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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Weilen die Teutſchen Reichsthaler mehrals die Reglen wagen/ gibt man für 100. bißrobe keaupies babe zu beobachten/ daß für die8 Realen oder Reichsthaler 21. in 216.

. zu bekommen; ſcheinet es ſolte eineb oupie weniger als 30.5. Frantzoſiſcher Weh-180 gelten. Aber wann der Kauffmann dief end Zol deß Gelts rechnet/ wird er be-die en/ daß eine koupie jhm hoher geſtehe. Alleie Realen und Reichsthaler werden bey ein-5 ndert gewogen/ und wann das Gewicht ſichicht findet/ that man ſolches/ wie hernach ver-meldet werden ſoll/ gleichwie mit dem Gold-

wagen beſchicht/ mit kleinen Steinen vollig Wech ider Provinz ſicmit einandern verſtehen; ſteigern dieſelben die

machen. Damit aber der Kauffmann ſein

echnung finden moͤge/ muß er in acht nem-men/ daß alle Mexicaniſch⸗ und SevilliſcheReglen im Gewicht 21. Denar und 8. Gran/Ns iſt/ pra. Gran halten/ unſer FrantzoſiſcherThaler aber ſoll 27. Denar. 3. Gran/ das ſeind/709. Gran wagen.,

Die Indianer haben für ſilberne Muntzdie Roupie, halb/ quart/ acht Theil und ſechs-zehen Theil/ die koupie halt im Gewicht. De-mar:. Gran/ iſt im halt 11. Denar ig. Gran.Sie haben noch ein andere filberneMuntz Ma-moudis genennt/ aber dieſelbe iſt allein zu Su-rate und in der Provinz Guzerate gangbar.

Die Schiedmuͤntz in Indien iſt von Kupf-

dene fer/ und pecha genannt/ ungefahr 2. Iard un-

ſerer Wehrung wehrt/ es ſeind von z. Pecha,z ween und auch vieren/ je nachdeme es in einerProvintz/ bekomt man für eine ſilbere Koupiemehr/ oder weniger diſer Pechas. In meinerungſten Reiſe galt zu Surate eine Roupie 49.

echas; aber zu weilen geltens 50. auch wolumg6. Zuagra un Gehanabat ware der Preiß

.und 56. Pechas; die Urſach deſſen iſt/ daß

Je näher man zum Kupffer⸗Bergwerck komt/e mehr man dieſer Pechas für eine Roupie be-ont ein Mamoudi gilt allzeit 20. Pechas.dne In dem Reich des Groſſen da ogols ſeindſcnun noch andere Ding/ die für kleine Münz dienen;

be leanlichen kleine bittere Mandlen und Muſch-

m de Aber in der Provintz Ouzerate allein be-n man ſich für klein Gelt /oder Schied-umsdicer birrem Mandlan,ſe auf PeistenS 0 wie ich in dem erſten Theil meiner1 ahreihungen gemeldet habe/ ſelbige wach-. dürren und trockenen Orten zwiſcheniſt 95 das Baumlein/ der ſolche herfůr bringt/genen leich. Diese Mandlenwerden maderoten, und ſeind bitterer als Colloquiar de-egen kein Sorg zu tragen/ daß die Kinder

bud. n. Man gibt fur einbecha jetzt y. und

8 andere Gattung/ für Gelt⸗Müntzd 1 eiſt von den Muſchlen Cori genennt: ſoſeln b zungekehrt; deren auſſert den In-werde aldives nirgend anderſtwo gefunden

c8 ac und dieſes it dae grote Emkommenchein dals dieſer Insel: ſinremalen man ſol-

dean das gantze and des groſſen ogols, in die

n aanreiche Vilapour und Golconda und bißheend dene für dune zu dienen bringet. Na-dend dem Meer werden biß in 80. für ein Pe-

Erſtes Buch. a

7 gcha gegeben/ und je weiter von dem Meer/ jeweniger man bekomt/ wegen der Fracht/ und

demnach kan man zu Agra nur 50. oder y. füreinpecha haben. In dem übrigen/ nach der In-dianer Rechnung/ machen

looOOO. Roupies ein Lekke.

10OOOO. Lekkes ein Kraur.

100000. Kraur ein Padan.

100000. Padans ein Nil. 5

In den geringſten Dorffern in Indien

ſeind Wechßler/ Cheraf genennt/ mit welchen d

die Wechſel gemacht/ und von denſelben die dien und.Wechſelbrieff ertheilt werden/ und wie dieſe Wechsler.

Wechsler und Gubernatorn der Provintz ſich

Roupies gegen die Pechas ui die Pechas gegendie Muſchlen. Alle Juden/ welche in dem Reich

deß Groß⸗Turcken der Munzſorten undWechslen ſich anmaſſen/ werden für ſehr arg

und liſtig gehalten; aber in Indien wurden ſie

ſchwarlich für Lehr⸗Jungen dieſer Wechslern

erkant. Dieſelben haben eine ſehr verdruͤßli-che Gewonheit in jhren Zahlungen; und habich droben bereits/ was die gulden Roupies an-belangt/ darvon Meldung gethan/ wann eineZahlung in dieſer Muͤntz beſchicht. Sie ſa-gen je langer es/ daß die, ſilberne Koupies ge-muͤntzt worden/ je weniger ſelbe gegen denentaglich/ und ſeidt kurtzem geprägten werthſeye; weilen die alten oft durch die Handegangen/ ſelbe hiemit abgeſchliffen und leichterwerden. Alſo wann ein Kauf geſchloſſen wird/muß man die Bezahlung in Roupies Cha- ien-ni, das iſt/ neu Gelt bedingen; im widrigenkommen ſie mit/ vor y. oder 20. ja mehr Jah-ren gemüntzteoupies aufgezogen/ darguf bißin 4. pro cento Verluſt. Sintemahlen ſieſchon auf denen die erſt vor zwey Jahrengeſchlagen z. pro cento fordern/ oder wenigſtS, derowegen die armendeute/ welche nicht leſenkonnen/ wann dieſe Roupies, oder Pechas ge-muntz/ werden; weilen man jhnen allzeit etwas/namlichen auf einer Koupie 1. oder E. Pechaund auf einem Pecha 3. oder 4. Coris abzeucht/betrogen ſein muͤſſen.

Falſche Muntz wird wenig gefunden/ wannſehr ungefahr in einẽ Sack eine falſcheoupie,von jemand empfangen/ ſich befünde; iſt beſſerſelbe entzwey zuſchneiden und zu verliehren/ alsdavon etwas zu ſagẽz dañ ſo ſolcher bekant wür-de/ ware Gefahr dabey; weil deß Königs Ord-nung vermag/ den Sack dem jenigen/ von demeſolcher empfangen/ wiederum zu liefern/ unddasgehet alſo von dem ein zu dem andern/ bißman den falſchen Muntzer entdeckt/ und wannderſelbe erwiſcht; wird zur Straffe ihme al-lein die Hand abgehauen/ wañ es ſich zutragt/daß man den falſchen 1 7 nicht bekomt/un daß der jenige/ der das Gelt geben/ unſchul-dig befunden wird/ iſt derſelbe gegen Bezah-lung einer Straffe quit. Welches den Wechs-lern groſſen Gewinn bringt: dan wann jemandGelt einnimt oder außgibt/ wird ſol hes ihnengewieſen; und darvon haben ſie für die Ge-bühr ad. Roupie pro cento.

Auß dem Larquet oder Königlichen Schatz. 1 komt