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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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machen/ aber ſehr grob/ und nur vor das ge-meine Volck. 1 3 aWann man gegen Nord ⸗Weſt zu derStadt herauß komt/ ſiehet man einen groſſenGang/ in welchem 3. Steine/ an dreyen Ortengeſetzet/ ſo ſie Mils nennen. Sie ſtehen ſo weitvon einander/ daß man von einem Stein zudem andern/ eine Manns⸗ und Weibs⸗Per-ſon underſcheiden kan. Vor dieſem waren aufbeyden Seiten dieſes Gangs/ Mauren/ ſeyndaber heut zu Tag an den meiſten Orten einge-fallen. Er reichet biß an den Garten Rag-Cha, welches eigentlich ſo viel iſt/ als des Ko-nigs Garten. Über der Garten⸗Thuͤr iſt einhalb verfallener Saal/ und am End des groſ-ſen Zangs, in welchemgegenüber ſchone Cy-preſſen⸗Baͤume gepflantzet/ iſt ein zimlich hüb-ſches Gebau/ ſo man verfallen laſt. Auf derlincken Hand von dieſem Ort/ hat es einen mitStein eingefaßten Teich/ und dieſes iſt alles/was man in dieſen Garten ſchoͤn nennen kan/wiewol es in Franckreich nicht hoch wurde ge-achtet werden. Von fruchtbaren Baumen/Roſen⸗ und Jalmin⸗Stoͤcken/ iſt der gantzeSGanrten voll/ aber unordentlich durch einan-der/ und nichts in einer Gleichfoͤrmigkeit/ odermit der Schnur abgemeſſen. iEtliche au-. Von dieſein Garten biß an den Berg/ ſtdere deuck? 2 Meil Wegs lang auf einer Ebne/ lautetchen in seit. Wein⸗Wachs /ſo underſchiedlichen Prival-15. Per ſonen zugehoͤret/ und hat ein jeder ſeinenTheil mit Mauren eingefaſſet. Jenſeit derWeinberge/ fangt das hohe Gebüͤrg an/ da-rauß viel kleine Bache entſpringen/ ſo zuſamen5 einen Fluß machen/ den ſie Bend-Emir, vondem Namen eines groſſen Dorffs/ darauß die

gröoͤſte Quelle komt/ nennen. Man muß ſich

Aber nicht verwundern/ wann man in under-

ſchiedlichen Beſchreibungen der Aſiatiſchen

Königreiche/ findet/ daß einem Fluß under-

ſchiedliche Namen gegeben werden; dann in

der Türckey/ Perſien und Indien/ nimt ein

Fluß die Namen aller Stadte und Doͤrffer/

wo er vorbeyjflieſſet/ an ſich/ daß alſo die Reiſen-

de in den Namen nicht leichtlich uͤberein ſtimen

werden. Dieſer Fluß Bend- Emir waſſert der

Einwohner zu Schitas alle jhre Weinberge/

weil es daſelbſt von dem Fruͤhling an/ biß in

den Herbſt nicht regnet/ und dahero den gan-

tzen Sommer über/ in der Juhrt des Fluſſes

bey der Stadt/ kein Waſſer iſt. Darauß kan

man leichtlich ermeſſen/ daß es um den Fluß

Bend- Emir gar eine geringe Sache ſeye/ und

daß in Franckreich viel anſehenlichere Fluſſe zu

finden/ welche nicht einmal in die Land⸗Karten%

Die Beschaf- Was die Weine zu Schiras anbelanget/

ber herlge ſchnd ſe in Warheit die beſtein gang Perſien

Geſchmack es kvird aber davon nicht eine ſolche Menge ge-

e machet als ſich mancher wol einbilden doͤrfte.

