16 Reis beſchreibung in Indien/
machen ein Todten anzugreifen/ oder ſich zu-wehren/ je nachdeme es ſich zutragt. Wie
dieſe Frau in hinzugen lage/ kamen/ zu derſelben
vier Reuter/ welche/ als dieſelben/ was ſich zu-getragen vernom̃en/ in das Magalio jeder ſei-nen Sabel neben einem Springſtock in Haͤn-den haltend giengen/ uñ dieſe Schlang toͤdeten.Die Leute des Ors nahmen dieſelbe und wurf-fen ſie für das Dorf hinauß/ ſo balden kame
ein groſſe quantitat Voͤgel auf das Aaß zuſtoſ-
ſend/ welches/ ehe ein Stund vorüber/ gaͤntzlichverzehrt ward. Des Weibes Verwandtetrugen den Leichnam zum Waſſer/ ſolchen zuwaſchen; wie beſchahe; hernach verbrandtenſie denſelben zu Aſchen. Ich muſte an dieſemOrt zween Tage verharren/ dieweil der Fluß
che in der Hohe mit Mauren und Thuͤrnenumgeben/ gebauet. In dieſem Begriff ſeindetliche Weyer von Regenwaſſer geſarnlet/ undwas daſelbſten geſaet wird/ iſt genugſam dieBeſatzung zu ernehren/ welches die Urſach/daß dieſer Ort einer der beſten in Indien ge-
achtet iſt. Auf der Neigung dieſes Bergs/
die gegen Nord⸗Weſt ſiehet/ hat Cha gehanein Luſthauß bauen laſſen/ von deme man die9 55 Stadt uberſehen/ und welches für eineVeſtung gerechnet werden kan: Unden an die-ſem Hauß ſiehet man viel erhobene in den Fel-ſen gehauene Bilder/ die alle des Satans Ge-ſtalt haben; und derſelben iſt eines von unge-wohnlicher Hohe.
N Seit dem der Mahometiſten Konig deſ⸗ 5darüber man fahren muß/ da wir verhoft ſol⸗ ſelben Lands ſich bemeiſtert; iſt dieſe Veſtung 15cher fallen wurde; indeme es 3. oder 4. Tag Soüaleor der Ort/ dahin derſelbe die Fürſten 0geregnet/ ſtundlich wuchſe; derowegen wurde und groſſen Herren/ deren Perſon/ ſie verſichert zung
ich gezwungen ein halbe Meile weiter hinunderhinuͤber zu fahren/ man trachtet allezeit ohneSchiffe durch zukom̃en/ dan die Schiffe zu ſu-chẽ/ muß man Karren und Gutſchen entladẽ; jagar von einandern thun/ um ſie auf den Armendieſen halb⸗meiligen Weg/ ſo der argſte iſt/den man ſich einbilden konte/ zutragen; dieſerWeg iſt mit groſſen Felſen gantz beſetzt/ und
zwiſchen dem Fluß und dem Berge eingeſper-
ret; alſo wann die Waſſer groß ſind/ bedeckenſelbige dieſen Weg gantz/ ſo daß wenig Leutguſſer denen im Land/ die ſolchen zu finden wuͤß-ken/ dieſelbigen gewinnen jhre Nahrung mitden Durchreiſenden/ von denen ſie/ ſo viel moͤg-lich/ ſich bezahlen machen; Es ware aber leichtden Weg zuverbeſſen/ und bequem zumachen/wa man eine Brugge bauen lieſſe/ ſintemalendaſelbſten weder Holtz noch Stein manglen.Von Gate nach Nader, coſtes. 4.Nader iſt ein groſſe Stadt auf der Nei-gung eines Bergs/ oben auf demſelben iſt einForm einer Veſtung/ und der gantze Berg mitMauren umringt. Der mehrere Theil der
Hauſer; gleich wie in andern Staͤdten in In-
Beſchrei-bung von dertadt G
0üaleor.
