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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Bezahlung für ſeine Arbeit/ lieſſe der Konigihme zehen kauſend Roupies wegnehmen;wann er mehr gehabt/ ware jhme ſolches auchnicht geblieben. Wann Her: Hortenſio mitder Sach recht umzugehen gewuſt/ er haktevon dieſem groſſen Stein etliche gute Stuckabſoͤndern koͤnnen/ ohne dem Konig Unrecht zuthun/ und er waͤre der groſſen Mühe des Ab-ſchleiffens uͤberhoben geweſen; aber es hat ſichwol erſchienen/ daß er kein geſchickter Diaman-tiſt geweſen. 8Nach feiſſiger Beſichtigung dieſes groſ-ſen Steins/ und wieder Überlieferung deſſel-ben in die Hand Akel⸗ kan, wieſe er mir einenandern Diamant/ in Piren und guter Form/und ſchoͤn hell/ amt z. andern vierecketen/ zweenreine/ und der dritte mit ſchwartzen Tuͤpflin.Jeder 55. in 60. und die Piren 622. Ratis we-gend. Hernach zeigte er mir ein Kleinod vonzwoͤlff Diamant/ jeder im Gewicht 1. in 16.Ratis haltend/ alle Roſen; in Mitten iſt eine

Roſe in Hertzens⸗Form/ ſchoͤn von Farb und

Glantz/ aber mit drey kleinen Glaͤſern; die-e 7 5 mag im Gewicht 35. in 40. Ratisalten e

Maehr ein Kleinod von 17. Diamanten/ halb

vierecket/ halb Roſen/ deren der Groͤſte nicht

uber 7. in 8. Ratis wegen kan/ außgenoemmen

der in der Mitten/ der ungefehr 16. wiegt. Alledieſe Steine ſeynd vollkommen/ hell und glan-end/ rein und rechter Form/ und der Schoͤn-121 5 finden. öItem/ zwey groſſe Perlen in Piren⸗Form/ungefehr 70. Ratis eine im Gewicht haltend/auf beden Seiten um etwas flach/ ſchoͤn hell/und wol geformt. 5 eItem/ ein Perlen⸗Knopf/ der y. in 60.Ratis wegend/ guter Form und ſchoͤnenItem/ ein runde Perlen/ vollkommen ſchoͤn/ein wenig fach auf einer Seite/ 56. Ratis we-gend. Ich habe das eigentliche Gewicht dieſerPate erfahren/ und Cha-Abas II. Konig inPerſien/ hat ſolche dem groſſen Mogol für eineVerehrung uͤberſchickt.Item/ drey andere runde Perlen/ jede von25. in 28. Ratis oder ungefehr wegend/ aberdas Waſſer auf gelb ſich beziehend.

Item/ eine vollkommene runde Perlen/ von

365, Batis, ſehr lebhafften Waſſers/ weiß undauf alle Weiß vollkommen/ und dieſes iſt daseinige Kleinod/ welches Aureng- zeb jetzt re-

gierend/ wegen der Schoͤnheit gekaufft; denn

alles übrige komt her theils von Hara. cha ſei-nem altern Bruder/ ſo ihm nach deſſen Ent-hauptung zu einem Raub geblieben/ theils von

den Geſchencken/ welche jhm/ ſeit derſelbe auf

den Thron geſtiegen/ beſchehen. So habe ichſonſten in acht genommen/ daß dieſer Koͤnigkeinen Luſt zu den Kleinodien/ und allein ver-langt ein groſſer Eifferer fuͤr das Mahometi-ſche Geſatz zu ſe r. 8

Aldkeel. kan liefferte mir ferner(denn er lieſſemich alles mit guter Weile betrachten) zweyandere Perlen/ vollkommen rund und gleich/

trebo

Reis beſchreibung in Indien

jedes 25u. Ratis im Gewicht haltend; die eineiſt etwas gelb/ aber die andere ſehr hellen undlebhafften Waſſers/ und die Schoͤnſte/ ſo manſehen kan. Wahr iſt/ wie anders wo vermeldet/daß dieſer Arabiſche Fürſt/ welcher Maſcalevon den Portugeſen erobert/ eine Perlen/ wel-che in Schoͤnheit alle andere/ ſo in der Welt/

uͤbertreffen thut/ denn dieſelbe iſt vollkommenrund/ ſo weiß und lebhafft/ daß ſie gleichſamdurchſcheinend/ aber wiegt allein 14. Caral.Es ſind wenig Furſten in Aſien/ welche dieſenſe Perlen jhnen zu

Arabiſchen Fuͤrſten/ um dieverkauffen nicht erſucht.

Item/ zwo Ketten/ eine von Perlen und Rubinen/ unterſchiedlicher Formen/ und gleich denPerlen durchlochert; die andere von Perlenund Schmaragd/ rund und durchloͤchert. Alledieſe Perlen ſeynd rund/ und von unterſchiedli-chen Waſſern/ 10. in 12. Ratis das Stuck we-gend. In der Mitten der Smaragd Ketten iein Orientaliſcher Ametiſt/ langlicht/ in Ge-wicht von ohngefehr 40. Katis, und vollkom-

men ſchoͤn. l i fItem/ ein bleicher ungeſchnittener Rubin/ſchoͤn von Farb und vein/ oben geloͤchert/ 17.Melſcals, deren 6. eine Unce machen/ wegend.Item/ ein anderer ungeſchnittener Rubinvollkommen in Farb/ aber ein wenig glaſicht/oben geloͤchert/ a. Melſcals wegend.Item/ ein Orientaliſcher Topaſier/ ſehthoch von Farb/ d. blattig geſchnitten/ wigt ⸗-Melſcals, aber auf einer Gelten iſt eine weiſſeWolcken darinnen. 1.Und dieſes ſeynd des groſſen Mogols Kle-nod/ welche er mir auß ſonderbarer Gnade zei-gen laſſen/ welches niemalen keinem Fremdenbeſchehen; ich habe dieſelben alle in meinenHanden gehabt/ und mit allem Fleiß/ auch gu-ter Weile betrachtet/ um den großgunſtigenLeſer zu verſichern/ daß meine Beſchreibungſehr eigentlich und aufrichtig/ gleich wie au 45was ich von den Thronen/ welche zu beſicht.gen/ ich auch Zeit genug hatte/ beſchrieben.

Das XI. Capitel. 1 0

Inhalt des Paßports/ welchen wieCha- Eſt-Kan dem Author äberſchilt,ſamt etlichen Briefen/ ſo er jhme 5ſchrieben/ und die Antwort auf dies 4ben/ auß denen die Schreibens⸗Art denſelben Landen zu ſehen iſt. 5

Nun komm ich auf den Paß port a,Mi Nabab Cha-Eft.Kan mir gehDeJund die Briefe ſoich an denſelben

a ſer die ſe-

nier und Schreibens⸗Art der India von

die Brie 0reffend meine Geſchaͤffte/ geſchrieben/ 1 0auß dieſen Schreiben/ als der Antlvo 15

er mir darauf gegeben/ kan der 4 1 0hen. Ich hatte zwar einen Pabpott den