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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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88 Reit beſchreibung in Indien/derlich der die Verwaltung der Landſchaft Ou das Volck um Gelt zu quclen beſchaͤfftigt wa-

zeratè hatte/ ſchickte alſobald Voͤlcker/ Surare

der vornehmſte und gebrauchlichſte See⸗Ha-

en in ganz Indien/ zu belagern. Die Stadt/

die öhne Macht ware/ und nur ſchlechte/ an

vielen Orten offene Mauren hatte/ thate kei-

Belkgerung fen Widerſtand/ aber die Veſtung/ da derSurat. Schatz geweſen/ wehrete ſich dapfer/ unddieſer junge Furſt/ der Ehrgeitzig ware/ und

Gelt vonnothen hatte/ verſuchte ſein auſſerſtes/

derſelben Meiſter zu werden. Chabas-Kan

einer ſeiner Verſchnittenen/ war des Heers

Obriſter/ ein ſcharfffinniger und fleiſſiger

Des Heers Mann/ welcher dieſe Belagerung mit allerSale Vorſichtigkeit eines alten Soldaten regierte.Klugheit. Wie er geſehen/ daß der Ort mit Gewaltnicht weg zu nehmen/ lieſſe er durch einen Frem-

den/ deine es wol gelungen/ zwo Minen ma-

chen z und nachdeme die Erſte den 29. Decemb.

1659. angeſteckt wurde/ thate dieſelbe jhreWurckung/ und ſprengte einen groſſen Theil

der Mauren in den Graben darvon ſolcher

gefüllet worden/ und den Belagerten einenSchrecken einjagte; aber dieſelben faſſeten

bald wiedrum einen Muth/ und ob ſchon ihreAnzahl gering/ thaten ſie über 40. Tage langDerWBeſtung tapffern Widerſtand/ in wahrender dieſer Zeitpferd dem Heer des Waorar Bache groſſer Scha-derſtand. den beſchahe/ und viel Volcks erlegt wurde.Chabas-· Kan über einen ſo mannlichen Wi-

derſtand entruͤſtet/ lieſſe um die Weiber und

Kinder und auch die Verwandte und Freun-

de der Veſtung Buchſenmeiſter werben/ um

dieſelben ſeinen Voͤlekern in der Annaherung

der Veſtung vorzuſtellen/ und ſchickte an denGubernator einen deſſen Brüdern/ um dem-

elben zu zuſprechen/ und eine trefliche Gelegen-

heit/ da er jhme den Ort übergebe/ anzubieten.

Aber der Gubernator/ des Königs getreuer

Diener/ der wegen deſſelben Tods keine Ge-

Neſclute. wißheit hatte/ gabe zu Antwort/ daß er kemenGuede anderm als Cha-geban für ſeinen Here erken-11 der Ve nete/ welcher jhme den Platz anvertraut/ undene derowegen er ſolchen niemand als Ihr Ma-jeſtät/ oder dem jenigen/ ſo ſie befehlen werden/

abtretten koͤnte; daß in dem übrigen er Morat-

Bakche, als einen Fuͤrſten und des Königs ſei-

nes Herꝛn Sohn in hohen Ehren hielte/ aber

wolte jhme nicht den Platz ohne Koͤniglichenexpreſſen Befehl uͤbergeben. Als der Ver-ſchnittene des Gubernatorn Entſchluß ver-

nahme/ deguete er den Belagerten ſehr/ ſchwe-

rend/ daß er alle die Ihrigen/ Weib und Kin-

der/ wann ſie den folgenden Tag den Ort nicht

aufgeben wurden/ niedermachen laſſen wolte;

aber die Betrachtung des Blutvergieſſens

mochte bey den Belagerten nichts verfangen/

und ware allein die nieder gefallte Maur/ da ſie

nicht mehr tiderſtehen konten/ weilen ihrer

Jar ein geritege Anzahl ware/ und die Forcht

der zweytzn Minen/ die den Guberngtor end-

lichen verürſgehten/ ſieh auf ſolche ehrliche Be-

ding/ wie er wunſchen konte /zu übergeben/ und

die auch von Punct zu Punct von Chabas-

Kan, welcher des Schatzes ſich bemachtigt

und nach Amadabat, allda Morar-Bakche

re/ ſchickte/ gehalten wurden.