zee Von dieſem groffen Weinberg/ und vonal-

lem/ was auf den Hugeln/ vier oder fünf Meil

1 eee vor Wein kan geleſen werden/

machet nian die Rechnung/ daß mehr als die

Helſte Trauben entweder underwegs/ wann

Reisbeſchreibung in Perſien/

jhnen der Stadthalter zu Schitas ihren Gl-

doͤrꝛet/ oder in groſſer Menge verwahrt wer-de/ weil die Perſſaner ſonderlichen Fleiß daranwenden/ ſolche lang aufzubehalten/ und wer-den ſie nach oder 8. Monaten/ noch eben ſofriſch ſehen/ als wann ſie erſt vor 8. Tagenwaren geleſen worden. Uber das wird auch ei-ne groſſe Menge Trauben zu dem gekochten

Wein/ wie ſie jhn nennen/ verbraucht/ ſo den

armen Leuten und Reiſenden/ abſonderlich a-

ber den Fuhrleuten ſehr wol komt/ welche kei-nen Wein trincken doͤrffen; dann ſie vermi-ſchen dieſen gekochten Wein mit Waſſer/ undtuncken ihr Brot darein/ welches ſie erluſtiget/

und neue Kraften gibt.

Der Wenn/ und alle andere Sachen/ wer-

den nicht mit der Maß/ ſondern nach dem Ge-wicht verkauft/ wie aber das Perſiſche Ge-wicht ſeye/ davon habe ich an einem andernOrt/ Anlaß gehabt zu reden. Cha- Abas II.trancke gern Wein/ hatte auch ſeinen Luft/

wann ſeine Groſſen vom Hof/ und Frembde

mit jhm truncken/ und hat man wahrgenom-men/ daß im Jahr 1666. in welehem es bey vie-len Jahren her/ den meiſten Wein gegeben/vor den Koͤniglichen Hof yoood. Mens ge-machet(man muß aber eine Men von Keuh-

né 5 oder eine alte Men, ſo nach unſerm Ge⸗-wicht 9. Pfund/ von 32. Untzen iſt/ verſtehen

dieweil der Wein allein nach dieſem Gewichtverkauft wird) und gab der Konig den. Na-tionen von den Francken die Freyheit/ daß ſie

ſo viel/ als er für ſeine Hofhaltung bekom-

men/ aueh moͤchten machen laſſen. Dieſe 4.Nationen waren die Abgeordnete/ wegen der,Handlung von der Frantzöſtſchen Compagnie/die von der Engliſchen und HollaͤndiſchenCompagnie/ und der Factor auß Portugal/ſo zu Bander· Congo wohnet/ und dieſen Weinvon Schiras, in alle Stadte/ ſo die Portugeſen

in Indien haben/ über ſchicket/ wie er dann ſichund die ſeinigen von dein Gewinn/ ſo er davon

machet/ underhalt. Wurde alſo von dem Koͤ-nig dieſen vier Nakionen verlaubt ooog.

Mens Weins zu machen/ nemlich den Frantzo-

9 weil man hofte/ jhre Schiffe wuͤr-

en ankommen/ und von den ubrigen dreyenNationen/ jedweder 2000. Wann man aber

den Bedienten/ bey denen man die Traubenaußlaͤſen muß/ eme Verehrung gibt/ bekomt

man nicht allein die ſchonſten/ und um den be⸗ 4ſten Preiß/ ſondern ſie laſſen auch zu/ daß man

mehr Wein/ als verlaubk iſt/ machen muogewie ſie dann in eben demſelben 1666. Jahrthaten/ und uͤber 5000, Mens mehr machenlieſſen. Die Juden auß dem Stamm Lensderen zu Schires bey 600, Familien ſeyn

machten damals biß hundert oder hundert un

zehen tauſend Mens Weins; dann es iſt die farmen Leuten jhre meiſte Handlung/ wiel dwinn zimlich zu beſchneiden weiß. Die hacner und andere Mahometaner dörffen kei

Wein tnachen/ ja es iſt ſo gar under jhnen

ne groſſe Sunde/ nun die Hand mit an

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gen. Underdeſſen laſſen doch die groſſen Hen 5

ren in geheim Wein machen/ und kauffen

under

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