
noch ſo bey Verſtand iſt/ daß er ſelbſt gehenkan/ ober ſchon wancket/ beklagt ſich der jenige
N llsdann macht ſo ihn gebaͤtten/ als ob er die Unkoſten vergeb-Güte zu em nehmſten under den Gaſten ein Compliment, lich angewendet..8 mit Ver ſicherung die Mahlßeit ſeye allein vor Zum Beſchluß dieſes Capitels/ muß ich
jhn zugerichtet/ und wann er befehlen werde/ſo wolle man die Ubrigen auch davon genieſſenlaſſen. Wann die Complimenten/ ſo wol
von einer als der andern Seiten verrichtet/
fangt der Hofmeister an mit dem groſſen Lof-
fel den Reiß und die Speiſen in kleine Schüſ-
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ſeln/ die jhm die Diener darreichen/ und zwar
in eine ſo viel als in die andere/ abzutheilen/ undwerden dieſe Schuſſeln nach der Ordnung voreinen jeden Gaſt geſetzt. Dann haben die Eom-
pliment ein End/ weil ſich jederman zum Eſſen
ſchicket/ und nehmen den Reiß mit voliger
Hand/ das Fleiſch aber nur mit den Fingern.
Underweilen mengen ſie geronnene Milch da-runder/ und machen Klumpen darauß ſo groß loben; aber under den Armeniern ſiehet man ner.l Eheleute von 5. oder 6. Jahren/ ſo beyſamenin einem Beth ſchlaffen. Der MahometanerGeſetze verlauben jhnen nicht mehr als vier
als ein Ball im Ballhauß/ ſchluckens hernach
auf einmal hinunder/ das macht daß ſie nicht
nnng uber dem Eſſen bleiben/ und einer dem an-dern Platz machet; dann wann einer hat auf-gehoret zu eſſen/ ſetzet ſich der andere ohne eini-ge Ceremonien an denſelben Platz. Es wer-den auch/ wie ich in meiner Beſchreibung desSerrails erinnert/ allerhand annehmlicheSaffte in Porcellanen Gefajſſen aufgetragen/
und ſolche Gefaſſe ſtehen in gemahlten undkunſtlich außgearbeiteten hölzernen Becken.Sie nehmen zu Zeiten zwey oder drey Löffeldavon/ daumit der Pilau beſſer ritſche/ und ſiedem Durſt vorkommen/ dann es iſt ihr Ge-pbraguch nicht under dem Fleiſch eſſen zu trin-Gießkanne mit warmem Waſſer/ das Geſicht
und die Hande zu waſchen/ und endlich nach
dem der cee die Gaͤſte tractieret/ an dieſel-
ben ein Compliment gemacht/ gehet ein jederwieder nach Hauß. Die Diener im Hauß
ſind beſchafftiget einem jeden ſeine Schuhe 0
vor dem Gemach ſtehen/ zu langen/ davor ſie
von jedem ein geringes Tranckgeld bekommen.
Die Armenier kractieren hre gute Freun-
noch ſagen/ daß die Perſianer ſehr beſcheidenſind/ und jederman der urn Eſſen Zeit zu jhnen
komt/ gern mit ſich eſſen laſſen/ ver wundern ſichauch uͤber der Francken Gewonheit/ welche/
wann ſie eſſen/ die Thur zuſchlieſen.
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Das XVIII. Kapitel.Von der Perſianer Heurahten.E Er perſtaner Gewonheit iſt/ ihre eS Kinder bey gar guter Zeit/ ja im ac
0 geimten und zehenden Jahr zu ver-
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Eheweiber zu nehmen welche ſie Nekka nen,nenzſie haben aber noch andere Tmoutha odergemiedete Weiber genant/ deren ſie ſo viel neh⸗ 6
men dorffen/ als ſie ernehren konnen/ und auf
ſo lange Seit als ſhnen gefallet/ jedoch muß ſol-
ches nach des Richters Gutachten geſc ehen.
So koͤnnen ſie auch jhren leibeigenen Magden
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ſo ſie kauffen/ bey ohnen/ und werden ſo woleiner als der andern Kinder/ vor ehrlich gehal-ten/ erben auch in gleiche Theile/ der Erſtgebor-
ne ſo wol als die andern; zwey Tochter aberb a 13 bekommen nur eines Sohnes Theil. Wanncken. Nach der Mahlzeit bringet man eine der Termin der jenigen Weiber darauf ſte ge⸗ zudungen worden verfoſſen/ ſchicket ſie der Mann veswiederum zuruck/ wann er ſie nicht langer ha ⸗ a
ben wil/ ſie ſind aber alsdann vermoͤg des Ge-
ſetzes verbunden/ ſich 40. Tage innen zu halten/
damit man ſehen moͤge/ ob ſie ſchwanger ſeyen.
Der Mann gibt einem Weib die er heura-auf ſeine Güter/ und ſchicket jhr Gelt und Zeuge ſich zu kleiden. Die Jungfrau ſchicket/ hm
„19 11b bilden
.
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ber u mne de auf gleiche Weiſe/ außgenommen/ daß ſie zwar auch etwas auf ihrer Seiten/ aber gar
nier. Ihre Gaſteren mit einem Trunck Brantenwein wenig/ und geſchiehet alles durch Underhand-und Zuckerwerck anfangen/ und darauf einem lung der Weiber; dann die beyde Partheyen
Jeden Gaſt zwey hart geſottene Eyer geben. haben ſich vorher niemals geſehen. WannDer Uinderſchied under der Pahometaner und der Tag der Hochzeit herbey gekommen/ ſchi-cket man mit Trompeten und Trommeln erli-
Armenier Gaſtereyen beſtehet darinnen/ daß ckdie erſten bald fertig werden/ die andern aber che Pferde oder Menſchen mit der Braut Ge-
eſſen geſchwind/ und lange Zeit ehe ſie trincken/ rath und Mobilien beladen/ nach des Brauti-Ja ſictrincken nichteher als bis die Mahlzeſtzu gams Behauſung/ es geſchiehet aber ſehr oftEnde gehet. Wann das Gebat nach dem nur um der bloſen Ehre willen/ wie in unferen
Tiſch geſchehen/ werden die Speiſen ab/ und Heurahts⸗Verſchreibungen in Europa/ 775
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