Als dieſer Fürſt die Bottſchafft der Er-

oberung Surate bekommen/ lieſſe

er alſobald ei-

5 0 2 5 5 uhnen Thron zuruͤſten/ und den jenigen Tag/ der a 10

zu dieſer Ceremoni beſtimmek wurde/ darauf aul

rügen

ſitzend/ nicht allein fur einen Konig von Guze. ien del3 7 in drate, ſondern des gantzen Cha-gehan ſeines ment

Vatters Reich/ ſich erklaren;

und zugleich

lieſſe er Muͤntzen pragen/ und ſchickte in alleStädte neue Gubernatorn. Aber wie ſeinThron ein ſchlechtes Fundament/ wird er baldzur Erde fallen/ und dieſer Fürſt der Jungſteunter ſeine Brüdern/ weil derſelbe den Scepter/ſo jhme nicht gebuͤhrte/ mißbrauchen wollen/ iueine ſtrenge Gefangenſchafft verwieſen werden.Der Fuͤrſt Dara-cha hatte Surate gernentſetzt/ aber es ware demſelben unmuglich?

dal zu dem/ daß er beſchaftigt/ ſeinem krancken

Vatter abzuwarten/ machte jhme ſein zweyter

Bruder Morat-Bakche, der mächtiger ware

viel groͤſſere Mühe. Er befande ſich bereits

weit in dem Königreich Labor, und hafte

Bengala ſich gantzlich unterwurffig gemacht.Alles was bey dieſer Begebenheit Bara- cha

thun konte/ ware in Eyl Soliman Checour

ſeinen altern Sohn mit einem maͤchtigen Heer

wider Sultan Sujah zu ſchicken/ der ſeinen

Oheim ſchluge/ und denſelben biß in die dand-

ſchafft Bengala triebe/ und deren Grentz⸗ Ort

mit guten Beſatzungen verſehend/ wiedrum zu

ſeinem Vattern Dara-cha kehrete. Morat

Bakche unterdeſſen ward fuͤr einen Konig in

dem Koͤnigreich Guze rare erkennet/ ſtellete al-

lein ſeinen Sinn und Gedancken nach dem unReich der Indien/ um ſeinen Bruder zu vertil e

gen/ und ſeinen Thron in Agra oder Gehan: mul

abat zu beveſtigen.

Bey dieſen Geſchichten lieſſe kureng · zeb-der nicht weniger ehrgeitzig/ und liſtiger warals ſein Bruder/ dieſelben in ihrer erſten Hitverzappeln/ und verhelete den Vorſatz/ welehener hatte/ und der in balde zu ihrem groſſenSchaden außbrechen wird. Derſelbe ſteleleſich/ ob hatte er gantz keine Forderung an dasReich/ und der Welt abgeſagt/ und führelkein Dervichs oder andachtiges einſames Leben.Seine Tuͤcke beſſer zu verbergen/ bezeugte lſeinem jungſten Bruder Morat-Bakche, bell el 1zum Regiment gar begierig ſahe/ daß er begehes ent,te in ſeinem Vorſat jhme beyzuſpringen/ unn Kdaß der Thron ſeiner Tapfſerkeit gebühren.denſelben mit Volck und Gelt/ den Dara 1der jhme hinderlich ware/ zu überwinden

ſpringen wolte. Dieſer junge Fürſt von gen,gem Verſtand/ und durch den Schein!

ines

groſſen Glücks verblendet! glaubeke dere doitrengæ eb allzu leicht/ vereinigte ſeine Mack eedes Brudern Volckern/ und unterſtunde

ſamter Hand nach Agra zu gehen/ umOrks ſch zu bemächtigen, Dara che genihnen entgegen/ und beſchahe ſeiner Seits

ſſelbenpala 5

alſo unbebachtſarmes als für dee zween Bui

n für- ben

der gluckliches Treffen. Dieſer Hürſt den die kei.nehmſten Hauptern ſeines Heers⸗ wider ble

Meynung ſeines Feld⸗Heran/

der das Helen98 80 führte

Mormung