dien ſind mit Stroh bedeckt; und nur ein Stock/
aber der reicht deute zwey Stockwerck hoch; umdie Stadt herum werdẽ viel groſſe Weyer geſe-hen/ welche vor dieſem mit Quaderſteinen auf-geführt waren; aber hernach zu underhalten/derſaumt wordk. Eine Meil dar von ſeind nochetliche ſchoͤne Begraͤbnuſſen. Der jenige luß/den man den Tag zu vor durchgereiſet/ und 4.oder g. coſtes jenſeits Nader wiederum paſſiert/umgibt die z. Theil der Stadt und deß Bergs/darvon ſelbige bey nahe einer Inſel gleichet/ uñnach einem weiten Lauf Schlangenweiß/ fließtderſelbig entlichen in den Zangum. Zu Nader
werden viel geſtepte Decken; die einen Weiß/
andere mit Gold/ Silber und ſeidenen Blum-werck geſtickt/ gemacht. gVon Nader nach Barqui- ſera, coſtes, 9.Von Barqui-ſera nach Trie, coſtes. 3.Von rie nach Golialeor, coſtes. 6.Goüialeor iſt ein groſſe/wie andere auf In-dianiſche Manier/ uͤbelgebaute Stadt/ dar-durch lauft ein kleiner Flüß/ ſe iſt nach der Lan-ge eines Bergs/ im Nidergang liegend/ wel-
0
ſeyn wollen/ verſchicken thu.
Nachdem Cha-gehan durch Betrug zur
Krone kommen/ wie hernach vermeldet werdenſolle/ lieſſe derſelbe alle Füͤrſten und Herren/die er vermeinte ihme ſchaͤdlich ſeyn konten/ ei-nen nach dem andern/ in Verhaftung nehmen/
und dahin führen/ jedoch aber beym Leben und
dem Genuß ihres Einkommens bleiben. Au-reng. zeb deſſen Sohn aber/ that hingegen daswidrige/ dann wan derſelbe etwan einen groſſenHerren dorthin verſchickt/ muß er nach Ver-flieſſung 9. oder 10. Tag von dem Gift ſo jhmeeingeben wird/ ſterben; Dieſes Mittel verübter/ damit er nicht als ein Blutgirriger Konigvon ſeinen Voͤlckern angeklagt werden mogeSo bald derſelbe den Fuͤrſten Morat Balccheſeinen jungſten Bruder/ den er die Waffenwider jhren Vatter Cha-gehan zu ergreif-fen/ verleitet; und welcher ein Gubernatorder Provinz Guzerate ware/ ſich einen Kö-nig derſelben nennen laſſen/ in ſeinem Ge-walt hatte/ lieſſe er denſelben nach dieſer Ve-ſtung/ da er auch ſturbe/ führen/ man hat Ihreine koͤſtliche Begrabnuß in der Stadt in einerMoſquéèe, welche zu dem Ende ſambt einemgroſſen Platz davor rings herum mit Gewol-bern/ under denen viel Kramladen erbauet wer-den/ aufgerichtet. Es iſt die Gewonheit inIndien/ wann ein gemeiner Bau beſchicht
daß auch davor ein groſſer Pla um Marcktzu halten/ ſambt einer Stiftung für die Armen
denen man taglich das Almoſen reichen thut
und dann für den jenigen/ ſo das Werck ma?
chen laſſen/ Gott bitten; angeordnet und er-bauet werde. Funf coſtes von Goüaleor fal
ret man durch einen Bach Lantke genennt.
Von Goũaleor nach Baterki- ſera. coſtes 75Von Paterki- ſera nach Quanqui ſera. 10,In Beterki-ſera iſt eine Brugge mit
groſſen Schwibogen/ der Fluß ſo daburch
lauffet iſt Gnannad genennt. 1
Von Quanqui-ſera nach Dolpoura: 5es. 3 5
Zu Dolpoura iſt ein groſſer Fluß Obel,
melnadi genannt/ man Überfahrt denselben ß
Schiffen/ er ergeuſt ſich zwiſchen Agra uHalabas in den Fluß Cemena. Von