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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Aber es iſt nicht genug/ den Preiß einesvollkommenen Diamants zu wiſſen/ man mußauch den/ von denen ſo es nicht ſind/ nicht laſſenhinſchleichen/ welches durch eben dieſe Regelgeſchiehet/ und auf gleichem Fuß deß Preiſeseines Steins eines Caraten ſchwer. Pier iſtein Exempel. 1 5 2

Wann ein Diamant von 15. Caraten, wel-cher nicht vollkommen ware/ ſich findete/ ſo ernicht heiter/ oder der Stein übel geformet/ odervoller Tupffen und Schiefer ware. Ein ſo ge-ſpalteter Diamant/ der Schwere eines Caraten, ware nicht mehr als ſechzig/ achzig/ oderhundert Francken aufs nechſte/ nachdeme erſchoͤn iſt/ werth. Man muß dann das Gewichtdes Diamants/ welches 15. Caraten ſchwer iſt/multiplicieren, durch andere j. und dan nach-gehends noch einmal die heraußgekommeneZahl/ welche 125. macht/ mulkiplicieren durch.den Werth des Steins eines Caraten ſchwer/welcher zum Exempel von 80. Francken/ unddie hergußgekommene Zahl von oo oo. Fran-

cken/ wann der Preiß des Diamants von y.

Caraten. 1 NEin Exempel vorgeſagter Regel.

17751512580

ö

10880 Frgncken.Cas iſt leicht hierauß der Unterſcheid einesvollkomnen und ohnvollkommenen Steinszu erſehen. Dann wann dieſer Stein von 1x.Caraten vollkommen ware/ macht ſich diezweyte Multiplication durch yo. welches derPreiß eines vollkommenen Steins eines Cara-ten ſchwer iſt/ und alsdann kame der Diamant

nicht nur auf ooo, ſondern auf 337/00.

Der Groß-

Mogol undHert og von Wel l i ö 25. 5 ten der Welt/ das iſt von geſchmittenen Stei

ben die zwey

Francken. Das will ſagen auf 23750. Franckenmehr als ein unvollkommener Diamant glei-ches ech sesAuf dem Fuß dieſer Regel wird geſehen/wie hoch der Preiß zwey der groͤſten Diaman-

nen/ einer in Aſien/ welcher demGroß⸗Aogol,

cle dia und der arder in Europa/ ſo dem Groß⸗Her-

anten ider Welt.

tzogen von Toſcang gehoͤrig/ wie man derenFiguren hernach ſehen wird/ kaͤme.

Der Diamant des Groß⸗Mogols wget27916: Caraten, iſt vollkommen lauter/ ſchoͤngeſtaltet/ und welcher nur einen kleinen Schie-fer zu End des Schnittes/ unten um denStein herum; ohn dieſen kleinen Schiefer mu-ſte man den erſten Garat auf 60. Pfund thun/aber wegen dieſes thue ich jhn nur auf 150. undauf ſolchem Fuß/ und nach der vorgegangenenRegel/ komt er auf die Summa von 1723278.Francken/ vierzehen Stieber /z. Heller; dasiſt auf eilf Millionen ſieben hundert/ zwanzigdrey tauſend/ zwey hundert/ ſiebenzig acht tan-

ſend Francken/ 4. Stieber/ z. Heller. Wann

Reis beſchreibulg in Indien

kommen. In der Zahl dieſer

dieſer Diamant nur 279. Caraten wagte/ wa?re ex nicht mehr werth als 167. Francken/und alſo kommen dieſe 26. auf 47128. Francken/ vierzehen Stieber/ drey Heller.Der Diamant des Groß⸗Hertzogen vonToſcana oder Florentz/ waget 395. Carateniſt nett und von ſchoner Form/ von allen Sei-ten Geſichtsweiſe geſchmtten/ und wie deſſenHelle ein wenig auf die Citronen⸗Farbe zieheſchatze ich den erſten Carat auf nicht mehr als35. Francken/ auf welchen Fuß der Diamantkan werth ſeyn 2608355. Das will ſagen/ zweyMillionen/ ſechs hundert/ acht tauſend/ dre

hundert/ dreyſſig⸗ funf Francken. 5

Zum Beſchluß der Anmerckungen/ welcheich in dieſem Capitel gethan habe/ will ich ſa-gen/ daß in der Graber Sprach der DiamantIri genant wird/ auf Türckiſch/ Perſiſch undArabiſch/ heiſſet man ſhn Almas, und in allenSprache in Europa heiſſet man jhn Diamant.Hier ſiehet man in wenig Worten/ alles wasich mit eigenen Augen geſehen/ in unterſchiebli echen Reiſen/ ſo ich in die Gruben gethan/ vondieſer Materi habe entdecken koͤnnen/ und falsanderer bavon vor mir geſchrieben oder gerebthatte/ koͤnte es nichts anders ſeyn/ als auf das/was ich vorgebracht habe. fDas XIX. Capitel.

Von den gefaͤrbten Steinen/ und von den

Oertern/ wo ſie herauß gezogen werde blocS ſind nur zwey Meilen gegen Auf 84gang/ wo man die gefarbten Seile fa,

SOherauß ziehet in dem Königreich Petzl 110% iund in der Inſul Ceylan. Dererſte Ortiſtenn caBerg zwoͤlf Tag⸗Reiſen oder mehr von Siren;

dem Nord⸗Oſt zu/ und heiſſet ſolcher Capella.Dieſes iſt die Gruben/ wo die meiſten Rubine

und Eſpinelles, anders Rubin Korn genau

gelbe Topaſen/ weiß und blaue SaffierenHpateinten/ Ametiſten/ und andere unterſchiedlich gefärdete Steine gefunden werde

Unter dieſen harten Steinen/ ziehet man ache fvon unterſchiedenen Farben herauß/ 29 5derbe de ſeyn/ ſo ſie in der Land⸗ Spie,che Bacan nennen/ und welche ſie gantz lie

Siren iſt der Name der Stadt/ wo der 9

nig von Pegu Hof haltet/ und Ava iſt bel. nfen ſeines Koͤnigreichs. Von Ava all dosenfähret man auf dem Fluß hinauf auf granflachen Schiffen/ und iſt es eine Reiſe bonſchtgefehr ſechzig Tagen. Man kan zu Landdahin kommen/ weilen es nichts als

gibt/ ſo voller Loͤwden/ Tyger und Eleß f

ind. Es iſt eines von den armſten LendWelt/ ſie haben darinnen nichts ander wieRubinen/ aber nicht in ſo groſſer Menge gah-

man wol glauben konte/ angeſehen alle 2 8

%%. Ti aler a 17 75re nicht vor hundert tauſend Th Sten ndet man ſchwerlich von 3. oder 4. 1 0 enſchwer/ ſo ſchön ſeyen/ angeſehen des KaeVerbotts/ daß nur ein Theil darcut, 6

ehe ſolchen der Koͤnig beſchauet 25 daun