machen/ aber ſehr grob/ und nur vor das ge-meine Volck. 1 3 aWann man gegen Nord ⸗Weſt zu derStadt herauß komt/ ſiehet man einen groſſenGang/ in welchem 3. Steine/ an dreyen Ortengeſetzet/ ſo ſie Mils nennen. Sie ſtehen ſo weitvon einander/ daß man von einem Stein zudem andern/ eine Manns⸗ und Weibs⸗Per-ſon underſcheiden kan. Vor dieſem waren aufbeyden Seiten dieſes Gangs/ Mauren/ ſeyndaber heut zu Tag an den meiſten Orten einge-fallen. Er reichet biß an den Garten Rag-Cha, welches eigentlich ſo viel iſt/ als des Ko-nigs Garten. Über der Garten⸗Thuͤr iſt einhalb verfallener Saal/ und am End des groſ-ſen Zangs, in welchemgegenüber ſchone Cy-preſſen⸗Baͤume gepflantzet/ iſt ein zimlich hüb-ſches Gebau/ ſo man verfallen laſt. Auf derlincken Hand von dieſem Ort/ hat es einen mitStein eingefaßten Teich/ und dieſes iſt alles/was man in dieſen Garten ſchoͤn nennen kan/wiewol es in Franckreich nicht hoch wurde ge-achtet werden. Von fruchtbaren Baumen/Roſen⸗ und Jalmin⸗Stoͤcken/ iſt der gantzeSGanrten voll/ aber unordentlich durch einan-der/ und nichts in einer Gleichfoͤrmigkeit/ odermit der Schnur abgemeſſen. iEtliche au-. Von dieſein Garten biß an den Berg/ ſtdere deuck? 2 Meil Wegs lang auf einer Ebne/ lautetchen in seit. Wein⸗Wachs /ſo underſchiedlichen Prival-15. Per ſonen zugehoͤret/ und hat ein jeder ſeinenTheil mit Mauren eingefaſſet. Jenſeit derWeinberge/ fangt das hohe Gebüͤrg an/ da-rauß viel kleine Bache entſpringen/ ſo zuſamen5 einen Fluß machen/ den ſie Bend-Emir, vondem Namen eines groſſen Dorffs/ darauß die
gröoͤſte Quelle komt/ nennen. Man muß ſich
Aber nicht verwundern/ wann man in under-
ſchiedlichen Beſchreibungen der Aſiatiſchen
Königreiche/ findet/ daß einem Fluß under-
ſchiedliche Namen gegeben werden; dann in
der Türckey/ Perſien und Indien/ nimt ein
Fluß die Namen aller Stadte und Doͤrffer/
wo er vorbeyjflieſſet/ an ſich/ daß alſo die Reiſen-
de in den Namen nicht leichtlich uͤberein ſtimen
werden. Dieſer Fluß Bend- Emir waſſert der
Einwohner zu Schitas alle jhre Weinberge/
weil es daſelbſt von dem Fruͤhling an/ biß in
den Herbſt nicht regnet/ und dahero den gan-
tzen Sommer über/ in der Juhrt des Fluſſes
bey der Stadt/ kein Waſſer iſt. Darauß kan
man leichtlich ermeſſen/ daß es um den Fluß
Bend- Emir gar eine geringe Sache ſeye/ und
daß in Franckreich viel anſehenlichere Fluſſe zu
finden/ welche nicht einmal in die Land⸗Karten%
Die Beschaf- Was die Weine zu Schiras anbelanget/
ber herlge ſchnd ſe in Warheit die beſtein gang Perſien
Geſchmack es kvird aber davon nicht eine ſolche Menge ge-
e machet als ſich mancher wol einbilden doͤrfte.
