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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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winnen/ und nach zwey oder drey Jahren ei-nen neuen Stamm und neue Zweig herfuͤr-

bringe/ die eben alſo wie die erſten/ dieſenBaum in unglaͤublicher Weite fortpflan-tzen.

Nachdem die Portugieſen ſich Meiſter

von Ormus gemacht/ fiengen ſie an auß eineruͤbelgebaueten/ eine überauß ſchoͤne und praͤch-tige Stadt zu bauen/ dann dieſe Nation denPracht ſehr liebet. Die Eyſen an den Thů-ren und Fenſtern waren alle uͤberguldet/ und

ſagt man dieſes durchgehends im Land/ daß

wann die Portugieſen waren Herren von Or-mus geblieben/ man jetzo an den Thüren undFenſtern/ an ſtatt des Eyſens/ lauter Goldund Silber ſehen würde. Weil ſie nun alleReich waren/ ſo ſtreitten ſie mit einander/war es einer dem anderen in Erbauung praͤch-tiger Hauſer/ und Verfertigung ziehrlicher

Badwannen wurde zuvor thun/ in welche

letſtere ſie den gantzen Tag durch im Waſſer/nebſt jhren Weibern und Kindern lagen/ außUrſach/ der ubergroſſen Hitz/ die ſie ſehr pla-hete/ und weßwegen auch wenig under jhnenalt wurden. Die Veſtung war auch damalsſehr ſchoͤn/ und überauß wol underhalten; ſiehatten auch auf einer Hohe in der Inſul eineKirche der heyligen Jungfrauen gewidmet/ er-bauet; worinnen ſie jhren Gotts⸗Dienſt ver-richteten/ und ſich auch zugleich derer/ als ei-

nes Spatziergangs bedienten/ weil ſte ſonſt kei⸗ ſtnen anderen auſſer dieſem hatten. Was die Ve-

ſtung anbelangt/ ſo iſt ſie noch bis anhero inziemlichem Zuſtand/ und nachdem die Konigvon Perſien ſich derſelben bemeiſtert/ under-halten ſie allda eine Beſatzung/ und ſetzet derKan von Ormus, welcher zu Bander Hof halt/allda einen Commendanten nach ſeinein Ge-fallen. Die Stadt aber iſt gantz und garverwuͤſtet/ und haben die Hollander die beſtenStein/ und die ſchoͤnſten Marmor von Or.mus, under dem Schein/ für ihre Schiffeſo ledig zurück giengen/ Pallaſt einzunehmen/nach Batavia entführet/ und jhre Haͤuſer da-von gebauet/ und außgezieret. Sie hattenderer noch mehr auf dieſe Weiſe weggebracht/

wann der Kan zu Ormus ſich endlich nicht dar-

wider geſetzet/ und es jhnen verbotten hatte.Hergegen iſt jhnen vergoͤnnet/ ſo viel Saltzzu laden/ als ihnen beliebet: Dieſes Saltziſtſchoͤn und weiß/ wie ich ſchon gemeldet/ und

würtzet ziemlich gut: Sie verführen es bis

in Japon, und packen es in eben die Kiſten/wor ein ſie die Naͤgelein gehabt haben. Dannes iſt zu mercken/ daß wegen der uͤberauß groſ-en 80 des Lands/ man gezwungen iſt/ ſo bald

je Schiffe zu Ormus angekommen/ die Na-gelein in Sacke zu ſchütten. Ein jedwederSack halt 200. Pfund/ und leget man ſielangs an das Meer/ damit ſelbiges die Naͤge-lein befeuchte. Wann ſie etliche Tag an demUfer gelegen/ tragt man ſie in die Pack⸗Hau-

ſer/und bogieſſer ſie ale Tage mit Meer⸗Waf⸗ Hſer/ biß man ſie auf Iſpahan oder andere Oer-ter in Perſien ſchicket; wann man nicht dieſes

Reisbeſchreibung in Perſien/

Handel ſehr geſchwachet/ gehen dienicht mehr ſo gut für die Kaufeute. Ich habe c

thäte/ würden alle Nagelein/ wegen der groſ-ſen Trockne zu lauter Staub werden.

