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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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3 Drittes Buch.

che der Frucht des Baumes deſto eher zuge-wieſſen/ ſolchen bey dem Fuß abſchneiden anſtart dieſelbe abzubrechen. öEs hat wenig gefehlt/ daß nicht ein groſſeerwirzung in der Schiffsflotte entſtanden.Ob ſchon unſers das letſte von Batavia ver-keiſet/ weilen es aber ein gutes Segel⸗Schiffwar/ iſt es das ander geweſen/ ſo zu St.elenen angelaͤndet. Eines Tages wolten

er Vice Admiral, der Hauptmann undandere Officirer mit dem Nachen oder Bey-ſchifftein gegen dieſer Ebene ſpatzieren fahren/um etliche Krauter und Citronen zubeſichti-gen. Als wir dahin gelanget(dann ich wa-re von der Geſellſchafft) ſind wir ſehr be-Urtzt geweſen/ als win die Baume ohneAcht geſehen/ und allein etwas von uͤber-gebliebenen Kohlen und Ruben angetroffen.

Vir bildten uns wohl ein/ daß die von dem

chiff/ genant l. Encuſe, ſo etliche Tag voruns ankommen/ dieſe Streiffung gethan/and unſer Vice- Admiral enfſchloſſe ſich andas Lande zufahren/ um den Augenſchein deſ-en einzunehmen. Nachdem wir dahin ge-langet/ haben wir viel Citronen und Krau-ker in den Kamern des Hauptmanns unddes Schiffherꝛen geſehen/ und alle.knechre botten den unſeren Citronen/ deren ſiebwohl verſehen waren/ an. Der Schiff-gauptmann wolte den Vice-Admiral damiteſchencken/ welche er nicht annehmen wollen/ſagend/ daß dieſes die gantze Flotten betrle-gen wurde/ und vonnoͤhten ware/ daß alledieſe Erfrischungen müſſen auffbehalten undehſeits gelegt werden/ biß daß alle Schiffeangelanget faxen/ damit ein jeder Kranckezeren genieſſen konte; die Vootsknechteald Soldaten/ ſo jhre Kiſten damit ange-

fler halten/ wolten gar nicht einwilligen/ der

gese- Admiral ſich ſeines Macht⸗Anſehens/gebrauchend/ ſagte; daß wann ste micht alleso ihnen von dieſen Eitronen uͤbergeblieben/5 erbrachten er bey Ankunfft des Admiralen0 d der übrigen Flotten ſo in eilff Schiffenbeſtunde/ jhrer viel wolte hencken laſſen. Derſchauptman über die Bedrohung gantz er-ſchrocken⸗ brachte ſo viel bey ſeinen Leuten zuigen/ daß alles in die Kammer widerge-dacht und verſchloſſen wurde/ bis daß dieAntze Flotte beyſarnmmen/ damit ein jedeschiff ſeinen Antheil von dieſer kleinen Er-

i fiiccung bekärne.

Nachdeme die gantze Schiffdffott vor an

u Reede St. Helenen Ancker geworffen/tale nicht als Gaſtereyen und Ergoͤtzlichkei-dan bald auff einem/ und bald auff dem an-ſhen Schiffe zuſehen/ und die Engellaͤndi-15 Flotte/ ſo in neun Schiffen beſtunde/ ka-zweg ag bald hernach an. Es kamen nochein er Vorkugaſſſche Schiffe mit leibeigenenbon did. andern Geschlechts beladen welcheDeron u, Strand Guines in die Gruben desHoll führten/ darinn befanden ſich etlichefeel da der von unſerer Flor en/ welche zu Ca.Leuten Ame verblieben/ und dieſer armenSprache kundig waren. Sie bega-

