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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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45
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Coſtbeit Zu migenWonen lip Ju wiſfeni

nicht in den Loſarzentern einlehren wollen/ kon-nen dieſelben jhre zelten inden arken aufſchla-gen lafſen; und iſt zu toiſſen daß man nan Platzin dieſen z. Hauſern/ wellen das vierdte/ ſo dasgröſte un ſchonſie/ allein für die Königin iſt/ ha-zen kan. Jgaß dieſelbe alda ſich nit befindet/ kanmans beſehen/ und darinn ſpatzieren/ dann derGarten 8lünnen hat. Der gantze Plaz iſt rings her-am mit kleinen Kammern/ für die armen Rei-enden beſetzt/ denen man taglich Abends dasIllmoſen in Brod/ Reiß und Gemuß/ ſo furſie zugerichtet wird/ reichenthut; den Abgol-kern aber/ welche nichts/ was von anderen Leu-ken gekocht/ eſſen/ gibt man Mal/ Brod zu ba-en und ein wenig Butter: dann ſo bald jhrBrod in Manier der Kuchen/ überſtreichen ſie5 lelbes zu beyden Seiten mit zerlaſſenem But-

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5 Von Tenara nach Jatenagar, Coſtes 12

Von Jarenagar nach Patengy, Coſtes 12on Patengy nach Pengeul, Coſtes 14Von Pengeul nach Nagel par, Coſtes 12Von Nagelpar nach La. Kabaron, Coſtes itVon Lakabaron nach Goulour oder Gani,

darvon ich in meiner Beſchreibung der Berg-

wercken/ Meldung thun werde/ Coſtes IIDer groͤſte Theil des Wegs von Lakaba-ron nach Coulour, jnſonderheit dieſem Ort

nahend/ iſt gantz von Felſen/ alſo daß ich an 2.

oder drey Orten/ meine Kutſchen müſſen abhe-ben laſſen/ welches geſchwind beſchicht. Anen jenigen Orten zwiſchen dieſen Felſen/ dadn weng gut Erdreich/ findet man Caſſia-5 Baum/ ſo der beſten und laxierenſten in gantzf In len/ welches ich wuͤrcklich bey meinenAnechten/ die deren im vorüber reiſen geſſen/ermercken konnen. eNach der Lange des Fleckens Coulour,

laufftei Fluß/ de i

ein groſſer Fluß/ der nahe bey Maslipa-

dan ich in den Mcerbuſen bey engala ergeußt.

5 Colt on Coulour oder Gani nach Kah-Kkaly,8 5 5

Von Kah kaly nach Pezouar, Coſtes 6ey Bezoũar fahrt man wiederum uͤber

e Fluß Coulour. 8 5 5f 3 on Bezoũiar nach Vouchir, Coſtes 4on Vouchir nach Nilimor, Coſtes 4

5 iſchen V ouchir und Nili mor, umgefahrauf Wegs/ fahrt man uͤber einen groſſen Fluß

Schiff. 8 80a Jen Nilimor nach Mil mol, Coſtes 6Von Milmol nach Maslipatan, Coſtes 4Aulipatan iſt eine groſſe Stadt/ da die

nur von Holt zerſtreuet. Der Ort/

wand oder See iſt allein wegen desSala 90 ſo der beſte des Meerbuſens Ben-Zu, Kia daß nur von dannen Schiffe nachbe-9 8 8 Arachan, Bengala, 8ſuln da und Ormus, wie auch nach den In-

b gadegalear Sumatra und Manilles ab-Mind, ehen, beruͤhmt e 5 1 5

*

iſt/ daß vonolconda nach Mas-

Waal. hohen Bre Kay ren gehen/ weil die Weg mitDergen/Weyern/ und Bachen/ gar zu

Buch.

ſehr luſtbar/ und viel ſchoͤne Waſſer

1 Floß/ weilen an demſelben Ort keine

45ſehr verſezk/ und viel enge und uberauß mühſa-me Wege. Sehr ſeh werlich kan man einekleine Kutſche durchbringen/ welches ich zwarbis zu den Diatnant⸗Gruben gethan/ muſte

aber meine Kutſche/ um durch den boͤfen Weg

und Paß zu kommen/ oft abheben laſſen. Einegleiche Beſchaffenheit hat es/ von Golcondabis in das Vorgebuͤrge Comorin; von Kar-ren wird in demſelben gantzen Land nichts ge-redt/ und werden allein Ochſen und Pferde/ſo wol für die reiſenden Perſonen/ als die aa-ren zu fuͤhren/ geſehen und gebraucht. Aberin Mangel der Kutſchen/ hat man die Begquem-lichkeit der ſo genannten Palle kis, ſo viel groſſeriſt als in dem ubrigen Theil Indien; ſintema-len man in derſelben ſaͤnffter/ ſchlauniger/ undwolfeiler fortkommen kan. i

Das XII. Capitel.

patan, undvon Golcon-da in das Ge-buͤrgecomo·

rin zu reiſen.

Weg von Surate nach Goa, und von dar

nach Golconda durch Viſapour.

zu Land/ theils zu See reiſen; weil aber

Od Surate nach Goakan man theils

der Weg zu Land/ jnſonderheit vonDaman bis nach Rejapour ſehr bos/ nehmendie meiſten Reiſenden jhren Weg zur See/ demGeſtaad nach mit der Almadier, ſo ein Schiff

mit Rudern: ungeachtet daß die Malavares,

welche Indianiſche Seerquber/ wie hernachvermeldet werden ſolle/ an den Kuͤſten ſehr zubefoͤrchten ſeynd.

Der Weg von Surate nach Goa, wird nitmehr bey Coſtes, ſondern bey Gos, ſo ungefahrvier unſerer gemeinen Meilen ſeynd/ gezehlet.

Von Surate nach Daman, GosVon Daman nach Baſſain, GosVon Baſſain nach Chaoul, Gos 9Von Chaoul nach Daboul, Gos 12Von Daboul nach Rajapour, Gs 10Von Rejapour nach Mingrela, Gs 9Von Mingrela nach Goa, Gos 4Alſo inallem von Surate nach Goa, Gos 61Die groſſe Gefahr an den Küſten iſt/ wiedroben gemeldt/ ſo man in die Hande der Mala-vares, welche Ertz Mahometaner/ nud uͤberaußunbarmhertzig wider die Chriſten ſeynd/ ge-rahtet. Ich habe einen Barfüͤſſer Munchen/der von dieſen Seeraubern gefangen worden/geſehen/ welchen ſie/ um ſchleunig die Rantion

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von jhme zu haben/ ſolchermaſſen gefoltert/ daß

deſſen rechter Armb und auch der Schenckelum das halbe kürtzer/ als der andere waren. DieHaubtleut geben jeden Soldaten für 6. Mo-nat Zeit/ ſo dieſelben gewonlichen auf der Seeſeind/ nin allein den Wehrt von zwo Kronen/und kein Portion von dem bekomenden Raub;

Aber zu den Kleidern und Nahrungs⸗Miktlender Gefangenen/ haben ſie zecht. Wahr iſt/daß die Soldaten nachdeme dieſe Zeſt verfioſ-ſen/ Ihren Abſchied haben konnen; und wanndie Haubtleut begehren/ daß ſie bleiben ſol-len/ mülſen ſie jhnen einen andern Sold ge-ben. Dieſelben wagen ſich ſelten 8 zu