88 Reit beſchreibung in Indien/derlich der die Verwaltung der Landſchaft Ou das Volck um Gelt zu quclen beſchaͤfftigt wa-
zeratè hatte/ ſchickte alſobald Voͤlcker/ Surare
der vornehmſte und gebrauchlichſte See⸗Ha-
en in ganz Indien/ zu belagern. Die Stadt/
die öhne Macht ware/ und nur ſchlechte/ an
vielen Orten offene Mauren hatte/ thate kei-
Belkgerung fen Widerſtand/ aber die Veſtung/ da derSurat. Schatz geweſen/ wehrete ſich dapfer/ unddieſer junge Furſt/ der Ehrgeitzig ware/ und
Gelt vonnothen hatte/ verſuchte ſein auſſerſtes/
derſelben Meiſter zu werden. Chabas-Kan
einer ſeiner Verſchnittenen/ war des Heers
Obriſter/ ein ſcharfffinniger und fleiſſiger
Des Heers Mann/ welcher dieſe Belagerung mit allerSale Vorſichtigkeit eines alten Soldaten regierte.Klugheit. Wie er geſehen/ daß der Ort mit Gewaltnicht weg zu nehmen/ lieſſe er durch einen Frem-
den/ deine es wol gelungen/ zwo Minen ma-
chen z und nachdeme die Erſte den 29. Decemb.
1659. angeſteckt wurde/ thate dieſelbe jhreWurckung/ und ſprengte einen groſſen Theil
der Mauren in den Graben darvon ſolcher
gefüllet worden/ und den Belagerten einenSchrecken einjagte; aber dieſelben faſſeten
bald wiedrum einen Muth/ und ob ſchon ihreAnzahl gering/ thaten ſie über 40. Tage langDerWBeſtung tapffern Widerſtand/ in wahrender dieſer Zeitpferd dem Heer des Waorar Bache groſſer Scha-derſtand. den beſchahe/ und viel Volcks erlegt wurde.Chabas-· Kan über einen ſo mannlichen Wi-
derſtand entruͤſtet/ lieſſe um die Weiber und
Kinder und auch die Verwandte und Freun-
de der Veſtung Buchſenmeiſter werben/ um
dieſelben ſeinen Voͤlekern in der Annaherung
der Veſtung vorzuſtellen/ und ſchickte an denGubernator einen deſſen Brüdern/ um dem-
elben zu zuſprechen/ und eine trefliche Gelegen-
heit/ da er jhme den Ort übergebe/ anzubieten.
Aber der Gubernator/ des Königs getreuer
Diener/ der wegen deſſelben Tods keine Ge-
Neſclute. wißheit hatte/ gabe zu Antwort/ daß er kemenGuede anderm als Cha-geban für ſeinen Here erken-11 der Ve nete/ welcher jhme den Platz anvertraut/ undene derowegen er ſolchen niemand als Ihr Ma-jeſtät/ oder dem jenigen/ ſo ſie befehlen werden/
abtretten koͤnte; daß in dem übrigen er Morat-
Bakche, als einen Fuͤrſten und des Königs ſei-
nes Herꝛn Sohn in hohen Ehren hielte/ aber
wolte jhme nicht den Platz ohne Koͤniglichenexpreſſen Befehl uͤbergeben. Als der Ver-ſchnittene des Gubernatorn Entſchluß ver-
nahme/ deguete er den Belagerten ſehr/ ſchwe-
rend/ daß er alle die Ihrigen/ Weib und Kin-
der/ wann ſie den folgenden Tag den Ort nicht
aufgeben wurden/ niedermachen laſſen wolte;
aber die Betrachtung des Blutvergieſſens
mochte bey den Belagerten nichts verfangen/
und ware allein die nieder gefallte Maur/ da ſie
nicht mehr tiderſtehen konten/ weilen ihrer
Jar ein geritege Anzahl ware/ und die Forcht
der zweytzn Minen/ die den Guberngtor end-
lichen verürſgehten/ ſieh auf ſolche ehrliche Be-
ding/ wie er wunſchen konte /zu übergeben/ und
die auch von Punct zu Punct von Chabas-
Kan, welcher des Schatzes ſich bemachtigt
und nach Amadabat, allda Morar-Bakche
re/ ſchickte/ gehalten wurden.
