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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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81
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Etſtes Bucht.

5 Kong solches beſehen/ laͤſt er ſein InſiegelFarauf drucken/ damit kein Betrug unterlauf-fen konne/ alſo uͤberlieſſen wir jhme alles ver-ditſchiert/ und er verſprache uns/ ſolches demdolig zu weiſen/ auch uns von der Commiſ-non/ die er uns zu Gefallen über ſich nahme/gute Rechenſchafft zu geben. 3Den folgenden Tag/ waren wir Morgensin frühesten mit De Lan auf der Jagd/ undvocduuſerer Zuruckkunfft um 8. oder 9. Uhrden Mittag/ an dem Ufer des Waſſers/ wiedes Königs/ und der groſſen Herren Elephan-ten gewaſchen wurden/ zu ſehen. Der Ele-phant geher in das Waſſer biß an den Bauch/5 1 lich hernach auf eine Seite/ und mit demzulſel geuſt er Waſſer auf die über ſich ge-eule Seite/ dieſelbe wol zu waſchen. DerClephanten⸗Meiſter darauf/ reibet des Thiersaut mit einer Gattung Bimſtein/ und rei-giget alſo ſolche von allem Unrath/ ſo daranch gehanget haben mochte. Etliche glauben/ſch wann dieſes Thier auf der Erden lige/ vonlich ſelbſten nicht wiedrum aufftehen konne/elches aber deme/ ſo ich geſehen/ ſchnur ſtrackzu wider; dann ſo bald der Meiſter daſſelbeauf einer Seite wol abgerieben/ befiehlt er jh-me/ ſieh auf die andere Seite zu wenden/ wel-ches alſobald beſchicht/ und wann das Thierederſeits wol gewaſchen/ gehet ſolches außdem Waſſer/ und ſiehet eine Meile an demUfer/ trocken zu werden. Alsdann komt derMeiſter mit einem Topff voll roth ober gelberarb/ und bezeichnet das Thier mit Strichengu der Stirn/ um die Augen/ auf der Bruſtnad dem Hindern/ daſſelbe darauf mit Cocos-0 die Nerffen widrum zu ſtarcken/ reibend;dc etliche hangen jhnen endlichen ein Ge-0 meide von falſchem Gold oder Silber aufeme 5 nAle Den 1. lieſſe der obriſte Königliche Leib-f um zwey Uhr nach Mitkag uns abho-15 99 uberliefferte uns wieder unſere Perlen/Be ſich Königs Inſtegel/ ſo er darauf nachEr bhtigung trucken laſſen/ wol verpitſchiert.hir ehrte den Preiß eines jeden Stucks/ ſof 0 55 vermeldeten; und wie er einen Ver-te: den bey ſich hatte/ der alles verzeichne-fie been über die Perlen von ſo hohem Preiß3. wunderend/ ſagte/ daß gewißlich wirlber öl⸗Leute des Königs von Golconda für

nter und ohnwiſſend hielten/ w 0Ich d ohnwiſſend hielten/ welche doch tag⸗ fe cher 5lich 0 9. Meldung beſchehen ſchickte an mich von ma-

m 9 150 andere koſtliche Sachen/ die dem Koderſpredracht wurden ſehen chaten. Ich wi-ich wal dem Verſchmttenenkrotziglich/ daßlungen Sur diät daß er den Preiß einerſte; unde clavin beſſer/ als eines Kleinods wu-Wir d deme ich dieſes ſagte/ verwahretenAbſc en unſere Perlen/ und von dem Artztn koa humeltd/ kehreten wir nach unſe-lutte men, So bald wir zurrick waren/der halten ho Kutschen zu bedingen) ein je-weexeiſegen keits ſein Hand⸗ ferd und alſoftuh y 8 den folgenden Tag/ MorgensLag 8 eleonda konten aber denſelbendle Porte, Weilen weit kommen, eil8 geſen/ Engellander und Hollander/