Zwiſchen der Inſul Ormus, und dem ve⸗ 0ſten Lande/ it das Meer nicht ſonderlich tieff/ gernedahero die groſſen Schiffe/ die in den Meer⸗ de lBuſen hinein oder herauß gehen/ die andere ormSeile der Inſul nehmen. Die Veſtung/ wel-che auf der Spitze der Inſul gegen Abend aufgefüͤhret iſt/ iſt gantz mit dem Meer umgeben/und hat Perſien fur ſich. Eines Tages/ wieich mit dem Hr. de PEtoile, langſt dem Ge-ſtade bey Bander gegen Aufgang der Sonnenzu ſpatzieren gieng/ erſahen wir in dem Meerzwiſchen der Inſul und dem veſten Lande/ ichweiß nicht was/ welches ſich in dem Waſſererhebete/ und konten wir anfaͤnglich wegen derWeite nicht erkennen/ was es war. Wie wiraber recht zuſahen/ erkanten wir endlich/ daßes ein Menſch war/ welcher ſchiene ſich fur unszu foͤrchten/ und deßwegen ſich unſer nicht na-hern wolte. Bald ſchwam er/ bald ſtund erauf den Fuſſen/ weil das Meer/ wie ich gemel-det/ alda ſehr niedrig. Wir gaben jhm Zeichen/daß er herüber kommen ſolte/ mit Bezeugung/ſo gut/ als wir es jhm von ferne zu verſtehengeben konten/ daß er ſich von uns nichts boſeszu befoͤrchten hatte. Wie er an uns kommenwar/ verſtunden wir/ daß es ein Engellaͤnderwar/ welchen der Konig in Perſten von derCompagnie begehret hatte/ um jhm in der Ve-ung Ormus zu dienen/ und weil jhme dieGefangnuß verdrießlich fiel/ zumalen die jenk-

gen/ die alda hingeſchickt werden/ gar ſelten

wieder herauß kommen/ ſo hat er ſich gewa-get/ 2. Meilen durchs Meer zu ſchwimmen/um ſich in Freyheit zu ſetzen. Weil er nun

nichts als ein geringes Leinwad um den Leib

hatte/ ſo giengen wir wiederum zuruck nachBander, von da wir ihn mit Eſſen und Klei-

dern verſahen/ und die Sachen dem Haupteder Engellandiſchen Compagnie zu wiſſenthaten: Worauf man den Flüchtigen gegenAbend nach Bander brachte/ und heimlich in 8höchſter Eile uf ein Schiff/ welches alda fun inAncker lage/ ſetzte. Ws

Gegen dieſer Veſtung von Ormus über Lauf dem veſten Lande gegen Perſten zu/ hatten

die Portugieſen eine andere Veſtung fünf hun-

derk Schritte von Bander gelegen/ alwo ſie

ihre gußgeruͤſtete Bareken/ deren ſte 2p. oder

30. halten/ hinlegeten/ weil ſonſten kein Ort in

der Inſul hierzu bequem war. Wann man ei-

niges Schiffes in dem Meer⸗Buſen gewahrward/ ſchoſſen die in der Veſtung von Ormus

ein Stuck Geſchutz los/ womit dieſen Bar;

cken das Zeichen gegeben ward/ von dieſenSchiffen den Zoll einzufordern; dann ſonſten

die Schiffe biß naher Ballara hatten gehenkonnen. Zu dieſer Zeit gewonnen die Kaufeu-

ke viel/ und man trauete in Angebung derWaguen ſhren Worten/ ohne die Schi,burchzuſuchen; ſezund aber da der Kauf, 8eSachen auf a g

noch under der Veſtung zu Bander von dieſen gere8 N Barcken 5