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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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16
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16 Reis beſchreibung in Indien/

machen ein Todten anzugreifen/ oder ſich zu-wehren/ je nachdeme es ſich zutragt. Wie

dieſe Frau in hinzugen lage/ kamen/ zu derſelben

vier Reuter/ welche/ als dieſelben/ was ſich zu-getragen vernom̃en/ in das Magalio jeder ſei-nen Sabel neben einem Springſtock in Haͤn-den haltend giengen/ dieſe Schlang toͤdeten.Die Leute des Ors nahmen dieſelbe und wurf-fen ſie für das Dorf hinauß/ ſo balden kame

ein groſſe quantitat Voͤgel auf das Aaß zuſtoſ-

ſend/ welches/ ehe ein Stund vorüber/ gaͤntzlichverzehrt ward. Des Weibes Verwandtetrugen den Leichnam zum Waſſer/ ſolchen zuwaſchen; wie beſchahe; hernach verbrandtenſie denſelben zu Aſchen. Ich muſte an dieſemOrt zween Tage verharren/ dieweil der Fluß

che in der Hohe mit Mauren und Thuͤrnenumgeben/ gebauet. In dieſem Begriff ſeindetliche Weyer von Regenwaſſer geſarnlet/ undwas daſelbſten geſaet wird/ iſt genugſam dieBeſatzung zu ernehren/ welches die Urſach/daß dieſer Ort einer der beſten in Indien ge-

achtet iſt. Auf der Neigung dieſes Bergs/

die gegen Nord⸗Weſt ſiehet/ hat Cha gehanein Luſthauß bauen laſſen/ von deme man die9 55 Stadt uberſehen/ und welches für eineVeſtung gerechnet werden kan: Unden an die-ſem Hauß ſiehet man viel erhobene in den Fel-ſen gehauene Bilder/ die alle des Satans Ge-ſtalt haben; und derſelben iſt eines von unge-wohnlicher Hohe.

N Seit dem der Mahometiſten Konig deſ⸗ 5darüber man fahren muß/ da wir verhoft ſol⸗ ſelben Lands ſich bemeiſtert; iſt dieſe Veſtung 15cher fallen wurde; indeme es 3. oder 4. Tag Soüaleor der Ort/ dahin derſelbe die Fürſten 0geregnet/ ſtundlich wuchſe; derowegen wurde und groſſen Herren/ deren Perſon/ ſie verſichert zung

ich gezwungen ein halbe Meile weiter hinunderhinuͤber zu fahren/ man trachtet allezeit ohneSchiffe durch zukom̃en/ dan die Schiffe zu ſu-chẽ/ muß man Karren und Gutſchen entladẽ; jagar von einandern thun/ um ſie auf den Armendieſen halb⸗meiligen Weg/ ſo der argſte iſt/den man ſich einbilden konte/ zutragen; dieſerWeg iſt mit groſſen Felſen gantz beſetzt/ und

zwiſchen dem Fluß und dem Berge eingeſper-

ret; alſo wann die Waſſer groß ſind/ bedeckenſelbige dieſen Weg gantz/ ſo daß wenig Leutguſſer denen im Land/ die ſolchen zu finden wuͤß-ken/ dieſelbigen gewinnen jhre Nahrung mitden Durchreiſenden/ von denen ſie/ ſo viel moͤg-lich/ ſich bezahlen machen; Es ware aber leichtden Weg zuverbeſſen/ und bequem zumachen/wa man eine Brugge bauen lieſſe/ ſintemalendaſelbſten weder Holtz noch Stein manglen.Von Gate nach Nader, coſtes. 4.Nader iſt ein groſſe Stadt auf der Nei-gung eines Bergs/ oben auf demſelben iſt einForm einer Veſtung/ und der gantze Berg mitMauren umringt. Der mehrere Theil der

Hauſer; gleich wie in andern Staͤdten in In-

Beſchrei-bung von dertadt G

0üaleor.

