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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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uktheilet

64und die Beſitzngeines Königreichs/ welchesgar nicht weit ſich erſtreckete/ nemlichen einekleige Landſchafft um Cochin, einzunehmen;dieſer General von Holland abfahrend/ wareKoch auf ein Schif/ demnach war die Kronügeines elenden Mala vare von eint Man/ der vielmehr mit einem Koch⸗Loͤffel als mit dem Degenumgangen/ ohne Zweiſſel Sehens wol werth.Aumterdeſſen kamen die Schiffe/ welche dievon Cochin außgezogene Beſatzung nach Goabegleitet/ ſanit dem geraubten Gut wieder zu-Einige Hol rück/ welehes wider die Artickel der Capitula-lendedden ne tion, die lautete/ daß ſie nit Ober ind Unter-Artickel der Gewehr/ Sack und Pack außziehen/ und nachCophudation Goa, ohne daß jhnen etwas genommen wurde/begleitet werden ſolten. Aber ſo bald ſie in deree/ nahmen die Hollander dieſen arme veutenalles/ was ſie noch bey ſich hatten/ und durch-ſuchten ohne Anſehen beedes Mann und Weib/derwegen dieſelbẽ mit dem Raub zuruck kehrtk.Wie der Hollandiſche General von Ba-kavia wieder zurlick kommen/ kehreten die nochUbrigen in der Belagerung Cochin Geweſe-nen faſt jeder wiederum an ſeinen Ort/ und blie-ben allein ſo viel in der Stadt/ als zu Verwah-rung derſelben vonnoͤthen. Es wurde von Ba-tavia ein Gubernator dahin geſchickt/ welcherund laſſen die Soldaten zu Beveſtigung der Stadt zuFrbereſte arbeiten hart antriebe/ und ein Abſchmntt in derben. Stadt/ von der Pforten St. Johann biß zurKirchen St. Pauli auch des gantzen Quar-tiers/ Calivete Negele dann es zuviel Beſatzung erfordert hatte. Bald nach derBelagerung und Übergang der Stadt Co-chin, waren die Lebens⸗Mittel daſelbſten inſehr billichem Preiß/ aber das daurte kurtz; ſin-kemalen der Gubernator alſobalden den Ta-back und andere Waaren verliehe/ und hattedemnach eine Perſon allein Gewalt darüber/der nach ſeinem Belieben den Preiß ſtellete.Dieſer Gubernator war über die Soldatenſehr ſtreng/ hielt dieſelben gleich als in einer.Gefaͤngenſchafft in der Stadt eingeſchloſſen/und konten weder Wein noch Suri, welchesein Tranck von Dattelbaurnen herkommend/noch Brantenwein trincken; Urſach/ weilen dieAuflagen all zu hoch. Zu der Zeit/ da die Por-tugeſen Cochin hatten/ konte man mit ze ß.mehr als unter den Hollandern mit 10. f. auß-richten/ dieweilen die Portugeſen die Stadtmit Auffagen nicht beſchwareten. DieſerGubernator ware alſo ſtreng/ daß er um einenſehr geringen Fehler die Leute in die InſulCeylan an einen gewiſſen Ort/ da Ziegelſteingemacht werden/ bißweilen für y. oder 6. Jahr/auch offt für jhr Lebtag verwieſe. Aber garofft/ wann ſolches an dieſem Ort beſchicht/ ob-well, vol die Urthel nur allein erliche Jahr in ſichon ven Hält komt man doch memal wiedrum herauß.len Sur, In der Beſatung Cochin war ein Soldat20 genaltt/ von Alx auß der Pro vintz, Rachepot genannt/b n Cocin ſpelcher/ da derſelbe nur eine halbe vierteldane eld Stunde als der Wachtzedel abgeleſen/ zu2 Sin lung ſpath kame! auf das hölzerne Pferd 3. Tageinner fang zu ſitzen verurteilt worden. Es iſt ſolchesdie gewohnliche/ aber ſehr ſtrenge Straff für

Ein kurtz-

worden.

