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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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ſcheid ertheilen/ als daß er nicht in ſeinem Ge-walt ware/ und daß in Betrachtung der Ma-nier/ mit deren man gegen Pater Ephraim ver-fahren/ er unter gutem Recht den Pater Ze.non nicht zwingen koͤnte/ den jenigen/ welcherein Urheber deß Unrechts/ ſo ſeinem Mit⸗Con-ſorten widerfahren/ loß zu laſſen. Der Prerſi-dent bate allein/ dem Pater zu erlauben/ daß ſein

NRaoeis beſchreibung in Indien 8ttt. Aber derſelbe konte jhnen kein andern Be⸗ ein gerechte Straff/ weil er auf dieſe Weiß

auch viel Leute/ ſonderlich in der Zeit ſeinerVerwaltung in Ceylan ums Leben gebracht.Er hatte jederzeit des allerſubtilſten Gifftsum ſich deſſen/ wann er eine geſchwinde Raachverüben wolte/ zu bedienen/ und wie er hiemitviel Feinde ſich gemacht/ die bey dem Exempelder jenigen/ welche er hinrichtete/ ein Gleiches

für jhre Perſon beſorgten/ wurde ſein Bildnuß

an einem Morgen zu Goa gufgehanckt gefun-

Gefangener in die Veſtung kommen/ und anſeiner Taffel ſpeiſen mochte/ mit Verſprechen/denſelben auf all Begehren wiedrum zu ſtellen/

den/ damalen ware ich daſelbſten Anno 1648. dUnterdeſſen war in Europa wegen der Ver⸗ ene

welches er leicht erlangte; aber hernach ſein hafftung Pater Ephraims ein groſſes Geſchrey. ageWort nicht halten konte/ dann der Trommel⸗ Here von Chaſteau de Bois, deſſen Bruder L Geſchſchlager der Beſatzung ein Frantzos und ein beklagte ſich bey dem Portugeſiſchen Ambaſ-

Kaufmann von Marleille, Roboli genannt/

welcher ſeit etlichen Tagen daſelbſten ſich be-

funden/ offerirten dem gefangenen Guberna-

torn von St. Thome jhre Dienſte zu ſeiner Be-

freyung/ dafern jhnen eine gute Belohnung

egeben wurde; welches er denſelben ver-

prach/ und auch/ daß ſie auf dem erſten von

Goa nach Portugal abfahrendem Schiffe

freyen Paß haben ſolten. Nachdem der Ver-

gleich beſchehen/ ruͤhrte der Trummenſchlaͤger

den folgenden Tag die Trummel der Morgen-

Wache eher/ als ſonſten gewohnlich/ und ſehr

Deß Guber⸗ starck; unterdeſſen lieſſen Koboli der Kauf-St. Shane mant und der Gubernator von St. Thome/Beſtehung. an jhren zuſammen gebundenen Beth⸗Tu-chern/ indem Winckel eines Bollwercks/ wel-

ches nicht hoch/ ſich hinab. Der Trommen-ſchlager verlieſſe zugleich ſeine Trummel/ und