dien ſind mit Stroh bedeckt; und nur ein Stock/

aber der reicht deute zwey Stockwerck hoch; umdie Stadt herum werdẽ viel groſſe Weyer geſe-hen/ welche vor dieſem mit Quaderſteinen auf-geführt waren; aber hernach zu underhalten/derſaumt wordk. Eine Meil dar von ſeind nochetliche ſchoͤne Begraͤbnuſſen. Der jenige luß/den man den Tag zu vor durchgereiſet/ und 4.oder g. coſtes jenſeits Nader wiederum paſſiert/umgibt die z. Theil der Stadt und deß Bergs/darvon ſelbige bey nahe einer Inſel gleichet/nach einem weiten Lauf Schlangenweiß/ fließtderſelbig entlichen in den Zangum. Zu Nader

werden viel geſtepte Decken; die einen Weiß/

andere mit Gold/ Silber und ſeidenen Blum-werck geſtickt/ gemacht. gVon Nader nach Barqui- ſera, coſtes, 9.Von Barqui-ſera nach Trie, coſtes. 3.Von rie nach Golialeor, coſtes. 6.Goüialeor iſt ein groſſe/wie andere auf In-dianiſche Manier/ uͤbelgebaute Stadt/ dar-durch lauft ein kleiner Flüß/ ſe iſt nach der Lan-ge eines Bergs/ im Nidergang liegend/ wel-

0

ſeyn wollen/ verſchicken thu.

Nachdem Cha-gehan durch Betrug zur

Krone kommen/ wie hernach vermeldet werdenſolle/ lieſſe derſelbe alle Füͤrſten und Herren/die er vermeinte ihme ſchaͤdlich ſeyn konten/ ei-nen nach dem andern/ in Verhaftung nehmen/

und dahin führen/ jedoch aber beym Leben und

dem Genuß ihres Einkommens bleiben. Au-reng. zeb deſſen Sohn aber/ that hingegen daswidrige/ dann wan derſelbe etwan einen groſſenHerren dorthin verſchickt/ muß er nach Ver-flieſſung 9. oder 10. Tag von dem Gift ſo jhmeeingeben wird/ ſterben; Dieſes Mittel verübter/ damit er nicht als ein Blutgirriger Konigvon ſeinen Voͤlckern angeklagt werden mogeSo bald derſelbe den Fuͤrſten Morat Balccheſeinen jungſten Bruder/ den er die Waffenwider jhren Vatter Cha-gehan zu ergreif-fen/ verleitet; und welcher ein Gubernatorder Provinz Guzerate ware/ ſich einen Kö-nig derſelben nennen laſſen/ in ſeinem Ge-walt hatte/ lieſſe er denſelben nach dieſer Ve-ſtung/ da er auch ſturbe/ führen/ man hat Ihreine koͤſtliche Begrabnuß in der Stadt in einerMoſquéèe, welche zu dem Ende ſambt einemgroſſen Platz davor rings herum mit Gewol-bern/ under denen viel Kramladen erbauet wer-den/ aufgerichtet. Es iſt die Gewonheit inIndien/ wann ein gemeiner Bau beſchicht

daß auch davor ein groſſer Pla um Marcktzu halten/ ſambt einer Stiftung für die Armen

denen man taglich das Almoſen reichen thut

und dann für den jenigen/ ſo das Werck ma?

chen laſſen/ Gott bitten; angeordnet und er-bauet werde. Funf coſtes von Goüaleor fal

ret man durch einen Bach Lantke genennt.

Von Goũaleor nach Baterki- ſera. coſtes 75Von Paterki- ſera nach Quanqui ſera. 10,In Beterki-ſera iſt eine Brugge mit

groſſen Schwibogen/ der Fluß ſo daburch

lauffet iſt Gnannad genennt. 1

Von Quanqui-ſera nach Dolpoura: 5es. 3 5

Zu Dolpoura iſt ein groſſer Fluß Obel,

melnadi genannt/ man Überfahrt denselben ß

Schiffen/ er ergeuſt ſich zwiſchen Agra uHalabas in den Fluß Cemena. Von