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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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und ſchr groß in ondien/ da ich damalen ware/

erſchienen/ truncke Aureng· zeb nur ein wenigWaſſer/ und aſſe allein ein wenig Hirs⸗Brod -welches jhne in der maſſen ſchwachete/ daß we-nig gefehlet er geſtorben ware; dann uber das/lage er auf der Erden mit einer Tyger⸗Hautbedeckt/ und ſeith derſelben Zeit iſt er niemalenwiederum recht geſund geweſen.

Ich erinnere mich/ daß ich den Koͤnig in

ſeinem Thron ſitzend/ zu drey underſchiedlichenMan bringt jhme ſe

malen trincken geſehen.auf einem guldenen mit Diamant/ Rubinund Schmaragd verſetzten Teller/ eine groſſeChriſtalline runde und gantz glatte Schale/

deren Deckel auch von Gold mit Edelgeſtei-

nen/ gleich wie der Teller beſetz. In dem U-brigen ſihet niemand als die Weiber und dieVerſehnittenen/ den Koͤrig eſſen/ und ſehr ſel-

ten halt er Mahlzeit bey einem ſeiner Under-

thanen/ und ſolte es ſchon ein Furſt auch ſeinernächſten Verwandten ſeyn. Als ich in mei-ner letſten Reiſe daſelbſten ware/ hatte Giater-

kan ſein Groß⸗Vezier und Oheim von Sei-ten des Weibs/ ihne under dem Vorwand denneuen Paͤllaſt ſo er bauen lieſſe/ zu beſehen/ ein-

geladen/ welches die groͤſte Ehre/ ſo der KoͤnigIhme erzeigen konte/ ware. Giafer- kan, und

ein900 verehrten demſelben in Kleinodien/ Ele-phanten/ Kamelen/ Pferden/ und anderenSachen/ den Werth von 5. Lacres de Rou-pies, die machen ein Million und go tauſendFrancken unſerer Wahrung. Dieſes/ des

Giafer- kan Meib/ iſt die Koſtbarſte und Frey-

gebigſte in gantz Indien/ wendet allein mehrUnkoſten an/ als alle Weiber und Toͤchtern desKönigs; welches eine Urſach daß ſie jederzeitin Schulden ſteckt/ ob ſchon Giafer. kan gleich-ſam Meiſter im gantzen Reich. Sie hatte ei-ne koͤſtliche Mahlzeit für den Konig zurichtenlaſſen;nichts eſſen wolte/ und Selbe in dem allaſtwiederum zuruck war/ hatte dieſe Furſtin IhroMajeſtat die Gerichte ſo für Sie bereitet ge-weſen/ uͤberſchickt. Der Koͤnig befunde dieſeTrachten alle ſo wolgeſchmackt und ange-nehm/ daß er dem Verſehnittenen/ welcherdieſe Speiſen begleitete/ füͤnff hundert Rou-

pies, und in die Küchen doppelt ſo viel vereh-

ren lieſſe.

Wann der Koͤnig in ſeinem Pallekis, ſichnach der Moſquẽe begibt/ folget jhme einer ſei-ner Sohn zu Pferd/ aber alle Furſten undBeamten ſeines Hofs/ ſeynd zu Fuß. Die ſoMahometanen/ erwarten deſſelben oben aufder Stiege der Moſquse, und wann er bereitwiederum herauß zu gehen/ gehen ſie vorher bisan die Pforte des Pallaſts. Vor jhme hergehen allezeit 8. Elephanten; vier/ auf jedem

deren zween Mann/ der eine den Elephantenzu leiten/ der andere ſo auf dem Rucken ſitzet/eine Standarte an einer Stange eines halbenSpieß lang tragend. Die vier andern habenjeder einen Seſſel oder Gattung eines Throusauf dem Nucken/ deren einer vierecket/ der ande-re rund; einer bedeckt/ und ein anderer mit Glas

