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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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123
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Das Ander Buch

hn ſollen/ wann nur eine Stelle ledig/ vorge-1 Aber nachdem ſeit etlichen Jahren der Ge-N 705 von Batavia und deſſen Rahte geſehen/wie ein groſſer Nachtheil dieſer Mißbrauch/e nee e ſte deꝛſelbenHeſehrteben/ daß jhnen deute/ was Stands ſol-che waren/ zwar wol/ aber nicht mehr mit der-. ichen Recommendation, wie vor dieſem be-5 Vochen überſchickt werden mochten/ daß indias künftige ſolches denſelk en eher verhinder-hie als befürderlich ſeyn wurde/ ſintemalendich billich daß Gunſt vor Recht gehe/daß der3 der ſebal und deſſen Rahre die Geſchicklichkeitdenen die Ionen geſchrec wunden wol zuöde und za underſcheiden/ und nachdem einoder der ander tüchtig/ und ſo rathſam befun-en, zu gebrauchen wiſſen thaten.1 5 nd das ſſt/ was ich/ betreffende die Ord-dungen in den Contoren/ und den Mitklen/ de-eee ommpggnie mn ihrer Einrichtung5 n den Oriental⸗Indien/ in obacht genom-Aae zur Nachrichtung vermelden

0 Aber eines daran einer Getwerbs⸗Gemein-g 5 haft nicht wenig gelegen/ und welehes dieſelbeAch ol zu betrachten/ hatte ich bey nahe vergeſ-e Dis anbero gebrauchen ſich die Holland0 8 Vorſichtigkeit keinen Schiff⸗Patꝛonen undMeggel. Schiffern nach Indien zu ſchieken der nichter dich alle Claſſen vonenem Schiff Jungen,N biß auf die oberſte Stelle gegangen/ der dieHohe der See nicht recht zunehmen verſtehe/d baddem nicht alle See⸗Kuſten bewuſt ſeyen/ i-ber das find dieſe Schiff Patronen nicht fecker-haft/ ſondern begmigen ſich für ſhre Nahrungh.beten Ochſen⸗Fleiſch/ und dieſen Leuten ſol-. in Warheit nachthun; mit etlichen

aft eren Nationen iſt das widrige/ als welchede guf die Schiffe ſolche Capitain ſetzen/ dieGi Meer niemal geſehen/ und allein durchunit zu dieſer Stelle gelangen. In demedae dieselben ſich zu Schiffe begeben/ mußSal h oder Küchen Dora ie, ceJ 10 er gemeine und Indianische Hüner ſo

kat viel Wafser brauchen/ und durch ihren ln-urch n Hroſſen Geſtanck in dem Schiffe ver-Fi n thun vorhandenſeyn die Sparſam-in iſtder Gewerbs⸗Gemeinſchaft ein nicht ge.5 ders und dieſes ein Stuck/ welchesdſelben Verwalter wol in obacht nehmen

poelan.

n 950 Das XV. Capitel

Von den Diamanten/ Gruben und Fluß

f fen wo ſolche gefunden werden/ und3 zwar erſtlich von der Reiſe des Autorsin die Gruben zu Raolconda.es Diamant iſt der köſtlichſte underallen Edelgeſteinen/ und eine ſolcheDandlung/ auf die ich nnch am mei-

ſten gelegt. Deſſen eine vollkommene Wiſſen-ſchaft z erlangen/ habe ich wollen in alle Dia-mant⸗Gruben/ und in emen der Fluſſe/ wo ſol-che gefunden werden unh begeben/ und gleich-wie die Forcht der Gefahrlichkeiten mich mie-mals von meinen Neiſen abwendig gemacht/alſo iſt auch die ſchröckliche Abmahlung/ wel-che man mir von dieſen Gruben/ als von einem

Gruben

Diamank-

wilden Lande/ wo man nicht/ als durch gefahr⸗ hlt man fur

liche Wege hinkommen konte/ vorgebildet/ Ab

niemals tüchtig geweſen mir einigen Schra-

cken einzujagen/ noch mich von meinem Vo -

haben abzuwenden. Demnach bin ich in den 4.

Gruben/ von welchen ich Beſchreibung thun 3

will und ineinem der 4. Flüſſen worauß manbie Diamanten ziehet/ geweſen/ und habe we-der die Schwarigkeit/ noch die

genheit ſelbiges Landes übel berichtet geweſenmir wollen weiß machen. Alſo daß ich ſagenfan/ ich habe den andern die Bahne gebro-chen/ und der Erſte auß Europa geweſen/ ſoden Europeern den Jeg zu dieſen Grubenentdecket/ als welche die einzigen Oerter inder Welt ſeynd/ da der Diamant gefunden

C 8Ddie erſte dieſer Gruben iſt auf dem Bodendes Königs von Vilapour, in der Landschaft dehenCarnatica, und der Ort wird genemiet Kaol«-conda, welcher 5. Tagreiſen von Golconda,und 8. oder 9. von Vilapour iſt. Weilen aberdieſe Koͤnige von Golconda und Viſapour,vor dieſem Underthanen des Groſſen Mogolsund in ſelbigen Landern nur Statthalter ge-weſen/ felbige aber jhnen nochmals durch Auf-ruhr eigenthüͤmig gemacht/ als hat man bey

funden/ welche etliche Leute/ ſo von der Gele-

Wo dieſeGruben ge-

1 NHereſchaft

underſchiedenen Volckern vorgegeben und ſa⸗ in deenzel.

get auch noch der Diamant komme auß demLand des Groſſen Mogols, Es iſt nicht mehrals 200. Jahr/ oder etwas druͤber/ daß dieGrube zu Raolconda entdecket worden/ wieich auch von den Innwohnern habe verneh-efRings um den Ort/ wo man den Diamantfindet/ iſt ein ſandichtes Land/ voller Felſenund Walder/ gleichwie bey Fontainebleau,

In ſelbigen Feiſen findet man underſchiedene Beſchreſonz

Adern/ bald eines halben/ bald eines gantzenaue breit/ die Diamant⸗Gräber habenleine Eiſen/ welche vornen krum ſeyn/ dieſel-ben ſtoſſen ſie in die Adern/ um den Sand/ o-der die Erden herguß zuziehen thun ſolchehernach in Gefaſe/ und under dieſer Erden fin-det ſich der Diamant. Weil aber dieſe Adernnicht gerade ſeynd/ und bald in die Hoͤhe/ baldunderſich gehen/ werden ſie gezwungen dieFelsen zu brechen/ und müſſen dennoch wolzuſehen/ daß ſie den Gangder Adern treffen.Nachdem ſie alle eröffnet/ und die Erde oderden Sand/ welcher darinnen geweſen zuſamen

geſaußlet waschen ſie olchen a.oder z wal und 8

ſuchen under dieſer Erden/ was von Diaman-ten zu finden iſt. In dieſer Gruben iſts/ wo mandie ſchoͤnſten und halleſten Steine findet/ aberdiß iſt das grgſte/ 1 wann ſie den 9 mit

eichted

wie der Dig-mant geſu-chet wird.

Der Dia-mant⸗ Graͤ-bern Inſtru-ment darzu.