Als dieſer Fürſt die Bottſchafft der Er-
oberung Surate bekommen/ lieſſe
er alſobald ei-
5 0 2 5 5 uhnen Thron zuruͤſten/ und den jenigen Tag/ der a 10
zu dieſer Ceremoni beſtimmek wurde/ darauf aul
rügen
ſitzend/ nicht allein fur einen Konig von Guze. ien del3 7 in drate, ſondern des gantzen Cha-gehan ſeines ment
Vatters Reich/ ſich erklaren;
und zugleich
lieſſe er Muͤntzen pragen/ und ſchickte in alleStädte neue Gubernatorn. Aber wie ſeinThron ein ſchlechtes Fundament/ wird er baldzur Erde fallen/ und dieſer Fürſt der Jungſteunter ſeine Brüdern/ weil derſelbe den Scepter/ſo jhme nicht gebuͤhrte/ mißbrauchen wollen/ iueine ſtrenge Gefangenſchafft verwieſen werden.Der Fuͤrſt Dara-cha hatte Surate gernentſetzt/ aber es ware demſelben unmuglich?
dal zu dem/ daß er beſchaftigt/ ſeinem krancken
Vatter abzuwarten/ machte jhme ſein zweyter
Bruder Morat-Bakche, der mächtiger ware
viel groͤſſere Mühe. Er befande ſich bereits
weit in dem Königreich Labor, und hafte
Bengala ſich gantzlich unterwurffig gemacht.Alles was bey dieſer Begebenheit Bara- cha
thun konte/ ware in Eyl Soliman Checour
ſeinen altern Sohn mit einem maͤchtigen Heer
wider Sultan Sujah zu ſchicken/ der ſeinen
Oheim ſchluge/ und denſelben biß in die dand-
ſchafft Bengala triebe/ und deren Grentz⸗ Ort
mit guten Beſatzungen verſehend/ wiedrum zu
ſeinem Vattern Dara-cha kehrete. Morat“
Bakche unterdeſſen ward fuͤr einen Konig in
dem Koͤnigreich Guze rare erkennet/ ſtellete al-
lein ſeinen Sinn und Gedancken nach dem unReich der Indien/ um ſeinen Bruder zu vertil e
gen/ und ſeinen Thron in Agra oder Gehan: mul
abat zu beveſtigen.
Bey dieſen Geſchichten lieſſe kureng · zeb-der nicht weniger ehrgeitzig/ und liſtiger warals ſein Bruder/ dieſelben in ihrer erſten Hitverzappeln/ und verhelete den Vorſatz/ welehener hatte/ und der in balde zu ihrem groſſenSchaden außbrechen wird. Derſelbe ſteleleſich/ ob hatte er gantz keine Forderung an dasReich/ und der Welt abgeſagt/ und führelkein Dervichs oder andachtiges einſames Leben.Seine Tuͤcke beſſer zu verbergen/ bezeugte lſeinem jungſten Bruder Morat-Bakche, bell el 1zum Regiment gar begierig ſahe/ daß er begehes ent,te in ſeinem Vorſat jhme beyzuſpringen/ unn Kdaß der Thron ſeiner Tapfſerkeit gebühren.denſelben mit Volck und Gelt/ den Dara 1der jhme hinderlich ware/ zu überwinden
ſpringen wolte. Dieſer junge Fürſt von gen,gem Verſtand/ und durch den Schein!
ines
groſſen Glücks verblendet! glaubeke dere doitrengæ eb allzu leicht/ vereinigte ſeine Mack eedes Brudern Volckern/ und unterſtunde
ſamter Hand nach Agra zu gehen/ umOrks ſch zu bemächtigen, Dara che genihnen entgegen/ und beſchahe ſeiner Seits
ſſelbenpala 5
alſo unbebachtſarmes als für dee zween Bui
n für- ben
der gluckliches Treffen. Dieſer Hürſt den die kei.nehmſten Hauptern ſeines Heers⸗ wider ble
Meynung ſeines Feld⸗Heran/
der das Helen98 80 führte
Mormung