Neisbeſchreibung in Indien/

Weib hierauf jhre Danckbarkeit zu bezeu-

als aber Ihre Majeſtat daſelbſten

Stell zu

mancherley Art zugemacht. Wann der Ko-nig auß dem Pallaſt gehet/ hat er gewohnlichfür ſeine Leibtwacht fuͤnff oder 600. mit einerGattung halben Piquen bewaffnete Mannerbey ſich. Dieſelbigen binden an die Spitze

DaeNegele

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Feurwerck/ ſo zwo Raqueten kreutzweis übe?

einander/ ein jede in Groͤſſe eines Arms/ uneines Schuh lang/ koͤnnen die Spieſe bis auf50. Schritt weit führen. Dem Konig fol-gen auch 3. in 400. Muſgtietierer/ die forcht-am und ungeſchickt zu ſchieſſen/ und eine An-zahl zu Pferd/ welche nicht beſſer ſeynd. Einhundert unſerer Soldaten in Europa/ ſchlugenknit leichter Mühe tauſend dieſer Indianiſchen

cb

Volcker; aber hingegen muß man bekennen 10%daß ſelbige ſchwerlich zu einem ſolchen maſſigen anegeben wie jene verführen/ ſich wurden gewoh-nen koͤnnen. Dann bey des der Reuter und

der Soldat zu Fuß/ mit einem wenig Mal mitſchwartzem Zucker und Waſſer geknetten/ da-auß ſie Kügelein machen/ ſich begnügt; und A-

bends wann ſie die Gelegenheit/ ruͤſten ſie Qui

cheri zu/ das iſt Reiß/ den ſie mit dem Sagmendieſes Namens/ in Waſſer und Saltz ſiedenlaſſen. Solches zu eſſen/ tauchen ſie zuvor mitden Fingern in zerlaſſenen Butter/ und diß idie gewohnliche Nahrung ſo wol der Solda-ten/ als des armen Volcks. Über das/ ſtnochzu bedencken/ daß die Hitze unſere Soldatenhinnehmen wurde/ denen unmuͤglich ware dengantzen Tag der Sonnen Hitze wie die Indianer außzuſtehen. Ich wil auch kuͤrtzlich andeuten/ daß die Bauren fur ihre gantze Kleisdung/ nur allein ein Stücklein Leinwad/ welchedenſelben/ die Scharn⸗Glieder bedecken/ anha-ben/ und in groſſer Armuht ſeynd/ dann ſo balddie Gubernatoren oder Verwalter bey denVolck etwas wiſſen/ trachten ſie ſolches nitRecht oder Gewalt zu bekommen. Es werde,in Indien gantze Landſchafften/ darauß dieBauren wegen der Tyranney der Gubernato-ren geflohen/ oͤd und wuſt gefunden. Undedem Schein/ daß ſie Mahometaner/ verfolgenſie dieſe Abgötter über die maſſen hart/ und ſoetwan einer ſich zu dem Mahometiſchen Glal-ben bekennet/ beſchicht ſolches um nicht mehr ddarbeiten Leben die Soldaten oder aqui;edienen/ welche letſtgemeldten 1ben als der Welt abgeſagt/ und allein auß dene

Allmoſen ſich ernehren/ aber im Fundalle,

ſeynd ſie all Schalck und unnütze Geßele.Man zehlet daß dieſer Mahometaniſchen 2quiers 800. und der Abgoͤtterer 120000 chin Indien ſich befinden/ darvon aber herne)mit mehrerem Meldung thun wil. dAllzeit ohngefahr uber 14. Tag/ reite 197Konig auf einem Elephanten/ darauf en ad,bis nach Vollendung verbleibt/ auf die JenAlle Thiere ſo gefangen/ werden bis aufe 5Mußgueten⸗Schuß weit /ihme zugeführtenmeinlich ſeynds Lowen/ Tyger/ Hirſchenſo genante Gazelles; aber die Wil 0 hen.will er als ein guter Mahometan niche ieIm zuruckkehren ſetzet er ſich in ein Pe 1 9 1und beſchicht ſolches beydesmal mit der haftenWacht/ und in gleicher Ordnung die ge rd/

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