uktheilet
64und die Beſitzngeines Königreichs/ welchesgar nicht weit ſich erſtreckete/ nemlichen einekleige Landſchafft um Cochin, einzunehmen;dieſer General von Holland abfahrend/ wareKoch auf ein Schif/ demnach war die Kronügeines elenden Mala vare von eint Man/ der vielmehr mit einem Koch⸗Loͤffel als mit dem Degenumgangen/ ohne Zweiſſel Sehens wol werth.Aumterdeſſen kamen die Schiffe/ welche dievon Cochin außgezogene Beſatzung nach Goabegleitet/ ſanit dem geraubten Gut wieder zu-Einige Hol rück/ welehes wider die Artickel der Capitula-lendedden ne tion, die lautete/ daß ſie nit Ober ind Unter-Artickel der Gewehr/ Sack und Pack außziehen/ und nachCophudation Goa, ohne daß jhnen etwas genommen wurde/begleitet werden ſolten. Aber ſo bald ſie in deree/ nahmen die Hollander dieſen arme veutenalles/ was ſie noch bey ſich hatten/ und durch-ſuchten ohne Anſehen beedes Mann und Weib/derwegen dieſelbẽ mit dem Raub zuruck kehrtk.Wie der Hollandiſche General von Ba-kavia wieder zurlick kommen/ kehreten die nochUbrigen in der Belagerung Cochin Geweſe-nen faſt jeder wiederum an ſeinen Ort/ und blie-ben allein ſo viel in der Stadt/ als zu Verwah-rung derſelben vonnoͤthen. Es wurde von Ba-tavia ein Gubernator dahin geſchickt/ welcherund laſſen die Soldaten zu Beveſtigung der Stadt zuFrbereſte“ arbeiten hart antriebe/ und ein Abſchmntt in derben. Stadt/ von der Pforten St. Johann biß zurKirchen St. Pauli auch des gantzen Quar-tiers/ Calivete Negele dann es zuviel Beſatzung erfordert hatte. Bald nach derBelagerung und Übergang der Stadt Co-chin, waren die Lebens⸗Mittel daſelbſten inſehr billichem Preiß/ aber das daurte kurtz; ſin-kemalen der Gubernator alſobalden den Ta-back und andere Waaren verliehe/ und hattedemnach eine Perſon allein Gewalt darüber/der nach ſeinem Belieben den Preiß ſtellete.Dieſer Gubernator war über die Soldatenſehr ſtreng/ hielt dieſelben gleich als in einer.Gefaͤngenſchafft in der Stadt eingeſchloſſen/und konten weder Wein noch Suri, welchesein Tranck von Dattelbaurnen herkommend/noch Brantenwein trincken; Urſach/ weilen dieAuflagen all zu hoch. Zu der Zeit/ da die Por-tugeſen Cochin hatten/ konte man mit ze ß.mehr als unter den Hollandern mit 10. f. auß-richten/ dieweilen die Portugeſen die Stadtmit Auffagen nicht beſchwareten. DieſerGubernator ware alſo ſtreng/ daß er um einenſehr geringen Fehler die Leute in die InſulCeylan an einen gewiſſen Ort/ da Ziegelſteingemacht werden/ bißweilen für y. oder 6. Jahr/auch offt für jhr Lebtag verwieſe. Aber garofft/ wann ſolches an dieſem Ort beſchicht/ ob-well, vol die Urthel nur allein erliche Jahr in ſichon ven Hält komt man doch memal wiedrum herauß.len Sur, In der Beſatung Cochin war ein Soldat20 genaltt/ von Alx auß der Pro vintz, Rachepot genannt/b n Cocin ſpelcher/ da derſelbe nur eine halbe vierteldane eld Stunde als der Wachtzedel abgeleſen/ zu2 Sin lung ſpath kame! auf das hölzerne Pferd 3. Tageinner fang zu ſitzen verurteilt worden. Es iſt ſolchesdie gewohnliche/ aber ſehr ſtrenge Straff für
Ein kurtz-
worden.