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2ben ſich zu ihrem Geſtade/ heydes um ſie/ wieauch etliche Hollandiſche Bootsknechte/ ſodie Portugaſer bedienten zuſehen/ und die fol-gende Nacht warffen ſich zweyhundert undfünfzig oder mehr dieſer armen ſchwartzen indas Meer. Es iſt zu glauben/länder ſo ihrer Sprache erfahren/ ihnen ge-ſagt/ wie ſie erbärmlich gelwann ſie in dieſe Gruben kamenſolches die Urſache geweſen/ ſoVerzweifflung veranlaſſet hatte. Es iſt wahr/daß es eine harte und armſelige Dienſtbar-keit iſt/ dann zum oͤfftern/ nachdem man etli-che Tage gegraben/ gibt es gewiſſe Herter/ al-wo der Grund oder die Erden einer als an-derer Seiten beweglicher/ und weicher iſt/ undwann dieſe Erden einmayl anfangt zuverfal-len und einzureiſſen/ verſchlitegt ſie zugleich indie vier oder gSo bald ſie in die Gruben verdammet undHand anlegen muſſen/ ſihet man ihr Ange-ſicht/ jhre Augen und jhre Hqut allerdingsFarbe enderen/ welches von den dampffen/ ſoauß dieſen Hoͤhlenen herauß kommen/ entſte-het/ ſie werden alda gleichſam nur von derviele des Brantenweins/ ſo man beydes Mañund Weib zutrincken gibet/ erhalten. Es

daß dieſe Hol⸗ lende

ß dieſe Feee keit der Selagehalten wurden/ 55 in denund daß7„„ e, Gold Gru-ſie zu dieſer ben. ö

enenniſchz

fünfhundert djeſer armen Leuten.

gibt deren Leute die mißt mehr leibeigene ſindp

und welchen Ihre Herꝛn die Freyheil gegebenhaben/ welche demnach nicht unterlaſſen in die-ſen Gruben zugrbeiten/ und viel darbey gewin-nen/ weilen ſie aber Sambſtag abends auß

diefen Gruben gehen/ um Montags fruh wi-

der dahin zukehren/ pflegen ſle ſelbige Zeit ſoviel Brantenwpein/ der ſehr keur iſt/ zu trin-cken/ daß ſte alles ſo ſie die Wochen hindurchgewonnen/ verzehren/ und glſo ſind ſie allezeitarme tropffen. 5

So lang beyde Flotten an der Reede St.Helenen gelegen/ hielten die Engel und Hol-

länder einandern Gaſt/ und alſo pfegt nan

immerdar gut Geſchirꝛ zumachen. Den Tagſo unſer Vice-Admiralund einen Theil der Engellandiſchen Flotteſpeiſete/ geſchah es nicht in unſerm Geſtade/dann ſo bald er mir ſein Vorhaben entdecket/rahtete ich hme/ ſein Mahlzeit zu Lande zu-halten/ welches mit mehrer Ehre und Frey heitals die anderen nicht gethan hatten/ zugehenwurde. Ich botte zu die ſem End ihme meinGezelt ſamimt den Teppichen und den Banck-küſſen/ ſo ich annoch bey mir/ und deren ichin meinen Reiſen zu Lande mich bedient hatte/

Weins ſo mir die Fraucdenerglin verehrt/ jh-me zu lieb anzuſteehen: uñ daß ieh auch ein halbdetzent Flaschen Mantiſchen Weins und ſoviel von Sitiras vor die Nachtmahlzeit findenwolte. Er nahme das Anerbieten mit Freudenan und wir begaben uns glſobald auf das dan-de um das Giezelt auffzuſchlagen awelchesnicht ohne Mühe zugienge/ weilen wir kein Ortfänden ſo eben geweſen/ und allein die Ge-gelts gröſſe in ſich gehabt hätte/ aber unſereBoolsknechte haben eines nahe bey dem Waß-ſer auffgerichtet/„ man bey 158 3 61

unſern Admiralen,

Der Hollaͤn-57 luſtigese

au mit verſprechen das Faßlein Rheiniſchen d

ben an dis-

n Orten.