5 8.alleſamt des Königs Buchſenmeiſter/ unsbegleiteten(und wir mir einander uns luſtigmachten. Es iſt nicht noͤthig/ allhier zu wie-derholen/ was im Eingang dieſes Wercksvermeldet/ und weil ich von Golconda nachSuxate,; den jenigen Weg/ welchen ich von

dieſem Ort nach bemeldtem Golconda ge-

nommen/ wiedrum gereiſet/ ſintemalen keinanderer/ habe ieh nichts anders dißmalen fer-ner anzubringen/ als daß/ nachdeme wir(aufdas dem Verſchnittenen von mir beſchehenemWiderſprechen) ohngeſaumt von SGolcon-da ahgeſeheiden/ der Konig/ welcher ſolcheserſt zween Tag nach unſerer Abreiſe vernom-men/ hat vier oder fünf Neuter nachgeſchickt/mit Befelch/ uns wiedrum/ da wir angerrof-fen wurden/ nacher Hofe zu führen. Wirwaren bereits funf Tage weit von Golconda,und eine Tag⸗Reiſe in dem Gebieth des groſ-ſen Mogols, da einer dieſer Reuter zu uns in

das Nacht⸗Lager kame/ deſſen Geſellen auf

den Grentzen beeder Lande geblieben/ wol er-achtend/ weilen wir ſchon füͤrter gereiſt/ nichtgeneigt ſeyn würden wiedrum zuruck zu keh-ren. Dieſer Reuter eroͤffnete uns des KönigsBefelch/ uns wieder mit ſich zurück zu führen/mit Vermelden/ daß er die Perlen erkauffenwurde/ und jhme fremd vorkommen/ daß wiralſo ſtillſchweigend und eylend weggereiſet;wie wir nicht mehr guf des Koͤnigs von Sol-conda Grund und Boden waren/ konte ernicht wol anders als uns inſtandig birten/ wie-der mit jhm umzukehren/ verſicherend/ daßuns alles Genügen wiederfahren wurde; undder Herz du Jarclig wolte bey nahe einwilli-gen/ aber was nich/ dem des Lands Arb beſ-ſer als jhm bekant/ anbelangen thare/ ſagte ichdem Reuter frey herauß/ daß es nicht ſeynkonte/ und nach dem er von uns weg/ gabeich meinem Reiß⸗Gefahrten die Urſach/ war-

um ich nicht wieder nach Golconda kehren

wolte/ zu verſtehen.

Wie 10 50 9 55 cee/ ôallda Des aa.wenig Tag hernach Herz du Jardin von ei⸗ dor An,nem Überſchuß der Gall/ wie in meiner Be⸗ kauft zu su.

ſchreibung Perſien vermeldet/ geſtorben/machte ich meine Rechnung nach Agra zu rei-en/ den Cha⸗gehan, damalen regierend zu be-ſuchen; gber der Nabab Cha- Elk Kan, desKönigs Schwager und Gubernator der Land-ſchafft Guzerate, von welchem anderſtwo

dabat, allda er ſeine Reſidentz harte/ einenſeines Hauſes fürnehmſten Beamten/ miranzuzeigen/ daß nachdeme er vernommen/ daßich etliche ſchene Kleinodien zu verkauffen hat-te/ jhme lieb mare/ daß ieh zu jhme kame/ mich

berſßicherend/ daß er mir ſolche eben ſo wol/ als

der Konig/ bezahlen wolte Dieſe ortſchafftempfienge ich in wahrender Her en du JardinsKranckheit/ und wie er den 9. Tag Decemberſtarbe/ und wir ihne zu Surate die lelſte Ehreerzeigt/ reiſete ich nach a madabat, und hand-lete alſobald mit dem Nabab. Dann weil erauf allerley Kleinodien und Edelgeſtein ſichtreftich wol verſtunde/ waren wir bald Randun