zee Von dieſem groffen Weinberg/ und vonal-
lem/ was auf den Hugeln/ vier oder fünf Meil
1 eee vor Wein kan geleſen werden/
machet nian die Rechnung/ daß mehr als die
Helſte Trauben entweder underwegs/ wann
Reisbeſchreibung in Perſien/
jhnen der Stadthalter zu Schitas ihren Gl-
doͤrꝛet/ oder in groſſer Menge verwahrt wer-de/ weil die Perſſaner ſonderlichen Fleiß daranwenden/ ſolche lang aufzubehalten/ und wer-den ſie nach oder 8. Monaten/ noch eben ſofriſch ſehen/ als wann ſie erſt vor 8. Tagenwaren geleſen worden. Uber das wird auch ei-ne groſſe Menge Trauben zu dem gekochten
Wein/ wie ſie jhn nennen/ verbraucht/ ſo den
armen Leuten und Reiſenden/ abſonderlich a-
ber den Fuhrleuten ſehr wol komt/ welche kei-nen Wein trincken doͤrffen; dann ſie vermi-ſchen dieſen gekochten Wein mit Waſſer/ undtuncken ihr Brot darein/ welches ſie erluſtiget/
und neue Kraften gibt.
Der Wenn/ und alle andere Sachen/ wer-
den nicht mit der Maß/ ſondern nach dem Ge-wicht verkauft/ wie aber das Perſiſche Ge-wicht ſeye/ davon habe ich an einem andernOrt/ Anlaß gehabt zu reden. Cha- Abas II.trancke gern Wein/ hatte auch ſeinen Luft/
wann ſeine Groſſen vom Hof/ und Frembde
mit jhm truncken/ und hat man wahrgenom-men/ daß im Jahr 1666. in welehem es bey vie-len Jahren her/ den meiſten Wein gegeben/vor den Koͤniglichen Hof yoood. Mens ge-machet(man muß aber eine Men von Keuh-
né 5 oder eine alte Men, ſo nach unſerm Ge⸗-wicht 9. Pfund/ von 32. Untzen iſt/ verſtehen
dieweil der Wein allein nach dieſem Gewichtverkauft wird) und gab der Konig den. Na-tionen von den Francken die Freyheit/ daß ſie
ſo viel/ als er für ſeine Hofhaltung bekom-
men/ aueh moͤchten machen laſſen. Dieſe 4.Nationen waren die Abgeordnete/ wegen der,Handlung von der Frantzöſtſchen Compagnie/die von der Engliſchen und HollaͤndiſchenCompagnie/ und der Factor auß Portugal/ſo zu Bander· Congo wohnet/ und dieſen Weinvon Schiras, in alle Stadte/ ſo die Portugeſen
in Indien haben/ über ſchicket/ wie er dann ſichund die ſeinigen von dein Gewinn/ ſo er davon
machet/ underhalt. Wurde alſo von dem Koͤ-nig dieſen vier Nakionen verlaubt ooog.
Mens Weins zu machen/ nemlich den Frantzo-
9 weil man hofte/ jhre Schiffe wuͤr-
en ankommen/ und von den ubrigen dreyenNationen/ jedweder 2000. Wann man aber
den Bedienten/ bey denen man die Traubenaußlaͤſen muß/ eme Verehrung gibt/ bekomt
man nicht allein die ſchonſten/ und um den be⸗ 4ſten Preiß/ ſondern ſie laſſen auch zu/ daß man
mehr Wein/ als verlaubk iſt/ machen muogewie ſie dann in eben demſelben 1666. Jahrthaten/ und uͤber 5000, Mens mehr machenlieſſen. Die Juden auß dem Stamm Lensderen zu Schires bey 600, Familien ſeyn
machten damals biß hundert oder hundert un
zehen tauſend Mens Weins; dann es iſt die farmen Leuten jhre meiſte Handlung/ wiel dwinn zimlich zu beſchneiden weiß. Die hacner und andere Mahometaner dörffen kei
Wein tnachen/ ja es iſt ſo gar under jhnen
ne groſſe Sunde/ nun die Hand mit an
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gen. Underdeſſen laſſen doch die groſſen Hen 5
ren in geheim Wein machen/ und kauffen
under
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