Reisbeſchreibung in Indien/

die Fehler begehende Soldaten; dieſes Pferdiſt auf dem Ruͤcken alſo ſcharf/ daß mit dein

Gewicht/ ſo dern Ubelthaͤter an die Fuß ge-

hangt wird/ der ſelbe in 3. oder 4. Stund gantz

verletzet und verwundet wird. Als der armeProventzal vernommen/ daß er zu dieſer Folter

verurtheilt wäre/ nicht nur für 3. Stund/ ſon-

dern für z. Tag beſorgend/ er ĩnoͤchte gar erli-gen; an ſtatt in die Haupt wacht zu gehen/ ver-

barg er ſich in das Loſament eines Frantzoſen/ſeines Freunds/ welcher erſt kurtz verheurathetwar; die verheuratheten Soldaten gehen wo-chentlich 3. mal in jhren Loſamentern über-

nachten/ aber die ubrigen Nacht muͤſſen ſie in

der Hauptwacht ligen. Wie nun der Gubel-nator geſehen/ daß der Proventzal nicht erſchie-

nen/ liß er die Trummel durch die gantz Stadt

rühren/ und außruffen/ daß der jenige/ welcherdenſelben offenbahren thate/ zu ſeiner Beloh-nung 100. Piaſtres hekommen; aber hingegen

der/ welcher jhn verborgen halten und ver-

ſchweigen werde/ nit ihme hne einige Gnadnufgehanckt werden ſolte. Der Proventzal die-

er Daune Nach icht bekonmende wolke ente,het felMerch

an ſeines Wirths Tod nicht ſchuldig ſeyn;

und nachdem er Gelegenheit gefunden/ fünf

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oder 6. ſeiner Geſpanen/ welche des Guberna⸗ du

torn Strenge auch müde waren/ und nicht

mehr langer eden konten/ abwendig zumachen/ flohen ſie die folgende Nacht mit ein-

ander/ und kamen/ weilen es ſehr finſter und

Regenwetter war/ glürklich davon. Giengenzwar einer Schild wacht vorbey/ aber wurden

nicht vermerckt/ ſintemalen die Finſtere und derRegen jhnen zur Beſchutzung diente/ und ſiewaren entſchloſſen/ die Schildwacht/ wann die-ſelbe geruffen hatte/ nieder zu machen. Als ſiedie gantze Nacht durch gangen/ kamen ſie na-hend Porca zu einem klein Fluß/ welcher zwarwann das Meer zulaufft/ groß und tief/ ſo daßdieſe armen Soldaten genothigt waren/ ſichbiß auf die Unterhoſen zu entkleiden/ um ge-

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ſchwind hinüber zu kommen/ in Forchten/ manmochte jhnen nachſetzen. Wie der Hunger 1.

hube zu kommen/ da gedachten dieſelben ermit beſſerer Weil als zuvor an die Gefahr deß

Todes/ in deren ſie ſteckten; dann nicht a ein

verſtundẽ ſie des Lands Sprach nicht/ ſondernwelches das argſte/ muſten ſie beſtandig dran,ſen blechen dan die Abgecterer welche dellegantze Spitze Indien bedecketen/ nut nicht bieWand an ihren Hauſern/ befoͤrchtend/ ſiedann ſolche miederreiſſen müſte/ zuberuhrengſtatteten. Der Aberglauben dieſer Leute ge,ſo weit/ daß ſie auch auſſerhalb dem Wieg anander ſelbſten nit arrühren dörffen, Was e,gefehr dieselbe einander beruhrẽ/ muſſen aſſerbald ſich waͤſchen/ und dreymal in das Wa 3tauchen; widrigen falls doͤrffen ſie weder el 5noch trincken/ noch auch in jhr Hauß gehk. 95Proventzal un deſſen Geſpanen begegne ene Portügeſ. Jeſuiten, der befragte woherkamen/ und wurde von ihn Ahne Juto 0bwie alles hergangen/ berichtet. Mit Rac 1war es übeler/ als mit dẽ andern all beſchaff 5weilẽ derſelbe in dem letſtẽ Sturm vor Spe

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