Reisbeſchreibung in Indien/
die Fehler begehende Soldaten; dieſes Pferdiſt auf dem Ruͤcken alſo ſcharf/ daß mit dein
Gewicht/ ſo dern Ubelthaͤter an die Fuß ge-
hangt wird/ der ſelbe in 3. oder 4. Stund gantz
verletzet und verwundet wird. Als der armeProventzal vernommen/ daß er zu dieſer Folter
verurtheilt wäre/ nicht nur für 3. Stund/ ſon-
dern für z. Tag beſorgend/ er ĩnoͤchte gar erli-gen; an ſtatt in die Haupt wacht zu gehen/ ver-
barg er ſich in das Loſament eines Frantzoſen/ſeines Freunds/ welcher erſt kurtz verheurathetwar; die verheuratheten Soldaten gehen wo-chentlich 3. mal in jhren Loſamentern über-
nachten/ aber die ubrigen Nacht muͤſſen ſie in
der Hauptwacht ligen. Wie nun der Gubel-nator geſehen/ daß der Proventzal nicht erſchie-
nen/ liß er die Trummel durch die gantz Stadt
rühren/ und außruffen/ daß der jenige/ welcherdenſelben offenbahren thate/ zu ſeiner Beloh-nung 100. Piaſtres hekommen; aber hingegen
der/ welcher jhn verborgen halten und ver-
ſchweigen werde/ nit ihme hne einige Gnadnufgehanckt werden ſolte. Der Proventzal die-
er Daune Nach icht bekonmende“ wolke ente,het felMerch
an ſeines Wirths Tod nicht ſchuldig ſeyn;
und nachdem er Gelegenheit gefunden/ fünf
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1 100
oder 6. ſeiner Geſpanen/ welche des Guberna⸗ du
torn Strenge auch müde waren/ und nicht
mehr langer eden konten/ abwendig zumachen/ flohen ſie die folgende Nacht mit ein-
ander/ und kamen/ weilen es ſehr finſter und
Regenwetter war/ glürklich davon. Giengenzwar einer Schild wacht vorbey/ aber wurden
nicht vermerckt/ ſintemalen die Finſtere und derRegen jhnen zur Beſchutzung diente/ und ſiewaren entſchloſſen/ die Schildwacht/ wann die-ſelbe geruffen hatte/ nieder zu machen. Als ſiedie gantze Nacht durch gangen/ kamen ſie na-hend Porca zu einem klein Fluß/ welcher zwarwann das Meer zulaufft/ groß und tief/ ſo daßdieſe armen Soldaten genothigt waren/ ſichbiß auf die Unterhoſen zu entkleiden/ um ge-
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ſchwind hinüber zu kommen/ in Forchten/ manmochte jhnen nachſetzen. Wie der Hunger 1.
hube zu kommen/ da gedachten dieſelben ermit beſſerer Weil als zuvor an die Gefahr deß
Todes/ in deren ſie ſteckten; dann nicht a ein
verſtundẽ ſie des Lands Sprach nicht/ ſondernwelches das argſte/ muſten ſie beſtandig dran,ſen blechen dan die Abgecterer welche dellegantze Spitze Indien bedecketen/ nut nicht bieWand an ihren Hauſern/ befoͤrchtend/ ſiedann ſolche miederreiſſen müſte/ zuberuhrengſtatteten. Der Aberglauben dieſer Leute ge,ſo weit/ daß ſie auch auſſerhalb dem Wieg anander ſelbſten nit arrühren dörffen, Was e,gefehr dieselbe einander beruhrẽ/ muſſen aſſerbald ſich waͤſchen/ und dreymal in das Wa 3tauchen; widrigen falls doͤrffen ſie weder el 5noch trincken/ noch auch in jhr Hauß gehk. 95Proventzal un deſſen Geſpanen begegne ene Portügeſ. Jeſuiten, der befragte woherkamen/ und wurde von ihn Ahne Juto 0bwie alles hergangen/ berichtet. Mit Rac 1war es übeler/ als mit dẽ andern all beſchaff 5weilẽ derſelbe in dem letſtẽ Sturm vor Spe
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