folgte jhnen nach; und weil St. Thome nur

eine halbe Meil von Madrespatan, waren ſie

alle drey daſelbſten/ ehe jemand etwas von jh-

rer Flucht auß dieſem Ort erfuhr. Die gantze

Stadt St. Thome erfreute ſich uͤber die Wie-

derkunfft des Gubernators/ welcher alſobald

ein Schiff nach Goa abſchickte/ um dieſe Bott-

ſchafft dahin zu bringen. Der Trommenſchlaͤ-

ger und der Kaufmann Roboli führen zugleich

nach bemeldtem Goa ab/ und wie ſie daſelbſten

mit Recommendation Schreiben von demGubernatorn von St. Tholne ankommen/

ſadorn/ der in ſeinem Loſament ſich nicht wolgeſichert hielte/ und eylend ſeinem Herꝛn demKoͤnig ſchriebe/ daß demſelben belieben moͤchte-mit erſt nach Goa abgehenden Schiffen/ die Be-freyung des Pater Ephraims zu befehlen. DerPabſt lieſſe auch ſchreiben/ ſich erklarend/ da-fern man denſelben nicht auf freyen Fuß ſtel-len würde/ er die gantze Geiſtlichkeit in Goa inden Bann thun wolte. Aber alle dieſe Schrei-ben waren vergeblich/ und hatte Pater Ephraimfür ſeine Erledigung allein dem Konig vonGolconda zu dancken/ welcher jhn ſehr liebte/und ſein duſſerſtes verſuchte/ denſelben zu bere-den/ zu Zagnagar zu bleiben. Er hatte von jh-me etwas von der Mathematic erlernet/ wieauch ſein Eidam/ der Arabiſche Fuͤrſt/ welcherſich anerbotten/ in ſeinem Koſten dem Pater einHauß und Kirche erbauen zu laſſen/ welchesſeithero für zw¾een nach Goa kommene Auguſti-ner beſchehen. Der Koͤnig bekriegte dazumalden Raĩa der Landſchafft Carnatica, und deſſel-ben Kriegs⸗Heer/ lage bey St. Thome; ſobald er wegen des unverantwortlichen/ widerPater Ephraim von den Portugeſen verübtenStuͤckleins/ Nachricht bekommen/ ſchickte eran Mirgimola ſeinen Feldherꝛn Befehl/ St.Thome zu belagern/ und alles mit Feuer undSchwerdt zu verderben/ wann er nicht gewiſſ-Verſprechung von dem Gubernatorn des Ortsbekarne/ daß Pater Ephraim in zween Mona-

ten loß ſeyn ſolte; die Abſchrifft des KönigeBefehls/ wurde an dieſen Gubernatorn gl⸗ 91e e der Stadt ein ſolcher armen eureentſtunde daß man nichts mehrers ſahe als ein auaSchiff nach dem andern nach Goa abfahren denteum den Königlichen Stadthalter zu ne 11gen/ daß Pater Ephraim ohnverzogenlich and

war kein Kloſter noch gutes Hauß/ ſo jhnennicht Geſchencke 9 der Nane Oehalter ſelbſten/ Dom Philippe de Maſcaregne,

erwieſe denſelben groſſe Freundlichkeit/ und

lieſſe ſie in ſein Schiff gehen/ neben jhm nachPortugal zu ſchiffen; aber der Stadthalter

und die zween Frantzoſen ſturben auf der See/undexreichten Portugal nicht.

c ile, Zu melden iſt allhier/ daß einiger Koͤnigli-Phuippe de cher Stadthalter von Goa niemalen einen ſol-Kegler chen grofſen Reichthum/ wie obgemeldter DomStadthalter Philippe de Maſcaregne geſamlet/ derſelbein do. hatte ſehr viel Diamant/ alles Stein im Ge-wicht von zehen biß in 40. Cargt; aber inſon-

derheit zween/ die er mir/ als ich daſelbſten war/

gezeigt/ deren der eine ein Dickſtein. und der

ander 67lund ein halben Carat gewogen/ beyd

ſauber/ ſchoͤnen Glantzes/ auf Indianiſche

Manier geſchnitten. Das Geſehrey gienge/

demſelben ſeye auf einem Schiff mit Gift verge-

ben worden/ dabey geſagt wurde/ daß ſolches

chan

freyen Fuß geſtellet wurde/ welches auch alſo

würcklich beſchahe. Inmaſſen demſelben 25Namen deß Inquiſitorn angezeigt worden,.er herauß gehen koͤnte. Aber obwol die 1geöffnet ware? wolte er jedoch nicht auß aleGefangenſchafft gehen/ es ware dann/ daß 195 5Geiſtichen zu Gos kamen/ und ihn in Pore,ſion abholten/ welches ſie auch alſobald dbanachdeme er herauß/ begabe ſich derſelbe innen

Kloſter der ſo genannten Capuciner/ ſog

ſam Franciſcaner Ordens/ und ble ae

ſten. Tag. Von dem Pater Eph rat ſe-ich offt vernommen/ was jhn ſonderlich 0 5ner Verhafſtung verdroſſenz und zwar/ da ben

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